Portraits im George Hurrell-Stil - Beleuchtung, Film, Chemie

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    • Portraits im George Hurrell-Stil - Beleuchtung, Film, Chemie

      Hallo zusammen,

      ich möchte gerne mal in den Spuren von George Hurrell wandeln - der große Meister, der in den 20er-40er Jahren maßgeblich das "Hollywood Glamour Portrait" geprägt hat. Um seine Arbeiten möglichst nahe zu kommen, mache ich mir um folgende Punkte Gedanken:

      1. Modell, Styling, Kulisse
      2. Ausleuchtung
      3. Film und Entwicklerwahl


      Punkt 1. ist safe, bei den anderen beiden Punkte möchte ich mir gerne Rat bei euch holen.

      2. Ausleuchtung
      Für die harte Ausleuchtung wären Fresnel-Linsen oder zumindest LED Panels wohl ideal. Leider muss ich mich mit Studioblitzen begnügen. Hat jemand einen Tipp zur Positionierung und Lichtformern?

      3. Film und Entwickler
      Mein erster Gedanke war, einen Ortho-Film zu nehmen und den irgendwie weich zu prügeln. Den einzigen orthochromatischen Film, den ich recherchieren konnte, ist der Rollei Ortho 25. Der passende Entwickler scheint wohl der RLC-Entwickler aus gleichem Haus zu sein. Hat jemand Erfahrung mit der dieser Kombi bei Portraits oder eine Alternative am Start? Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich in erster Linie die Negative "scannen" (Abfotografieren mit Reprostativ) möchte. Ich fotografiere im Mittelformat.


      Viele Grüße aus Köln
      Micha
    • Hi,

      fahr nach Oberhausen in die Ludwig - Galerie und schau Dir die Ausstellung "Hollywood Icons" an. Dort gibt es auch Arbeitsfotos, auf denen man in etwa sehen kann wie die Fotografen damals gearbeitet haben. Verwendet wurden damals Großformatkameras, von den Filmen wurden dann im Kontakt die Bilder im Format 10" X 8" abgezogen. Ich denke schon das diese Technik allein sehr zum Look beigetragen hat. Die Retusche wurde mit einem weichen Bleistift direkt auf dem Negativ ausgeführt. So hat es mir John Kobal erzählt. Für die Beleuchtung gibt es kein allgemeines Rezept. Ich denke aber das man mit dem klassischen Führungslicht, einer Aufhellung und einer Spitze weit kommen kann. Von der Beleuchtung her sind die Bilder eher hell und relativ weich bzw. sehr durchgezeichnet. Von Arri gibt es ein Beleuchtungs - Handbuch zum Herunterladen: arri.com/en/learn-help/lighting/lighting-handbook , ich kann es nur empfehlen. Eigentlich ist es egal welche Lichtquelle Du nimmst, sie muss nur formbar sein. Wichtig finde ich auch das es im Studio keine reflektierenden Flächen gibt, sonst kann man es vergessen eine Lichtführung aufzubauen wenn das Licht von den Wänden reflektiert unkontrollierbar leuchtet. Was man in Oberhausen auch gut sehen kann ist der Einsatz von schwarzem Stoff um das Streulicht zu bändigen. Heute nimmt man schwarz gestrichene Styroplatten. Über den Film und den Entwickler würde ich mir keine Gedanken machen. Vor allem aber keinen Spezialfilm nehmen. T-Max 100 ist wunderbar. Falls Du die Hauttöne heller brauchst, dann nimm einfach einen entsprechenden Farbfilter.

      Gruß Stefan
    • amazon.de/Hollywood-Portraits-…ollywood+porttaits&sr=8-1


      Da steht alles drin - von der Beschreibung der historischen Techniken über die recht ausführliche Antwort auf die Frage, wie man einzelne Komponenten durch Neuzeitliches ersetzen kann, bis hin zu ein bisschen Filmgeschichte und ein paar Anekdoten. Mit Abstand am besten an diesem Buch sind die ausführlichen Analysen von vielleicht dreissig oder vierzig Bildern, und der Auto weiss auch im Gegensatz zu sehr vielen "Einführungen" in die Studiofotografie, wovon er da erzählt.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Damit du einen ähnlichen Bildeindruck kriegst, solltest auch für MF eine relativ lange Brennweite verwenden, da die bei 8x10/11x14 inch Kameras sehr wenig Schärfentiefe haben, selbst wenn sie noch relativ stark abgeblendet hatten!
      Ich empfehle 200-250mm oder ein 150-180mm bei Offenblende!
      Das Buch von Roger Hicks habe ich auch neben vielen anderen, aus dieser Zeit.
    • Es lohnt sich Youtube Videos vom Studio Harcourt anzusehen oder allgemein dazu die Bildersuche zu betätigen. Da erhält man einen schönen Eindruck von der komplizierten Arbeit mit dem harten Licht.

      Ich arbeite auch immer mal wieder daran, wenn ich geduldige Modelle dafür finde. Mit Blitz und vor allem ohne sehr starkes Einstellicht ist das meiner Meinung nach einfach nicht möglich. Ich habe mir über die Jahre einen Bestand an verschieden starken Filmscheinwerfern zugelegt. Drei sind meiner Meinung nach das Minimum.


      Bei Kleinanzeigen verkauft übrigens gerade jemand 3 Fresnelscheinwerfer recht günstig.