Lith Print - Muss das so?

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    • Lith Print - Muss das so?

      Hallo zusammen,

      gestern habe ich meine ersten Lith Prints erstellt und bin jetzt aber unsicher ob das wirklich alles so sein sollte.

      Vorab ein paar Daten:
      Entwickler: Easy-Lith Moersch
      Verdünnung: 1+25
      Papier: Fomatone
      Schale bewegt ca. alle 10-20 Sekunden
      Entwicklungszeit ca. 10-12 Minuten

      Bei den ersten beiden Bildern habe ich 2 Blenden überbelichtet und bei dem dritten 3 Blenden.
      Allerdings bin ich mir unsicher ob die "wolkige" Struktur, rot eingekreist im letzten Bild, normal ist oder nicht.
      Es war an dem Tag nur leicht bewölkt, d.h. keine geschlossene Wolkendecke. Die "wolkigen" Strukturen sind auch
      nur in dem "Himmelblauen" Bereich .

      Nachfolgend die Ergebnisse.

      Vielleicht kann mir jemand dazu ein paar Tipps geben.

      Viele Grüße
      Ulrich
      Dateien
      • Lith_1.jpg

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      • Lith_2.jpg

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      • Lith_4.jpg

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      • Lith_5.jpg

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    • Servus Ulrich!

      Ich bin zwar nicht der ganz große Lith-Experte, aber zumindest mit ein paar Erfahrungen kann ich aushelfen. Interessanter Weise hat mir erst vor ein paar Tagen das Slavich Bromporträt ein Ergebnis beschert, das deinem hier gezeigten (auch gerade und besonders gut sichtbar in den Himmelsbereichen) fast aufs Haar gleicht. Ich arbeite mit dem Rollei Lith Entwickler, ansonsten bisher problemlos. Auf einem Kentmere Kentona hat der (nach dem Desaster mit dem Slavich) ganz klaglos gearbeitet, er war also nicht das Problem.

      Ich habe den Rest der Slavich-Packung seitdem noch nicht für normales Arbeiten ausprobiert, weiß also nicht, ob es da funktioniert. Immerhin habe ich es sicher auch schon wieder ein paar Jahre bei mir zu Hause und schon länger nicht verwendet gehabt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es bei normaler Entwicklung noch ok ist - die Lith Entwicklung übertreibt ja die Kontraste und schafft Schwärzen, wo man sie nicht von vornherein erwartet, besonders wenn man ein wenig zu lange wartet mit dem Herausreißen aus dem Entwickler. Und so könnte es sein, dass die störende "Marmorierung" einfach ein Alterungszeichen ist, das der Lith-Prozess so richtig gut zur Sichtbarkeit bringt.

      Übrigens sieht man diesen Kontrastverstärkungseffekt an deinen Prints auch noch recht deutlich im extremen Helligkeitsverlauf des Himmels von links nach rechts bzw. im Hellerwerden der Bilder zu den Rändern hin. Hier schließe ich mich übrigens der weithin vertretenen Mehrheitsmeinung an, dass ein Bild in aller Regel zum Rand hin leicht abdunkeln sollte (Nachbelichten!) - aber das nur nebenbei.

      Wie alt ist dein Fomatone?? Vielleicht liege ich ja ganz falsch, denn mir selbst ist das beim Fomatone - auch bei schon älterem - bisher noch nicht aufgefallen.

      Grüße, Karl
    • Hallo Karl,

      Danke für die Infos. Das Fomatone und auch der Lith-Entwickler sind ca. 2 Wochen alt bzw. vor zwei Wochen
      bei Fotoimpex gekauft worden.
      Ich hatte leider als Barytpapier sonst nur Fomabrom, aber das hat leider überhaupt nicht funktioniert. Allerdings
      sind daran anscheinend schon mehrere gescheitert. Sonst habe ich nur ein altes Ilford und irgendwo noch
      ein altes Tetenal oder Agfa Baryt.

      Seltsam ist das es nur bei blauen Himmel auftritt. Allerdings bekommen diese Bereiche beim belichten das wenigsteLicht, da es sich bei einem Landschaftsbild meistens um die hellsten Bereiche handelt.
      Vielleicht bringt es was das Papier auf Gradation 1 zu belichten, nur dann leidet der Kontrast und die Belichtungszeit
      des Papiers verlängert sich.

      Bei den Bildern aus Stavanger (Denkmal: Schwerter im Berg) ist der Helligkeitsverlauf auch im Negativ schon
      gut sichtbar (August, früher Nachmittag, Sonne von links). Aber ich werde beim nächsten Mal die Ränder
      bei allen Bildern etwas nachbelichten.

      Ich werde in den nächsten Tagen weiter testen.

      Gruß

      Ulrich
    • Probiers mal mit mehr bewegen.
      10-12 Minuten kommt mir sehr lange für Fomatone vor.(Baryt und PE)
      Meine Parameter im Normalfall:
      - F8 bei 100Sec. Belichtungszeit
      - 1+40 Verdünnung + 6 Minuten Entwicklung
      - Bewegt wird ständig

      Eventuell könnte áuch das Papier kurz aufgeschwomen sein und etwas "Luft" abbekommen haben.

      Ansonsten frag beim Herrn Mörsch dirket per Mail nach.
      Er hat bei meinen Fragen sehr schnell und kompetent geantwortet.
    • Die letzten beiden Bilder sind vermutlich zu Beginn nicht gleichmässig im Entwickler gewesen, die Mitte war ggf. früher nass als die Ränder. Man sollte darauf achten, dass das Papier am Anfang flach in die Schale gedrückt wird und sofort vollständig unter Wasser ist. Wenn sich das Papier in eine Richtung wölbt, lege ich es so in die Schale, dass die Wölbung nach oben kommt, dann kann man es leichter plattieren.

      Das dargestellte Problem könnte zwar auch eine durch den Vergrösserer bedingte Vignettierung sein, das Fehlerbild ist aber typisch für Lith(-Anfänger).
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Ich wuerde es auch mit dauernder Bewegung versuchen. Ich hebe die Schale staendig an einer Ecke an und wechsel die Ecken. Die Bewegung ist schon agressiv.
      Eventuell war auch die Entwucklermenge zu knapp bemessen.
      Wenn ich weiss, dass die Entwicklung recht lange dauern wird, ist die Emulsionsseite am Anfang nach unten gerichtet. Wenn genug Entwickler in der Schale ist, sollte sich das Papier in der Mitte der Fluessigkeitssaeule befinden. Erst bevor es kritisch wird, drehe ich das Papier um und achte darauf, dass es nie aufschwimmt.
    • Ich würde zunächst mit einem Abzug in normalem Papierentwickler aussschliessen, dass die Vignettierung vom Negativ oder vom Vergrösserer kommt (offene Blende/nicht so tolles Objektiv, falsche Mischbox, Kondensor falsch eingestellt, ...). Ich denke, dass das hier nicht der Fall ist. Falls doch, kann man immer noch nachbelichten. Dann würde ich aber auch an dieser Stelle den Fehler suchen.

      Eher subtile Dichteunterschiede im Negativ, die man im normalen Positivverfahren nicht so deutlich sieht, werden durch Lith verstärkt. Das ist aber andererseits immer so, wenn man den Kontrast im Prozess deutlich über das Normalmass anhebt. Profitipp: Wenn es trotzdem total komisch aussieht, kann man auch mal ein paar gleichmässig beleuchtete Flächen mit einheitlichem Grauwert aufnehmen und unterm Densitometer nachschauen, ob die Dichten im Negativ tatsächlich einigermassen gleichmässig sind. Seitdem ich das mal mit meiner hochwertigen Kiev gemacht habe, nehme ich die halt nicht mehr für Lith-Vorlagen.

      Neben ausreichend viel frischem Entwickler (praktisch: hohe Schale, dann kann man auch grössere Mengen kontinuierlich bewegen, ohne dass es Sauereien gibt) sollte man auch darauf achten, den Ansatz zu regenerieren, sobald die Entwicklungszeiten deutlich länger werden (Vorgehensweise siehe Anleitung). Wenn der Entwickler am Ende seiner Lebensdauer ist, was bei einer Handvoll grösserer Abzüge und zu wenig Flüssigkeit erstaunlich schnell eintritt, passieren ggf. komische Dinge, die Auswirkungen wie hier zu besichtigen haben können.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)