C41 Tetenal Colortec mit push und pull

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    • C41 Tetenal Colortec mit push und pull

      Hallo !

      eine Frage zur Farbnegativentwicklung mit dem Tetenal C41 Colortec-Kit.
      Angaben für eine sinnvolle Entwicklung mit Normentfindlichkeit habe ich für einen Prozess mit 30°C und 38°C gefunden. Meine Frage bezieht sich auf eine Push und Pull-Entwicklung.

      Welche Zeiten sollte man für folgende Kombis auf die vorgeschlagenen Zeiten für Nennempfindlichkeit darufschlagen/abziehen?
      Kodak Ektar 100 mit ISO 200
      Kodak Portra 160 mit ISO 200
      Cinestill 800T mit ISO 400

      Alte Beiträge aus 2017 und früher hab ich gefunden aber auch mit wenig Infos.
      Die Aussage nichts zu verändern, da die modernen Filme genügend Spielraum hätten kann ich nicht ganz nachvollziehen, dass gerade die Kombi Cinestill 800T als 400er belichtet doch seltsame Ergebnisse gebracht hat.


      Danke für Eure Hilfe.
      “There are no rules for good photographs, there are only good photographs.”
      Ansel Adams
    • Hallo Jochen,

      Ich verlängere bei C41 die Entwicklung beim pushen um 30% pro Stufe. Bleich und Fixierzeiten bleiben gleich. Der einzige Fall wo ich das mache ist wenn 400 einfach nicht reichen, z.B auf einer Messe oder Ausstellung und ich keinen passenden Film zur Hand habe. Portra 400 auf 800 belichtet geht sehr gut. Ansonsten nehme ich halt den passenden Film anstatt zu pushen. Farbe mit pull habe ich noch nie gemacht, warum auch sollte ich absichtlich einen 800er Film mit 400 belichten? Ich kann mir keine Situation vorstellen, wo das Sinn machen würde. Wenn du keine "seltsamen" Ergebnisse möchtest, dann belichte den Film doch einfach richtig.

      Hier ein Beispiel für Porta 400 auf 800 gepusht und +30% im Entwickler

      paris_010_600.jpg

      Peter
    • Entwicklungszeit für eine Blendenstufe mit 1,33 multiplizieren, für zwei Blendenstufen mit 1,33² multiplizieren. Die restlichen Zeiten bleiben gleich. Push ist im Farbbereiech aber immer ein Experiment. Manche Filme vertragen es ganz gut, andere weniger: Fuji Superia X-Tra 400 gibt bspw. auf 800 gute Ergebnisse, Portra 400 bekommt durch den Push eine extreme Farbsättigung, die schnell unpassend werden kann.

      Für 200ASA würde ich den Portra 160 nicht pushen, das ja grad mal eine Drittelblende die fehlt. Das wird wahrscheinlich nicht mal großartig auffallen. Cinestill ist auf 400ASA auch deutlich näher an seiner eigentlchen Empfindlichkeit von 500T/320D als auf 800. Da würde ich auch nichts pushen oder pullen, zumal das bei Cinefilm sowieso eher unüblich ist. Man darf aber nicht vergessen, das Cinestill auch immer ein Experimentalfilm ist, besonders in C41. Wenn er für dich komisch aussah, lag es sicher daran, dass der Film keinen Lichthofschutz mehr hat und weder für C41 konzipiert ist, noch die in der Standbildfotografie üblichen Gamma-Werte aufweist.
    • Thomas Klinger schrieb:

      In der Anleitung steht folgendes:

      PUSH-ENTWICKLUNGBEI 38 °C
      Pro Blendenstufe ist die Farbentwicklungszeit um 30 sec zu verlängern.

      Das hat bei mir immer funktioniert.
      So isses. Das entspricht auch den Aussagen von Kodak. Push 1 wäre also 3m45s (bei 37,8 Grad).

      Nur fürs Protokoll: das Pushen führt zu Farbverschiebungen (die werden aber wohl im "Grundrauschen" untergehen)

      Pull-Entwicklung bei einem CN-Film ist weitgehend sinnfrei, deshalb wirst du dazu kaum Erfahrungen/Aussagen finden. Da der Cinefilm in C41 eine Crossentwicklung darstellt musst du da deine eigenen Erfahrungen machen. Kann mir aber nicht vorstellen, dass Pullen die inhärenten Probleme der Cross-Entwicklung kompensiert. Eher das Gegenteil.
    • Und noch was Grundsätzliches, auch wenn du es anscheinend nicht hören willst ;)

      CN-Filme reagieren sehr gutmütig auf abweichende Belichtung und eher ungnädig auf Abweichungen in der Entwicklung (Push/Pull usw.)

      Den Portra 160 mit 200 zu belichten und dann zu pushen ist irgendwie ... kein guter Ansatz ... Du solltest diesen Film für gute Ergebnisse (so wie beinahe alle CN-Filme) möglichst reichlich belichten, also besser ISO100 als ISO160 und ganz normal entwickeln. Und eine Drittel Blende Unterbelichtung von der Nennempfindlichkeit, da kräht kein Hahn nach, das kannst du selbst bei Dia-Film nur mit Mühe sehen. Du kannst den Portra 160 also notfalls mit ISO200 belichten und ganz normal entwickeln. Die Ergebnisse werden kaum von ISO160 zu unterscheiden sein (höchstens densitometrisch). Die Ergebnisse werden aber so oder so besser sein als bei ISO200+Push-Entwicklung. Sichtbar besser werden die Ergebnisse, wenn du den Portra 160 wie ISO100 belichtest. Die mit Abstand besten Ergebnisse bei ISO200 erhältst du mit dem Portra 400 eine Blende überbelichtet.

      Der Ektar ist insofern eine Ausnahme für einen CN-Film, als er einen engeren Belichtungsspielraum hat und exakt belichtet werden will. Ich würde ihn deshalb nicht unterbelichten und pushen und auch nicht nennenswert überbelichten.

      Generell eignen sich die empfindlicheren CN-Filme besser fürs Pushen, insbesondere Portra 800.
    • Danke für Euer Feedback.
      Farbfilme sind für mich Neuland. Bisher hab ich meine analogen Bilder immer mit Schwarz-Weiß gemacht und da funktioniert das ja mit Push und Pull recht gut.

      Peter Schulze schrieb:

      Farbe mit pull habe ich noch nie gemacht, warum auch sollte ich absichtlich einen 800er Film mit 400 belichten? Ich kann mir keine Situation vorstellen, wo das Sinn machen würde. Wenn du keine "seltsamen" Ergebnisse möchtest, dann belichte den Film doch einfach richtig.

      Warum? Weil ich ISO 50 für die andere Tageslichtvariante etwas langsam finde um auch sinnvolle Zeiten für Shots aus der Hand zu kommen und ich mit der Hasselblad max 1/500sec gehen kann und nicht kürzer.
      Ich werde dann wohl eher nochmal testen ob ich den 800er Cinestill wie 400 belichte und normal entwickele oder besser mit einem ND2 Filter arbeite.

      Geht wohl nur nach dem Motto "Versuch macht klug".

      DANKE ans Forum
      “There are no rules for good photographs, there are only good photographs.”
      Ansel Adams
    • Jochen Picard schrieb:

      Danke für Euer Feedback.
      Farbfilme sind für mich Neuland. Bisher hab ich meine analogen Bilder immer mit Schwarz-Weiß gemacht und da funktioniert das ja mit Push und Pull recht gut.

      Peter Schulze schrieb:

      Farbe mit pull habe ich noch nie gemacht, warum auch sollte ich absichtlich einen 800er Film mit 400 belichten? Ich kann mir keine Situation vorstellen, wo das Sinn machen würde. Wenn du keine "seltsamen" Ergebnisse möchtest, dann belichte den Film doch einfach richtig.
      Warum? Weil ich ISO 50 für die andere Tageslichtvariante etwas langsam finde um auch sinnvolle Zeiten für Shots aus der Hand zu kommen und ich mit der Hasselblad max 1/500sec gehen kann und nicht kürzer.
      Ich werde dann wohl eher nochmal testen ob ich den 800er Cinestill wie 400 belichte und normal entwickele oder besser mit einem ND2 Filter arbeite.

      Geht wohl nur nach dem Motto "Versuch macht klug".

      DANKE ans Forum
      Cinestill 800T ist ja eigentlich Kodak Vision 3 5219. Der Film wird von Kodak nur mit 320ASA bei Tageslicht (mit 85A Filter) und mit 500ASA für Kunstlicht angegeben. Die 800ASA von Cinestill kann man getrost als Marketing-Blabla verbuchen. Darüber hinaus ist der Film extrem flexibel, was die Belichtung angeht und bewältigt um die 14 Stufen Kontrastumfang. Daher hat er auch eine extrem flache Gradation, das ist wahrscheinlich was du als "seltsam" bezeichnest.
    • Jochen Picard schrieb:


      Warum? Weil ich ISO 50 für die andere Tageslichtvariante etwas langsam finde
      Der 800er Cinestill ist ein T(ungsten) Kunstlichtfilm.

      Wenn 800 zuviel ist und 50 zu wenig: Bei Northernfilm gibt es sowohl den Kodak 200T (Kunstlicht) ebay.co.uk/itm/113839855250 als auch den 250D (Tageslicht) ebay.co.uk/itm/113839855251. Das sind die gleichen Kodak Kinofilme aus der Vision Reihe die auch Cinestill nimmt, allerdings mit Remjet Schicht drauf (folglich keine Halo's) die vor dem entwicklen entfernt werden muss. Dafür wesentlich günstiger als die Cinestill Filme.
    • Jochen Picard schrieb:

      Danke für Euer Feedback.
      Farbfilme sind für mich Neuland.
      Ich empfehle dir, dich erstmal mit "gutmütigen" Standard Material in die Materie einzuarbeiten. Nimm einen Portra 400, der passt so gut wie immer und ist sehr tolerant. Belichte ihn so wie er gedacht ist und sammle Erfahrungen mit der C41 Chemie deiner Wahl. Wenn du dich da gut eingearbeitet hast und einen sicheren und reproduzierbaren Prozessablauf hast, dann kannst du anfangen mit speziellen Filmen zu experimentieren und am Prozess was zu ändern. Gleich mit Cinestill Filmen und push/pull Entwicklung anzufangen kann eigentlich nur zu wenig zufriedenstellenden Ergebnissen führen.
    • Peter Schulze schrieb:

      Jochen Picard schrieb:

      Danke für Euer Feedback.
      Farbfilme sind für mich Neuland.
      Ich empfehle dir, dich erstmal mit "gutmütigen" Standard Material in die Materie einzuarbeiten. Nimm einen Porta 400, der passt so gut wie immer und ist sehr tolerant. Belichte ihn so wie er gedacht ist und sammle Erfahrungen mit der C41 Chemie deiner Wahl. Wenn du dich da gut eingearbeitet hast und einen sicheren und reproduzierbaren Prozessablauf hast, dann kannst du anfangen mit speziellen Filmen zu experimentieren und am Prozess was zu ändern. Gleich mit Cinestill Filmen und push/pull Entwicklung anzufangen kann eigentlich nur zu wenig zufriedenstellenden Ergebnissen führen.
      :thumbup:
    • Bastian Schramm schrieb:

      weder für C41 konzipiert ist, noch die in der Standbildfotografie üblichen Gamma-Werte aufweist.
      Genau. Der Film ist für den ECN-Prozess gedacht. Der arbeitet mit dem Farbentwickler CD3 wie Dia-Filme statt CD4 bei C41. Ich habe einen Film gesehen, wo ein Teil in ECN und andere in C41 entwickelt war. C41 war einfach nur grauenhaft grobkörnig und mit seltsamen Farben. Also seltsame Ergebnisse können gut an der Cross-Entwicklung liegen.