Filmmaterial und Gelbfilter

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    • Im Prinzip ja, um "Radio Eriwan" zu bemühen. Aber in diesem Bild ist das Licht natürlich auch so, dass sich der Himmel fast schon optimal dunkel filtern lässt. Dann kann ein Gelbfilter natürlich auch nach etwas stärkerem aussehen.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Ja, Unterschiede in der spektralen Empfindlichkeit je nach Filmsorte und im Licht führen zu unterschiedlichen Ergebnissen einer Filterung.

      Allerdings sehe ich den "Orange-Filter"-Effekt in dem Beispiel eher als ein Ergebnis der Bildbearbeitung, die z.T. sehr eigenwillige Tonwerte produziert hat (s.a. den Kommentar von Ernst).

      Das einzige reine Weiß im Bild sind die Staubflecken mittig am oberen Bildrand und selbst direkt sonnenbeschienenes Metall im Bild (Wetterhahn) ist eher Hellgrau als Weiß. Die hellen Tonwerte sind komprimiert und Richtung Mittelgrau verschoben. So sieht auch das Histogramm aus. Der Weißpunkt liegt irgendwo im Nirvana und helle Tonwerte sind unterrepräsentiert.
    • Nach meiner Einschätzung hat Jörg an dem Bild gar nicht viel manipuliert.

      Der dunkle Himmel wird zum Einen sicher durch den Filter erzeugt aber ein sehr wesentlicher Faktor ist das exterm vershiftete Weitwinkelobjektiv, durch die natürliche Randabdunklung dieser Objektive wird der Himmel zusätzlich abgedunkelt .
      In Kombination mit einem Filter verstärkt es sich natürlich alles noch.

      Um auf die eigentliche Frage einzugehen, da Filme unterschiedliche Farbempfindlichkeiten haben reagieren sie auch unterschiedlich auf die Filterung, ein extremes Beispiel wäre z.B. ein nur blau/grün empfindlicher othochromatischer Film und ein Panchromatischer der für alle sichtbaren Farben empfindlich ist.
      Aber auch bei den Panchromatischen untereinander gibt es Unterschiede, dazu müsste man die Kurve der spektralen Epfindlichkeit des Herstellers zu Rate ziehen.

      Weiteren Einfluss hat, wie hier schon erwähnt, der Sonnenstand und in welchem Winkel zur Sonne fotografiert wird.

      Selbst die Objektive haben Einfluss auf die Filterwirkung, Weitwinkelobjektive dunklen durch die Konstruktion schon an den Rändern ab, was eine indirekte Einflusnahme auf die Filtrung hat.

      Objektive haben eine unterschiedliche Farbtransmission, d.h. sie lassen unterschiedliche Farben in unterschiedlicher Intensivität passieren, das liegt an der Anzahl der Linsen und z.T. auch an der Glasfarbe, gerade bei alten Objektiven gibt es gelbliche Verfärbungen, der Grund dürfte den Meisten hier bekannt sein.
      Die Glassorten spielen eine Rolle und nicht zu vergessen hat die Vergütung einen starken Einfluss auf die Filterwirkung.
      Meine Erfahrung ist z.B. das Filme die mit unvergütete Objektiven belichtet werden deutlich stärker auf eine Gelbfilterung ansprechen als bei vergüteten oder sogar MC beschichtete Gläser.
      Das fiel mir besonders auf als ich jetzt wieder angefangen habe mit Objektiven zu fotografieren die vor 1945 hergestellt wurden, gerade im Mittelformat und bei noch größeren Negativen gibt es eine unglaubliche Anzahl von verschiedenen Objektiven die in den Jahren vor dem Krieg hergestellt wurden
      .
      Das unvergütete Heliar in meiner Bessa RF spricht sehr stark auf den angebauten Gelbfilter an obwohl es sehr hell ist mit Faktor 2x.

      Vermutlich liegt es daran das die Negative mit diesen Linsen insgesamt einen geringeren Kontrast aufweisen und daher der Unterschied in der Helligkeit zwischen Himmel und Vordergrung gringer ist als bei den heutigen MC Linsen.
      Das ist einer der Gründe warum es etliche S/W Fotografen gibt die einfach oder sogar unvergütete Objektive nutzen weil die Kontraste damit besser zu beherrschen sind.

      Sollte ich irgendwo falsch liegen dann berichtigt mich bitte.