Haltbarkeit von Entwickler und Fixierer (ID 11, Microphen und Rollei RPN)

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    • Haltbarkeit von Entwickler und Fixierer (ID 11, Microphen und Rollei RPN)

      Hallo,
      ich habe Fragen zur Haltbarkeit von angesetzten Entwicklern und Fixierern. Sowohl bei der Negativentwicklung als auch bei der Papierentwicklung.

      Zuerst zum Negativ:
      ich verwende hier Ilford ID11 oder Ilford Microphen. Den Entwickler setze ich als 1 L Stammlösung an und verwende ihn auch so (bei Verdünnung ist er ja als Einmalentwickler deklariert). Frage: wie oft kann ich den Entwickler verwenden und wie lange ist die angesetzte Lösung haltbar. Bzw. woran kann ich die nachlassende Entwicklerfähigkeit im Vorfeld feststellen? Ich verwende in der Jobo-Dose für 2 KB-Rollen immer knapp 500 ml, welche ich danach zur Stammlösung zurückgebe. Am Ende kommt vor dem Verschließen Protectan-Gas oben drauf.

      Beim Fixierer kann man die Wirkung und die Zeit ja sehr schön mit dem Filmschnipsel prüfen und bestimmen, beim Entwickler dagegen? Also, wenn mir jemand mit Erfahrungswerten helfen könnte.

      zur Papierentwicklung:
      hier verwende ich ROLLEI RPN PRINT NEUTRAL als Entwickler und ROLLEI RXN Fix Neutral als Fixierer. Den Entwickler setze ich 1+9 an und auch hier meine Frage, wie bestimme ich bei Entwickler und Fixierer die Haltbarkeit, bzw wie kann ich bestimmen, ob beide erschöpft ist?


      Ich hoffe, ich habe jetzt keinen totalen Stuss gefragt. Die Resultate meiner Onlinerecherche waren nicht so ergiebig oder aber uneindeutig.

      Beste Grüße
      Eric
    • Hallo Eric,

      nahezu egal, welchen "alten Hasen" du frägst: Fast jeder wird Dir zur Verwendung von 1+1 Einmal-Entwickler raten. Wir hatten das Thema hier erst kürzlich, daher zitiere ich mich für die Begründung hier mal selbst:

      1. bei Mehrfachverwendung der Stammlösung hast du schon nach wenigen Filmen eine Siffbrühe in der Entwicklerflasche, bei der wir auch nicht mehr über Haltbarkeit reden müssen. Daher findet man in den Datenblättern auch keine Angaben dazu.
      2. mit so dubiosen Verlängerungsfaktoren kann niemals ein reproduzierbares Ergebnis erwartet werden. Die Aktivität des Rest-Entwicklers ist nicht nur von der Anzahl der Filme abhängig.

      Die Mehrfachverwendung als Stammansatz und dann mit regelmäßiger und gezielter(!) Regenerierung ist nur üblich bei Tank-Entwicklung in Großlaboren.

      Nimm Verdünnung 1+1 und schau, dass Du damit einen konstanten Entwicklungsprozess hinbekommst. Wenn Dir das zu teuer ist, musst Du anderswo sparen, z.B. mit einem anderen Entwickler. Kodak D-76 ist so gut wie identisch mit ID-11 und deutlich billiger. MIcrophen ist ein Push-Entwickler. Von Pushen halte ich erst mal gar nichts, das ist ein Spezialprozess für Ausnahmefälle. Und wenn Du statt D-76 Kodak Xtol nimmst (oder den Wehner-Entwickler hier aus dem Forum), kannst Du damit ID-11 UND Microphen ganz gut ersetzen. Das hat dann den Riesenvorteil, dass Du Dich auf 1 (einen!) Standardentwickler einarbeiten kannst, der sich mit allen Filmen problemlos verträgt.

      zur Papierchemie: Den Entwickler kannst Du so lange verwenden, bis er langsamer wird und keine satten Schwärzen mehr bringt. Bis dahin ist er pissgelb und durch Verschleppung ins Stopbad auch immer weniger geworden, so dass man ihn meistens schon vorher ersetzt. Ansonsten geben die Datenblätter der Chemie einen Hinweis, welche Kapazität in m² Papierfläche der Hersteller seinem Produkt zutraut. Ich würde nur 2/3 davon ausreizen, dann bist Du auf der sicheren Seite. Die Chemie ist das billigste an diesem Hobby, da zu sparen, bringt nix.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Hallo Eric,
      wenns viele Filme in ca. 2 Jahren sind ist Kodaks HC-110 (1+31 od. 1+63 od. noch höher verdünnt) immer noch der universellste und billigste Einmal-Entwickler, trotz relativ hohem Preis der
      1 Liter-Flasche.
      Früher hielt das zähe Konzentrat (in der eckigen Flasche) beinahe ewig. Vor ca. 1 Jahr hat Kodak die Rezeptur verändert und ist jetzt dünnflüssig (neu: runde Flasche !) und damit besser mess- und dosierbarer.
      Angeblich sollen das Ergebnis und die Entwicklungszeiten absolut identisch sein zwischen neu und alt.
      Kodak gibt die Haltbarkeit des Konzentrats mit 2 Jahre an, vielleicht hält er aber auch länger (wie die alte Version).
      Der HC-110 ist wirklich universell und mit fast jedem Film kompatibel; die Entwicklungsqualität ist mit D-76 / ID-11 vergleichbar. Die Minimalmenge Konzentrat für 1 Film und jede Entwicklung ist 5-6ml. Die 1 Liter-Flasche reicht also für fast 200 Filme.

      Gruss, Rainer
    • Rainer Hubertus schrieb:

      Hallo Eric,
      wenns viele Filme in ca. 2 Jahren sind ist Kodaks HC-110 (1+31 od. 1+63 od. noch höher verdünnt) immer noch der universellste und billigste Einmal-Entwickler, trotz relativ hohem Preis der
      1 Liter-Flasche.
      Früher hielt das zähe Konzentrat (in der eckigen Flasche) beinahe ewig. Vor ca. 1 Jahr hat Kodak die Rezeptur verändert und ist jetzt dünnflüssig (neu: runde Flasche !) und damit besser mess- und dosierbarer.
      Angeblich sollen das Ergebnis und die Entwicklungszeiten absolut identisch sein zwischen neu und alt.
      Kodak gibt die Haltbarkeit des Konzentrats mit 2 Jahre an, vielleicht hält er aber auch länger (wie die alte Version).
      Der HC-110 ist wirklich universell und mit fast jedem Film kompatibel; die Entwicklungsqualität ist mit D-76 / ID-11 vergleichbar. Die Minimalmenge Konzentrat für 1 Film und jede Entwicklung ist 5-6ml. Die 1 Liter-Flasche reicht also für fast 200 Filme.

      Gruss, Rainer
      Ist die neue Version überhaupt in Deutschland erhältlich ?
      Ich sehe immer nur die von Tetenal hergestellten eckigen HC-110 Flaschen.

      Gruß
      Wolfgang
      The Pencil of Nature
      [url]http://www.flickr.com/photos/bundesphotograph/[/url]
    • Hallo Wolfgang,
      das kann ich jetzt nicht beantworten, da ich erstens in der Schweiz bin und zweitens meine alte HC-110 Flasche noch nicht leer ist.
      Meistens ist es aber so, dass die Versandhändler die Bilder nicht erneuern wenn das Produkt eigentlich das gleiche geblieben ist. Aus Händler-Perspektive ist ja die Rezepturänderung meistens gar nicht bekannt und es hat sich "nur" die Verpackung geändert.

      Gruss, Rainer
    • Rainer Hubertus schrieb:



      Früher hielt das zähe Konzentrat (in der eckigen Flasche) beinahe ewig. Vor ca. 1 Jahr hat Kodak die Rezeptur verändert und ist jetzt dünnflüssig (neu: runde Flasche !) und damit besser mess- und dosierbarer.
      Das „neue“ HC110 gibt es auch in eckigen Flaschen, habe bei mir eine stehen.
      Letzte Woche geliefert bekommen.
      _____________________________________________________________________
      Gruß,
      Waldemar Ehrlich
    • Eric Horlitz schrieb:

      Zuerst zum Negativ:
      ich verwende hier Ilford ID11 oder Ilford Microphen. Den Entwickler setze ich als 1 L Stammlösung an und verwende ihn auch so (bei Verdünnung ist er ja als Einmalentwickler deklariert). Frage: wie oft kann ich den Entwickler verwenden und wie lange ist die angesetzte Lösung haltbar. Bzw. woran kann ich die nachlassende Entwicklerfähigkeit im Vorfeld feststellen? Ich verwende in der Jobo-Dose für 2 KB-Rollen immer knapp 500 ml, welche ich danach zur Stammlösung zurückgebe. Am Ende kommt vor dem Verschließen Protectan-Gas oben drauf.
      Hi Eric,
      ich benutze Microphen in der von dir beschriebenen Weise seit ca. 7 Jahren, bei etwa 150 Filmen jährlich.
      Die von Ilford veröffentlichten Verlängerungsfaktoren sind plausibel und ich halte mich auch ohne Probleme an diese.
      Den Liter Stammlösung verwende ich entweder für 10 Filme oder 2 Monate, je nachdem was eher eintritt.
      Ich komm gut damit klar, im Unterschied zur 1+1 Verdünning bekommt man 4 Filme mehr mit einer Packung entwickelt.
      Grüße, -w
    • Die ursprüglich gestellten Fragen sind sehr wichtig für die Selbstverarbeitung. Antworten erhält man in der Regel in den entsprechenden Datenblättern. Als Beispiel habe ich mal das letzte Ilford Datenblatt in deutsch beigefügt; siehe auch hier:
      https://www.blende7.at/datenblaetter/ilford/filmverarb_DE.pdf
      Dort werden alle Fragen zu ID11 und Microphen erschöpfend behandelt.
      Zum Positivprozess findet man Angaben hier: blende7.at/datenblaetter/ilford/handbuch.pdf
      Für den Positivprozess kann man weiterführende Infos hier finden: https://www.fotografie-in-schwarz-weiss.de/sw-fotografie/tipps-tricks/29-prozesskontrolle.html
      Wünsche viel Erfolg.
      Beste Grüße,
      Otto!
      Dateien
    • Hallo,
      noch einmal vielen Dank für euren Input.
      Das hat ja jetzt für mich jetzt mal einiges geklärt.

      Ich habe jetzt zwar noch eine abschliessende Frage zu den verschiedenen genannten Entwicklertypen für die Negativentwicklung, die werde ich aber besser als neue Frage hier stellen.

      Euch allen ein schönes langen Wochenende
      Eric