Hyperfokaldistanz, stimmt das wirklich?

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    • Hyperfokaldistanz, stimmt das wirklich?

      Als absolut blutiger Anfänger frage ich mich und in die Runde, stimmt das wirklich?


      Die Hyperfokaldistanz ist jene (manuell) am Objektiv eingestellte Entfernung (z. B. 5 Meter) bei welcher bei einer ganz bestimmten (manuell eingestellten) Blende (z. B. Blende 8 alles von der halben Distanz (z. B. hier dann 2,5 Meter) bis Unendlich (∞) scharf abgebildet wird.


      Objekt in 5 Meter Entfernung. Blende 8.

      Normale Einstellung:

      Scharf von 2.5 Metern bis Unendlich. Ganz sicher bei 5 Metern
      IMG_20181202_204518_10.jpg





      Scharf von 1.65 Metern bis 5 Metern, sicher bei 2.5 Metern
      IMG_20181202_204552_10.jpg



      Scharf von 4.8 Metern bis Unendlich, ganz sicher bei Unendlich
      IMG_20181202_204459_10.jpg



      Bei allen 3 Bilderbeispielen sind als Objekte bei 5 Metern scharf.
      Sollten.

      Ist dem wirklich so? Meine Empfinden bis anhin sagt mir manchmal etwas anderes. Und zwar, dass beim 5 Meter Objekt eigentlich viele Male nur Bild 5 dasjenige ist, welches........

      Was ist eure Meinung und praktische Erfahrungen?
      --
      Daniel
      :D


    • Hallo Daniel,

      der auf dem Objektiv abzulesende Schärfebereich bezieht sich für KB üblicherweise auf einen Zerstreuungskreisdurchmesser von 1/30mm, was (angeblich) noch als scharf bei vorgegebenem Vergrößerungsmaßstab und Betrachtungsabstand des Bildes wargenommen wird. Die optimale Schärfe liegt nur in der eingestellten Entfernung.

      Gruß
      Gerhard
    • Gerhard Krüger schrieb:

      Hallo Daniel,

      der auf dem Objektiv abzulesende Schärfebereich bezieht sich für KB üblicherweise auf einen Zerstreuungskreisdurchmesser von 1/30mm, was (angeblich) noch als scharf bei vorgegebenem Vergrößerungsmaßstab und Betrachtungsabstand des Bildes wargenommen wird. Die optimale Schärfe liegt nur in der eingestellten Entfernung.

      Gruß
      Gerhard

      Hallo Gerhard

      Aha, interessant. Dann stimmt meine Wahrnehmung also doch, Bild 1 wäre optimal bei einem 5 Meter Objekt.

      Doch was genau ist ein "Zerstreuungskreisdurchmesser von 1/30mm"???????

      Wäre demnach auch beim Zonenfokus Prinzip so, oder?

      Quelle
      --
      Daniel
      :D


    • Hallo, ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einigen Kameras / Objektiven diese Angaben sehr optimistisch angegeben werden. So habe ich eine Agfa Sucherkamera und diese wurde damals sicherlich dafür gebaut, um kleine postkartengroße Abzüge anfertigen zu lassen. Hier fällt Unschärfe nicht auf. Vergrößert man die Bilder, sind Bereiche, die laut Skala scharf sein sollten, deutlich unscharf. Daher habe ich hier besser eine kleine, selbst angefertigte (konservative) Tabelle dabei oder eine Handy-App.
    • Sandra Voelcker schrieb:

      Hallo, ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einigen Kameras / Objektiven diese Angaben sehr optimistisch angegeben werden. So habe ich eine Agfa Sucherkamera und diese wurde damals sicherlich dafür gebaut, um kleine postkartengroße Abzüge anfertigen zu lassen. Hier fällt Unschärfe nicht auf. Vergrößert man die Bilder, sind Bereiche, die laut Skala scharf sein sollten, deutlich unscharf. Daher habe ich hier besser eine kleine, selbst angefertigte (konservative) Tabelle dabei oder eine Handy-App.
      Handy APP? Tell us more please.
      --
      Daniel
      :D


    • Hallo Daniel,

      der Zerstreuungskreis ist die Fläche, die ein außerhalb der Fokusebene liegender Bildpunkt einnimmt. Mit zunehmendem Abstand von der Fokusebene vergrößert sich der Bildpunkt in einer kegelförmigen Hüllkurve.

      Bis zu einem Durchmesser von 1/30mm wird dies bei "normaler Betrachtung" diese Unschärfe in der Regel akzeptiert. Soweit die mir bekannte Literatur. Meine eigenen Erfahrungen sind andere. Und: Die auf den Objektiven gravierten Schärfentiefebereiche nutze ich, wenn überhaupt, nur mit mindestens einer Blende Abschlag.

      Die in dem Link beschriebene Schärfebereichermittlung (Nahpunkt - Fernpunkt) ist für mich seit langer Zeit Allgemeingut, nur dass es Zonenfokusprinzip genannt wird war mir neu.

      Gruß
      Gerhard
    • Hallo,

      man hat sich international darauf geeinigt, den Zerstreuungskreisdurchmesser z als 1/1500 der Formatdiagonale zu definieren. Bei Kleinbild ist die Diagonale etwa 43 mm, das entspräche dann 0,0287 mm oder gerundet 0,03 mm. Früher war es auch einmal üblich, ihn auf die Brennweite des Objektivs zu beziehen, was aber angesichts von Kameras mit Wechseloptiken nicht praktikabel war. Ältere Schärfentiefenskalen bzw. Tabellen beziehen sich auf einen größeren Zerstreuungskreisdurchmesser. Vor mir liegt gerade eine Voigtländer Vitomatic IIa mit 1:2,8/50 mm Color-Skopar. Bei dieser Kamera (gebaut von 1961 -1963) erstreckt sich der "Scharfe" Bereich bei Bl. 8 von 3 m bis Unendlich bei einer Einstellentfernung von etwa 6 m. Bei einem 1:2,8/5 cm Elmar mit Schraub-Anschluß (Bj. 1958) geht der Bereich von 5 m bis Unendlich, bei einer Einstellentfernung von 10 m. Die Ursache sind unterschiedliche Zerstreungskreisdurchmesser zur Berechnung der Schärfentiefenskala.
      Die Werte Deines 35 mm Summaron-Objektivs auf den Fotos weichen davon ab, weil es sich um ein Weitwinkel handelt.
      Ihre tiefere Ursache hat die "Schärfentiefe" in der Eigenart des menschlichen Auges, zwei Objekte nur dann als zwei getrennte Punkte auflösen zu können, wenn die von ihnen ausgehenden Strahlen mindestens einen Winkel von einer Bogenminute bilden. Das gilt auch für den Betrachtungsabstand einer Vergrößerung.
      Eine 60 x 80 cm Vergrößerung in einer Ausstellung betrachtet man üblicherweise aus einer Entfernung von etwa 1 m, dabei wächst der Zerstreungskreisdurchmesser natürlich mit. Wenn man näher ran geht, wirkt die Vergrößerung "unscharf".
      Aus ähnlichen theoretischen Betrachtungen hat Oskar Barnack sich übrigens für eine Brennweite von 5 cm für seine Kinofilm-Kamera entschieden.

      Viele Grüße, Jochen.
    • Hallo,

      Wie hier schon gesagt wurde: Wirklich scharf ist nur das, worauf scharf gestellt wurde.
      Andere Bereiche mögen scharf wirken. Das ist aber nur eine Frage der Vergrößerung bzw. des Abstandes zum Bild.

      Sieht man ja beim Handyfoto. Auf dem kleinen Display sieht alles scharf aus, was nicht gerade verwackelt ist.
      Ganz anders sieht es aus, wenn man so ein Handybild dann mal auf 150 cm hochzieht - was sich Huawei auf der letzten Photokina getraut hat (hätten sie lieber lassen sollen).

      Grüße Wolff