Entwicklung Wiedereinstieg - Welcher Film, welcher Entwickler

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    • Entwicklung Wiedereinstieg - Welcher Film, welcher Entwickler

      Hallo zusammen,

      ich habe eine sehr lange Fotopause gemacht und möchte nun langsam wieder mit dem hybriden Arbeiten beginnen. Wo war ich stehen geblieben?

      • Mein erster Versuch der Selbstentwicklung daheim war vor 10 Jahren Ilford FP4 in Tetenal Ultrafin liqud --> Fand ich furchtbar, da viel zu grobkörnig. Vielleicht hab ich auch viel Falsch gemacht.
      • Danach bin ich dann aus Kostengründen auf Rollei Retro 100 umgestiegen und hab mir gleich nen ganzen Karton gekauft. Davon hab ich immer noch einige eingefroren.
      • Für Mittelformat hab ich mich auf Grund der Verfügbarkeit auf T-Max 100 eingeschossen, den ich teilweise ganz gut fand, vor allem, wenn er großzügig belichtet wurde.
      • Als Ultrafin dann alle war, bin ich auf R09 OneShot umgestiegen, mit dem ich zufriedener war, allerdings fand ich die Filme immer etwas grobkörnig.
      • Ich habe auch mal D76 ausprobiert, wobei mir da gerade der T-Max gut gefallen hat.
      • Mir haben immer sehr gleichmäßige und feinkörnige Negative gefallen.
      • Im 135er Format habe ich nur sehr wenige Bilder fertig gebracht, die mir technisch gefallen haben.
      • Bei Großformat 4x5 hatte ich keinerlei Probleme (Fomapan in R09), da hier das Korn eh nicht auffällt.


      Da ich nun wieder anfangen möchte und Fehler der Vergangenheit vermeiden möchte, wollte ich um Empfehlungen für Filme und Entwickler bzw. eure Meinung bitten.
      Ich habe folgendes im Auge:
      • Entwickler nur noch xtol, da ich D76 schon gut fand, aber gehört habe, dass der xtol alles genauso gut kann, aber umweltfreundlicher ist. Was denkt ihr dazu?
      • Als 135er brauche ich erstmal den alten Bestand Retro 100 auf, danach sehen wir weiter. Als 400er möchte ich T-Max verwenden. Andere Alternativen?
      • Beim 120er auch T-Max 400 und für niedrige Empfindlichkeit Retro 80S. Letzterer gefällt mir irgendwie sehr gut, was die Auflösung Kornstruktur und Tonwertwiedergabe angeht. Eure Meinung?
      • Die Tendenz zu Kodak ist auch politisch zu sehen, da ich dazu beitragen möchte, dass die noch ein bisschen machen. Nachovllziehbar? Bin gerade hier auch an anderen Sichtweisen interessiert.
      • Bei 4x5 bleibe ich bei Fomapan, da ich hier keinen Schmerz spüre. Müsste auch in xtol gut werden, oder?
      • Wie geht man beim Eintesten vor, wenn man hybrid arbeitet?


      Würde mich über die ein oder andere Meinung freuen :)

      Gruß,
      Alex
    • Nur zu, und zwar genau so.
      Du hast genaue Vorstellungen und ich kann nichts falsches daran erkennen, aber die Profis hier werden sich bestimmt noch äußern.

      Zum eintesten gibt's hier ja gute Anleitungen oder ich hab's hemdsärmlig mit Logik gemacht, aber nur Kleinbild. Fehler erkannt und Parameter geändert, einzeln, bis es harmonisch war und gut hybrid zu verarbeiten. Mein Scanner scheint zickig, da er präzise und weiche, dünne Negative bevorzugt, aber darüber wie ich damit umgehe es ihm recht zu machen, kann man tatsächlich geteilter Meinung sein...

      Viel Spaß und Freude Dir!
      Reject the digital. Go analog.
    • Hallo Alex,

      Wie Andreas schon sagte, deine konkreten Gedanken sind stimmig. Zwei Sachen fallen mir nur dazu ein:

      Warum nicht auch einfach T-Max im Kleinbild Format nutzen? Feinkörniger und schärfer geht's bei der Empfindlichkeit kaum. Du kennst den Film ja auch bereits und bist im Mittelformat damit schon zufrieden.

      Bei D76 erkennst du an der Farbe, wenn er anfängt, nachzulassen. XTol ist nur auf einmal tot. Ich bin auch immer gut mit T-Max in D76 gefahren, nutze aber dafür den T-Max Entwickler seitdem ich mal welchen geschenkt bekommen habe. Nachdem der letzte D76 Ansatz aufgebraucht war, bin ich für alles außer T-Max konsequent auf Wehner Entwickler umgestiegen. Solange es den gibt, bleibe ich dabei. Die D76 Pulvertüten werden ja nicht schlecht. Irgendwann geh ich auch vielleicht mit dem T-Max auf den W-Entwickler, wahrscheinlich wenn der T-Max Entwickler irgendwann leer ist.

      Gruss
      Christian.
    • Bei deinen Anforderungen rate ich auch zum Wehner-Entwickler.

      Zum Rodinal: Der ist nicht unbedint grobkörnig, wenn man ihn beherrschen lernt. Er kommt aber mit Überentwicklung und zu warmer Entwicklung nicht gut klar. Kentmere 100 aka APX 100 new aka Rollei Retro 100 harmoniert gut mit ihm, wenn man den Prozess im Griff hat.
    • Danke für die Hinweise.

      Zum Retro 100: Ich dachte immer, da steckte der alte APX 100 drin? Es ist tatsächlich der alte Retro 100 und nicht der neue Retro 100s. Hatte da zugeschlagen, als sie damals (vor 10 Jahren ca.) die Restbestände abverkauft hatten. Ebenso hatte ich den damals auch mit dem Agfa APX 100 aus der Drogerie verglichen hatte, die etwas anders aussahen. Dann war in den Drogeriepackungen wahrscheinlich schon der Kentmere drin.

      Hab grad nochmal in meinen alten Aufzeichnungen gewühlt. Den letzten, den ich notiert hatte, hatte ich auf 20° DIN statt der nominalen 21° DIN (Integralmessung der Canon A-1) belichtet und dann bei 20 °C (Genauigkeit kann ich nicht mehr sagen) in R09 1+50 für 11'30" entiwckelt. Kipprythmus war 1 min.

      Edit: Müsste ich tendenziell länger entwickeln, wenn meine Motive weniger Kontrast haben bzw. die Tonwertunterschiede im Motiv eh schon sehr klein sind (z.B.sehr bedeckter Himmel oder Motiv voll im Schatten)?
    • Uwe Pilz schrieb:

      Bei deinen Anforderungen rate ich auch zum Wehner-Entwickler.

      Kentmere 100 aka APX 100 new aka Rollei Retro 100 harmoniert gut mit ihm, wenn man den Prozess im Griff hat.
      Da Alexander offenbar eine knapp 10j. Pause gemacht hat, gehe ich davon aus, dass es sich bei seinen eingefrorenen Retro100 noch um original Leverkusener Agfa APX100 handelt.
      Ich meine, der Retro100 ist mit dem alten APX100 ersatzlos ausgelaufen. Nachfolger war der Rollei RPX100=Kentmere 100.

      Ich kann den Wehner-Entwickler auch sehr empfehlen. Und der Tmax100 ist in KB sehr feinkörnig.
    • Alexander Meyer schrieb:


      • Beim 120er auch T-Max 400 und für niedrige Empfindlichkeit Retro 80S. Letzterer gefällt mir irgendwie sehr gut, was die Auflösung Kornstruktur und Tonwertwiedergabe angeht. Eure Meinung?

      der retro80s überrascht mich immer wieder in punkto feinkörnigkeit. einer meiner lieblingsfilme.
      ich entwickle ihn mittlerweile ausschließlich in caffenol.
      obgleich dem entwickler insbesondere hier keine gleichmäßigen ergebnisse zugetraut werden, hat er mich bis jetzt („auf holz klopf“) noch nie im stich gelassen.

      sonnigen gruß
      m
    • Dazu gibt es ein ausführliches Thema, derzeit hatte der "Erfinder" des gleichnamigen Entwicklers, Klaus Wehner, seine Motivation und Hintergründe ausführlich dargelegt. Auf den Seiten und den Beiträgen dieser Tage, die derzeit ganz hinten im diesem Thema sind. So wie ich es verstanden habe ist der Entwickler dem nicht mehr erhältlichen Vorbild nachempfunden, aber aufgrund ehemals giftiger Substanzen in der Rezeptur nicht identisch, aber in vielen Punkten verbessert. Erhältlich bei ihm direkt, zuverlässig und auch nachhaltig, obwohl keine Industrie und Vermarktung dahintersteckt.
      Reject the digital. Go analog.
    • Für Anfänger oder Wiedereinsteiger finde ich es etwas abwegig einen Spezial-Entwickler wie Wehner o. ä. zu empfehlen. Nichts gegen diese Entwickler; ich habe selbst Wehner etc. probiert und war sehr angetan. Aber für den Anfang od. Wiedereinstieg würde ich doch eher einen Allround-Entwickler wie D76/ID11 empfehlen. In der ganzen Welt gilt dieser Entwickler als Massstab.
      Damit kann man dann Eintesten, Verarbeitungssicherheit etc. einüben, und dann erst sich auf "Spezialitäten" festlegen.
      Genauso würde ich es beim Filmmaterial machen: irgendeinen Standard-Film, wie FP4, Tmax etc. und dann erst solche Spezialfilme wie Rollei, deren Kontinuität fraglich ist. Ausnahme Kentmere, weil diese ja auch bei Harman/Ilford produziert werden und wahrscheinlich länger im Programm bleiben.
      Und ob jetzt irgendeine Film-Entwickler-Kombination für Hybrid besonders gut geeignet ist, muss einem individuellen Test mit meinem Equipment (Scanner etc.) vorbehalten bleiben.
      Also Probieren geht über Studieren.

      MfG
      Rainer
    • Rainer Hubertus schrieb:

      Für Anfänger oder Wiedereinsteiger finde ich es etwas abwegig einen Spezial-Entwickler wie Wehner o. ä. zu empfehlen.
      Speziell ist höchstens der Vertrieb. Ansonsten ist der Wehner der universellste Entwickler den ich kenne. Durch die stärkere Verdünnung kann er neben den Standardfilmen auch Speziafilme excellent entwickeln. Das Datenblatt hat für viele Filme Daten. Für mich ist es ein echtes Wunderelixier, für das ich von meinen Standardentwickler ID11/D76 und AM74 gewechselt bin.
    • Martin Schindler schrieb:

      Rainer Hubertus schrieb:

      Spezialfilme wie Rollei, deren Kontinuität fraglich ist.
      wär mir noch nicht aufgefallen,bist du sicher?
      oder meinst du kontinuität bei der belichtung und entwicklung?
      Maco hat immer mal andere Filme unter der selben Bezeichnung in die Schachteln gepackt ohne das sauber zu kommunizieren oder anders herum denselben Film unter verschiedenen Bezeichnungen zu verschiedenen Preisen verkauft. So war wohl plötzlich beim Rollei Retro400s nicht mehr Agfa Aviphot 400 sondern Aviphot 200 enthalten, der eigentlich als Superpan200 verkauft wird. Und dann könnte der Film auch noch mit dem Rollei Infrared identisch sein, wo man auch nicht weiß, wie identisch der mit dem Rollei Infrared 400S ist.
      Das alles ist nicht gerade angetan Vertrauen zu schaffen.
    • Klaus Wehners Entwickler ist gerade für Anfänger ideal weil es fast unmöglich ist damit keine brauchbaren Ergebnisse zu bekommen, Standard Entwickler hin oder her.

      Seit mehr als 40 Jahren fotografiere ich jetzt und habe noch nie den D74/ID11 verwendet und auch nie vermisst.

      Heute habe ich das erste mal einen Kentmere 100 in Wehner entwickelt, wie immer einwandfrei, einfach an die Angaben halten und schon passt es.

      Ebenso bei einem Tmax100, oder 400, Delta 100 oder 400, alle Fomapan Filme, sehr gut harmoniert er auch mit den FP4 und HP5.

      Ansonsten empfehle ich noch den Adox FX-39 II. Ein sehr guter Allround Entwickler, relativ ungiftig und entwickelt ebenfalls alle "normalen" S/W Filme in erstklassiger Qualität.

      Nach vielen Jahren analoger Abstinenz habe ich Mitte 2018 wieder angefangen S/W Filme zu entwicklen und ebenfalls versucht die beste Kombi für mich zu finden und es ist immer noch der Tmax100 oder 400 in Wehner Entwickler.

      Natürlich probiere ich immer auch andere Filme aus aber gerade am Anfang ist es wichtig eine Routine im Ablauf zu entwickeln so dass eine fehlerhafte Entwicklung möglichst ausgeschlossen ist.
      Unsere Ruinen werden nicht so schön sein wie die vergangener Generationen