Lith-Print und Foma Retrobrom.....

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    • Hallo Thomas,

      ich verwende kein Easylith sondern den normalen Lith-Entwickler von Moersch.
      Ein guter Startwert ist dabei A=50, B=50, D=20, Wasser=1000ml.

      Bei Easylith würde ich mit A=50 und B=50 und 1000ml Wasser starten.
      Kein zusätzliches D hinzufügen.

      Wichtig ist zwischen 3,5 und 4 Blenden überbelichten. Das sollte dann
      eine Entwicklungszeit von ca. 10-12 Minuten ergeben.

      Nachfolgend ein Beispiel, mit dem Handy abfotografiert.

      Viele Grüße

      Ulrich
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    • Ein guter Startpunkt bei allen Papieren, wenn man keine Vorgabe hat, ist aus meiner Sicht
      immer A50,B50,W1000. Wenn es zu schnell wird oder der Rand nicht weiß bleibt etwas
      D. Also 10, 20, 30 usw. und nicht mit 50 starten.
      Bei Easylith sehr sparsam mit zusätzlichen D.

      Immer mindestens 3 Blenden überbelichten. Dann sieht man relativ schnell wo man steht.
      Alles über 12 Minuten mehr Licht oder mehr Entwickler. Man kann natürlich auch 20 oder 25
      Minuten entwickeln, aber dann wird jeder neue Versuch zur Qual.

      Wichtig immer die Schale bewegen. Lith ist keine Standentwicklung.


      Gruß

      Ulrich
    • Der obere dunkle Teil und der vile größere hele Teil weist zuerst einmal darauf hin, dass du nicht genügend bewegt hast. Infektiöse Entwicklung (also Lith) reagiert sehr empfindlich auf fehlende oder geringe Agitation. Egal, wie lang die Entwicklungszeit auch sein möge: Es lohnt sich, die Schale kontinuierlich zu kippen. Und nicht vergessen, auch öfters "quer" zu kippen".

      Solche hellen Flecken können auch einfach durch geringe Agitation zustande kommen. Es kann aber auch ein Hinweis auf ungeeignetes Papier sein. Ich kenne das Retrobrom nicht, aber ähnliche Effekte bekomme ich mit Adox MCP: Und das, obwohl es dieselbe Emulsion sein soll wie das alte Agfa, was sehr gut lithet.

      Aus meiner Sicht hat es bei dieser Diagnose keinen Sinn, nach einer anderen Rezeptur zu suchen. Der Fehler ist nicht durch die Zusammensetzung des Entwicklers zu erklären. Easy Lith heißt nicht nur so, er ist auch easy - relativ. Das Verfahren insgesamt ist anspruchsvoller als normale Entwicklung.

      Im Herbst gebe ich in Paderborn einen Lith Workshop.
    • Vielen Dank für die zahlreichen Hinweise!

      Es ist nicht so, daß ich Anfänger wäre, daß man Fotopapier während der Entwicklung (auch beim Lith Prozeß) kontinuierlich bewegen muß ist mir seit etwa 40 Jahren bekannt. Auch habe ich bereits Lith Workshops besucht und beschäftige mich mit dem Thema seit ungefähr zehn Jahren. (Das Foto hat eine ungleichmäßige hell-dunkel Verteilung.)

      Ich habe nachgefragt, und zwar beim Meister: Tim Rudman.
      Es handelt sich um einen selten auftretenden Emulsionsfehler, sogenannte "Snowballs", der nur einzelne Chargen betrifft. Ausgerechnet eine solche Packung habe ich wohl erwischt.
      Ich habe Foma kontaktiert und warte auf Antwort.

      Gruß,
      Thomas
    • Das war ja auch eine meiner Vermutungen - ungeeignetes Papier.

      Ich habe bisher nur das Foma warmton gefunden, was sicher lithet. Ich habe ganz ähnliche effekte mit dem Adox MCP von Mirko, allerdings sind die Schneebälle viel kleiner, vielleicht 5 mm groß. Für manche Motive könnte man das sogar als künstlerischen Effekt einsetzen, aber meine Sache ist das nicht.
      Mirko sagt, dass diese Papier dem alten Agfa nachempfunden wäre. Ich habe noch altes Agfa, und soweit man das im Vergleich mit einem überlagerten Papier sagen kann, stimmt das. Aber Agfa lithet sehr gut, und Adox zeigt diese chaotisch-infektiöse Entwicklung.

      Auf deutsch: Das Lith-Verfahren ist außerordentlich empfindlich auf Verädnerungen der Prozeßparameter, und auf Veränderungen des Papier sowieso.

      ~

      Ich habe gemeinsam mit Klaus Wehner einen eigenen Lith-Entwickler entworfen. Wenn du mir zwei Blatt 13x18 und ein paar Schnipsel schickst, dann probiere ich das und du bekommst eine Postkarte zurück. Der Vorteil dieses Entwickler ist, das wir wissen, was drinnen ist und genauere Aussagen über die Reaktionskinetik machen können. Die Naturgesetze könenn wir freilich auch nicht verändern.
    • Lieber Thomas,

      dein Brief ist heute wohlbehalten hier angekommen. Ich war gleich im Labor und habe gleich experimentiert.

      Das Papier harmoniert nicht gut mit dem Wehner-Lith-Entwickler. Es ergibt sich ein sehr warmtoniges, deutlich gefärbtes Bild, aber ohne die auslaufenden Schwärzen oder die Körnigkeit. Dabei gibt es keine Schneeball-Effekte. Das Bild kann damit gut als Vergleichsbild ohne diesen Effekt dienen (erstes Bild).

      Das zweite Bild habe ich mit Moersch easy Lith gemacht. Man muss etwas Geduld haben, aber es lithet sehr gut. Das Bild ist noch nicht trocken, das dauert bei Baryt immer etwas, und bei der aufgeweichten Lith-Oberfläche noch länger. Es ist ein Telefonfoto, was die wirklichen Qualitäten nicht wiedergibt und auch die Farben stark verfälscht. Bevor ich die Karte losschicke, stelle ich das noch einmal ein.

      Es gibt nur wenige kleine Schneebälle. Ich habe den Eindruck, als ob es einen Effekt gibt, der dem Auslaufen der Schatten entspricht, aber eben in den Lichtern auftritt. Damit dem Verfahren nicht völlig unangemessen und auch nicht stark aufdringlich. Aber das ist Geschmackssache und das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen.

      Im dritten Bilde habe ich umkringelt, was ich an Schneebällen gefunden habe.
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    • Ich habe gerade die Karte in die Post gegeben, da steht es drauf: Gegenüber normalen S/W-Entwickler habe ich doppelt überbelichtet, und dann in easylith 12mL+12mL auf den Liter entwickelt. Das dauert recht lange, de Bildspurzeit war 20 Minuten. Aber ich bin da geduldig und habe inzwischen ein Radio in der Duka.
    • Meinst Du vielleicht das Problem (s. Bild)?

      Wenn ja, habe ich das auf dem Bild in deinem ersten Beitrag nicht richtig erkannt. Sieht
      abfotografiert auch sehr viel heller aus.

      Das Problem tritt bei zu langen Zeiten im Entwickler auf. Beim Retrobrom scheint die Schwelle
      bei ca. 14-15 Minuten zu liegen. Dementsprechend sollte man mit den Entwicklungszeiten
      darunter liegen. Das gleiche Verhalten zeigt auch das Fomatone, nur sehr viel früher.
      Wenn ich mich richtig erinnere bei ca. 8 Minuten.

      Also mehr Licht und/oder mehr Entwickler.
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