Uralt-SW-Rollfilm noch entwickeln?

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    • Uralt-SW-Rollfilm noch entwickeln?

      Bei einer Aufräumaktion habe ich im alten Fotografie-Sammelsurium meines Vaters zwei ca. 65 Jahre alte exponierte Rollfilme (Revue Panfilm) gefunden, die die ganze Zeit bei Raumtemperatur gelagert waren. Da zu damaliger Zeit praktisch nur Familienaufnahmen gemacht wurden könnten die Aufnahmen für mich noch recht interessant sein.

      Ich selbst habe mich sei ca. 45 Jahren nicht mehr mit der SW-Entwicklung beschäftigt. Die Dose ist zwar noch da, aber ich kann mich außer an Rodinal an nichts mehr erinnern. Deshalb würde ich die Filme lieber an einen Experten geben (z.B. Studio 13). Hätte das Sinn und wenn ja, könnte oder sollte man dafür irgendwelche Vorgaben machen? Ihr könnt mir sicher einen Rat geben.
      Viele Grüße aus der Lüneburger Heide
      Hans-Jürgen
    • Uwe Pilz schrieb:

      Schicks her, ich mach das dir gegen Rückporto.
      Uwe, herzlichen Dank für das Angebot !

      Gestern Abend habe ich bereits ein solches erhalten und den Versand schon verabredet.

      Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis und werde hier berichten.
      Mit dem Scannen bin ich schon recht lange aktiv und wenn auf den Filmen nur etwas Brauchbares zu sehen ist, dann kann ich auch etwas vorzeigen.
      Viele Grüße aus der Lüneburger Heide
      Hans-Jürgen
    • Ja, Hans-Jürgen;

      diesen Film hätte ich an Deiner Stelle auch selbst entwickelt; die Revue Filme waren nicht so heikel; die werden auch nach diesen vielen Jahren normalerweise immer noch ganz vernünftig.

      Ganz großartig, dass Dir Uwe so ein tolles, solidarisches Angebot gemacht hat!! - Ehrlich gesagt, traue ich mich mit solchen Angeboten nicht, weil doch mal 'was daneben gehen kann.

      Ich hatte mal zwei uralt Kodak Super-XX aus den 40-igern. - Davon habe ich einen halb geschnitten und ihn nach der damaligen Rezeptur in Microdol entwickelt. - Die Ergebnisse müsste ich mal einstellen!

      Man konnte die Aufnahmen zwar erkennen, aber sie sind recht stark von "SChlieren" überlagert, die sicherlich nicht am Entwicklungsprozess liegen, sondern wohl an der sehr, sehr langen LAgerdauer.


      Superlieben DAnk an Euch!!


      Jan-Peter
    • Ehrlich gesagt, Uwe,

      hatte ich mit den "SChleier-Verhinderern", wie den Moersch Restrainer, nie wirklich sichtbare Ergebnisse. - Vielleicht kannst Du uns mal erklären, in welchem Verhältnis - und wann genau während des Prozesses - Du ihn einsetzt.

      In den letzten Monaten habe ich auch soviel andere Dinge photographiert und vergrößert - und natürlich auch "probiert", wie meine 20x28" / 50x70cm Vergrößerungen vom Planfilm 13x18, dass ich diese insgesamt drei uralten Vintage-Filme schon ganz vergessen hatte.


      Auch das Bromide-Pulver von Process Supplies hat nichts Verlässliches in SAchen Grauschleier bei alten Papieren erbracht; vielleicht nur ein "kleines Bissshen" - also bei grenzwertigen Papieren; aber bei schönen Vergrößerungen neme ich lieber "neues" Papier, das ich um eine ganze Ecke günstiger in England kaufe.

      Ich drücke inzwischen die DAumen für die Filme von Hans-Jürgen!

      Jan-Peter
    • Ich habe das Zeuch nur mit Papier verwendet. In der hohen Dosierung - 10 ml je Liter - hat er einen deutlichen Effekt bei altem Papier. Ich nehme an, dass dies auch für Filme gilt und hätte es ausprobiert. Bromid-Zsuatz (st identisch mit srak angebrauchtem Entwickler) hatte nicht mal annähernd diese Wirkung.
    • DAnke, Uwe;

      dann deckt sich zumindest meine Erfahrung ungefähr mit Deiner!! - Das zusätzliche Bromide hatte nie eine wirklich feststellbare Wirkung - eher der Moersch Restrainer, wie Du sagst.

      Ich denke mal, dass diese Stippen und/oder auch Schlieren auf meinem uralten Super-XX und ebenso auf einem ganz alten Panatomic wohl auch aus einer Art Diffusion des Lichthofschutzes - und/oder des Papiers der Umwicklung resutiert und nicht allein, wenn überhaupt, aus dem Film selbst.


      Nochmals Danke für Deinen Hinweis!!

      Jan-Peter
    • Uwe Pilz: "Ich habe Schleierverhinderer hier und hätte davon die Maximaldosis verwendet. Außerdem hätte ich nach Rücksprache zunächst von einem Film mal 10 cm abgeschnitten, und das als eine Art Probestreifen für dei Entwicklungszeit verendet.: Ehe der ganze Film draufgeht. "

      Ich hab' diesen Sommer einen ganzen Schwung überlagerter Filme mit dem "Moersch Restrainer" zur Grauschleierunterdtrückung entwickelt und habe es genauso gemacht: Streifen abgeschnitten und Probeentwicklung gemacht, bis ich die richtige Dosis/Entwicklungszeit raushatte. Die Bromide bringen tatsächlich keine nennenswerten Ergebnisse.
    • Inzwischen habe ich die entwickelten Filme von @Peter Volkmar zurück erhalten. Hierzu erst einmal einen superherzlichen Dank !!!
      Ich bin wirklich erstaunt, wie gut die Negative trotz der langen unkontrollierten Lagerung des unentwickelten Films bei Raumtemperatur gekommen sind.

      Peter wird noch etwas zu der Entwicklung hier schreiben. Er hat wohl eine spezielle Entwicklung ausprobiert und schrieb mir zu den Ergebnissen:

      Der Aufwand war zwar groß, hat sich aber gelohnt. Die Negative sind bis in die Schatten durchgezeichnet und kontrastreich. Bei einem hat sich das Rückpapier leicht durchgedückt, man sieht es aber eigentlich nur auf den blanken Stellen des Films, sonst geht es unter, oder Du mußt ein wenig am PC nachhelfen.
      Der zweite Film war nicht ganz fest gewickelt. Dadurch hat der Film am Anfang an den Rändern etwas Licht bekommen, aber nicht auf den eigentlichen Motiven, das geht.
      Und dadurch, dass das Papier nicht so fest gewickelt war, haben sich da die Zahlen nicht abgedrückt.


      Aus den Fotos konnte ich entnehmen, dass die Filme nicht wie oben behauptet 65 Jahre lagen, sondern "nur" 50 Jahre, und es stellte sich heraus, dass ich selbst diese Bilder gemacht hatte. Es sind fast nur Familienfotos darauf enthalten, die meine Geschwister mit Sicherheit sehr freuen werden.

      Ich habe die Fotos in einem ersten Durchgang gescannt und war schon recht zufrieden mit meinen Resultaten. Aus den Negativen habe ich zwei für die hiesige Präsentation ausgewählt und zeige davon jeweils die Übersicht und einen auf 100% vergrößerten Ausschnitt.

      Die Scans wurden mit einem Canoscan 9000F gemacht und mit der EBV Nikon Capture NX2 in Schärfe und Helligkeit soweit aufgearbeitet, dass man die in den Negativen enthaltenen Strukturen wiederfinden kann. Leider musste ich bei einem Bild die Personen unkenntlich machen, da auf diesem Film nur Familienmitglieder versammelt waren.

      Film 1: Frühjahr 1967 ; Revue Pan, mit Agfa Isola aufgenommen

      #1 Übersicht

      6x6-Revue-Pan(1)_4800_tif3x_07ex-af.jpg



      #2 Ausschnitt 100 %

      6x6-Revue-Pan(1)_4800_tif3x_07ex-100-af.jpg



      Film 2: 1967 - 68, Revue Pan, mit Agfa Isola und einem Braun Elektronenblitz aufgenommen (Brüderchen's Zimmer). Hier sind in den dunklen Partien einige leichte Verfleckungen zu finden.

      #3 Übersicht

      6x6-Revue-Pan(1)_4800_tif3x_10af.jpg

      #4 Ausschnitt 100 %

      6x6-Revue-Pan(1)_4800_tif3x_10a_100%.jpg


      Da dieses meine ersten Scans von den Negativen sind werde ich demnächst versuchen sie noch etwas besser hinzubekommen. Leider waren meine damaligen Fähigkeiten und die zur Verfügung stehende Technik in der Fotografie noch etwas eingeschränkt und so findet man auf den Filmstreifen kaum optimal scharfe und gestaltete Fotos. Das schränkt die Qualtität der möglichen Ergebnisse doch etwas ein.

      Insgesamt bin ich aber sehr erstaunt was die Filme noch hergegeben haben und hoffe, dass Peter uns noch etwas eingehender von dem Entwicklungsverfahren berichten wird.

      Auf jeden Fall muss ich mich nochmals für die großzügige Hilfe und auch das Angebot von Uwe Pilz bedanken !
      Viele Grüße aus der Lüneburger Heide
      Hans-Jürgen
    • Moin,

      ursprünglich wollte ich die Filme mit Anti-Schleiermittel (PMT) und Wehner oder HRX für 30min bei 24° in die ATL500 stecken. Dann bin ich aber hierauf gestoßen und einen weiteren Hinweiß des Autors, dass man den Film auch mehrfach hintereinander entwickeln kann. Das hab ich zuerst bei einem Agfapan von 71 ausprobiert. Diesen hab ich 3 mal entwickelt und im Vergleich zu einem 2., den ich mit HRX entwickelt hatte, hab ich ca 1 1/2 Blenden mehr Empfindlichkeit bekommen, bei gutem Kontrast, ohne zu sehr aufzusteilen.
      Bei Hans-Jürgens Filmen bin ich dann hingegangen und habe die Filme 4x entwickelt. D.h. 5min in Bad A, 5min in Bad B, wässern. Alles in Allem dauert das 20min. Und das 4mal, dann fixieren und nochmals wässern, also 2 Stunden braucht man für einen Film und stabile Handgelenke, gewässert habe ich nach Ilford um die Temperatur zu halten, also auch dauernd gekippt....
      Somit ein massiver Aufwand, aber die Negative hätte man mit 2 1/2 oder 3 abziehen können.

      Viele Grüße Peter