Erfahrungsbericht: Adox HR50 im Wehner Entwickler und zwei weiteren Alternativen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Erfahrungsbericht: Adox HR50 im Wehner Entwickler und zwei weiteren Alternativen

      Achtung: Dies ist kein Test in irgendeiner Form, sondern nur eine rein subjektive Beschreibung meiner Erfahrungen. Jede Art der Standardisierung oder Vergleichbarkeit der Aufnahmebedingungen fehlt. :D

      Disclaimer: Für den Vergleich wurde mit von Klaus Wehner sein Entwickler kostenlos zur Verfügung gestellt. Trotzdem ist dies hier keine Werbeveranstaltung und ich werde unvoreingenommen berichten. Die beiden anderen Entwickler habe ich selbst erworben. :!:

      Der Film:

      Auf der Photokina im vergangenen Herbst, hat Adox den HR50 vorgestellt. Laut Adox handelt es sich um einen hochauflösenden Film für technische Anwendungen, den ADOX vor der Konfektionierung modifiziert, um ihn für die normale Fotografie nutzbar zu machen. Adox nennt dies in bestem Marketingsprech: „Speed Boost Technologie“. In der Realität handelt es sich vermutlich um eine wohl dosierte Vorbelichtung des Materials. Dadurch wird die ziemlich steile Kontrastkurve in den Tiefen geglättet. Laut Klaus Wehner ist der Film eigentlich ein alter Bekannter in neuer Form. Es handelt sich wohl um den Rollei Retro 80s, eben verfeinert mit der Vorbelichtung durch Adox. Und dieser ist ja wiederum nichts anderes als der Luftbildfilm „Agfa Aviphot Pan 80“
      Der Adox HR50 kommt auf einem relativ dünnen und glasklaren PET Träger, was ihn gut scannbar macht. Zudem soll der Film auch gut auf Filterung ansprechen (was ich nicht getestet habe) und sich auch zum Einstieg in die Infrarotfotografie eignen (selbstverständlich mit entsprechendem Filter und von mir ebenfalls nicht getestet). Den entsprechend sanft arbeitenden Entwickler zum Film (Adox HR-DEV) hat Adox natürlich ebenfalls im Sortiment. Da mit dem Standardentwickler ja jeder arbeiten kann ;) , habe ich eben jenen bewusst nicht ausprobiert.

      Die „Testumgebung“:

      Die Kameras:

      1. Olympus OM4 mit 50mm f/1.8
      2. Contax G2 mit 45mm f/2
      3. Canon Canonet QL17 G-III
      4. Minolta Dynax 7 mit diversen Optiken



      Entwickler:

      In den vergangenen Monaten habe ich einige Rollen Adox HR50 verschossen. Die Filme wurden in den folgenden Entwicklern entwickelt:

      • Adox FX39 II
      • Adox Silvermax Entwickler
      • Wehner Entwickler




      Alle Entwicklungsprozesse wurde nach Herstellerangaben durchgeführt (Zeiten, Temperatur, Agitation usw.).


      Weiterverarbeitung:

      Die entwickelten Negative wurden dann mit einer Sony A7II und dem Sony FE 50mm F/2.8 Macro digitalisiert. Die entstandenen RAW Dateien wurden in Adobe Lightroom eingelesen und mit Negativlab Pro 2.0 konvertiert und weiterverarbeitet. Alle Bilder erhielten eine moderate Nachbearbeitung. Hierdurch habe ich versucht den „Look“ zu erhalten, den ich erzielen wollte. Dabei wurden die einzelnen Negative der verschiedenen Filme weitgehend aneinander angepasst. Dies scheint für einen Test zunächst widersprüchlich, da ja nun keine großen Unterschiede in den fertigen Bildern und somit den eingesetzten Entwickler mehr zu erkennen sind. Umgekehrt wird aber ein Schuh draus... je größer der Aufwand, den ich in der digitalen Nachbearbeitung brauche, um meinen Look zu erhalten, desto ungeeigneter ist die Entwickler – Filmkombination für MICH.
      Da ich ausschließlich hybrid arbeite, kann ich keine Aussagen zur Qualität eventueller Vergrößerungen im klassischen Prozess machen.

      Einige Ergebnisse und Eindrücke im nächsten Post...
    • Wehner Entwickler

      190914_A7M2_01007.jpg

      190914_A7M2_01012.jpg

      190914_A7M2_01024.jpg

      190914_A7M2_00999.jpg

      190829_A7M2_00864.jpg

      + sehr ökonomisch im Verbrauch
      + sehr gute Durchzeichnung der Tiefen
      + Ausgleichswirkung lässt sich durch Verdünnung gut steuern (Empfehlungen im Waschzettel vorhanden)
      + geeignet für Rotations- und Kippentwicklung
      - Lichter brennen in Vergleich zum Silvermax Entwickler etwas schneller aus und lassen sich auch in der digitalen Nachbearbeitung nur sehr eingeschränkt retten
    • Adox FX39 II

      190915_A7M2_01034.jpg

      190915_A7M2_01036.jpg

      190915_A7M2_01037.jpg

      190915_A7M2_01041.jpg

      190915_A7M2_01038.jpg

      + satte Tiefen und gute Kontraste
      + benötigt am wenigsten Nachbearbeitung, um den von mir gewünschten kontrastreichen Look zu erzeugen
      + Ausgleichswirkung ist durch Verdünnung (z.B. 1+12 oder mehr) gut zu steuern
      + subjektiv beste Schärfe
      - Lichter brennen in Vergleich zum Silvermax Entwickler etwas schneller aus und lassen sich auch in der digitalen Nachbearbeitung nur sehr eingeschränkt retten
      - Standardverdünnung 1+9 à hoher Entwicklerverbrauch, dadurch teuer
    • Adox Silvermax Entwickler

      190905_A7M2_00945.jpg

      190905_A7M2_00955.jpg

      190905_A7M2_00959.jpg

      190905_A7M2_00961.jpg

      190905_A7M2_00949.jpg

      + Lichter werden im Vergleich zu den beiden anderen Entwicklern etwas detailreicher dargestellt
      o eher kontrastärmer Entwicklung in der Standardverdünnung
      o durch Verdünnung 1+30 recht ergiebig, aber hoher Grundpreis des Entwicklers
      - etwas höherer Aufwand in der Nachbearbeitung
    • Fazit:

      Der Adox HR 50 ist ein interessanter Neuling auf dem Markt der SW Filme. Durch die (abgeschwächt) s-förmige Kurve liefert er ein kontrastreiches Ergebnis mit Schwächen in den Lichtern. Klaus Wehner spricht von einem Belichtungsumfang von 5 Blenden. Daher empfiehlt es sich den Film recht knapp zu belichten, d.h. eher auf die Lichter zu messen. Die Tiefen lassen sich, zumindest im hybriden Prozess, recht gut anheben und enthalten noch ausreichend Informationen.
      Hinsichtlich der drei verwendetet Entwickler sind die Unterschiede recht subtil. Die Entwicklung im Adox FX39II kommt meinem Wunschlook mit dem geringsten Aufwand am nächsten. Deutliche Unterschiede zum Wehner Entwickler sind aber nicht zu sehen. Letzterer stellt die flexibelste und ökonomischste Lösung dar, da sich eine Vielzahl weiterer Filme in verschiedenen Agitationsarten mit guten Ergebnissen entwickeln lassen. Siehe hierzu auch meine Beispiele zum Ilford FP4+ im Wehner Entwickler Thread.

      Hier noch ein paar weitere Beispiele:

      190829_A7M2_00868.jpg

      190829_A7M2_00882.jpg

      190914_A7M2_01010.jpg

      190914_A7M2_01020.jpg

      190915_A7M2_01046.jpg
    • Hallo Timo,

      danke für den Vergleich.

      Du bestätigst im Grunde auch meine Erfahrung mit dem Film und denEntwicklern Wehner und FX39.
      Es gibt kaum Unterschiede im Ergebnis zwischen den beiden Entwicklern undwenn, dann punktuell zu Gunsten von FX39 und nur im EBV.
      Aber spätestens nach dem Print wird keiner mehr die Unterschiede sehenkönnen.

      Bei dem Film selbst gefehlt mir die Tonwert-Wiedergabe nicht, man sieht dieHerkunft, der Ilford PanF kanns besser.
      _____________________________________________________________________
      Gruß,
      Waldemar Ehrlich