Ich brauche Hilfe beim Abfotografieren meiner Negative

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    • Ich brauche Hilfe beim Abfotografieren meiner Negative

      Hallo zusammen,

      heute komme ich mal mit einem recht eigenwilligen Problem.

      Vorgeschichte dazu, ich erstelle Digital wahnsinnige gerne Gigapixelpanoramen.
      Das sind Bilder die sich bis zu 10m an der Langen Kante ausdrucken lassen, ohne dass man auch nur ein einziges Pixel sieht.
      Beispiele meiner Arbeiten findet ihr hier:

      wnlpd.com/panorama/

      Die Bilder haben im Original bis zu 2 Gigapixel, sind für das Internet aber auf 500MP herunter gerechnet.

      Nun aber zu dem was ich vor habe.
      Meine Dunkelkammer ist ja noch nicht in Funktion.
      Und selbst wenn sie das irgendwann ist, ist es glaube ich nicht möglich, Fotos die ich im 6x7 Format gemacht wirklich groß auszubelichten.

      Nun habe ich vor, mit hybrider Technik zu arbeiten.
      Das bedeutet, ich würde meine Negative gerne abfotografieren.
      Das mache ich auch schon mit meiner Canon 5D MK III und dem 100mm 2.8 L Makro Objektiv.
      Die entstandenen Bilder sind für mich aber nicht groß genug um sie einer mir entsprechenden Größe auszudrucken.
      Ich spreche da von Drucken von 3x2m und mehr sofern dies möglich ist.
      Das ganze halt von 6x7 Format aus.

      Sinn oder Unsinn des ganzen möchte ich mal dahin gestellt lassen....

      Zur Zeit komme mit meiner genannten Ausrüstung aus ca 9-12 Bilder à 5760x3840 Pixel.
      Für den Anfang gar nicht so schlecht finde ich.
      Rechnet man die benötigte Überlappung von 30% ab, komme ich doch auf eine recht beachtliche Bildgröße für einen wirklich großenDruck.
      Mit einem Balgen, den ich zur Zeit noch nicht besitze, lässt sich dieses sicher noch steigern.

      Nun aber zu meinem Problem.
      Dazu hier ein Foto wie mein momentaner Aufbau zur abfotografieren meiner Negative aussieht:

      digitalisierung.jpg

      Nun würde ich mir gerne ein System "basteln", mit der ich die Leuchtplatte automatisch verschieben kann.
      Das ganze soll in der X und Y Achse verschoben werden können, über ein Linearsystem das angesteuert wird und auf genauen vorgegebenen Positionen stoppt.
      Ähnlich einer CNC Fräse, nur dass hier halt nichts gefräst wird sondern nur feste Punkte angefahren werden damit ich das Negativ ablichten kann in Einzelteilen.
      Zusammengefügt wird das ganze dann mit PTGui, einer speziellen Software für Panoramen.

      Hat irgendwer von Euch Erfahrung mit solchen Aufbauten?
      Wie könnte ich das ganze bewerkstelligen?
      Ich würde mich über jeden Tipp und jede Anregung sehr freuen!

      LG
      Wolfgang
    • Hallo,

      es geht also um einen sogenannten "Kreuztisch".
      Wenn der nicht von Hand verstellt werden soll sondern
      per Stellmotoren wir es schnell recht teuer, abgesehen
      von der Tatsache daß je nach mechanischer Belastbarkeit
      und Einstell-Genauigkeit die Preise sowieso hoch sind.

      Das Ganze fängt zunächst relativ preiswert damit an, daß man
      die Negative "verschiebungssicher" in einen Filmhalter
      unterbringen muß, eine Filmbühne wie bei dem im Bild
      sichtbaren Vergrößerer hält das Negativ nicht sicher genug
      an seiner Position.
      Eventuell käme da eine "DigitaLIZA 120 Scanning Mask"
      zum Zuge.

      Dann muß natürlich auch die Kamera quasi "bombenfest"
      bei den Aufnahme-Serien fixiert sein.

      Man kann es in etwa mit der Serienproduktion auf einer
      Fräsmaschine vergleichen:
      Sowohl der Kreuztisch als auch der Fräskopf müssen
      weitestgehend spielfrei gelagert sein um wiederholbare
      Ergebnisse zu erhalten.

      Ich bin sicher daß da noch mehr Beiträge kommen werden.
      Mein Beitrag ist ausdrücklich nicht als "Entmutigung" gedacht,
      sondern als Anreiz.

      Ich wünsche gutes Gelingen und herzliche Grüße

      Karl Heinz
    • Karl Heinz Muenter schrieb:

      Hallo,

      es geht also um einen sogenannten "Kreuztisch".

      Ja, genau darum geht es mir, ein Kreuztisch der immer wieder die exakt die selben Positionen abfahren kann.
      Wie teuer das ganze wird, lasse ich mal offen, ich spare gerne für Projekte und da stören mich auch höhere Preise nicht wenn ich der Meinung bin es lohnt sich.
      Eine Halterung für das Negativ würde ich im 3D Druck anfertigen lassen.
      Ein CAD Programm womit ich das Konstruieren kann ist ja vorhanden.



      Wolfgang Müller schrieb:

      Bei igus.de findest Du alles was Du brauchst. Linearführungen, Kreuztische, Schrittmotoren. Programmieren musst Du wahrscheinlich selber. Hier bietet sich ein Arduino mit entsprechender Peripherie als hochwertige Bastellösung an.
      Insgesamt aufwendig und teuer.
      Ich habe mit einem befreundeten Ingenieur gesprochen, auch der meinte bei Igus finde ich alles was ich ich brauche.
      Allerdings meinte er auch, von einem Arduino würde er abraten, da es da schon wesentlich bessere fertige Lösungen gibt, nur welche?
      Noch dazu wo sich meine Programmierkenntnisse auf dem Level eines Socken strickenden Zebras befinden. :D

      Das dass ganze sehr Aufwendig wird ist mir klar, billig wird es sicher auch nicht.
      Aber ich habe schon so viel Geld in mein Hobby die Fotografie "versenkt" dass mich das ehrlich gesagt auch nicht weiter stört.
      Also solange es nicht in einem fünf stelligen Betrag endet, das wäre es mir dann nun auch nicht wirklich wert.

      Olaf Lengler schrieb:

      Hallo Wolfgang,

      X/Y-Achse?
      Ein motorisierter Kreuztisch, ist aber glaub ich nicht ganz billig, weil das sind in der Regel präzise Prazisionsgeräte.
      Bei Otto gibts zB einen Proxxon für unter 300, dann wirds schnell 4stellig.

      Gruß

      Olaf
      Ich habe mir den Proxxon angesehen, sieht schon sehr interessant aus!
      Nur müsste ich noch in Erfahrung bringen wie ich diesen ansteuern kann, Betriebssystem Software ect...
      Aber das soll ja nicht das Problem sein denke ich.
      Vielen Dank für den Tipp und den Link! :)
    • Hallo Wolfgang,

      sehr spannend, eine Foto mit möglichst hoher Auflösung und nahezu unendlicher Detailtiefe zu erzeugen. :thumbup:

      Mich interessiert dabei folgendes:

      Mit welchem Filmmaterial arbeitest Du - nutzt du Filme wie Adox CMS 20?

      Könnte man die Auflösung nicht noch steigern, ließe man die Negative mit einem Trommelscanner digitalisieren?

      (auch wenn ich keine Lösung zu Deiner Frage beisteuern konnte :whistling: )

      Beste Grüße

      Julius
      An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter.
    • Erhard Slowik schrieb:

      Versuchs doch mal mit den Chinesen:

      In der Bucht diesen Suchbegriff eingeben: Ball Screw Linear Slide Stroke Kugelgewindetrieb Linearschlitten + Schrittmotor

      Für den Arduino gibt es sehr schöne fertige Hardware zum ansteuern von Schrittmotoren z.B. von Trinamic:

      shop.watterott.com/Motortreiber
      Danke, werde ich mir auf alle Fälle mal ansehen! :)

      Julius Wagner schrieb:

      Hallo Wolfgang,

      sehr spannend, eine Foto mit möglichst hoher Auflösung und nahezu unendlicher Detailtiefe zu erzeugen. :thumbup:

      Mich interessiert dabei folgendes:

      Mit welchem Filmmaterial arbeitest Du - nutzt du Filme wie Adox CMS 20?

      Könnte man die Auflösung nicht noch steigern, ließe man die Negative mit einem Trommelscanner digitalisieren?

      (auch wenn ich keine Lösung zu Deiner Frage beisteuern konnte :whistling: )

      Beste Grüße

      Julius
      Mit dem CMS 20 würde ich gerne arbeiten, nur bekommt man den zur Zeit nicht als Rollfilm.

      Die Auflösungen die ich bisher gefunden habe die mit einem Trommelscan erzeugbar sind gehen nicht in den Gigapixelbereich.
      Dort will ich aber irgendwann mal hin.
      Das geht sicher nicht mir einem 6x7 Negativ aber mit ein 8x10" Film wäre das machbar denke ich.

      Bis dahin fließt aber noch viel Wasser den Rhein runter denke ich.... :D
    • Wolfgang Nöhrer schrieb:

      Hat irgendwer von Euch Erfahrung mit solchen Aufbauten?
      Wie könnte ich das ganze bewerkstelligen?
      Ich würde mich über jeden Tipp und jede Anregung sehr freuen!

      LG
      Wolfgang
      Erfahrungen habe ich nicht.
      Die gleiche Idee hatte ich vor einiger Zeit.
      Aus Zeitgründen ist das bei mir nichts geworden.

      Diesen Link habe ich noch aus meiner damaligen Recherche gefunden (ein skalier- und bezahlbares System, hier die x-y-Achsenvariante für ca. 450 €).
      conucon.de/openbuilds/openbuil…00cm-x-100cm_2000022_1183

      @Wolfgang Nöhrer: BItte unbedingt weiter berichten! :)
      Dauerausstellung über 35 Jahre mit der Olympus XA
    • Hallo Wolfgang,

      schau Dir mal den elektronisch gesteuerten Einstellschlitten Castel-Micro auf novoflex.de an. Er hat eine minimale Schrittweite von 0,0002 mm! und kostet ca. 1800 €. Davon brauchst Du zwei. Und hast dann immer noch nicht alles zusammen.
      Auch ohne Dein genaues Lastenheft zu kennen, glaube ich, dass eine solche Lösung Deinem Projektziel sehr, sehr nahe kommt.
    • Hallo,

      da ich selber "feinmechanisch" unterwegs bin, allerdings nicht beruflich, bin ich skeptisch
      wenn ich zum Beispiel Kreuzschlitten aus Aluminium sehe.
      Deren mechanische Belastbarkeit ist im Vergleich zu solide gefertigten Kreuztischen aus
      Stahl gering und wie oft man solche "Gerätschaften" verschleißbedingt an den Führungen
      nachstellen muß ist auch eine wichtige Frage.

      Ich persönlich bin jemand der solide Gerätschaften schätzt an denen man lange Zeit seine
      Freude hat,
      Wenn man da spart kauft man bekanntlich zweimal.

      Abgesehen davon ist das Projekt eine spannende Angelegenheit.

      Herzliche Grüße

      Karl Heinz
    • Max Kettlitz schrieb:

      Mich würde mal interessieren WIE genau das alles sein soll, slso mit Werten. Es hieß hier vom starter ca 30% überlappung der einzelnen Bilder zum Zusammenrechnen. Da da also ja noch ein Haufen Rechnerei passiert, muss das so super genau sein? Nur aus Interesse.
      Auf den zehntel Millimeter kommt es da nicht an.
      Es sollten ungefähr 30% Überlappung sein, dass ist aber nicht in Stein gemeisselt.
      Wenn ich meine Gigapixel Panoramen mache, arbeite ich mit einem VR Pro II System von Novoflex.
      Das System ist zwar toll und hat kein Spiel in den einzelnen Rastpunkten.
      Brennweiten bedingt hat man da aber auch Unterschiede in der Überlappung.

      Das Bild der Gloriette auf meiner Webseite wurde z.B. mit 200mm Brennweite gemacht und besteht aus 80 Einzelbildern.
      Das Rheinpanorama ist mit 100mm Brennweite gemacht und besteht aus 120 Bildern glaube ich, da müsste ich nochmals nachsehen.
      Dieses hat auch eine andere Überlappung als das der Gloriette.

      Mehr als 30% sollten es aber nicht sein, dann kommt die Software leicht durcheinander.

      Karl Heinz Muenter schrieb:

      Hallo,

      da ich selber "feinmechanisch" unterwegs bin, allerdings nicht beruflich, bin ich skeptisch
      wenn ich zum Beispiel Kreuzschlitten aus Aluminium sehe....
      Das sehe ich genauso.

      Ich bin auf folgendes gestossen:
      igus.de/product/1264
      Dieses System finde ich ganz toll, ist zwar nicht billig und ich muss da noch ein wenig darauf sparen, aber es ist zur Zeit mein Favorit.