Objektive schmieren - womit?

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    • Gute Nacht Miteinander,

      bei Baumaschinen vor allem beim Radlader werden die Lager im Bereich des Arbeitsraum täglich abgeschmiert, weniger wegen der Schmierwirkung, eher um die Lager zu reinigen, das heißt Verschmutzungen die von Außen eindringen wieder herauszudrücken.
      Auch bei vielen Maschinen die regelmäsig geschmiert werden müssen ist es ähnlich.

      Daher habe ich meine Bedenken, dass Lagerfett für Dauerschmierungen an Einstellschnecken geeignet ist, denn rein von der Verwendung her als Verbrauchsstoff bezweifle ich dass es in seiner Gesammtheit der Zusammensetzung als langzeitstabil ausgelegt ist.

      Und wenn man die Prise eines genannten ich meine verlinkten Lieferanten anschaut, und auf den lebensbedarf hochrechnet (da bleibt auch noch genügend für die Enkel übrig) kann man unnötig Risiken getrost vermeiden.

      Gruß Achim
    • Das Problem ist doch, dass es "das " Schmiermittel nicht gibt, da reicht ein Blick in ein Kamera- oder Objektiv-Serviceheft. Deshalb kann man nicht ernsthaft einen Hinweis geben, welches Schmiermittel sich "gewöhnlich" für "ein paar Objektive" eignet. Ich gehe ja auch nicht in die Apotheke und frage, was man so gewöhnlich an Arznei nimmt, wenn man krank ist.

      Wie gesagt, bei Losimol gibt es diverse spezifische Schmierstoffe, die explizit zum Gebrauch in Objektiven/Kameras freigegeben sind. Klüber wäre wohl auch noch ein Hersteller. Evtl. ist da ja sowas wie eine Foren-Sammelbestellug möglich - vor ein paar Jahren hat das mal geklappt. Wenn es um Kleinstmengen geht kann ich evtl. auch noch aushelfen, ich habe noch zwei Fette von Losimol für den Eigenbedarf auf Lager. Da müsste man halt wissen, was wo geschmiert werden soll.

      Ansonsten würde ich es mal im Fachhandel versuchen, Micro-Tools z.B.

      Ich versuche mir immer vorzustellen, dass hier irgendwer durch google diesen Beitrag findet, dann zum Baumarkt rennt, sich das erstbeste Lagerfett holt und damit seine Objektive und Kameras "versorgt". Und der ganze Pfusch landet dann noch als "frisch gewartet" bei ebay.
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      Andreas Rothaus schrieb:

      ...

      Ich versuche mir immer vorzustellen, dass hier irgendwer durch google diesen Beitrag findet, dann zum Baumarkt rennt, sich das erstbeste Lagerfett holt und damit seine Objektive und Kameras "versorgt". Und der ganze Pfusch landet dann noch als "frisch gewartet" bei ebay.
      Das ist doch ohnehin längst so. Und erst die Kameras, die durch großzügige Gaben von WD40 repariert wurden ;) Das im Übrigen ein Hersteller ein bestimmtes Schmiermittel in seinen Dokumentationen nennt, sagt auf der anderen Seite aber doch auch nichts darüber aus, welche anderen Mittel ebenfalls geeignet sind. Es sei denn, man gehört zu den Menschen, die auch nur das vom Hersteller in der BA genannte Motoröl für ihr Auto verwenden ;) Kann man machen, muss man aber nicht ;)

      Wichtig sind die Materialeigenschaften - wenn die passen und einem die Viskosität gefällt, tut es sicher auch Lagerfett. Wenn sie nicht passen (was wahrscheinlicher ist) dann passt es nicht, liegt aber in der Verantwortung des Kamerabesitzers, der letztlich mit SEINEM Gerät machen kann, was ihm beliebt. Nochmal und das gaz ernsthaft: Wenn es vernünftig sein soll: Materialeigenschaften, Verwendungszweck, Temperaturbereich und Inhaltsstoffe checken und nicht einfach irgend etwas nehmen.
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      Herzlichen Dank für diesen vernünftigen und ausgewogenen Beitrag, der eine angenehme Balance zwischen unreflektierter Hemdsärmeligkeit einerseits ("Ich hab mein Noctilux mit Erdnussbutter und Frittenfett wieder hingekriegt") und jenem hysterischen Alarmismus andererseits hält, welcher schon vor dem Anbringen eines UV-Filters dazu rät, eine Reparatur-Fachwerkstatt zu beauftragen.

      :thumbsup:
      "The one with the most stuff when he dies wins" (Felinik, APUG English Forum)
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      Steffen Schüngel schrieb:

      Wenn es vernünftig sein soll: Materialeigenschaften, Verwendungszweck, Temperaturbereich und Inhaltsstoffe checken und nicht einfach irgend etwas nehmen.
      Und es ist realistisch, dass man sich ein Wälzlagerfett "08/15" aus dem Baumarkt holt und dann Materialeigenschaften überprüft? Wo? Wie? Womit? Vielleicht könnte man ja auch einfach ganz entspannt das Zeug verwenden, das dafür freigegeben wurde.
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      Andreas Rothaus schrieb:

      Vielleicht könnte man ja auch einfach ganz entspannt das Zeug verwenden, das dafür freigegeben wurde.
      Das ist im Zweifel die allerbeste Vorgehensweise, bloß ... wenn ein Objektiv ein(e) CLA braucht, hat es in der Regel schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und Informationen zu den Original-Schmiermitteln dürften nicht immer zugänglich bzw. die Produkte selbst häufig nicht mehr auf dem Markt sein.

      Wäre es da nicht ein konstruktiver Vorschlag, entsprechende (seriöse) Informationen mal in einem eigenen Sammel-Thread zusammenzutragen?
      "The one with the most stuff when he dies wins" (Felinik, APUG English Forum)
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      Hallo,
      ich lese als Schmierstoffentwickler mit fast 35 Jahren Erfahrung schon eine ganze Zeit mit Kopfschütteln, manchmal auch mit Schmunzeln, leichtem Entsetzen oder mit Unverständnis, diese Diskussion mit.
      Ein Hersteller von Kameras, Mikroskopen und Objektiven aus Wetzlar hat vor etlichen Jahrzehnten Schmierstoffe von unserer Firma bezogen und sie auch z.T. gemeinsam mit uns entwickelt, es waren nur wenige Kilo pro Typ. Zitat: "Selbst wenn das Kilo 3000 DM kosten würde, spielt das für uns keine Rolle, pro Objektiv sind ja nur Bruchteile eines Gramms drin" . Aber es gab zahlreiche verschiedene Typen und wo welches Fett bzw. Öl genau verwendet wurde, wurde nie preisgegeben. Es waren aber auf jeden Fall synthetische Öle und Fette, teilweise sogar mit ganz speziellen exklusiven Festschmierstoffen, die es im freien Handel nirgendwo zu kaufen gab. Für den Fokustrieb in Objektiven hatte man sehr strenge Auswahlkriterien u.a. an die Ölausblutung und an das Betätigungsgefühl bei tiefen und bei hohen Temperaturen. Geprüft hat das damals ein Mitarbeiter, der schon sehr lange in diesem Unternehmen war, mit der Hand! Ich kann hier nur soviel preisgeben, daß es sich dabei keinesfalls um "Walzenfette, Kugellagerfette, Krytox" oder sonstige trivialen Schmierfette handelte, die Namen, die ich hier lese, sind teilweise recht abenteuerlich. Über meine Meinung zu dem Wundermittel WD 40, das ich oft genug analysiert und getestet habe, möchte ich mich hier lieber in Schweigen hüllen. (Heute habe ich die Spraydose für 1,99 € im Regal stehen sehen)
      Auch einen speziellen totmatten Gleitlack für die Blendenlamellen kaufte diese Firma bei uns, auch dieses Produkt konnte sonst niemand beziehen.
      Heute gibt es dieses Geschäft und die damaligen Produkte längst nicht mehr und es wäre auch nicht mehr wirtschaftlich.
      Es gibt zwar durchaus noch Produkte, die u.U. geeignet wären, jedoch nur noch in industrieüblichen Abnahmemengen.
      Andere Unternehmen, die bereits erwähnt wurden, liefern jedoch auch in kleinen Mengen.

      Viele Grüße, Jochen (Chemiker)
    • Neu

      Jochen Mühlemeier schrieb:

      Hallo,
      ich lese als Schmierstoffentwickler mit fast 35 Jahren Erfahrung schon eine ganze Zeit mit Kopfschütteln, manchmal auch mit Schmunzeln, leichtem Entsetzen oder mit Unverständnis, diese Diskussion mit.
      Ein Hersteller von Kameras, Mikroskopen und Objektiven aus Wetzlar hat vor etlichen Jahrzehnten Schmierstoffe von unserer Firma bezogen und sie auch z.T. gemeinsam mit uns entwickelt, es waren nur wenige Kilo pro Typ. Zitat: "Selbst wenn das Kilo 3000 DM kosten würde, spielt das für uns keine Rolle, pro Objektiv sind ja nur Bruchteile eines Gramms drin" . Aber es gab zahlreiche verschiedene Typen und wo welches Fett bzw. Öl genau verwendet wurde, wurde nie preisgegeben. Es waren aber auf jeden Fall synthetische Öle und Fette, teilweise sogar mit ganz speziellen exklusiven Festschmierstoffen, die es im freien Handel nirgendwo zu kaufen gab. Für den Fokustrieb in Objektiven hatte man sehr strenge Auswahlkriterien u.a. an die Ölausblutung und an das Betätigungsgefühl bei tiefen und bei hohen Temperaturen. Geprüft hat das damals ein Mitarbeiter, der schon sehr lange in diesem Unternehmen war, mit der Hand! Ich kann hier nur soviel preisgeben, daß es sich dabei keinesfalls um "Walzenfette, Kugellagerfette, Krytox" oder sonstige trivialen Schmierfette handelte, die Namen, die ich hier lese, sind teilweise recht abenteuerlich. Über meine Meinung zu dem Wundermittel WD 40, das ich oft genug analysiert und getestet habe, möchte ich mich hier lieber in Schweigen hüllen. (Heute habe ich die Spraydose für 1,99 € im Regal stehen sehen)
      Auch einen speziellen totmatten Gleitlack für die Blendenlamellen kaufte diese Firma bei uns, auch dieses Produkt konnte sonst niemand beziehen.
      Heute gibt es dieses Geschäft und die damaligen Produkte längst nicht mehr und es wäre auch nicht mehr wirtschaftlich.
      Es gibt zwar durchaus noch Produkte, die u.U. geeignet wären, jedoch nur noch in industrieüblichen Abnahmemengen.
      Andere Unternehmen, die bereits erwähnt wurden, liefern jedoch auch in kleinen Mengen.

      Viele Grüße, Jochen (Chemiker)
      Naaaaabend Miteinander,

      einfach lässtig wenn Fachleute einfach unsere Wundermittel auch Snake Oil´s genannt schlecht machen.

      Jetzt mal ernst, ich schätze es wenn Leute die wissen was sie tun Dinge klar stellen.
      Nur wäre es schön wenn du auch Tipps geben könntest was man am besten für unsere Zwecke verwenden könnte, jetzt nicht die für den Fachmann und Entwickler die optimale Lösung, sondern eine Einfache von jedermann reproduzierbare Lösung.
      Nicht um gute Ergebnisse zu erzielen, eher um die schlimmste zu verhindern, dass wären die Snake Oil´s und Billigfette, weil man die eh schon hat.

      Gruß Achim
    • Neu

      Hier ist ein gelernter Mechaniker und Service-Techniker mit einiger Praxis. Zur Zeit habe ich gerade ein Kodak-Ciné-Ektar 102-2.7 hier, das komplett fest war. Nach Zerlegung, Reinigung und Neuschmierung läuft der Schärfetrieb wieder anständig. Ich habe einen guten Hauch eines synthetischen Fetts eingebracht, Motorex 190. Ich habe auch andere Schmierstoffe, die ganz nach Anwendungszweck zum Einsatz kommen.

      Grundsätzlich empfehle ich synthetische Schmierstoffe ohne Schwefel. Dieser reagiert chemisch mit dem Kupfer im Messing oder in der Bronze, zwei im Objektivbau verbreitete Legierungen. Aluminium hat von Natur aus eine dünne Oxidschicht, die braucht man eigentlich nur zu überdecken. Das erwähnte Objektiv ist ein Aluminiumer, doch die Fettschicht kann dünn sein. Die Gewinde aufeinander eindrehen und das überschüssige Fett wegnehmen. Dann zusammenstellen und Unendlich justieren.

      Das Wichtigste an einem Objektiv ist das Glas. Da bleibt das erwähnte Ektar im Mittelfeld. Wenn man aber ein hübsches Tessar hat oder eine aufwändigere Konstruktion, dann lohnt es sich immer, mit liebevoller Hand etwas zu tun. Ich habe ein altes Berthiot-Cinor, ein unvergüteter Siebenlinser, das nicht den Kontrast eines jüngeren Produktes bietet, doch die Schärfeleistung ist sehr gefällig. Wenn die Mechanik noch angenehm funktioniert, kann man seine Freude an alten Linsen haben.
    • Neu

      Hallo,

      nachdem unsere Firma diesen Markt nicht mehr bedient, würde ich mir die Produkte dieses Unternehmens einmal ansehen:


      Losimol GmbH
      Arndtstraße 14
      30167 Hannover
      Telefon: +49 (0511) 710 0301
      Telefax: +49 (0511) 135 59
      E-Mail: losimol[at]htp-tel.de

      Motorex 190, es fehlt übrigens im Namen der Zusatz "EP" für Extreme Pressure, ist weder synthetisch noch schwefelfrei, es ist ein ganz gewöhnliches Lithium-verseiftes Mineralölfett für Routineanwendungen mit schwefelhaltigen EP-Additiven wie viele andere auch (daher auch der günstige Preis). Solche Fette gibt es an jeder Tankstelle und in jedem Baumarkt. Für tiefe Temperaturen ist es nicht ideal. Wenn man nichts Besseres hat, kann man es zur Not verwenden, wichtig ist nur, daß man nicht zu viel davon verwendet. Wenn das überschüssige Fett aus dem Gewinde rausgedrückt wird, war es schon viel zu viel, dann steigt das Risiko der Ölausblutung, wenn das Objektiv mal in der Sonne oder längere Zeit im Schrank liegt. Jeder kennt ja wohl das Phänomen der verölten Blendenlamellen. Paarungen von Aluminium gegen Aluminium sind im Übrigen besonders kritisch zu schmieren, da Aluminium sehr leicht zum Fressen neigt. Daher wurde diese Paarung i.d.R. vermieden. Besser ist Al gegen Messing.

      Eine allgemeine Empfehlung kann man nicht geben, weil die verschiedenen Hersteller unterschiedliche Materialien verwendet haben und verschiedene Konstruktionsprinzipien, Bearbeitungsqualitäten und Passungen. Wenn man z.B. ein Fett mit zu hoher Scherviskosität und/oder zu hoher Grundölviskosität verwendet, läßt sich der Schneckengang kaum noch drehen, ist eines davon oder beides zu niedrig, geht er zu leicht. Das Betätigungsgefühl (auch in der Wärme und Kälte) wird wesentlich durch das Fett bestimmt. Optimiert wurde das Verhalten u.a. durch Zusatz von Festschmierstoffen, z.B. MoS2.

      Wem es Spaß macht, der kann mal im Internet nach dem Zeiss-Hilfsstoffkatalog suchen, darin befinden sich u.a. auch Fette und Öle (jedoch keine exakten Hinweise, an welcher Stelle die genau verwendet werden):

      zeiss.de/carl-zeiss-jena/leist…produkte/hilfsstoffe.html

      Viele Grüße, Jochen.