David gegen Goliath oder Hasselbald X1 gegen DSLR

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    • David gegen Goliath oder Hasselbald X1 gegen DSLR

      Moin zusammen,
      ich habe aus Lust und Neugierde vor einiger Zeit angefangen Negative abzufotografieren und auch in einem anderen Thread schon einiges dazu geschrieben.
      Man hatte mich mal gebeten einen Vergleich mit dem Hasselblad X1 Scanner anzustellen. Was ich jetzt mal gemacht habe.

      Angetreten ist der X1 gegen eine Sony Alpha 7R II mit 16mm Zwischenring und dem Standard 50mm f1.8.
      Dazu kommt ein relativ einfacher Reproständer B.I.G. 428931 (120,-€ Klasse von Amazon) und ein Kaiser slimlite Leuchtpult.
      Für die Planlage habe ich mir des Digitaliza 120 Film Halter bedient, den ich nebenbei großartig finde.

      Ausgangsbasis war ein Mittformat Negativ Ilford Delta 3200.
      Film wurde in Ilfosol mit Rotation entwickelt.

      Ich habe eine Film gewählt der einfach in "gruseligen" Lichtverhältnissen verwendet wurde um so die Grenzen auszuloten.
      Location war der Matenatunnel in Duisburg mit dem bisschen Deckenbeleuchtung.

      Netto kam als Ergebnis also folgendes Raus:
      Auflösung:
      Flextight: 7040x7040 pixel (49,5MP) 16 Bit Tiff aus 3F RAW
      Sony: 5250x5250 Pixel (27,6MP) 16Bit RAW

      Umwandlung
      Flextight: Hasselblad FelxColor
      Sony: Negativ LAB Pro 2

      Auf dem ersten Blick sieht das ganze schon sehr ähnlich aus. (Links Hasselblad X1, rechts Sony a7R II)
      Bildschirmfoto 2019-08-25 um 09.59.58.jpg


      Auf den 2 Blick war ich dann doch etwas erstaunt wie nahe die Sony qualitativ an den Flextight heran kommt. (Links Hasselblad X1, rechts Sony a7R II)
      Bildschirmfoto 2019-08-25 um 10.02.26.jpg


      Mein Fazit.
      Wer top Qualität braucht, kommt um eine Scanner wie dem Flextight nicht herum.
      Wer sich einen Scanner in der Klasse Canon und Epson ersparen möchte, ist super bedient mit der Reprofotografie.
      Großer Vorteil ist bei der Reprofotografie die Geschwindigkeit.

      Eines noch als Anmerkung.
      Bei der Reprofotografie ist es wichtig eine gute Linse einzusetzen. In meinem Beispiel kann man sehr deutlich die Verzeichnung des Sony Objektiv unten rechts erkennen.

      Wer Interesse an die beiden Originale hat kann sie aus der Dropbox laden. Sie sind im 16bit TIFF Format.
      Dropbox-Link


      Mich würden jetzt natürlich eure Meinung zu den Unterschieden interessieren.
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    • Thomas Spärber schrieb:

      Vielen Dank für die Vergleichsbilder. Allerdings hast du beim Scan einen massiven Schärfefilter aktiviert, der das Ergebnis leider sehr verzerrt.
      Hängt denn das Negativ beim "Digitiliza" nicht durch? Ich habe die KB-Variante und der "strafft" die Filme leider nicht (wie erhofft).
      Der 120er Strafft das Negativ tiptop. Den für KB habe ich noch nicht.
      Die Bilder sind ungeschärft. Aus der Hasselblad FFF Datei ist einfach ein Tiff exportiert. Da wurde nichts geschärft.
      Es sei denn Lightroom triebt da noch was unter der Haube, was ich eigentlich nicht glaube.
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    • Danke für die Vergleiche- allerdings, ich finde die Vergleiche schwierig, da sollten dann die Grundhelligkeiten in etwa übereinstimmen, sonst wird das unklar. Bei den Händen sieht man es deutlich, die eine Hand wirkt wie ausgebrannt. Ich vermute aber, dass dieses Bild einfach heller ist als das andere.

      Gruss
      Toni
    • Ich hatte mal eine Zeit lang mit dem Imacon-RAW-Konverter gearbeitet. Hier musste ich immer genau aufpassen, dass das Schärfen deaktiviert war, wenn ich möglichst "rohe" Scans heraus rechnen wollte. In der 100%-Ansicht sieht es bei deinem Beispielbild sehr danach aus, dass hier ein Schärfefilter ganze Arbeit geleistet hat bzw. die Kanten jedes Filmkorns sehr verstärkt hat. Das schaut für mich nicht natürlich aus. Ein 6x6-Negativ bzw. die Digitalisierung in der hohen Auflösung ist meiner Erfahrung nach wesentlich "weicher" im ursprünglichen Zustand. Aber gut: der Eigenkontrast des Motivs ist auch hoch bzw. verstärkt den Schärfeeindruck. Es kann auch sein, dass der damalige Imacon, den ich nutzte, schon nicht mehr exakt kalibriert war. Die Version mit der Digicam finde ich klasse.

      Die Digitaliza-Filmhalter scheint es leider nicht mehr am Markt zu geben.
    • Moin,
      vielen Dank für Deinen Vergleich! Für mich sieht das so aus, als ob im Scan die Mauer links besser durchgezeichnet wäre - was aber auch an der unterschiedlichen Helligkeit liegen mag.
      Mein Fazit ist bis hier, dass der Qualitätsinterschied zwischen einem Hassi-Scan und einem sorgfältigen DSLR-Scan für die meisten Nutzer nicht mehr praxisrelevant sein dürfte. Offenbar sogar auch ohne Makrolinse.


      Digitaliza-Filmhalter:
      hab ich noch vor sechs, sieben Wochen gekauft, für Kleinbild. Muss es also noch geben. Aber witzigerweise noch nie benutzt.

      VG
      Carsten.
      Gott grüß die Kunst!
    • Ich habe ähnlich Erfahrungen gemacht mit den Digitaliza Filmhaltern, der KB Halter ist schwieriger und fummeliger in der Handhabung als der 120er Adapter, der ist wirklich klasse ( Planlage bei welligen KB Streifen ist schwierig manchmal ).
      Ich habe beide direkt bei Lomography bestellt, dort sind sie oft ausverkauft, aber es werden alle paar Wochen wohl immer mal welche produziert/ geliefert.

      Ich hab mehr als 3 Monate warten müssen, bis ich beide hatte.

      Aktuell verfügbar bei Lomography:
      shop.lomography.com/de/digital…-scanning-mask?country=de
      shop.lomography.com/de/digitaliza-120-scanning-mask

      Fotoimpex hat sie auch im Angebot, kann aber dauern bis sie welche ins Lager bekommen .

      Ich muss sagen , dass ich bei KB doch wieder einen echten Scanner bevorzuge, weil die Handhabung eben doch schneller ist, als bei jedem Streifen zu fummeln und neu zu probieren.

      Ich habe auch die Erfahrung gemacht, ein Makroobjektiv ist besser geeignet als eine Normalbrennweite mit Zwischenring. Ich benutze eine Olympus Pen-F mit dem 60mm Makro und bekomme damit fast komplett das Negativ formatfüllend aufs Bild ( Wegen dem 4/3 Format fehlt links und rechts halt ein bisschen). Die Kamera hat aber "nur" 20 Megapixel.
    • Fred Klopfer schrieb:

      Toni Frank schrieb:

      [...] Ich vermute aber, dass dieses Bild einfach heller ist als das andere.
      Das sehe ich auch so. Beim Linken Bild wirken die Lichter (Haare) viel besser differenziert. Ob das an den unterschiedlichen Kurven von Scanner und Kamerasensor oder nur an der Helligkeitseinstellung liegt, kann man so nicht beantworten.
      Gruß
      Fred
      Die fehlende Durchzeichnung der Details im Haar ist mir auch aufgefallen.
      Aber sie ist nicht da. Ob man das noch hätte mit anderen Belichtungseinstellungen hätte rausholen könne, weis ich jetzt natürlich nicht.
      Durch Steuerung der Lichter und Schatten habe ich es auf jeden fall nicht hin bekommen.
      Aber ihr dürft euch gerne mal daran versuchen. Die Tiffs sollten unkompremiert sein.

      Grüße
      Dieter
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      Meine Seite
    • Hallo,

      ein für mich auch sehr interessanter Vergleich.

      Ergänzen möchte ich noch daß ein qualitativ gutes
      Macro-Objektiv wichtig ist. nicht nur wegen etwaiger
      Verzeichnungen sondern auch bezüglich des
      Kontrastes und der Schärfe.

      Vor etlichen Jahren habe ich, als es bei SPUR den
      Agfa Copex samt passender Chemie zu kaufen gab
      mal eine ausführliche "Versuchsreihe" mit verschiedenen
      Macro-Objektiven gemacht.
      Ausgangspunkt war ein sehr guter S/W-Abzug in ca.
      DIN A4 aus den 30er Jahren, damals mit einer
      Platten-Kamera gemacht.

      Die Unterschiede auf dem Testfilm waren zum Teil
      beträchtlich.

      Im Moment bin ich immer noch am Sparen um eventuell
      im Winter mit einer Digitalkamera nebst Macro-Objektiv
      meine vielen Fabrnegativfilme abzulichten.

      Herzliche Grüße

      Karl Heinz
    • Karl Heinz Muenter schrieb:

      Hallo,

      ein für mich auch sehr interessanter Vergleich.

      Ergänzen möchte ich noch daß ein qualitativ gutes
      Macro-Objektiv wichtig ist. nicht nur wegen etwaiger
      Verzeichnungen sondern auch bezüglich des
      Kontrastes und der Schärfe.

      Vor etlichen Jahren habe ich, als es bei SPUR den
      Agfa Copex samt passender Chemie zu kaufen gab
      mal eine ausführliche "Versuchsreihe" mit verschiedenen
      Macro-Objektiven gemacht.
      Ausgangspunkt war ein sehr guter S/W-Abzug in ca.
      DIN A4 aus den 30er Jahren, damals mit einer
      Platten-Kamera gemacht.

      Die Unterschiede auf dem Testfilm waren zum Teil
      beträchtlich.

      Im Moment bin ich immer noch am Sparen um eventuell
      im Winter mit einer Digitalkamera nebst Macro-Objektiv
      meine vielen Fabrnegativfilme abzulichten.

      Herzliche Grüße

      Karl Heinz
      Hallo Karl Heinz,
      den Eindruck hatte ich als ich diverse "normale" Objektive ausprobiert hatte.
      Danke für für diene Erfahrungen die meine These an der Stelle unterstreichen.

      Beste Grüße
      Dieter
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    • Hallo,

      ich habe ähnliche Erfahrungen.

      Ich habe einen Screen Cezanne, den ich nicht mehr nutze, weil das gesamte Ökosystem mir nicht mehr passt:

      - alter Mac mit OS9
      - ewige Scanzeiten
      - extrem schwerer Scanner mit großer Grundfläche
      - nur unerheblich besser als abfotografieren

      Jetzt nutze ich eine Nikon Z7 mit 60er Makro samt Reprostativ und Leuchtplatte. Das geht schneller, ist bequem und ich selbst sehe keine Unterschiede.

      Der Screen packte etwa 77 MPix bei einem 6x6. Jetzt sind es halt 67 MPix mit der Kamera aus zwei Belichtungen gestitched. Ich könnte das noch in die Höhe treiben mit vier Teilbildern, aber das ist mir persönlich zu viel Aufwand und solch riesige Dateien mag ich dann nicht dauerhaft speichern und verarbeiten müssen, zumal dann irgendwann auch keine weiteren Informationen mehr aufgezeichnet werden können.

      Den Screen werde ich wohl verkaufen. Manche mögen lieber mit diesen Scannern arbeiten, ich selbst nicht mehr. Die neuen Digitalsensoren sind einfach zu gut geworden, in der Praxis braucht es nicht mehr. Bei sehr dichten Dias mögen Trommler und Co. noch Vorteile bringen, aber bei Negativen sehe ich beim besten Willen keine Gründe mehr für solche Dinosaurier.

      VG
      Tobias
    • Tobias Callenius schrieb:

      ...
      Der Screen packte etwa 77 MPix bei einem 6x6. Jetzt sind es halt 67 MPix mit der Kamera aus zwei Belichtungen gestitched. Ich könnte das noch in die Höhe treiben mit vier Teilbildern,
      ...
      Das ist ja eine Idee ein Negativ in Einzelteilen fotografieren und dann Stichen.
      Aber da geht wahrscheinlich auch einiges an Zeit bei drauf in der Nachbearbeitung oder?
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    • Servus!

      Inspiriert von diesem Thread habe ich mir mal Zwischenringe für meine Digitalen besorgt und getestet. Die Ergebnisse sind im Vergleich zum 8800f bei KB (wie zu erwarten war) deutlich besser. Jedoch braucht es für 6x6 definitiv das Stitchen, da die effektive Auflösung sonst viel zu niedrig ausfällt.


      Dieter Bruse schrieb:

      Das ist ja eine Idee ein Negativ in Einzelteilen fotografieren und dann Stichen.Aber da geht wahrscheinlich auch einiges an Zeit bei drauf in der Nachbearbeitung oder?
      ich nutze Microsoft ICE dafür und würde schätzen, dass hier maximal eine Minute pro Bild nötig sind. Das relativiert sich durch den Zeitvorteil beim Scannen auf Plus Minus Null :) (wobei ich mir den Zwischenschritt der Objektivkorrektur in lightroom spare, da das verwendete Sigma 85mm 1.4 Art weder auf Crop noch auf KB relevant verzeichnet...)


      Viele Grüße
      Manuel