Agfacolor ca. 1953 mit grüner Maske

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    • Agfacolor ca. 1953 mit grüner Maske

      Ich bin gerade dabei das schlechte Fotowetter mit dem einscannen alter Negative aus der Fotokiste meines Vaters zu überbrücken. Alles etwas mühsam da die Filme gerollt in Filmbüchsen stecken, oft mehrere in einer. Die Dnger kringeln sich extrem und schaffen es sogar die schon eingerastate Plastiknaske des Filmhalters wieder aufzudrücken.

      Mit einigen der Filme habe ich aber ein ganz anderes Problem: es sind Farbfilme mit grüner Maske dabei. Die Negative sind laut Randbeschriftung Agfacolor und aus der Zeit ca.1953.
      Was hat es damit auf sich? Was für ein Fillm, Prozess ist das?
      Vor allem, wie scanne ich die Negative. Also Positivfilm gescannt ist alles grün aber die anderen Farben sind gar nicht mal so falsch, fast als wenn es ein Positiv ist,
      Als Negativfilm gescannt werden die Bilder orange.
      Direkt mit dem Scanner geht es offenbar nicht, wie bearbeite ich die scans nach damit letzlich die Farben stimmen?

      Fragen über Fragen... wer hilft?

      Danke.

      Peter
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    • Ich kann dir nicht ganz folgen.

      Erscheint die Maske des Films im Negativ (=mit bloßem Auge) grün (cyan) oder tut sie das nach der Umwandlung zum Positiv? Nach den Bildbeispielen erscheint mir Letzteres der Fall zu sein. Ich sage scheint, weil du beim linken Beispiel den Randbereich nicht zeigst, wo man die Maske sehen könnte. Das rechte Beispiel ist ja dann schon von der Scannersoftware invertiert usw.

      Du schreibst rechts "als Positiv gescannt" und links "als Negativ gescannt". Es ist genau andersrum. Das linke (nicht invertierte Bild) wurde als Positiv (als wäre es ein Dia) gescannt. Deshalb ist das Negativ nach dem Scannen am Bildschirm immer noch ein Negativ. Das Negativ rechts wurde als Negativ gescannt, deshalb invertiert es der Scanner und das Bild auf dem Bildschirm ist positiv.

      Zu deinem Problem:
      Ich nehme an, dass das weniger mit dem Film oder dem Prozess zu tun hat, sondern mit dem Alter. Die Farbstoffe sind durch Alterung verloren gegangen. Davon sind manche Farben leider stärker betroffen als andere. Dadurch entstehen Farbstiche.

      Eine Pauschalaussage, wie man so was scannt bzw nachbearbeitet, ist nicht möglich. Ich würde mir ein Negativ in Ruhe vornehmen, was ausreichend belichtet war und zwar bei Tageslicht (Kunst bzw. Kerzenlicht ist zur Beurteilung von Farbstichen wegen der krass abweichenden Farbtemperatur undankbar).

      Das würde ich als Positiv scannen (also so, als ob es ein Dia wäre, damit es erst mal ein Negativ bleibt) und zwar im 16bit-Modus, um möglichst viel "Fleisch" zur Nachbearbeitung zu haben.

      Dann im Bildbearbeitungsprogramm öffnen und invertieren, Schwarz- und Weißpunkt setzen und evtl. auch noch Neutralpunkt, wenn sich etwas im Bild dafür anbietet. Vermutlich bringt das allein aber keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Es bliebe dann noch die einzelnen Farbkanäle zu bearbeiten und durch Ausprobieren eine Einstellung zu finden, die gut passt. Du kriegst dann ein Gefühl dafür, in welche Richtung du die Farben verschieben musst. Das kannst du dann analog auf die anderen Negative anwenden. Wobei es keine Garantie gibt, dass es dann überall nach Schema F funktioniert.
    • Peter Schulze schrieb:

      Danke, werde ich mal probieren.
      Mittlerweile bin ich soweit zu sagen das es sicher Positive sind. Nehme ich alle Faaben raus, kommen ganz brauchbare s/w Bilder raus.
      Normaler Farbfilm umkehrentwickelt?
      Ich kapiere gar nix mehr. Umkehrentwickelt würde bedeuten, der Randbereich des mit dem nackten Auge betrachteten Films um die Perforation ist durchgängig dunkel? Das würde in der Tat bedeuten umkehrentwickelt. Dann sollten wir hier auch nicht von "Negativen" reden...
    • Danke für die vielen Antworten.
      Ich habe jetzt wie vorgeschlagen einen anderen Film mit Aussenaufnahmen genommen und an den Farbreglern gespielt,
      So lassen sich aus der grünen Suppe tatsächlich noch ganz nette Farben rausholen.
      Ich Tippe mal die Streifen sind umkehrentwickelte Farbnegativfilme, bei echtem Diafilm müsste der Rand klar sein,oder?
      Wie es denn auch sei, für die Familienchronik ist das Ergebnis mehr als zufriedenstellend.
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    • Das könnte ganz normaler Agfacolor Diafilm sein. Agfa-Diafilme hießen bis in die 60er hinein Agfacolor und erst danach Agfa Chrome. Die Farbstoffe könnten etwas in den rund 65Jahren seit Weihnachten 1953 gelitten haben. Zusätzlich sind die Bilder vermutlich unterbelichtet. Vielleicht waren die Bilder deshalb nicht geramt.

      Zupft man etwas an den Farbreglern werden die Farben besser. Unten mal ein schneller Versuch.
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    • Hallo,

      Um Hans Aussage zu untermauern noch ein eigene Erfahrungsbericht.
      Ich habe vor ein paar Jahren auch die Dias meines Opas (ab 1960) gescannt. Alles samt Orwos bzw noch als Agfachrome betitelt aber in Versandtaschen aus Wolfen. Die Dias waren meist sehr sehr gelbstichig, weshalb ich sie dann in Light room filtern musste. Also ähnlich wie hier.

      Liebe Grüße
      Mike
      Ehrlichkeit ist die beste Kritik.
    • So, das zweite Bildbeispiel ist dankbar, weil es durch den Asphalt eine Möglichkeit gibt, einen Neutralpunkt zu setzen. Also mit der "Grau"-Pipette in der Histogramm-Ansicht auf den Asphalt im Hintergrund klicken, dann ist man schon ein gutes Stück weiter Richtung "natürliche Farben". Dann noch etwas am blauen Kanal rumgespielt um den resultierenden Gelbstich rauszukriegen. Das kann sich dann schon sehen lassen. Ich hoffe jedenfalls, ich hab es nicht verschlimmbessert, ich sitze nämlich an einem nicht kalibrierten Billigmonitor ...

      In manchen Bildbearbeitungsprogramm gibt es eine Vorschaumöglichkeit, wo man direkt nebeneinander sehen kann, wie sich verschiedene Farbvariationen auf das Bild auswirken. Das ist hilfreich wenn man als Anfänger in EBV nicht sicher ist, welchen Farbstich man vor sich hat bzw. an welchem Regler man drehen muss.
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