Restrainer

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • moin

      Ich habe sehr breites Tura MG RC Fotopapier auf der Rolle (stark verschleiert).
      Da ich es noch nutzen möchte.
      Habe ich mit ein Fläschchen Restrainer gekauft.
      10 ml auf einen Liter Entwickler gemischt. Und, das Resultat war sehr sehr ernüchternd.
      Ich konnte keinerlei Verbesserungen bei der Entwicklung eines Referenz Negatives feststellen ,mit dem TURA Papier.
      Bei einer Gegenprobe mit Fomaspeed ist eine minimale Aufhellung zu erkennen.
      Echt kaum zu erkennen ist fast schon als Einbildung anzusehen.

      Erwarte ich denn zu viel von den Restrainer oder ist meine Entwickler Kombi daneben?
      Am Wochenende nutzte ich FOMA Universal als Basis.
      Was ich hier im Forum fand. Deutet darauf hin, daß ich einen hart arbeiteten Papierentwickler benötige.
      Aber kann das reichen?

      Grüße
      Marcus
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Marcus Bahrs schrieb:

      Erwarte ich denn zu viel von den Restrainer oder ist meine Entwickler Kombi daneben?
      Normalerweise wirkt sich Benzotriazol (was wohl Bestandteil des Moersch-Restrainers ist) sehr stark aus.
      Die Entwicklungszeiten sollten sich merklich verlängern, vor allem wenn die Dosis wie in diesem Fall gleich relativ hoch angesetzt wird. Wenn zuviel zugesetzt wird, passiert bei der Entwicklung normalerweise gar nichts mehr bzw. das Bild
      wird gar nicht mehr ausentwickelt.
      Dass keine Wirkung feststellbar ist, ließe sich nur damit erklären, dass die im PE-Papier eingelagerten Entwicklungssubstanzen den Effekt irgendwie verhindern oder der Entwickler einen zu hohen pH Wert aufweist (und somit zu aktiv ist).
      Durch Zugabe eines Puffers (z.B. 1-2g/Liter Natriumhydrogencarbonat = Backsoda) könnte die Entwickleraktivität gebremst werden.

      Gruß

      Joachim
    • Danke Joachim
      Eingelagerte Entwickler Substanz im Tura Papier?
      Tura wurde doch bei AGFA hergestellt. Und eignet sich zum Lieten.
      Demnach sollten keine Entwickler Substanzen drin sein.
      (Ich habe mich mit meinem Halbwissen gerade sehr aus dem Fenster gelehnt!)

      Moin Uwe
      N113 muss ich bestellen.
      Gibt es noch andere Papier Entwickler die sich eigenen könnten.
      Denn für nur einen Entwickler lohnen sich für mich die Versandkosten nach Frankreich nicht.
      Ginge vieleicht Dektol, das kann ich vielleicht in Toulouse bekommen?

      Gruß
      Marcus
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Hallo Marcus,

      hast Du schon den klassischen Restrainer Kaliumbromid probiert? Normalerweise enthält ein Positiventwickler davon etwa 1 - 2 g pro Liter. Ich würde mal zunächt 1/2 Gramm zusätzlich probieren. Benzotriazol bewirkt einen blauschwarzen Bildton, der nicht jedem gefällt.
      Dektol entspricht sehr gut dem Kodak D-72 (nicht D-76!) und ist ein sehr gutmütiger, zuverlässiger, kräftig = kontrastreich arbeitender Allzweckentwickler auf Basis Metol/Hydrochinon. Er enthält 2 g KBr/ltr. in der Stammlösung, wird aber meistens 1+2 bis 1+3 verdünnt, in Deinem Fall würde ich eher 1+1 probieren. Da KBr in Phenidon-haltigen Entwicklern (z.B. Ilford PQ) nicht so gut wirkt und Phenidon ohnehin zu Schleierbildung neigt, wird dort meist Benzotriazol verwendet.

      Viele Grüße, Jochen.
    • Hi Jochen
      KBr habe schon mal vor vielen Monaten ausprobiert.
      (Da habe ich noch 2kg von.)
      Hat mich auch nicht zufrieden gemacht.
      Fackt bleibt doch das ich ein schnell arbeitenden (=geringe Verdünnung) Kontraststarken Entwickler benötige.
      Der gut mit einem Restrainer zusammen arbeitet.

      Da wehren wohl:
      • N113
      • Dektol
      • ???
      • ???
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Jetzt muss ich meine Thema wieder aufwärmen denn ich habe von unserem Klaus.
      Einen vom ihm entwickelten Restrainer und einen passenden Papierentwickler zum testen bekommen.
      Nach einer einfachen Testreihe kann ich dieses sehr stark vergraute Tura Papier wieder sehr gut nutzen. Und die von mir verwendete Restrainer Menge ist sogar noch höher als die von Klaus empfohlene Menge.
      Ich muss diesen Erfolg allerdings mit einer recht langen Zeit im Entwickler "bezahlen".
      Das mach ich aber gerne!
      Ich habe vergleichbare Abzüge auf Ilford MG4 und Fomabrom erstellt.
      Das in direkten Vergleich sichtbare Ergebnis hat mich echt begeistert.
      Ich will dem Moersch Restrainer aber nochmals testen da meine erste Entwickler Restrainer kombination ja gar nicht funktionierte. Und ich dieses nicht funktionieren dem Entwickler anlaste.

      Gruß
      Marcus
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Danke, Marcus, daß Du meine Chemie ausprobiert und darüber berichtet hast.

      Moderne Fotopapiere verschleiern leider etwas rascher als ältere Fotopapiere.
      Deshalb wird das Thema "Restrainer" aber auch "schleierarme Positiventwickler" zunehmend wichtig.

      In meinen Laborkursen werde ich mit dieser Problematik immer wieder konfrontiert.
      Deshalb habe ich sowohl einen speziellen Positiventwickler als auch einen eigenen Restrainer angesetzt.

      Der Entwickler hat eine klare, schleierarme Arbeitsweise mit einer hohen Maximaldichte.
      Das sind gute Voraussetzungen um Papiere die potentiell zur Verschleierung neigen möglichst problemlos und lange verarbeiten zu können.

      Wird dann zusätzlich ein Restrainer notwendig, dann ist das Papier bereits an der Grenze seiner Brauchbarkeit angekommen.
      Bromid hilft in diesem Fall nicht mehr weiter. Seine Wirkung ist zu gering.
      Benzotriazol habe ich auch getestet- allerdings habe ich mich dann für eine andere (eventuell noch wirkungsvollere) Substanz entschieden.

      Wenn man von dieser Substanz eine etwas höhere Konzentration einsetzt, kann man den gesamten Entwicklungsvorgang komplett stoppen.
      Daran ist zu erkennen, daß der Erfolg der schleierunterdrückenden Maßnahme nicht von der Substanz begrenzt wird.

      Mit etwas Fingerspitzengefühl muß man die Konzentration im Entwickler herausfinden, die gerade noch die Schleierbildung hemmt, aber die Maximaldichte auf einen ausreichen hohen Niveau belässt.

      Leider ist es aber doch so, daß nicht jedes Papier zu retten ist.
      Ist der Grundschleier zu groß geworden, so kann man diesen eventuell noch unterdrücken, dafür fällt die Maximaldichte dann aber auf einen nicht mehr akzeptablen Wert.
      Zusätzlich können sich längere Entwicklungszeiten im Positiventwickler und auch längere Belichtungszeiten ergeben.
      Übrigens verhält sich auch jede Papiersorte sehr unterschiedlich. Deshalb sind allgemein gültige Aussagen schwierig.

      Marcus hat mir ein paar Bildbeispiele geschickt.
      Ich war selbst beeindruckt wie gut er das problematische Papier in den Griff bekommen hat.

      Danke und herzliche Grüße
      Klaus
    • hier der Versuchsaufbau.
      Gut zu erkennen wie vergraut das Tura ganz links ohne Restrainer ist. Das Stück im Vordergrund wurde nur fixiert.
      20191107_214235_resize_14.jpg
      Jedes Glas enthält 20 Gramm Entwicker und 0 - 0,4 Gramm Restrainer von Klaus
      Beim späteren entwickeln habe ich erst 16ml pro Liter Entwicker (Glas 0,4) genommen was nicht zufriedenstellend war.
      Dann habe ich auf 12ml pro Liter Entwicker reduziert (Glas 0,3). Mit den oben sichtbaren Bild Resultaten.
      Das ich einmal Gramm und dann ml nutze ist dem Faktor geschuldet. Das ich nicht ausreichend genau das Volumen abmessen kann. Gewicht aber schon.
      Der sich einschleichenden Fehler der aus den dichte Unterschieden der Flüssigkeiten resultiert sei mir bitte verziehen.
      20191107_214447_resize_57.jpg
      - Manche Menschen inspirieren meinen inneren Selbstmörder -
    • Danke, Marcus!

      Du hast sehr sorgfältig und systematisch gearbeitet.
      Mit Deiner Methode ist es relativ einfach die optimale Konzentration des Restrainers heraus zu finden.

      Am instruktivsten sind die beiden letzten Bilder.

      Wichtig ist einen schleierarmen Positiventwickler zu verwenden.
      Dann muß man die richtige Menge an Rerstrainer finden, die den Schleier unterdrückt, aber das Schwarz noch nicht sichtbar schwächt.
      So lässt sich manches Papier retten.

      Allerdings muß man mit verlängerten Belichtungs- und Entwicklungszeiten rechnen.
      Angesichts der sich gerade abzeichnenden Kriese bei der Versorgung mit Fotopapier, ist das eventuell eine gute Alternative.

      Irgendwann ist aber ein Papier so stark verschleiert, daß es nicht mehr sinnvoll zu nutzen ist.
      Deshalb Fotopapiere nicht zu lange lagern und lieber verbrauchen als sie später entsorgen zu müssen.

      Herzliche Grüße
      Klaus