Angepinnt Kamerabestimmungsbücher und andere Informationsquellen

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    • Kamerabestimmungsbücher und andere Informationsquellen

      Wer Fotoapparate aus technischem und historischem Interesse sammelt, ist in der Regel auch an Informationen zu seinen Exponaten interessiert – zeitliche Einordnung, Modellgeschichte, Varianten, Zubehör, Neupreis, Stückzahlen usw. sind hier relevante Daten. Als gedruckte Informationsquellen kommen grundsätzlich in Betracht:
      • Allgemeine Kamerakataloge/Bestimmungsbücher (z. B. Abring, Kadlubek, Kerkmann, McKeown …)
      • Hersteller-/markenspezifische Kataloge und Monographien (z. B. zu Rollei, Voigtländer, Zeiss Ikon, Leitz, Nikon…)
      • Bauformenspezifische oder herkunftsorientierte Kataloge und Monographien (z. B. TLR-Kameras, Boxen usw.; französische Kameras…)
      • Artikel in Fachzeitschriften (PhotoDeal, Photographica Cabinett usw.)
      • Zeitgenössische Kataloge von Herstellern und Händlern
      Darüber hinaus existieren im Internet zahlreiche (offene) Datenbanken (z. B. camerapedia) und Sammlerseiten mit allgemeinen, z. T. aber auch sehr spezifischen Informationen, die mitunter eine recht genaue Bestimmung z. T. exotischer Modelle oder Modellvarianten ermöglichen, Varianten dokumentieren und regelmäßig aktualisiert werden.
      Der Informationsgehalt der einzelnen Quellen ist von unterschiedlicher Qualität und Umfang, was mit der jeweiligen Konzeption, der Datenlage, dem zur Verfügung stehenden Platz usw. zu erklären ist. Wer genaue Auskünfte wünscht, wird ohnehin vergleichend mehrere Nachschlagewerke heranziehen bzw. verschiedene Seiten konsultieren.

      Das ist der Anlass für diesen Beitrag: Wenn Interesse besteht, könnte man in diesem Thread einmal die Sammlerliteratur zusammenstellen und kommentieren; auf diese Weise kommt man vielleicht zu einer kommentierten 'Sammlerbibliographie‘.
      Beste Grüße
      Jan
    • Ich beginne mit allgemeinen gedruckten Katalogen/Bestimmungsbüchern; angegeben ist jeweils die letzte Auflage.


      1. Abring, Hans Dieter. 1977–1997. Von Daguerre bis heute. 4 Bde. Herne: Selbstverlag.


      Es handelt sich weniger um einen systematischen Katalog als vielmehr um die Dokumentation einer beeindruckenden Sammlung, die der Verfasser während mehrerer Jahrzehnte zusammengetragen und in einem privaten Fotomuseum zugänglich gemacht hat (Näheres zum Autor hier: wanne-eickel-historie.de/hans-dieter_abring.html).

      Verzeichnet sind insgesamt 4.799 Geräte, sortiert jeweils nach Bauformen. Jede Kamera ist abgebildet – die Qualität der Fotos ist durchwachsen – und kurz beschrieben.

      Die Bände enthalten jeweils noch ein Kapitel zu einem Spezialthema (z. B. Stereofotografie, Photographische Prozesse usw.). Band IV enthält einen Gesamtindex. Zusätzlich liegt noch ein Preisführer (Stand 1998) vor.

      Die Informationen sind eher knapp; genannt werden lediglich Hersteller, Modell, Objektiv- und Verschlussbestückung und das ungefähre Baujahr. Auf besondere Ausstattungsmerkmale, Details und Varianten wird nicht eingegangen; eine genaue Einordnung ist deshalb oftmals nicht möglich; auch die Unterschiede zwischen den abgebildeten Modellen werden nicht erläutert. Andererseits sind Abbildungen seltener Modelle enthalten, auch randständige Sammelgebiete (z. B. Einwegkameras) sind erfasst.

      Ich sehe den Abring in erster Linie als Sammlungsdokumentation, für mich besteht der Nutzen darin, dass ich mir einen ersten Überblick über Modelle in den einzelnen Kategorien verschaffen kann.



      2. Cornwall, James E. 1979. Historische Kameras 1845–1970. Ein Handbuch für Sammler. Darstellung von über 800 Kameras. Herrsching: vwi.


      Der Autor ist bekannt als Veranstalter von Photographica-Auktionen. Dieser Katalog enthält aber nicht nur seltene Auktionsware, sondern bietet einen breiten Überblick über Apparate (inkl. Filmkameras) aller relevanten Bauformen, die Gliederung nach Kategorien ist mit der bei Abring vergleichbar.Die Informationen sind aber wesentlich ausführlicher: Jede Kamera wird abgebildet und kurz charakterisiert; hinzu kommen an vielen Stellen aber (in unterschiedlichem Umfang) Informationen zur Modellgeschichte, zu Modifikation und Varianten, angebotenen Ausstattungskonfigurationen, zur Stückzahl und zur Marktsituation.

      Für mich unter den nicht markenspezifischen Katalogen nach wie vor eine der wichtigsten Informationsquellen zu Kameras.


      3. Kadlubek, Günther & Rudolf Hillebrand. 2004. Kadlubeks Kamera Katalog. 5. Aufl. Neuss: Hillebrand.

      Der 'Kadlubek' hat den Anspruch eines Referenzwerks im deutschen Sprachraum, das zeigt sich darin, dass jedem Kameramodell zur Identifikation ein siebenstelliger Kalubek-Code zugewiesen wird. Erfasst sind in der 5. (und letzten) Auflage etwa 26.000 Kameras, von denen etwa 4.800 abgebildet sind. Für jedes Modell ist eine Zeile im DIN-A4-Querformat vorgesehen; geboten werden in einzelnen Spalten jeweils die folgenden Informationen: Modell, Typ, Format, Baujahr(e), Objektiv- und Verschlussbestückung, Marktpreise in € und $. Hinzu kommen „Erläuterungen“, die eine nähere Einordnung ermöglichen sollen, etwa äußere Details wie Schriftzug, Trageösen oder Sucherform. Gerade diese Details sind aber in vielen Fällen nur unzureichend erfasst; spezifische Merkmale der mit eigener Kadlukek-Nummer versehenen Modelle bleiben dann mitunter unerwähnt. Dass nur ein Teil der erfassten Geräte abgebildet werden kann, ist angesichts des Umfangs nachvollziehbar; gerade dadurch wird aber die exakte Bestimmung des Exemplars, das man vor sich hat, in vielen Fällen schwierig.


      4. Kerkmann, Willi. 1993. Deutsche Kameras 1900–1945. 2. Auflage. Wuppertal: Selbstverlag. – Kerkmann, Willi. 1999. Deutsche Kameras 1945–1999. 3. Ausgabe. Wuppertal: Selbstverlag.

      Die Kerkmann-Kataloge basieren auf der Auswertung zeitgenössischer Druckschriften und Werbeanzeigen; die jeweils mit einer Nummer versehenen Modelle sind durch Abbildungen der Katalogtexte erfasst. Das erlaubt eine genaue Datierung, und aus den Beschreibungen gehen jeweils die angebotenen Ausstattungsvarianten und die Neupreise hervor. Das Ganze erinnert zwar eher an eine Collage als an einen Katalog, da hier aber authentisches Material abgebildet wird, hat man einen sehr guten Ausgangspunkt für die Bestimmung und Einordnung, zumal die Vielfalt der Varianten sichtbar wird. In beiden Bänden sind zusammen etwa 3.800 Kameramodelle und Zubehörteile verzeichnet.


      5. McKeown, James M. 2004. Mckeown's Price Guide To Antique & Classic Cameras 2005–2006. 12. ed. Grantsburg. Centennial Photo Service.

      Hier handelt es sich wohl um den bekanntesten und international am weitesten verbreiteten Kamerakatalog. Erfasst und abgebildet sind in der noch immer aktuellen 12. Aufl. ca. 10.000 Kameras. Wie auch bei Kadlubek dürfte das Benutzerinteresse weniger der Preisfindung als vielmehr der Bestimmung und Zuordnung gelten.
      Beste Grüße
      Jan
    • Andreas Thaler schrieb:

      Andreas Thaler schrieb:

      Sehr gut, Jan, kannst du gleich einen Raster für die sinnvolle Erfassung vorschlagen? Also Reihung der bibliographischen Angaben, Copyrighthinweise, ggf. Kurzinfo zur Quelle?
      Upps, crossed, s.o.
      So weit habe ich noch gar nicht gedacht; erst einmal sehen, wie das Interesse ist. Bei den bibl. Angaben habe ich mich an den Konventionen in meinem Fach orientiert; die Informationen/Charakterisierungen/Kommentare fallen wahrscheinlich unterschiedlich umfangreich aus. Aber klar - eine Struktur muss es geben; vielleicht so ähnlich:

      1. Allgemeine Kamerakataloge/Bestimmungsbücher (s. oben)

      2. Hersteller-/markenspezifische Kataloge und Monographien
      2.1. Agfa
      2.2. x
      2.y. Zeiss Ikon

      3. Bauformenspezifische Kataloge und Monographien 3.1. Boxkameras
      3.2. Zweiäugige Spiegelreflexkameras usw.

      4. Kameradatenbanken

      5. Spezifische Sammlerseiten

      Wie gesagt, nur eine erste Idee...
      Beste Grüße
      Jan
    • Jan Seifert schrieb:

      Das ist der Anlass für diesen Beitrag: Wenn Interesse besteht, könnte man in diesem Thread einmal die Sammlerliteratur zusammenstellen und kommentieren; auf diese Weise kommt man vielleicht zu einer kommentierten 'Sammlerbibliographie‘.
      Hallo Jan, finde ich einen super Beitrag. Möchtest Du zu diesem Theme ggf einen Beitrag für unseren Blog im APHOGnext Portal schreiben?


      Grüße

      Marwan
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
    • Mein Vorschlag., wäre es hier zu sammeln und vor allem die markenspezifischen Sachen erstmal wegzulassen - das wird sonst viel zu viel. Allein zu Leica und Zeiss gibt es ja tonnenweise Literatur. Ansonsten ganz unsortiert:

      - Zum Erstellen einer Übersicht sicherlich Interessant ist die bereits vorhandene Bibliographie von Frank Heidtmann "Die deutsche Photoliteratur". Endet leider 1984, aber alleine da sind über 70 Titel zum Thema "Photographica allgemein" zusammengestellt.

      - Als "großen Katalog" würde ich neben den genannten noch von Michel Auer "The Guide To Antique Cameras" mit reinnehmen.
      - Zu den Russen Jean Loup Princelle: The Authentic Guide To Russian ans Soviet Cameras

      Im Netz neben der camerapedia das camera-wiki.org (deutlich angenehmer zu lesen). Dann noch
      Kamerasammlung Tauber und fotoapparate-meier.de.
    • Marwan El-Mozayen schrieb:

      Hallo Jan, finde ich einen super Beitrag. Möchtest Du zu diesem Theme ggf einen Beitrag für unseren Blog im APHOGnext Portal schreiben?
      Hallo Marwan,

      das kann ich mittelfristig grundsätzlich machen, allerdings würde ich zunächst lieber Andreas' Vorschlag folgen, hier Material zu sammeln. Meine Perspektive ist beschränkt - was markenspezifische Informationsquellen betrifft, kann ich beispielsweise etwas zu Nikon, Rollei, Zeiss Ikon beitragen, aber wenig bis gar nichts zu Leitz usw.

      Veranlasst zu dem Beitrag hat mich die Beobachtung, dass häufig auf bestimmte Kataloge verwiesen wird, die Bestimmungskriterien dort aber keineswegs eindeutig sind und eine präzise Zuordnung kaum möglich ist. Die Aussagekraft dieser Kataloge wird m.E. überschätzt. Erst durch Konsultation verschiedener Nachschlagewerke kann man m.E. die Varianten erkennen und halbwegs zuverlässig bestimmen. Da gibt es z. T. auch gut gemachte Seiten, die aber nicht allen Interessenten bekannt sind. Wenn man das hier mit Kurzkommentaren in erweiterbarer Form zusammenstellen könnte - ich weiß nicht, ob das im Rahmen der Forumsstruktur überhaupt in übersichtlicher Form geht -, wäre das sicherlich ein Gewinn...
      Beste Grüße
      Jan
    • Sehr gut, Andreas. Heidtmann habe ich in 2. Aufl. hier, das werte ich gelegentlich mal aus. Bei Auer blicke ich noch nicht ganz durch, hinter welchen Titeln sich bloß Übersetzungen oder eigenständige Werke verstecken. Ich habe hier "Kameras gestern und heute" (1975). Ich mache gelegentlich weiter, komme wohl aber erst am WE dazu.
      Beste Grüße
      Jan
    • Morgen Miteinander,

      hier mal ein paar Links zu interessanten Seiten.

      praktica-b.org

      submin.com

      dresdner-kameras.de

      yashicatlr.com

      rick_oleson.tripod.com

      jollinger.com

      antiquecameras.net

      drricoh.de

      dantestella.com

      rokkorfiles.com

      contaxcameras.co.uk

      sovietcams.com

      commiecameras.com

      kievaholic.com

      global.canon/en/c-museum/

      olympus.dementix.org

      olypedia.de/index.php?title=Hauptseite

      Dann noch ein toter Link, vieleicht findet jemand ein Web Archiv wo diese Seite gespeichert ist

      polishcameras.com

      Dann noch ein Buchtip

      Cameras Of The Peoples Republic OF China

      Douglas St Denny

      ISBN 0 9514392 0 0


      Gruß Achim