Kaum noch Reserven zum Fokussieren (und noch ein paar andere Fragen)

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    • Kaum noch Reserven zum Fokussieren (und noch ein paar andere Fragen)

      Hallo,

      ich habe vor kurzem meinen uralten Teufel Vergrößerer gegen einen Dunco Modell II-66 C getauscht. Mit dabei war ein 50mm und ein 75mm Objektiv. Und ich hatte schon ein 80mm. Da ich das ganz gut fand, habe ich das für 6x6 verwendet und das ging auch ganz gut, abgesehen davon, dass ich die Helligkeit am Vergrößerer von 00 auf 60 regeln musste, um bei 24x30 auf gute 9 Sekunden zu kommen.

      Dann wollte ich mal die 35mm-Bühne testen. Habe das 50mm Objektiv angeschnallt und mich erstmal wieder geärgert, dass 35mm gar nicht zum Papier passten. Egal, weiter auf's Ziel zu: soweit in der Höhe justiert, dass die Fläche ausgefüllt war und dann scharf gestellt. Dabei fiel mir auf, dass ich den Balgen relativ weit einfahren musste. Am Ende war dann nicht mehr allzu viel Luft bis er ganz eingefahren wäre. Im Gegensatz zum 80mm.

      Ist das normal? Habe ich da irgendwo einen Fehler. Auch fiel mir unangenehm auf, dass es schon ein ganz schönes Georgel ist, bis man den Kopf in der Höhe und dann die Fokussierung soweit in Einklang bringt, dass dann auch der Bildausschnitt noch der ist, den man eigentlich haben wollte. Auch hier habe ich irgendwie das Gefühl, dass ich mich da dümmer anstelle, als es vielleicht gut ist.

      Am Ende kam ich dann bei dem Kleinbild mit dem 50mm auf Blende 8 auf satte 18 Sekunden. Helligkeit soweit es geht reduziert. Da hätte ich jetzt evtl. wieder auf 30 gehen können... Mein Ziel wäre eigentlich sowohl bei 6x6 als auch bei 35mm irgendwas um die 12-15 Sekunden, dacht ich so. Falls man tatsächlich mal etwas abwedeln will, da ist ja 9 Sekunden evtl. schon etwas sportlich.

      Achso, Randnotiz: Die Gradation war am Farbkopf eine 3 (laut Anleitung von Dunco).

      Ich hoffe mir kann geholfen werden.

      Vielen Dank und viele Grüße,
      Arvid
      Without deviation from the norm, progress is not possible. -- Frank Zappa
    • Gute Nacht Arvid,

      Ich kenne dein Vergrösserer nicht, aber ich kann mir Vorstellen, dass es sich bei dem Vergrösserer so verhält wie bei einigen anderen.
      Es kaan sein dass du fur Kb bzb dem 50 mm Gläslein eine andere Objektivplatine brauchst. bei meinem alten Kaiser konnte man die Platine drehen so dass das 50er näher an die Bildbühne kommt.
      Ich weiss nicht ob Dunco auch noch zu den letzten produzierenden gehort, wenn ja da mal nachdragen.

      gruss Achim
      Das Leben ist wie eine Klobrille
      Man macht viel durch
    • Vielen Dank für die vielen Antworten.
      Ich habe gerade mal die Platine ausgebaut und es sieht so aus, als könnte man sie drehen... Leider steht an der Platine nichts dran, woran man erkennen könnte wofür sie gedacht ist.
      Ich hatte jedenfalls sowohl 80mm als auch 50mm so drin, dass die Platine eher nach unten rausragt, als nach oben hinein.

      Anbei ein bis drei Fotos:

      IMG_20200507_224124_small.jpgIMG_20200507_224145_small.jpgIMG_20200507_224151_small.jpg
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    • Achim Bauer Henriques schrieb:

      Hatte es richtig in erinnerung Dunco gibts noch, und auch Objektivplatinen man braucht dort für die entsprechenden Brennweiten die entsprechende Platine.
      Danke, Achim, ich war auch schon auf der Seite von Dunco und habe inzwischen sowohl über das Kontaktformular als auch über die info@ Email-Adresse versucht dort jemanden zu erreichen. Leider jedoch ohne Erfolg. Der erste Kontaktversuch ist inzwischen 14 Tage her. :(
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    • Andreas Rothaus schrieb:

      Herzlich wilkommen im Grundkurs Physik ;)

      Zu 1: Das ist so, weil 50mm weniger sind als 80mm
      Zu 2: Ich weiß nicht, ob ich Dich genau verstanden habe, aber wenn Du den Kopf nach oben bewegst hast Du natürlich längere Zeiten. Lichtabfall durch Entfernungszunahme.
      :D

      Ja, das ist mir durchaus bewusst, aber ich dachte, dass sich das einigermaßen aufgrund der unterschiedlichen Formate ansatzweise ausgleichen würde.
      Scheinbar nicht.
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    • Vielen Dank. Ich werde dann mal probieren, ob ich bei Dunco jemanden irgendwie telefonisch erreichen kann. E-Mail ist ja auch nicht für alle etwas. ;)

      Kurze Rückfrage: die Zeiten, die ich so bei den Vergrößerungen erreiche sind aber okay? Ich bin etwas irritiert, dass ich schon die Helligkeit komplett runter drehen musste, um in den Bereich zu kommen. Wenn ich jetzt noch kleinere Formate wie Postkarten oder so mache, bin ich ja vermutlich eher im Bereich von 3-4 Sekunden.
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    • Die Platine für 50mm beim Dunco ist nicht versenkt, sondern flach. Ob es die im Bild gezeigte ist, kann ich leider nicht sagen, da mein Dunco seit geraumer Zeit bei einem Freund als Leihgabe steht. Ich kann ihn aber sicher bitten, mal ein Foto zu machen.

      Die Originalplatine für Brennweiten 75/80 mm hat einen Tubus, da bin ich mir sicher. So kann man es auch im Teile/Zubehörprospekt sehen. Wenn du das 80er mit der flachen Platine verwendest, brauchst du tatsächlich relativ mehr Balgenauszug. Grundsätzlich ist es so: je länger die Brennweite, desto größer der Abstand Negativ-Objektiv.


      Eine versenkte oder gekröpfte Platine von Dunco ist mir nicht bekannt. Eine versenkte Platine würde das Verwenden des Diffusions- und Rotfilters verhindern (sitzt im Strahlengang direkt über der Objektivhalterung).

      Dass man mit dem 50er am Dunco je nach Vergrößerungsmaßstab relativ nah am oberen "Anschlag" des Balgenauszugs operiert, ist mir auch noch in Erinnerung. Es hat aber bisher immer gereicht. Wenn einen das stört, kann man es mit einer versenkten Meoptaplatine versuchen, die Abmessungen sind sehr ähnlich IIRC. Es entfällt dann aber die Funktionalität der Filter.
    • Servus Arvid,

      deine Zeiten sind doch gut, klar hängen sie vom Lichtsystem des Geräts ab (ein schwächeres Leuchtmittel sollte es übrigens auch geben, aber wer baut sich das schon ein wegen ein paar Postkarten?), für kleine Formate gibts außerdem noch kleinere Blenden als 8, was optisch in diesem Fall keine Schmälerung bedeutet. Auch die Dichte deiner Negative ist recht einflussreich, fürs klassische Vergrößern dürfen/sollen sie ruhig etwas dichter sein. Und nicht zuletzt kommt es ja auch sehr aufs Papier und dessen Empfindlichkeit an! Probier einmal das Fomatone oder das legendäre Polywarmton, und du bist froh über jedes Quäntchen Licht, das aus dem Vergrößerer kommt.

      Insgesamt: genieß den Komfort eines hellen Strahlbilds auf der Grundplatte, die damit verbundene leichtere Scharfstellmöglichkeit (je größer der Print, desto heikler die Scharfstellung!), und vergeude deine Zeit nicht mit Postkartengrößen. Unsere klassische ("analoge") SW-Fotografie ist für solche Bildchen doch eigentlich zu schade.

      Grüße, Karl
    • Arvid Warnecke schrieb:

      Vielen Dank. Ich werde dann mal probieren, ob ich bei Dunco jemanden irgendwie telefonisch erreichen kann. E-Mail ist ja auch nicht für alle etwas. ;)

      Kurze Rückfrage: die Zeiten, die ich so bei den Vergrößerungen erreiche sind aber okay? Ich bin etwas irritiert, dass ich schon die Helligkeit komplett runter drehen musste, um in den Bereich zu kommen. Wenn ich jetzt noch kleinere Formate wie Postkarten oder so mache, bin ich ja vermutlich eher im Bereich von 3-4 Sekunden.

      Ja, der Dunco ist recht hell. Wenn du ein empfindliches Papier (Fomaspeed?) und vielleicht ein eher dünnes Negativ hast, kann es schon mal zu sehr kurzen Zeiten führen. Du kannst aber nach meiner Einschätzungen bei kleinen Vergrößerungen bedenkenlos noch etwas weiter abblenden, da die durch übermäßiges Abblenden verursachte Beugungsunschärfe da noch nicht so kritisch ist. Wenn alle Stricke reißen, kann man sich mit Neutraldichtefiltern behelfen.

      Sieh es positiv: Bei Großvergrößerungen, dichten Negativen oder langsamen Warmtonpapieren ist man für jedes zusätzliche Photon dankbar.

      In diesem Sinne ist "zu viel Licht" immer besser als "zu wenig Licht" ;)

      EDIT: Karl hat es inzwischen auf den Punkt gebracht!
    • Arvid Warnecke schrieb:

      Kurze Rückfrage: die Zeiten ...
      Ich arbeite mit dem Dunco, aber mit VC-Mischkopf. Mit folgenden Einstellungen erreiche ich bei Deinem Papierformat normalerweise Zeiten im Bereich 10...15s für Multigrade-Papier:
      KB mit 50er Objektiv, Blende 5,6
      6x6 mit 80er Objektiv: Blende 8
      Die Dichteblende steht bei mir immer auf 0. Du kannst natürlich auch mit dem Farbmischkopf zusätzlich Licht wegnehmen. Einfach YMC-Werte um den gleichen Betrag erhöhen, das wirkt wie ein zusätzlicher Graufilter.
      Hast Du denn die vorgesehene 100W-Halogenlampe drin (Osram Xenophot 64627 HLX EFP)?

      Die Dunco-Standard-Platine hat nur eine geringe Kröpfung, für das 50er muss man sie so einsetzen, dass das Objektiv näher am Film ist. Das reicht aus. Ich habe mir für das 80er vor Jahren schon eine andere Platine mit ein paar mm Kröpfung nur nach unten besorgt. Nicht wegen Focus-Problemen, sondern weil der Objektivtubus der 80ers sonst das Einschwenken des Rotfilters behindert hat. Die genaue Bezeichnung steht leider nicht drauf. Ich habe jetzt für beide Objektive eine eigene Platine, damit muss ich bei Formatwechsel nicht schrauben, sondern wechsle das immer als Set. Dabei muss man natürlich ordentlich am Focus schrauben. Das ist unvermeidbar.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/