ID-11 und Perceptol

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    • Benjamin Schubert schrieb:

      Hallo, ich habe ne Weile schon gegoogelt, aber keine richtige Antwort erfahren können:

      Wenn ich HP5 auf 200 belichte und ihn dann in Perceptol 1+2 entwickle - könnte ich dann auch gleich ID-11/D-76 nehmen oder macht das schon im Korn einen Unterschied?

      Wie sind da Ihre Erfahrungen?

      Mit besten Grüßen
      B.Schubert
      Verstehe die Frage nicht ganz.

      Perceptol ist ein stärker kornlösender Entwickler, der mit einem Empfindlichkeitsverlust einhergeht. Wenn du ID-11 nimmst, hast du eine bessere Empfindlichkeitsausnutzung (~Nennempfindlichkeit) bei (etwas) gröberem Korn.

      Von daher sollte die primäre Frage sein, welche Empfindlichkeit du benötigst. Vereinfacht ausgedrückt: wenn ISO200 reichen, kannst du Perceptol nehmen, wenn du ISO400 brauchst, musst du ID-11 nehmen. Wenn es dir nicht um die Empfindlichkeit, sondern um das feinere Korn geht, kannst du alternativ bei ISO200 auch den FP4+ nehmen und in Mircrophen verarbeiten, da kommst du auch auf ISO200 und ich meine das Korn ist ingesamt feiner als bei HP5+ in Perceptol.

      Es gab in der guten alten Zeit ohne Google mal ein Buch (Jost Marchesi: "Die Iflord Negativtechnik", Genf 1980) wo 20fach vergrößerte Abbildungen von Testtafelaufnahmen sämtlicher Ilford-Filme in diversen Ilford-Entwicklern in diversen Verdünnungen abgebildet waren.

      Entwickler sind immer ein Kompromiss zwischen Empfindlichkeitsausnutzung, Korn und Konturenschärfe. Normalerweise geht die Verbesserung einer Eigenschaft zu Lasten einer anderen. Am Ende spielen bei solchen Entscheidungen aber selten die Korngröße alleine eine Rolle, sondern auch so Sachen wie die Tonwertwiedergabe eine Rolle und die Frage, wie der Film weiterverarbeitet wird (analog/digital). Es ist auch eine Frage der Philosophie. Manche greifen, wenn kornlose Vergrößerungen gewünscht sind, zum niedrig(st)empfindlichen Film im selben Aufnahmeformat, andere schnappen sich eine Kamera im nächstgrößeren Format.
    • Benjamin Schubert schrieb:

      Hallo,

      vielen Dank für die Antwort! Ich befürchte ich habe ich meine Frage nicht ganz trennscharf aufgeschrieben. Das Buch von Marchesi habe ich sogar.

      D.h. die Verdünnung unterminiert nicht den "kornverkleinernden" Effekt von Perceptol?

      Die Frage kam mir nur in den Sinn, weil man in Perceptol Stock lt. Datasheet wohl nur 4 Filme entwickeln kann.
      Jetzt verstehe ich die Frage. Es geht darum, ob ein Unterschied in der Körnigkeit zwischen Perceptol verdünnt und ID-11 Stammlösung besteht. Ich bin beim Vergleich von Stammlösungen ausgegangen. Tatsächlich ist es so, dass eine höhere Verdünnung den kornlösenden Effekt von Perceptol vermindern wird. Das hängt damit zusammen, dass die kornlösende Substanz (Sulfit) dann in geringerer Konzentration vorliegt. Das gilt sinngemäß für alle Entwickler die Sulfit enthalten (= sehr viele). Ob die kornlösenden Eigenschaften von Perceptol 1+2 mit denen von ID-11 unverdünnt vergleichbar sind, kann ich leider nicht sagen, da fehlt mir die praktische Erfahrung.