Entwickler-, Stoppbad- und Fixiererwannen auf Temperatur bekommen

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    • Entwickler-, Stoppbad- und Fixiererwannen auf Temperatur bekommen

      Hallo,
      ich habe das Problem, bei mir im Keller die jeweiligen Flüssigkeiten in den Wannen auf Temperatur zu bekommen und zu halten.
      Bei meiner Recherche sind mir mal Wärmeplatten aus dem Laborbereich untergekommen - ich habe aber vor Schreck sofort den Preis vergessen.

      Jetzt meine Frage: hat jemand Erfahrung mit Terrarium Heizmatten gesammelt?
      Ich möchte den Link hier nicht posten, da ich nicht weiss ob das erlaubt ist. Deshalb hier mal der Text aus der Produktbeschreibung:

      Geschlossener Kreislauf, auslaufsicher.
      Energieeffizient.
      Gleichmäßige Wärmeableitung, wasserdicht.
      Einstellbarer Netzschalter, energiesparendes Design.
      Geeignet für Arten von Acryl-, Kunststoff-Boxen und den Boden der Holzkiste.

      Plus ein Bild.

      Das Ganze kostet knapp 20 €.

      Oder ist das Schwachsinn : )

      Beste Grüße
      Eric
      Dateien
    • Hallo Eric,

      Du steigst ja gerade in die Materie ein.
      Mein Rat: mach es nicht zu kompliziert.

      Wirklich kritisch ist die Temperatur nur bei der Negativentwicklung.
      In den Datenblättern sind die Entwicklungstemperaturen so angegeben, daß die den Raumtemperaturen entsprechen.
      Dafür brauchst Du dann keine aufwändigen technischen Geräte.
      Sehr empfehlenswert ist allerdings ein gutes (digitales) Thermometer. Das würde ich mir zuerst anschaffen.

      Entwickele also immer möglichst bei Raumtemperatur. Dann hast Du konstante Verhältnisse.
      Als ich meinen eigenen Negativ-Entwickler konzipiert habe, habe ich wegen der Klimaerwärmung die Standard-Entwicklungszeit gleich für 22° C ermittelt.
      Für abweichende Temperaturen habe ich zusätzlich entsprechende Faktoren für die Entwicklungszeit ermittelt.
      Bis zu einer Temperatur von 30° C habe ich meinen Entwickler getestet. Damit ist er sicherlich zukunftsfähig :(

      Also fang langsam an, beschaff Dir bei Gelegenheit ein gutes Thermometer.
      Alles Weitere wird sich mit der Zeit ergeben.

      Viel Erfolg!

      Herzliche Grüße
      Klaus
    • Klaus Wehner schrieb:

      Mein Rat: mach es nicht zu kompliziert.
      Genau!

      * Positiv-Entwickler: ein Papierabzug wird grundsätzlich ausentwickelt. Wenn man ihn doppelt so lange im Entwickler drin lässt, ändert sich sowieso nichts mehr und das ist auch unschädlich (gilt füt PE-Papiere, bei Baryt sollte man die Verweildauer in der Chemie auch aus andere Gründen minimieren).
      * Zwischenbad: Eintauchen, in bisschen Schwenken und oberflächlich Abspülen genügt, Verweildauer und Temperatur sind also weitgehend egal.
      * Fixierer: das Papier ist in der vom Fixierbad-Hersteller angegebenen Zeit ausfixiert. Doppelte Zeit ändert nichts mehr, schadet auch nicht.
      Fazit: Temperatur ist weitgehend egal. Bei Temperaturen >20°C geht es eben schneller und man ist damit auf der sicheren Seite. Bei Temperaturen <20°C frierst Du selbst und wenn Du nicht mit Pudelmütze und Wintermantel Deine Laborsitzung abhalten möchtest, sorgst Du schon selbst für etwas Heizung. Notfalls alle Badezeiten verdoppeln. Damit ist ein Schalenthermometer überflüssig.
      Wie Klaus schon gesagt hat: Um so wichtiger ist ein (auf 0,2°C) genaues Thermometer für die Filmentwicklung. Die musst Du aber nicht im kalten Keller machen. Tipp: ein ab Werk kalibiriertes(!) elektronisches Thermometer Marke Greisinger, damit hast Du das Geld deutlich besser angelegt als mit Heizmatten.
      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Ich gehe davon aus, dass es in der ursprünglichen Fragestellung um die Erstellung von Papierabzügen geht. Wenn man in einem Labor arbeitet, das nicht auf Zimmertemperatur durchgeheizt ist, kann man wie folgt vorgehen:
      • werden die Bäder frisch angesetzt nimmt man temperiertes Wasser zum Ansatz. Man kann mit 24 Grad starten und hat dann einiges an Zeit, bevor die Temperatur auf deutlich unter 20 Grad abgesunken ist. Unter 18 Grad kann es je nach Entwickler schwierig werden. Eine grobe Temperaturüberwachung ist angesagt.
      • werden vorhandene Bäder genutzt einfach die Bäder in der Vorratsflasche auf etwa 24 Grad vorwärmen, bevor man sie in die Schalen einfüllt. Ein Wassereimer mit warmem Wasser eignet sich zum Temperieren sehr gut.
      • die Papierentwicklungszeit kann man mit der Faktormethode überprüfen. Die Papiere werden 6x so lange entwickelt wie die Bildspurzeit beträgt. Die Bildspurzeit ist die Zeit vom kompletten Eintauchen des Papiers in den Entwickler bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Bild anfängt zu erscheinen.
      Wenn ich das richtig gesehen habe sind die üblicherweise angebotenen Heizmatten ohne Thermostat. Damit eignen sie sich wenig für die Duka. Wenn man die Schalen etwas komfortabel temperieren möchte, sollte man einen Schalenwärmer nehmen, zumindest für die Entwicklerschale. Dann wird die Temperatur dort konstant gehalten. Die Entwicklertemperatur ist am kritischsten. Schalenwärmer werden auch gebraucht angeboten, sind aber in einer anderen Preisklasse als eine Heizmatte. Auch hier sollte man die Bäder schon vorher temperiert haben. Das Aufheizen mit einem Schalenwärmer dauert viel zu lange.

      Viel Erfolg und beste Grüße,
      Otto!
    • Heizmatten funktionieren, wenn man die Schalen nicht direkt draufstellt, sondern sie ein Wasserbad beheizen lässt, in dem die eigentlichen Entwicklerschalen stehen. Dieses Wasserbad können z.B. einfach die nächstgrößeren Fotoschalen sein. Oder eine passende Kunststoffaufbewahrungsbox. Das Wasserbad wirkt als Puffer. Es empfiehlt sich die Verwendung von Schalenthermometern zur Kontrolle. Die Flüssigkeiten sollten vor Beginn vorgewärmt werden. Hab so jahrelang in einem Souterrain-Loch gewerkelt, wo es im Winter richtig schattig wurde und nur ein tragbarer elektrischer Heizlüfter zur Verfügung stand.
    • Früher habe ich meine Chemikalienflaschen in einem rechteckigen Putzeimer aufgeheizt, der 3 große Flaschen gleichzeitig fasste. Eine Zeitlang habe ich die Flaschen auch direkt mit einem geeigneten !!! Heizstab aufgewärmt.

      Seit Jahrzehnten benutze ich Fußmatten von Thermolux mit 70 Watt Heizleistung und einer Größe von 42 cm x 65 cm. Zur Schonung der Matten lege ich eine Lage Backpapier darauf. Auf dieses stelle ich dann die Schalen für die Positivverarbeitung oder eine Backschale mit flachem Boden aus Blech für die Negativverarbeitung.

      In Ermangelung eines Thermostates schließe ich die Heizmatten an einen geeigneten !!! Dimmer an und messe die Temperatur konventionell. Das ist der pure Laborluxus! Alles bleibt trocken. Den Dimmer könnte ich natürlich noch gegen einen geeigneten Universalthermostat austauschen.

      Ein zusätzliches Wasserbad oder das Vorheizen der Chemikalien ist vollkommen überflüssig.

      In strengen Wintern kann die Temperatur in meinem Labor auf 5 °C abfallen. Trotzdem lassen sich die Chemikalien im Nu auf 30°C aufheizen. In der Regel ist der Entwickler auf Betriebstemperatur, bevor ich das erste Bild belichtet habe.
    • Hallo,
      und wieder mal vielen Dank für eure konstruktiven Antworten.
      Das hilft mir wirklich sehr.
      Bei der Positiventwicklung bin ich jetzt wesentlich entspannter, da ich nun sicher bin keinen Fehler über einen langen Zeitraum zu begehen, ehe mich ein Fachmann korrigiert.
      Und das digitale Thermometer wird bestellt. @Manfred Anzinger die Greisingers sind aber nicht gerade Schnapper : )

      Beste Grüße
      Eric
    • Bezüglich digitaler Thermometer: Bei Amazon bekommt man für 8 - 12 Euro digitale Thermometer, die wohl auch zum Messen der Innentemperatur von Schweinebraten gedacht sind. Für mich reicht so ein Teil seit Jahren. Man darf es vermutlich nicht komplett ins Wasser tauchen...
      Without deviation from the norm, progress is not possible. -- Frank Zappa
    • Jens Dörsam schrieb:

      Mein letztes Thermometer aus der vorgeschlagenen Kategorie hatte leider nur drei oder vier Messungen lang gehalten...
      Das ist tatsächlich nicht so lange. Wäre aber nach vier Schweinebraten auch genauso ärgerlich gewesen. Wahrscheinlich kann man mit diesem Billig-Elektronik-Zeug immer mal Glück und Pech haben. Das letzte hatte ich nach etwa 5 Jahren entsorgt, weil dort dann die Batterie immer einen Wackelkontakt hatte.
      Ich habe keine vernünftige Alternative gefunden, die ich zu bezahlen bereit gewesen wäre. Und ich habe hier noch ein uraltes Schalenthermometer mit einer Flüssigkeit drin, aber das ist mir zu langsam, um damit zu prüfen, wann etwa 20 Grad warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Da muss ich hier leider schon mehrfach vor und zurück drehen, bis ich die richtige Position gefunden habe.
      Without deviation from the norm, progress is not possible. -- Frank Zappa
    • Der Vollständigkeit halber: Das Thermometer ging vielleicht sogar noch, ich konnte es nur nicht mehr überprüfen, weil der externe Sensor, das Kabel oder die Buchse im Thermometer hinüber waren, das muss mehr oder weniger schon halb defekt aus der Fabrik gekommen sein... Das chinesische Oberflächenthermometer für 30 EUR war dann aber erstaunlich zuverlässig.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Naja, beim Schweinebraten kommt es auf ein paar Grad mehr oder weniger nicht drauf an, ähnlich wie bei der Temperaturregelung von Backöfen.

      Jetzt gibt man sich viel Mühe mit einem Billigthermometer, das sogar auf 0,1°C genau anzeigt, testet immer mit dem selben Thermometer seine Film-Entwicklerkombinationen gewissenhaft ein, und alles ist gut. Sollte es um 1° falsch anzeigen, ist das bisher noch egal. Glas-Thermometer unter 40€ sind auch nicht besser. Man wundert sich höchstens, dass man mit den Entwicklungszeit-Empfehlungen aus Datenblättern niemals zurechtkommt. 1°C Temperaturunterschied macht etwa 10% Unterschied bei der Entwicklungszeit.

      ... und dann ist das Thermometer kaputt, was nach den genannten Erfahrungen vorkommen kann. Also kauft man sich ein neues aus irgendeinem dubiosen Elekronikladen-Wühltisch, das wieder auf 0,1°C genau anzeigt, aber mit einer unbekannten Abweichung des Absolutwerts. Ein PT1000 Temperatursensor kostet sicher mehr als das komplette Billigthermometer. Also mein Vertrauen ist da nicht sehr groß, wobei ich solche Billig-Thermometer noch nie verglichen habe. Vielleicht taugen die sogar? Eine Überlegung ist das bei dem Preis eventuell wert. Ich habe gerade nachgesehen und bin etwas zusammengezuckt, als ich gesehen habe, dass sich der Preis für ein Greisiger GTH175PT in 15 Jahren verdoppelt hat. Auch wenn die Kalibrierung ab Werk im Preis drin ist, ist das schon heftig.

      Wenn ein Billigthermometer überhaupt eine Nullpunkt-Justierung zulässt, kann man Thermometer auch selbst überprüfen. Das Standard-Kalibrierverfahren ist der sogenannte Eispunkt: Eiswürfel in Behälter geben, mit Wasser übergießen, bis die Eiswürfel gerade bedeckt sind. Messfühler eintauchen, gut umrühren und auf der Anzeige sollten dann 00,0 stehen. Die Linearitätsabweichung bis 20°C wird dann hoffentlich nicht so arg groß sein.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Eric Horlitz schrieb:

      Jetzt meine Frage: hat jemand Erfahrung mit Terrarium Heizmatten gesammelt?
      Ja, ich.

      Sagen wir mal so. Meine Wanne für 50x60 Papier mit dem Ding von 12°C, die es im Kanister hat, auf 20 zu bringen, würde meine Geduld überstrapazieren. Für kleinere Formate ginge das eventuell.
      Ich stelle daher am Vortag die Kanister ins Warme und benutze die Heizmatte nur für's Warmhalten, mit zusätzlichem Thermostat. Das funktioniert völlig einfach und zuverlässig.