Verschlussreinigung Canon T90 und Canon EOS (verklebte Verschlusslamellen)

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    • Verschlussreinigung Canon T90 und Canon EOS (verklebte Verschlusslamellen)

      Bekanntlich leidet die T90 als auch die EOS-Modelle bis in die frühen 90er unter der "schwarzen Pampe" eines sich auflösenden Verschlußdämpferschaumgummis. Es ist das selbe Zeug, wie bei den sich auflösenden Lichtdichtungen.
      Man findet nun im Internet den Ratschlag, dies mit getränkten Pappstreifen zu reingen.

      Und was soll ich sagen - es funktioniert!

      Ich habe hier an einem Vormittag 3 Canon EOS 100QD, 1 Canon EOS 10QD und eine 1 Canon T90 so behandelt.
      Am schlimmsten war die T90, da war anfänglich richtig deutlich schwarze Pampe an der Pappe. Dafür merkt man auch bei der T90 als erstes, wenn nix mehr großartig kommt, da der Verschlussboden glatt und recht unverbaut ist.

      Was braucht man:

      - Spiritus
      - unbeschichtete Pappe. Nicht zu dick! - sie muß einfach und ohne Gefummle in den Verschlußschlitz passen. Die Pappe muß aber stabil genug sein, damit sie nicht gleich knickt oder zerfasert beim hin- und herschieben..

      Kamera auf M und dann Bulb . Bei 10QD und T90 dabei Akku raus, dann bleibt der Verschluss offen. Bei der 10QD noch Verriegelung der Rückwand mit Schraubenzieher einrasten und damit simulieren daß die Rückwand zu ist.

      Am besten ist, man schneidet sich Pappstreifen irgendwas um 8mm Breite. Dann schneidet man den Streifen schräg an, tunkt ihn in Spiritus und geht mit der spitzen Ecke vor allem in den Bereich rechts unten und Ecke (von hinten gesehen) und angelt nach oben.
      Rechts unten scheint bei Canon nichts an Zeugs zu sein. Auch zwischendurch mal mit trockener Pappe durchgehen.
      Man hat mehrere Schlitze zu bearbeiten, in denen die beiden Verschlußvorhänge laufen.

      Dann die verbrauchte Ecke wieder ein Stück weiter schräg abschneiden usw. usw.. Wenn kaum noch was dran ist, hat man mindestens 20-30cm Pappstreifen verbraucht.
      Ganz sauber wird man sie nie rausholen. Man merkt aber, wenn nur noch wenig Schwarzfärbung dran ist. Dann kann man aufhören. Wichtig ist ja, das keine akut klebrige Pampe mehr da ist.

      Die Lamellen "von hinten" kann man mit getunktem Pappstreifen reinigen, indem man sie zwischen die Lamellen schiebt. Oder mit Mikrofasertuch. Dazu die Lamellen vorsichtig anheben. Das Ganze dann mit ruhiger Hand, denn Verschlußlamellen sind bekanntlich empfindlich. All zuviel wird man da aber nicht vorfinden. Das meiste Zeug ist auf dem hinteren, nach unten gehenden Verschlußvorhang und von außen gut zugänglich.,

      Im Spiegelschacht kann man auch nochmal die Lamellen kontrollieren, da war aber hier nichts, weil dieser Verschlußvorhang ja immer nach oben geht.

      Man sollte die Kameras bei halb geöffneter Rückwand eine Weile rumstehen lassen, damit alles gut trocknet.
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    • Meine EOS 50 hatte auch das Problem, bei Kameras dieser Art eigentlich ein wirtschaftlicher Totalschaden. Ein Ersatzkauf ist auch nicht zielführend, weil der das gleiche Problem hat oder bald haben wird. Die von Dir angewandte Methode kenne ich, aber das Risiko, mit viel Zeitaufwand den Verschluss total zu vermurksen, war mir zu groß. Mein Lieblings-Kameraschrauber (Gerard Wiener) hat schließlich für diese Reparatur 35€ genommen. Wenn man Erfahrung hat und weiß, wie man da rankommt, scheint das keine große Aktion zu sein.

      Gruß, Manfred
      Allerlei technische Tipps zur SW-Fotografie unter: http://www.anzinger-online.de/Foto/
    • Eigentlich nicht. Die Pappe und der Spiritus kosten um Größenordnungen weniger, als eine definitiv reparierte Kamera.

      Die Komplettzerlegung der Kameras ist nämlich immer ein ordentlicher Aufwand. Siehe u.a. meine Minolta 9000-Reparaturen.
      Dort musste das aber sowieso immer sein, weil die Kontaktlagen der Folienleiterplatten gereinigt werden müssen.
      Bei der Canon EOS 10QD ist viel gelötet, das Problem besteht dort also nicht. Bei der T90 ist mir das Kontaktproblem auch nicht bekannt.
      Die Bilder anbei zeigen das bei der Canon EOS 10QD von innen.*

      Also war mir der Aufwand der Komplettzerlegung zu hoch, um am Ende auch nur das gleiche Ergebnis zu bekommen.

      Ich denke nicht, daß der Klebeschmier-Fehler wieder auftreten wird, das Zeug ist jetzt raus.

      Versucht es, so leicht "vermurkst" man den Verschluß nun auch nicht.


      *An der EOS 10QD war ich dran, weil ich gehofft hatte, an die LED-Leiste im Sucher zu kommen, um sie zu reinigen.
      Fehlanzeige! Die ist schon ab Werk fest mit dem Spiegelkasten justiert und mit diesem verklebt und auch gar nicht als separates Ersatzeil aufgeführt.
      Da ist kein rankommen.
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    • Korrektur: An die Leiste kommt man doch ran. Allerdings mit ziemlicher Totalzerlegung.
      Unglaublich wie wenig Kleinteile und Schrauben dabei verbaut wurden. Und keine einzige sonst nervende Feder! (Außer eine Simple an der Rückwandverriegelung und eine am Bajonett)!
      Das muß Ober-Ansage bei m Entwurf damals gewesen sein.

      Kehrseite: Lötmarathon! Da hier keine Folienleiterbahnkontakte aufeinadergelegt, sondern fest verlötet wurden.Auch nicht wenige Drähte sind zu löten. Gerade an von der Kameraoberseite her.
      Und man muß einiges Ablöten um den Spiegelkasten rauszubekommen!
      Das geht dann allerdings leicht mit 4 Schrauben und so auch wieder zu montieren.

      Als Nebeneffekt liegt nur der Verschluß frei auf dem Tisch. Der ist aber sauber. Man kann die Vorhänge am Magnet nun sehr gut einzeln auslösen und damit Vor- und Rückseite der Verschlußlamellen nun gut begutachten.
      Es besteht keine Notwendigkeit da weiter ranzugehen. Die Pappstreifenmethode funktioniert also sehr gut.
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    • Doch.
      "Da sickert" nichts mehr nach, weil alles raus ist, wenn man es gründlich macht.
      Der Verschluß hat außen einen für die Wandungen rechtwinklig abgewinkelten Rahmen, der die Gesamtdicke des Verschlusses darstellt. So um die 3..4 mm - habs nicht gemessen, wozu auch.
      In diesen Rahmen ist unten der ehemalige Schaumstoff-jetzt Schmier eingebracht.
      Das ist ein Streifen von der Dicke des Rahmens und der Länge damals so max. vielleicht 5-10 mm. Vermutlich sogar weniger. Jetzt kann man das ja nicht mehr feststellen, da er seine Form verloren hat.
      Das ist ähnlich wie bei der Minolta 9000. Dort hatte ich den Verschluß deswegen sogar komplett zerlegt. Siehe den Beitrag dazu.
      Man kann ihn auch ausbauen und den ihn in Aceton einweichen, das lösten Schmier auch. Hatte ich auch aufgezeigt.

      Das alles ist bei der Canon aber ein unverhältnismäßig hoher Aufwand, der im Ergebnis auch nichts besseres ergibt.
      Bei der Minolta ist der Zerlegeaufwand wegen weniger Lötungen nicht ganz so hoch und man muß eh ran, wegen der Folienkontakte.

      Also:Entfernt man diese geringe Menge Schmier, ist Ruhe. Für immer.

      Meine Empfehlung: Jahrelang rumgelegene Kameras sofort behandeln. Nicht viel auslösen um den Schmier nicht zu sehr an den Wandungen zu verteilen. Aber auch dann bekommt man es noch gut raus.

      Zur Frage der Gesamtfunktion:
      Beider Minolta 9000 habe ich mal eine Dämpfer aus geeignetem Material spaßhalber wieder montiert. Man könnte sich einbilden, daß der Verschlußablauf ist etwas leiser ist.
      Ohne Dämpfer geht die untere Lamelle der hinteren Lamellen an einer Stelle dort nur wenige Zehntel mm weiter nach unten. Das hat aber für den Gesamtablauf keine Bedeutung, da alle Lamellen als Scharnier jeweils einzeln aufgehängt sind und der Verschlußablauf insgesamt somit vollständig definiert bleibt.
      Es kann auch gar keine Wirkung dahin gehend haben, denn schon im Neuzustand ist der Dämpfer kein maßvorgebens Bauteil, da eben aus Schaumstoff und somit unterschiedlich nachgebend, je nach Werkstoff, Temperatur und Alterung.
      Das erklärt auch, warum man mit der viel beachteten T90 und betroffener EOS-Modelle, trotz sich seit Jahren auflösendem Dämpfer nach wie vor perfekt belichtete Bilder hinbekommt, solange der Verschluß überhaupt noch vernünftig läuft.
      Ich behaupte, daß schon 8-10 Jahre nach Ende der T90- und EOS Produktion, der Dämpfer schon arg demoliert gewesen sein muß, was aber damals noch niemand bemerkte.

      Im Übrigen kann man ja auch bei zusammengebauter Kamera sich einen Dämpfer auch wieder neu einbringen, wenn man meint, daß das man das muß. Die Frage wäre dann, wie Dick darf der bei der Canon dann maximal sein.
      Ich würde es konservativ mit 1mm versuchen.
    • Ich habe meine EOS RT und eine andere vor zehn Jahren wegen Klebekram auf dem Verschluß
      zu Herrn Bruer geschickt. Verschlussaustausch und neuer Spiegeldämpfer haben inklusive
      Funktionsüberprüfung 35,- Euro gekostet.

      Er sagte damals daß man nie vorher sagen könne ob es reicht den Verschluß zu reinigen
      oder ob nur Austausch hilft. Entsprechend sah das Bild bei meinen anderen EOS aus.
      Von Kleberesten die man sieht, die aber nie störten bis zum Totalausfall des Verschlusses
      war da alles vertreten.
      In Wirklichkeit passiert die ganze Zeit gar nichts - Jim Rakete 2007

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    • Natürlich wird er das sagen müssen, denn er kann die Qualität der Arbeit, die irgend Jemand da erledigt ja nicht beurteilen. Also reagiert er wie alle Handwerker bei sowas immer antworten.

      Klebereste: wenn man die noch sieht, hat niemand was je richtig gereinigt.
      Totalausfall: Der kann auch andere Ursachen haben, nämlich z.B. die Elektromagnten dort. Ist aber sehr selten.

      Außerdem: Neue Ersatzverschlüsse wird man kaum bekommen.Wenn man eh zerlegen lässt, kann man auch den Verschluß direkt reinigen lassen.
      Das alles ist aber sehr teuer.
      Also, was hat man zu verlieren, wenn man sich das halbwegs zutraut?
    • Natürlich nichts.

      Mir fällt gerade auf daß die EOS RT die erste war die bei mir mit verklebtem Verschluß Bildausfälle
      produzierte. Nun hat die aber gar keinen Spiegeldämpfer. Es muß also noch was anderes im Spiegelkasten
      sein was mit der Zeit klebt. So kam ich übrigens auf "von oben" denn das war seinerzeit die Auskunft
      der Werkstatt.

      Ob der Kamerareparateur nun einen vohandenen neuen oder einen gereinigten gebrauchten
      Verschluss einbaut ist mir als Anwender Wurst wenns funktioniert.
      In Wirklichkeit passiert die ganze Zeit gar nichts - Jim Rakete 2007

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