Ilford Multigrade Art 300 - Vow!

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    • Ilford Multigrade Art 300 - Vow!

      Liebe, analogen Photo-Freunde;

      da war ich schon im "Labor" voll staunender Freude: Ilford Mulitgrade Art 300! Das teure Papier, das wirklich Papier ist! -

      Kurz vor dem dritten "Brexit"-Termin hatte ich mich aus schlimmer Befürchtung der zu erwartenden, höchstwahrscheinlich drastischen "Brexit-Verteuerung" noch zwei "Päckchen" Papier aus England, vom Mount Pleasant in London, bestellt: Ilford Multigrade Art 300, einmal als 12x16" Packung mit 30 Blatt - und - ganz nobel, die entsprechende, große 48"x70ft. Rolle.

      Aus dem Valtellina brachte ich 30 Planfilme im Format 5x7" mit, die ich nun auf 16 Blätter, 12x16" / 30x40cm, in Bromophen vergrößerte. - Vow!! -

      Das Art 300 Papier lässt sich mindestens so gut verarbeiten, wie das wunderbare Ilford MG Warmtone Baryt Papier; es scheint lediglich eine etwas kürzere "Spurzeit" zu haben; bezüglich des Kontrastverlaufs und der Graustufen bereitet es wahre Freude! - Und nicht nur das!

      Nach dem Lufttrocknen wirken die Vergrößerungen wie echte, handgeschöpfte Bilder, die den Aufnahmen etwas ÜBerzeitliches, völlig Zeitloses verleihen; in Gedanken war ich dabei oft in der damaligen Werkstatt von Gutenberg und seinen legendären Zeitgenossen, das muss ich Euch wirklich sagen! - Ein sagenhaftes Papier!! - Ich denke, das lässt sich nicht nur sehr gut tonen, sondern auch moderat und angepasst colorieren.


      Gerne würde ich erfahren, ob und welche erfahrungen Ihr damit habt - und welche Aufnahmen Ihr damit vergrößert habt?!


      Für heute

      Euer
      Jan-Peter
    • Lässt sich das irgendwie mit einem Foto zeigen, Jan-Peter?

      Kannst du das vergleichen mit einem anderen Papier, wo das nicht so wirkt?

      Ich kann mir das jetzt nicht so recht vorstellen und würde deine Begeisterung gern teilen... Vielleicht hast du denselben Abzug auf diesem und einem anderen Papier, so dass man den Unterschied sieht.

      Grüße
      Rolf
    • Ich habe mal eine Zeit einen Postkartenaustausch bei APUG (jetzt phototrio) mitgemacht und habe einige Karten auf diesem Papier erhalten. Es ist an der Oberfläche stark strukturiert, so in etwa wie Büttenpapier für Schmuckzwecke (Einaldungen, Urkunden usw), nicht unähnlich von Rauhfasertapete, natürlich nicht so grob und ganz glatt.

      Das ist wirklich was besonderes. Für Ausstellungsbilder hinter Glas lohnt sich das nicht - eher für etwas, was man in die Hand nimmt. Postkarten sind eine gute Anwendung.
    • Danke, Uwe,

      für Deine ganz treffende Ergänzung und den Hinweis auf Bütten-Papier! - Rolf; da müsste ich erst einmal zwei kleinere Bilder entwickeln - und Dir im Optimal-Fall direkt qua gelber Post zusenden; digital wird das nicht wirklich funktionieren.

      Wenn Du das ebenso schöne, wie mutige Papier von Foma, das Baryt Nature 532 - und eventuell auch das Nature 542 - chamois - kennen soltest, dann liegt das Ilford Art 300 in der Nähe zum Foma Nature 532.

      Leider haben sie das dort bei Foma wegen der Schließung des Zulieferers der Baryt-Grundlage, die diese beiden Oberflächen so sagenhaft ausmacht, eingestellt / beendet. Nach einem Telefonat vom vergangenen Frühjahr, dem Chemie-Leiter, Herrn Stryzc (oder sehr ähnlich), wollte Foma in deren Nähe einen anderen Zulieferer für diese Baryt-Grundlage suchen und bis zum Herbst ein vergleichbares Papier auflegen; offensichtlich hatte das aber bis jetzt nicht geklappt; schade!


      Jan-Peter
    • Ich mag das Papier auch sehr. Das einzige, was mich etwas stört ist die Trägerfarbe, die doch etwas dunkler/gelblicher ist als andere Papiere. Vor einigen Jahren gab es das auch mal mit reinweißem Träger von einem anderen Hersteller, wurde aber anscheinend nicht lange angeboten. Soweit ich es im Kopf hab braucht das Papier ca. eine Blende mehr licht im Vergleich zu anderen Ilford Papieren. Auf jeden Fall ein tolles haptisches Gefühl, das Papier in den Händen zu halten.
    • > reinweißem Träger

      Der Träger ist reinweiß, jedenfalls bei den Stücken die ich habe. Wir sind aber von den optischen Aufhellern verwöhnt (weißer als weiß). Diese würde ich in ein wirkliches Qualitätspapier nicht einbringen, weil dies organische Stoffe sind, die sich mit der Zeit zersetzen. Wenn sie das ungleichmäßig tun, dann hat man zumindest schwache Flecken in Bild.
    • Den gebrochen weißen Bildton beim ART 300 kann ich bestätigen. Er fällt gegenüber den anderen Ilford Papieroberflächen deutlich ab. Das schlägt sich auch in einem Kontrastumfang von nur 1,5 nieder, der natürlich in erster Linie auf die extrem matte und rauhe Oberfläche (Eierschalenoptik) zurückzuführen ist.
      Auflösung und Schärfe sind auch keine hervorstechenden Eigenschaften des Papieres und mit der besonderen Baumwollhaptik habe ich auch noch niemanden überraschen können.
      Wer es ausprobieren möchte, sollte sich die preiswerteste Packung besorgen, die er finden kann.
      Bis ich mich endgültig mit dem Papier angefreundet habe, verbuche ich es unter künstlerich wertvoll.
    • :D
      Ach ja und im Gegensatz dazu funktioniert es auch mit einen feinen Sandstrand gepaart mit gezogener Wolkenzeichnung, resultierend aus den langen Belichtungszeiten. Homogene Flächen können von der Struktur profitieren. Porträts fand ich persönlich schrecklich. Die Abzüge waren auf 8x10 und 9,5 x12. Landschaft in Postkartenformat würde ich auch mal probieren. Das stelle ich mir wirklich ansehnlich vor.
    • Soeben habe ich mir noch einmal meine 16 Bilder im Format 12x16 / 30x40 angesehen - und ich dachte so, irgendwo zwischen dem alten Agfa Portriga Rapid und dem Foma Nature 532 - und doch nicht gleich.

      Ich mag es, weil es mal etwas Anderes ist - und einen gewissen überzeitlichen Vintage-Charakter verleiht.

      Da ich ja gleich auch jene große Rolle, 48" x 70 ft mitbetellt hatte,bin ich mal auf die ersten ganz großen Bilder gespannt!


      Vergrößert Ihr auch auf dem Foma Nature 532 - oder etwa auch auf dem Foma NAture 542??


      Jan-Peter