Compard Digibase - Frage zur Anwendung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Compard Digibase - Frage zur Anwendung

      ich habe ja schonmal geschrieben, dass beim Tetenal C-41 der Blix nach kurzer Zeit hinüber war.

      Jetzt habe ich mir eine Packung des Compard für 20 - 30 Filme (= 1 Liter Arbeitslösung) gekauft und bei Anwendung tun sich auch einige Fragen auf:

      • bei Tetenal gab es eine Anleitung wonach die Entwicklungszeit mit nach mehrmaliger Verwendung mit einem entsprechenden Faktor verlängert werden muss. Beim Digibase kann ich nirgendwo etwas von einem Verlängerungsfaktor lesen. Oder ist beim Digibase der Ansatz von einem Liter Arbeitslösung nicht vorgesehen.
      • Bedienungsanleitung war in dem Kit überhaupt nicht dabei, nur auf den Flaschen steht die Anwendung mehr oder weniger verständlich. Da ist aber immer von 250 ml Arbeitslösung die Rede. Wenn ich einen 120iger Film entwickle, brauche ich für meine Paterson Dose 500ml. Klar: einfach doppelte Menge, aber da stellt sich wieder die Frage mit der Verlängerung der Zeit bei mehrmaliger Verwendung der Arbeitslösung.
      • Bei der Bedienungsanleitung aus dem Internet ist schon ein bisschen mehr an Information enthalten, vor allem sind hier auch unterschiedliche Entwicklungstemperaturen angeführt. 20, 25, 37 und 45 Grad. Interessanterweise fehlt die "Standardentwicklungszeit" von 30 Grad (wie z.b. bei Tetenal).



      Ganz allgemein:
      • von der Tetenal Chemie ist nur der Blix hinüber, könnte ich ggf. den Tetenal Entwickler mit dem Bleicher und Fixierer von Digibase kombinieren ?
      • Ist der Fixierer bei C-41 gleich wie bei der SW Verarbeitung ?


      Den Satz auf der Bedieunungsanleitung finde ich auch nicht besonders vertrauenserweckend ;)
      Verarbeitung: Diese Angaben basieren auf vielen Praxis-Erfahrungen von Anwendern der Digibase C41-Chemie, die uns freundlicherweise zur Veröffentlichung überlassen wurden.
      Eigentlich sollte der Hersteller und nicht zuerst die Anwender wissen, wie das Produkt zu verwenden ist.

      Danke, Fg. Toni.
    • Toni.Leitner schrieb:

      Ganz allgemein:
      • von der Tetenal Chemie ist nur der Blix hinüber, könnte ich ggf. den Tetenal Entwickler mit dem Bleicher und Fixierer von Digibase kombinieren ?
      • Ist der Fixierer bei C-41 gleich wie bei der SW Verarbeitung ?

      Bleicher und Fixierer sind bei verschiedenen Herstellern austauschbar. Früher gab es das Bleicher- und Fixiererkonzentrat in 1L-Flaschen bei Maco zum einzelnen Nachkauf (Rollei DIGIBASE C-41 (E) und Rollei DIGIBASE C-41 (F)). Sauerer SW-Fixierer kann die Farbstoffe stören. Neutraler und Alkalischer SW-Fixierer sollte funktionieren. Man kann bei C41 und E6 sogar ein Bleichbad auf Basis von rotem Blutlaugensalz nutzen. Beispielsweise würde das Bleichbad (und der Fixierer) von Orwo C9165 funktionieren
    • danke !

      ich Zeitangaben differieren halt wegen der unterschiedlichen Temperaturen, die die beiden Hersteller angeben.

      Also Gefühlsmässig werde ich noch die Tetenal Entwicklungschemie verbrauchen und mit den Bleicher und Fixierer von Compard verwenden

      Und wie schaut's bei den Verlängerungsfaktoren aus ?

      Vielleicht frage ich mal direkt bei Digibase an
    • ich muss hier nochmal aufmachen.

      Die Herstellerangaben für das Compard C41 Kit kann ich einfach nicht glauben - irgendwas kann ja nicht stimmen - bin ich wirklich der einzige der mit den Angaben nicht klarkommt ?

      Bei Compard 1 Liter Arbeitslösung ist eine mögliche Entwicklung von 20 - 27 Filmen angegeben

      • Bei Tetenal ist z.b zwischen ersten und dreizehnten Film bereits mehr als die DREIFACHE (!!!) Zeit für das Bleichfixierbad angegeben.
      • Bei Compard wird der erste mit der gleichen Zeit wie der fünundzwanzigste Film gebleicht und fixiert
      • Nicht ganz so krass aber ähnlich verhält es sich beim Entwickler



      also entweder stimmen die Angaben von Tetenal nicht oder die von Compard nicht

      Das sind ja Welten dazwischen.

      Wenn ich mir die Arbeit des Selbstentwickeln's eines Farbfilmes dann sollte man doch plausible und passende Entwicklungsangaben bekommen.
      An "Selbst herausfinden" habe ich da Null Interesse.

      Vielleicht kann mich da jemand aufklären - ich würde mir wünschen einem Denkfehler zu unterliegen.

      Danke - FG Toni.
      Dateien
    • Ich entwickle mit den 500ml Compard Tüten jeweils 15 135-36er Filme, das geht völlig problemlos. Es waren auch mal aus versehen 16 und die letzen waren immer noch gut. Die Angabe 20-27 für den 1-Liter Ansatz ist also eher konservativ.

      Auf den 500ml Tüten sind die Verlägerungszeiten für den Entwickler aufgedruckt, steht nichts auf den Flaschen vom kit? Bleich- und Fixzeiten bleiben tatsächlich bis zum letzten Film gleich.
    • Peter Schulze schrieb:

      Auf den 500ml Tüten sind die Verlägerungszeiten für den Entwickler aufgedruckt, steht nichts auf den Flaschen vom kit? Bleich- und Fixzeiten bleiben tatsächlich bis zum letzten Film gleich.
      nein steht nichts drauf -

      Bleicher und Fix ohne Verlängerung ? Vielleicht nicht notwendig, ich weiß es nicht, aber bei Tetenal ist die Verlängerung beim Blix noch viel stärker als beim Entwickler.

      Auf der einen Seite wird der korrekten Temperatur eine so große Bedeutung beigemessen und auf der anderen macht man unvollständige Angaben beim Kit.

      Da bekommt man den Eindruck es geht nur um den Verkauf - spricht nicht gerade für Compard Digibase.
      Aber der Markt ist sehr dünn und ein Händler hat mir gesagt, dass er von Tetenal schon Monate auf eine Lieferung wartet, aber es kommt nichts.
    • Toni.Leitner schrieb:

      habe ich ja schon - mit dem Tetenal Kit - Ergebnis war sehr gut, aber da war nach ein paar Filmen der Blix hinüber, deshalb bin ich zu Compard gewechselt.

      Am Donnerstag soll ich bei ein Hochzeit fotografieren - wenn ich analog Farbe mache, will ich mir keine großen Experimente erlauben ;)
      Dann gib die Filme bei einem guten Farblabor ab!
      C41 ist eine Einheitssuppe die normiert ist. Viel kann da nicht schiefgehen.
      So, wie ich dich auf andern Themen lese, bist du Anfänger, oder meinetwegen Wiedereinsteiger. Mein Eindruck ist, dass du ein wenig viel Baustellen hast.
      Wenn du dich also auf der Hochzeit nicht blamieren willst, solltest du, wo du kannst, Fehler ausschalten. Auf die Idee eine Entwicklung zu starten mit unbekannten Entwicklern, wenn gerade so ein Termin ansteht und die Filme ohne Vorlauf da drin zu baden, wäre ich nie gekommen.

      Eines ist aber sicher: Wenn du die Hochzeitsbilder verhunzt, wird das noch Jahre später im Gespräch sein. *green*

      Gruss Reinhard
    • Hallo Toni,

      ich versuche deine Fragen zu beantworten.

      Erst mal zum Thema Entwickler (Temperatur/Zeit): es gibt bei C41-Entwickler nur eine standardisierte Verarbeitungszeit und -Temperatur, nämlich 3min15s bei 37,8 Grad Celsius. Alle anderen Zeit/Temperaturkombinationen sind nicht standardisiert (und lassen sich auch nicht ohne Weiteres über Verlängerungsfaktoren ableiten), die Angaben können deshalb abweichen je nachdem, wen du fragst. Hier ist eigenes Experimentieren und kritisches Beurteilen der Ergebnisse notwendig.

      Die übrigen Prozessschritte: Für das Bleichen und Fixieren ist unbedingt zu unterscheiden zwischen Bleichfixierbad (z.B. Tetenal-Amateur-Kits) und dem Originalprozess mit getrennten Bleich- und Fixierbädern (z.B. Compard Digibase, Fuji X-Press Kit, professionelle Kits von Kodak, Tetenal usw). Gebleicht und fixiert bzw. geblixt wird grundsätzlich bis zur "vollständigen Umsetzung", d.h. "zu lange" geht eigentlich nicht und gibt es nicht.

      Da Bleichfixierbad (Blix) nicht so haltbar ist und auch grundsätzlich nicht so effektiv arbeiten kann wie getrenntes Bleich- und Fixierbad, würde ich mich bei Blix unbedingt an die Temperaturvorgaben und Verlängerungsfaktoren des jeweiligen Herstellers der Suppe halten. Eine Unterbleichung bzw. Unterfixierung kann zu sichtbar schlechten Ergebnissen führen. Eine Verlängerung der Verarbeitungszeit ist aber normalerweise unschädlich (überfixieren/überbleichen geht eigentlich nicht). Unbedingt auf Zerfallserscheinungen im Bad (Ausfällungen) achten und das Blix im Zweifelsfall entsorgen.

      Der Originalprozess mit bleichen und fixieren in zwei getrennten Schritten ist etwas zeitaufwändiger, aber auch hinsichtlich Temperatur und Zeit (Verlängerungsfaktoren) viel gutmütiger, d.h. man hat hier sehr viel Reserven und die Lösungen sind nahezu unbegrenzt haltbar. Mit einer Temperatur zwischen 30 und 40 Grad und jeweils 6m30s ist man bei regelmäßiger Bewegung auf der sicheren Seite. Eine Verlängerung der Zeiten bei weiterer Ausnutzung im normalen Rahmen ist normalerweise nicht notwendig, sie schadet aber auch nicht. Beim Bleichbad ist es allerdings für die Funktion wichtig, dass es unmittelbar vor der Verwendung ausreichend oxidiert wird (kräftig schütteln).

      Eine Kombination der Chemie verschiedener Hersteller ist bei C41 grundsätzlich möglich. Man kann also einen Compard-Entwickler mit Blix von Tetenal kombinieren. Man kann auch Negative, die in Tetenal-Entwickler entwickelt wurden in Bleich- und Fixierbad von Compard bleichen und fixieren. Was auf gar keinen Fall geht: aus Tetenal-Blix Konzentrat Teil A und C41-Fixierbad von Compard ein eigenes "Blix" anmischen oder ähnliches, also Chemie unterschiedlicher Hersteller zusammenschüttten. Auch würde ich davon abraten, die für Blix vorgesehenen Konzentrate getrennt anzusetzen und zu verwenden.

      Wenn ein Hersteller die Verwendung von Stoppbad empfiehlt, so ist das unter Umständen für die Wirksamkeit des nachfolgenden Bleichbads oder Blix von Bedeutung und zu beachten. Im normalen (automatisierten) C41-Prozess gibt es kein Stoppbad. Für die Handverarbeitung kann es aber von Vorteil sein.

      Ich hoffe, diese Auskünfte helfen dir weiter.

      Grundsätzlich stimme Reinhard zu, dass ich Filme mit wichtigen Aufnahmen nicht ohne einschlägige Erfahrung in diesem Prozess selbst verarbeiten würde.

      Viel Erfolg,
      Jochen
    • @Reinhard - habe mich schon damit abgefunden, dass es analog Farbe bei der Hochzeit nicht gibt. Egal, aber zugetraut hätte ich mir mit ordentlichem Material und guten Angaben die Entwicklung schon. Meine Ergebnisse mit dem Tetenal Kit (abgesehen vom kaputten Blix) waren sehr zufriedenstellend und die Entwicklung habe ich mir schwieriger vorgestellt als sie war.

      @Jochen - vielen Danke für die ausführliche und informative Erklärung. Sehr hilfreich und damit kann ich wirklich was anfangen. Wie bereits erwähnt haben mir die ersten Ergebnisse mit der C41 Entwicklung so viel Freude und positive Ergebnisse gebracht, dass ich - neben SW - unbedingt damit weitermachen möchte. DANKE !

      FG Toni
    • Toni.Leitner schrieb:

      @Reinhard - habe mich schon damit abgefunden, dass es analog Farbe bei der Hochzeit nicht gibt. Egal, aber zugetraut hätte ich mir mit ordentlichem Material und guten Angaben die Entwicklung schon. Meine Ergebnisse mit dem Tetenal Kit (abgesehen vom kaputten Blix) waren sehr zufriedenstellend und die Entwicklung habe ich mir schwieriger vorgestellt als sie war.
      FG Toni
      Vielleicht treibst du dich auch selber durchs Dorf:
      Wen du nur das Compard hättest und nicht das Tetenal kennen würdest, dann wäre das doch kein Problem: Du würdest einfach das machen, was auf der Vorschrift steht.
      :)
      Ich denke, dass sich die verschiedenen Komponenten chemisch oder Physikalisch (Konzentration) unterscheiden und daher auch anders angewandt werden müssen.
      Wenn ich da ein bisschen umschaue, dann sehe ich, dass der Prozess Varianten hat.
      Ich sehe das ähnlich, wie mit der Druckluftbremse bei der Eisenbahn: Alle Bremsen nach UIC sind kompatibel, und arbeiten problemlos zusammen, aber die Komponenten im Detail, unterscheiden sich gewaltig.

      Offensichtlich, kann man mit verschiedenen Chemikalien am Schluss auf dem Film das Gleiche hervorrufen.

      Gruss Reinhard
    • Reinhard Walther schrieb:

      Vielleicht treibst du dich auch selber durchs Dorf:
      da hat du wohl Recht Reinhard.

      Ich bin ja auch "nur" ein Gelegenheitsfarbentwickler, habe aber die unbedingte Absicht es selber machen zu wollen :)

      ich werde jetzt:
      • den noch vorhandenen Entwickler von Tetenal verwenden
      • dazu das Bleich- und Fixierbad von Compard


      ein Film ist gerade in der Kamera - der muss als Testpilot herhalten.
    • Toni.Leitner schrieb:

      Wenn ich einen 120iger Film entwickle, brauche ich für meine Paterson Dose 500ml.
      Da ich mich nun ebenfalls mit der Farbnegativentwicklung beschäftigen möchte, bin ich recht schnell auf die Digibase Chemie gestoßen.

      Dazu gibts eben diese 500ml Gebinde (Sunkisttüten :D ).

      Unter dem Boden meines Paterson Tankes steht allerdings:

      1x120 / 220 590cc

      Für meine konv. SW Prozesse (Rodinal) mit 120er Rollfilm verwende ich 600ml.


      Das 500ml Digibase Kit würde also nicht ausreichen für 120er Filme? :/

      Oder komme ich, entsprechend Tonis Thread, sogar mit 500ml im Paterson Tank aus?
      Grüße Jörg
    • Hallo Joerg,

      das kommt darauf an, ob sich die Patersondose auch rotieren lässt. Dann nämlich braucht sie nur zur Hälfte gefüllt zu sein, weil ja jeder Teil des Films auf der Spule immer wieder in die Suppe eintaucht.

      Ansonsten muss der Film eben bis zum Rand der Spule bedeckt sein, und das geht bei der Dose erst bei 590 ml.

      Grüße
      Rolf