Was ist das für ein Fleck auf der Linse?

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    • Was ist das für ein Fleck auf der Linse?

      ES handelt sich um zwei Vergrößerungsobjektive, Rodagon 5,6 / 80mm, alte Modellreihe mit "Zebra" Ring.
      Beide haben so einen Fleck, vermutlich hinter der Frontlinse, sieht aus wie ein bunt schillernder Öltropfen.
      (auf dem Foto der Fleck am linken Rand, die anderen sind Reflexionen der Beleuchtung:)

      IMG_0072kl.JPG

      Er ist nur aus einer bestimmten Richtung sichtbar, schwierig zu fotografieren. Und verursacht kaum Bildfehler,
      Fungus oder andere Beläge die ich kenne, sehen anders aus...
    • Das ist jetzt natürlich Kino im Kopf.

      Ohne das Objektiv selber in der Hand zu halten und es genauer zu untersuchen, kann dir niemand eine sichere Antwort geben.

      Da die Vergrösserungsobjektive, im Vergleich zu ihren Kollegen an den Aufnahmegeräten, technisch recht simpel aufgebaut sind, empfehle ich dir, den vorderen Ring abzuschrauben und die Frontlinse rauszunehmen. Erst dann siehst du, ob sich der Fleck zwischen zwei verkitteten Linsen befindet oder ob du ihn mühelos mit einem fusselfreien Tuch und einem Tröpfchen Linsenreiniger entfernen kannst. Dieses Unterfangen ist selbst für technisch nicht Geübte ein recht einfaches Unterfangen.
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Hallo,

      wie Uwe Pilz schon geantwortet hat, handelt es sich eindeutig und ohne Zweifel um die sog. Delamination zweier verkitteter Linsen. Sie tritt immer zuerst am Rand auf und wächst dann zum Zentrum hin.
      Abhilfe: Linsen völlig trennen, reinigen, neu zentrieren und verkitten. Da häufig UV-härtende Linsenkitte verwendet wurden, lassen sich die Linsen kaum noch voneinander trennen und die Reste des alten Kitts sind praktisch nicht mehr zu entfernen. Gggf. wird durch diese Prozedur auch die Vergütung beschädigt oder entfernt. Das ist eine typische Alterserscheinung bei alten Objektiven. Erschwerend kommt noch die verschiedene Wärmeausdehnung verschiedener Glassorten hinzu. Besonders bekannt ist dieses Phänomen bei Carl Zeiss West und seinen Mikroskop-Objektiven und -Okularen aus etwa derselben Zeit aus der dieses alte Vergrößerungsobjektiv stammt. Es gibt z.B. kaum Zeiss Kpl-Okulare aus dieser Zeit und sogar noch späterer Baujahre, die nicht delaminiert sind.

      Viele Grüße, Jochen.
    • Danke für die Auskunf!

      Scheint ein Fall für Spezialisten zu sein, oder für den Rodenstock Service!?

      Aber das abgebildete kann erstmal so bleiben,
      - ein anderes bereitet mir Kopfschmerzen:

      ein Eurygon, auf das mein gerade erst angeschaffter L900 kalibriert ist.
      Das hatte auf der Frontlinse einen neblig trüben Belag.
      Den habe ich mit mehreren Reinigungsversuchen (Glasreiniger, Isoprop, ein Tetanal Filmreiniger war wohl das verkehrteste) schwer verschlimmbesssert, jetzt ist die Fronlinse quasi "mattiert", tatsächlich wie Milchglas.
      Da kann ich mir als Abhilfe eigentlich nur noch den Austauscch bzw die Erneuerung des Frontelements vorstellen. Oder etwa eine neue "Politur"?
      Frage: wer repariert sowas, an wen würdet Ihr es schicken? Rodenstock? Oder kennt andere Spezielwerkstätten?

      PS: als Ersatz habe ich das obige "delaminierte" eingesetzt, nach Anpassung des Abstands zum Negativ scheint immerhin die Hälfte des AF-Wegs scharf zu sein. Wenn das Eurygon irreparabel sein sollte ... aber noch hoffe ich...
    • Hallo Martin,

      neulich meinte ja erst ein Optimist in einem anderen Thread sinngemäß, "was kann an einem Vergrößerungsobjektiv schon kaputt gehen?" So einiges, wie man hier sieht!

      Die alten Rodagone mit Zebra-Fassung sind leider bekannt für das Problem der Delamination. Übrigens auch einige der Großformatobjektive von Rodenstock, wenn da auch nicht ganz so schlimm. Wenn man mal die Angebote auf Ebay durchstöbert, sieht man solche beschädigte Exemplare wirklich häufig. Bei zeitgenössischen Schneider- oder Nikon-Linsen ist das eher selten anzutreffen. Ich würde deshalb (wenn möglich) von älteren Rodagonen die Finger lassen. Wenn es nur am Rand ist und nach Abblenden außerhalb des Strahlengangs liegt, kann man mit so einem Objektiv arbeiten. Falls im Strahlengang wird das (bei entsprechend kritischer Begutachtung) unweigerlich Auswirkungen auf die Bildqualität haben.

      Dein Eurygon hast du nach meiner Einschätzung erfolgreich in ein Softfocus-Objektiv verwandelt. Das ist ärgerlich, aber trag es mit Fassung. Wir haben alle schon Mist gebaut und dafür Lehrgeld bezahlt. Also in Zukunft keine Eigenreparaturen mehr...

      Eine Reparatur in der Werkstatt lohnt aus meiner Sicht leider wirtschaftlich nicht, in keinem der beiden Fälle. Besser Ersatz besorgen. Durst hat für die Laboratoren damals auch Schneider-Äquivalente als Objektivausstattung angeboten, vielleicht findest du was Passendes. Andererseits ... Falls man den L900 auch ohne AF verwenden kann, wäre das aus meiner Sicht der Königsweg. Dann hättest du freie Wahl bei den Optiken und könntest auch dir was Moderneres/Frischeres/Sauberes suchen. Denn auch an den alten Schneiderlinsen hat inzwischen oft der Zahn der Zeit Wenn die ein paar Jahrzehnte in einer professionellen Dunkelkammer gelagert waren, dann sind die oft nicht mehr taufrisch. Man kann damit arbeiten, wenn man sie billig oder für lau erstanden hat, aber reparieren ...?

      PS
      Falls mal jemand schauen will, was ein Vergrößerungsobjektiv mit "Zustand nach ordentlich Glaspilz" noch so leistet:
      First RA-4 prints

      =O
    • Hi,

      ich würde die genaue Brennweite des milchigen Eurygon vermessen und dann ein gut erhaltenes gebraucht kaufen. Vielleicht stimmt dessen Brennweite mit dem alten überein. Ich hatte mal das Glück auf Anhieb für einen L900 eine genau passende Brennweite zu finden. Die mechanische Justage des Autofocus auf ein Objektiv mit abweichender Brennweite ist sehr kniffelig. An der Uni wurden früher öfter mal VG Objektive aus dem L900 geklaut. Richtig ärgerlich daran war das ein Ersatz durch die Justage dermaßen ins Geld ging.

      Gruß

      Stefan
    • Hallo Stefan,

      nach einem guten und günstigen (geklauten?) Eurygon halte ich jetzt natürlich Ausschau.

      Aber wie misst man die effektiive Brennweite? Und wie erfahre ich diese vom Verkäufer?
      Ich denke ums kalibrieren des AF komm ich nicht herum, auch das zugehörige 50er ist nicht von oben bis unten "kornscharf". Bei einem ca. 40 Jahre alten und in dieser Zeit vemutlich nicht nachgestellten Gerät kein Wunder oder

      PS: das Fehlen einer manuellen Fokussierunng ist ein echter Nachteil beim L900, der A300 kanns der noch ältere A600 auch.

      Grüße aus der Nachbarstadt!
    • Martin Reg schrieb:

      ein Eurygon, auf das mein gerade erst angeschaffter L900 kalibriert ist.
      Das hatte auf der Frontlinse einen neblig trüben Belag.
      Nur als Hinweis, trübe Linsen könnten auch auf Delamination hinweisen. Mal nach "Balsam Separation" googeln. Bei Rodenstock ist es aber klassischerweise dieses ölige Bild.

      Man kann versuchen das neu zu verkitten. Entweder man lässt es machen oder man macht es selbst, wie hier beschrieben:
      4photos.de/camera-diy/Delamination-Separation-Repair.html

      Selber machen kann problematisch werden, weil die Verkittung sehr präzise erfolgen muss, vor allem in Hinblick auf die Zentrierung. Ich bin mal über eine Firma gestolpert, die im Bereich der Optik (Vergütungen etc.) tätig ist, evtl. mal bei so einem Spezialisten anfragen. Leider habe ich mir den Namen nicht gemerkt...

      Gruß
      Andreas
    • Der "Olfleck" kann erstmal so bleiben, er ist schillernd aber nicht trüb, sondern recht klar.

      Mein Eurygon hatte ziemlich sicher einen Belag auf dem Frontelement außen. Vielliecht auch etwas auf den verkitteten Fläche oder hinten. Aber den trüben Belag hauptsächlich außen, eigentlich gut zu reinigen ohne aufzuschrauben.
      Aber ich muss mit einem meiner Reinigungsgänge den Schmutzfilm (Fungus oder nicht) in in eine aufgerauhte Oberfläche verwandelt haben, echt wie Milchglas..
      Deshalb die Frage:
      -- welche Reinigungsmittel oder -verfahren haltet ihr für harmlos, effektiv, welche für riskant oder gefährlich oder falsch?

      zur Anregung:
      Benzin
      Wasserstoff