Rotationsentwicklung von Filmen

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    • Rotationsentwicklung von Filmen

      Hallo liebe Rotationsentwickler,

      ich wollte mir als kleines Schlechtwetterprojekt eine Maschine bauen, auf der ich meine Kindermann Entwicklungsdosen für die Filmentwicklung rotieren lassen kann.
      Da ich auf eine moderne mechanische Fertigung zugreifen kann, beschränkt sich der Aufwand für die Mechanik lediglich auf die Konstruktion.
      Den Antrieb würde ich mit einem Schrittmotor, angesteuert über einen Arduino, realisieren. Diese Bastelei ist mein Zweithobby und mein Bestreben ist es immer,
      die dann noch mit der Fotografie zu verbinden.
      Nun habe ich als Kippentwickler leider keine Ahnung mit welcher Umdrehungsfrequenz ein solches Gerät arbeiten muß.
      Daher habe ich hier einige Fragen an euch:
      Gibt es eine Standardumdrehungsfrequenz auf der sich die Entwicklungszeiten beziehen?
      Hat die Drehfrequenz großen Einfluß auf die Entwicklungsdauer?
      Wird die Drehrichtung während der Entwicklung eigentlich auch verändert?
      Wenn ja: Wie sind die Zykluszeiten?
      Wo seht ihr eigentlich die wesentlichen Vorteile / Nachteile der Rotationsentwicklung gegenüber dem Kippen?

      Danke für eure Antworten.

      Erhard
    • Neu

      David Globig schrieb:

      vielleicht findest Du hier was:
      Hinweise auf die Drehfrequenz (50- 75 U/min) habe ich dort entnehmen können. Bekomme ich bei 50 U/min andere Ergebnisse als bei 75 U/min
      und wie ist es mit dem Drehrichtungswechsel?
      Werden die Entwicklungsergebnisse bei der Rotationsentwicklung generell besser als bei der Kippentwicklung? Oder ist die Reproduzierbarkeit besser?

      Nick Berger schrieb:

      Rotation in der Dose braucht wesentlich weniger Entwickler.

      Das ist ein gutes Argument.
    • Neu

      Erhard Slowik schrieb:

      Hallo liebe Rotationsentwickler,

      ich wollte mir als kleines Schlechtwetterprojekt eine Maschine bauen, auf der ich meine Kindermann Entwicklungsdosen für die Filmentwicklung rotieren lassen kann.
      Da ich auf eine moderne mechanische Fertigung zugreifen kann, beschränkt sich der Aufwand für die Mechanik lediglich auf die Konstruktion.
      Den Antrieb würde ich mit einem Schrittmotor, angesteuert über einen Arduino, realisieren. Diese Bastelei ist mein Zweithobby und mein Bestreben ist es immer,
      die dann noch mit der Fotografie zu verbinden.

      Erhard
      Hallo
      Na ja, warum denn so kompliziert:
      Meine ersten Rotationen der Planfilme in der Jobo 2500 habe ich einfach in der Drehbank gemacht. Einfüllen Dose im Futter eingespannt und mit der niedrigsten Geschwindigkeit drehen lassen. So alle Minuten mal die Drehzahl gewechselt.
      Klappte einwandfrei.
      Ein Schrittmotor wäre mir da zu aufwendig: FU, kleiner Asynchronmotor, Getriebe 1 / 100 und loslegen :)
      Viel wichtiger ist mir die Einhaltung der Temperatur. Dort würde ich was investieren.
      So habe ich meiner Jobo CPE schnell mal eine Zimmerbrunnenpumpe spendiert, damit die Temperatur in der Wanne gleichmässiger ist.
      Die Waschzettel von Ilford sagen, dann bei Rotation ca 10 - 15 % weniger Zeit gebraucht wird. Mit dem arbeite ich.
      Gruss Reinhard
    • Neu

      Moin Erhard,

      Vorweg: meine Antwort bezieht sich auf die Jobo Prozessoren.

      Bei der alten CPE2 gab es 2 Stufen. Ca. 25 und 65 U/min. Bei den neueren gab es nur noch 75 U/min.
      Es wurde von Jobo, sowohl für Film als auch für die Papierverarbeitung die 2. (schnellere) Stufe empfohlen.

      Ich habe die jedoch von Anfang an als zu schnell empfunden und benutze seit jeher die 1. (langsame) Stufe und habe bislang noch keine Entwicklungsfehler feststellen können.
      Allerdings verwende ich auch die kleinen 1500er Jobo-Dosen. Bei den Großen rumpelt und schäumt es vielleicht weniger.

      Die Drehrichtung wird jede 2. Umdrehung gewechselt.
      Es gibt Anwender, die ohne Richtungsumkehr einwandfrei entwickeln, ich habe es allerdings noch nicht versucht.

      Ich benutze überwiegend D-76 , eine Zeit lang X-Tol. Das passt sehr gut.

      Ich habe aber auch andere Entwickler, z.B. Rodinal und Neofin Blau ausprobiert und es kamen ordentlich entwickelte Filme heraus.
      Erwartungsgemäß gab es einen sichtbaren Unterschied zur Kippentwicklung, da diese Entwickler Ihre typischen Eigenschaften (z.B. Kanteneffekt...) bei der ständigen Bewegung nicht ausschöpfen können.

      Somit kann ich nicht generell sagen, dass eine Rotationsentwicklung „besser“ ist.

      Je nach Geschmack sogar im Gegenteil:
      Die alten Efke-Filme kippe ich z.B. nach wie vor in Neofin, weil mir das Ergebnis besser gefällt und werde das auch nicht ändern.

      Vorteile der Rotation für mich:
      -Reproduzierbarkeit
      -Sparsamkeit
      -Bequemlichkeit: ich mache während der Entwicklung bereits was Anderes
      -wenn man sehr viele Filme nacheinander entwickeln möchte , kann man bereits wässern, fixieren usw. während die zweite Ladung schon entwickelt.
      Man muss dann allerdings wieder händisch „kippen“ (oder einen zweiten Prozessor haben) :whistling:
      -ich habe früher hin und wieder Probleme mit den Sehnenscheiden gehabt, da machte das Kippen (5er Tank) keinen Spaß
      -die Wässerung ist sehr bequem und sparsam


      Nachteile:
      - nicht alle Film-Entwickler Kombinationen haben eine ähnliche Anmutung wie gekippt
      -Gerät braucht Platz und Strom


      Wenn ich die Möglichkeiten (+das Wissen + den Spaß daran) hätte, würde ich eher einen Kipp-Prozessor nach Tas-Vorbild bauen.

      Bin auf jeden Fall gespannt auf Dein Projekt! Viel Erfolg!

      Beste Grüße
      Torsten
    • Neu

      Hallo @Torsten Wettstein,


      danke für die ausführliche Information. Ich werde mein Gerät so bauen, daß ich als maximale Drehfrequenz 75 U/min wähle
      und die Drehfrequenz stufenlos reduzieren kann. Mit der Drehrichtungsumkehr werde ich es so machen, wie du es beschrieben hast.

      Da ich alles für dieses Miniprojekt erforderliche Material liegen habe und keine Anschaffung nötig ist werde ich mir so ein Ding mal
      bauen und ausprobieren.

      Das Ganze ist eigentlich nur ein Zeitvertreib, Spaß an der Konstruktion und am bauen und Neugier auf die Entwicklungsergebnisse.
    • Neu

      Hallo Erhard,

      zwar bin ich selbst beim Entwickeln überzeugter Kipper, aber ich kann dir noch mit folgenden Angaben dienen, die auf dem Datenblatt zum Wehner-Entwickler stehen.
      Klaus gibt für sein Produkt E-Zeiten bei 50 Umdrehungen pro Minute an, wobei ein eventueller Richtungswechesel nicht erwähnt wird. Als Verlängerungsfaktor von Rotation zu Kipp empfiehlt er 1,1.

      Gruß

      Volker
      Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)