Anwendung eines Spot Belichtungsmessers - Anwenderfrage

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    • Anwendung eines Spot Belichtungsmessers - Anwenderfrage

      Hallo,

      ich wollte mal kurz fragen, ob meine Überlegung in einem Fall der Anwendung eines Spot Belichtungsmessers nämlich der Porträtfotografie, richtig ist ?

      Also ich messe in einer bestimmen Lichtsituation dem Spot Belichtungsmesser auf eine Graukarte und erhalte einen Lichtwert A.

      Dann messe unter den gleichen Lichtverhältnissen den Lichtwert nicht mit der Graukarte sondern z.b. auf das Gesicht einer Person und erhalte den Lichtwert B.

      Beide Messungen im Modus "Objektmessung".

      Die Differenz aus Lichtwert A und B bleibt immer gleich. In weiterer Folge brauche ich dann die Graukarte nicht mehr, ich messe immer auf die Person mit dem Spotbelichtungsmesser, korrigiere den ermittelten Lichtwert um die Differenz zur anfänglichen Belichtung mit der Graukarte und erhalte somit die richtige Belichtung.

      Ich glaube in der Fachsprache nennt man das Referenzmessung.

      Ist diese meine Überlegung richtig ?

      Ich frage deshalb, weil mit der Graukarte immer herumzulaufen und zu messen, ist zwar möglich, aber nicht sehr komfortabel. Wenn ich die Messung an einem Objekt vornehmen kann, welches zugleich auch das Motiv ist wäre das natürlich ziemlich praktisch.

      Es gibt manche tolle Porträts in zum Teil schwierigen Lichtsituationen (z.b. Gegenlicht).

      Wäre super, wenn jemand diesbezüglich Erfahrung hat und dies mitteilen könnte.

      Danke. Toni.
    • Hallo Toni,

      das Vertrauen in eine Graukarte ist ein nicht ausrottbarer Unfug!
      Sie ergibt nur dann eine optimale Belichtung, wenn bei 5 Blendenstufen Motivkontrast der Mittelwert eben diesen ominösen 18% entspricht - und NUR dann. Weil nun mal nicht alle Motive 5 Blendenstufen Kontrastumfang haben, ist die Graukarte schlichtweg wertlos. Ein Spotbelichtungsmesser hat nur den einen Zweck: Ausmessung des Kontrastumfangs. Das ist immer das non-plus-ultra, alles andere sind Notbehelfe. Wenn man den Kontrastumfang kennt, kann man sich entscheiden, ob die Schatten oder die Lichter wichtiger sind - oder bei Großformat, ob man den Film z.B. auf N-1 oder N+1 entwickelt. Die Toleranz des Schwarzweiß-Prozesses hilft uns glücklichererweise dabei, auch mit Notbehelfen wie Graukarte, Lichtmessung oder gar Intregralmessung meistens ordentliche Negative zu bekommen.

      Weil dieses Forum keine brauchbare Suchfunktion hat, weise ich hier mal wieder auf meine Anmerkungen zur Graukarte hin. Auch Dein Spotbelichtungsmesser ist wie alle anderen Belichtungsmesser höchstwahrscheinlich nicht auf 18% Reflexion kalibriert.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Ich hab das oben verlinkte nur mal kurz quergelesen, aber prinzipiell:
      wenn Du weißt, das Deine Entwicklung für Film/Entwicklerkombi bei der Graukarte stimmt, wie misst Du dann das Gesicht an? Ist es gleichmäßig beleuchtet? Wenn Du das soweit hast, also z.B. Graukarte LW10, Gesicht linke Backe im Licht LW 11, paßt. Dann fotografierst Du eine rothaarige Irin mit Sommertein, einen Italiener und eine Frau aus Nigeria. Wenn Du das alles über einen Kamm scherst wirst Du merken, dass der Beli mit seiner Gleichmacherei echt doof ist und Menschen Individuen sind. Du kannst messen, dass Dein Film alle Grauwerte abbilden kann, wo sie landen kannst Du bestimmen. Sogenannte Zonenaufkleber helfen da ungemein.
    • Hi,

      mit einem Spot - Beli kann man schön sehen ob man seine fünf Blendenstufen Kontrastumfang im Motiv unterbekommt und wo die Belichtung liegt. Mir hat am Anfang sehr geholfen einen einfachen Kodak Graukeil mit seinen Abstufungen mitzunehmen. Wenn dann der Belichtungsmesser auch noch seine Messungen abspeichern kann und grafisch anzeigt, dann ist es in Verbindung mit dem Graukeil sehr leicht die optimale Belichtung präzise festzulegen. Für den Anfang reicht aber auch der Tip: niemals die Spitzlichter messen und die Haut hiesiger Leute ist 2/3 Blenden heller als Neutralgrau. So habe ich immer bei Filmaufnahmen gearbeitet. Einfach die normal beleuchteten Hauttöne der Darsteller angemessen und gegenüber dem angezeigten Wert die Blende um 2/3 Stufen weiter öffnen. Passt praktisch immer.

      Gruß Stefan
    • Gäbe es denn ein konkretes, praktisches Problem, welches darob einer Lösung harrt? Vielleicht gereichte ja auch der Einsatz eines stinknormalen Belichtungsmessers hin.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Sorry, gemeint war: Das klingt ja vielleicht nach einem Messproblem im Zusammenhang mit Beleuchtung, das man auch anders lösen könnte.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Ein Spotbelichtungsmesser ist in der Portätfotografie nicht unbedingt das ideale Werkzeug. Man bekommt allerdings brauchbare Ergebnisse, wenn das Gesicht recht gleichmäßig ausgeleuchtet ist oder der Messkreis große Teile des Gesichts umfasst. Bei einem weißen Mitteleuropäere liegt das Gesicht typischerweise auf Zone 6 oder gar 6,5. D.h. das Gesicht wird angemessen und die angezeigte Blende wird um eine bis 1,5 Stufen geöffnet und dann wird belichtet.

      Seine Stärken zeigt der Spotbelichtungsmesser bei Landschafts- oder Architekturaufnahmen.

      Viel Erfolg und beste Grüße,
      Otto!
    • Mh, ich sehe das zumindest teilweise wiederum anders als andere :)

      Man kann einen Spotbeli sehr gut für Portrait verwenden, ebenso auch eine Graukarte, beides gleichzeitig würde aber nur mit Erfahrung empfehlen. Das mit einem mittleren Referenzwert würde ich allerdings machen.

      Gemessen wird ja bei der Graukarte die, bzw deren Reflektion. Mit einem Spot erfasst man nur einen sehr kleinen Teil und ist das AufnahmeLicht hart und/oder unregelmässig verteilt (also nicht gleichmässig/diffus) kriegt man schnell eine Fehlmessung.
      Darum sollte man eine Graukarte nicht aus nächster Nähe messen und wenn, dann mit entsprechender Kalotte, welche aber die wenigsten Handbelis haben. Auch der Winkel der Karte kann evlt das Messergebnis beeinflussen.
      Zwar simuliert eine Graukarte ja die Lichtmessung, doch der Umgang damit kann je nachdem heikel sein.

      Da würde ich in diesem Fall viel eher gleich ausschliesslich mit dem Spot messen und den Wert korrigieren.
      Und in die Korrektur auch ggf noch die Eigenschaften des Films miteinbeziehen.
      Aber es ist schon so, wie Manche meinten : mit einem Spot sollte man präzise arbeiten, was ohne Übung bei Portrait ziemlich Konzentration verlangt.
    • Danke allen.

      Was mich noch interessiert: wenn ich den Kontrastumfang einen Motives messe, dann bekomme ich ja offensichtlich auch falsche Ergebnisse, wenn ich z.b. einen weissen Gegenstand in der Sonne und einen schwarzen Gegenstand im Schatten mit dem Spotmeter anmesse.
      Müsste ich nicht bei der Messung des Kontrastumfanges bei jedem Messpunkt einen Gegenstand mit einem mittleren Grau anmessen ?

      Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt
    • @Toni.Leitner :
      Nein.
      Und sehe gerade, dass ich das in meinem vorherigen Beitrag falsch schrieb, hätte heissen sollen "Würde ich nicht machen".
      Das gilt auch für diese Frage.

      Bei einer Kontrastmessung muss man nicht noch bei jeder Messung einen Wert mitteln. Da misst man eine jede Stelle, so wie sie ist. Das ermitteln erfolgt erst darauf.
      Und auch da ohne einen "gemitteten" Wert per Graukarte usw.

      Kontraste können derart hoch sein (von sehr hell beleuchtete Stelle eines hell reflektierenden Objekts' bis zum im tiefen Schatten liegenden, stark absorbierenden Objekts') dass sie messtechnisch nicht aussagekräftig sind. Auch hier gilt es (wie bereits von jemandem angesprochen) die Kontrastfähigkeit des Materials (Film oder Abzug) miteinbeziehen. Wenigstens einigermassen.
      Es braucht also etwas Erfahrung, bis man versiert Kontrastmessung machen kann.
      Eine Grundregel lautet : es sollen nur Partien/Stellen gemessen werden, die im Bild (noch) Zeichnung haben sollen.