E6 - Frage zu Chemie in einer Durchzugmaschine bei 8 oder 16 mm

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    • So einfach ist das nicht. Wir hatten mehrere ATL3 und später eine Durchlaufmaschine von Colenta oder Noritsu. Das Unternehmen hat(te) Geld und ständig war der Service von Jobo da sowie Leute aus der Fotoindustrie. Beim geringsten Verschleiß von Drums etc. wurde ausgetauscht. Im Labor gab es auch keinen Stress, da ging alles sehr ordentlich zu und die Leute waren ausgebildete Fotografen und Fotolaboranten. Die Arbeit war vom Materialverbrauch viel zu teuer, als dass man sich beim Entwickeln der Filme eine Schwäche leisten wollte.

      Wie bereits erwähnt, ist eine rückwärtige Ursachenforschung aussichtslos.

      Ich stehe mit Tetenal deswegen aktuell in Kontakt und erfahre natürlich auch nur, dass die Ergebnisse der 3-Bad E6 Chemie langzeitstabile Ergebnisse bringt.
      http://www.photoinfos.com
    • Thomas Gade schrieb:

      Wie bereits erwähnt, ist eine rückwärtige Ursachenforschung aussichtslos.
      In fast 30 Jahren können unzählige andere Ursachen für so ein Problem verantwortlich sein. Das 3 Bad Kit ist nun auch zu lange auf dem Markt daher denke ich das man die Aussagen der Hersteller durchaus glauben kann.
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
    • Von Bellini gibt es ein 1Liter 6Bad-E6-Kit für Amateure. Wer das 3Bad-Kit von Tetenal aus welchen Gründen auch immer nicht mag, kann das verwenden. Der Prozess ist dann entsprechend aufwendiger und länglicher, da die doppelte Menge an Lösungen vorgehalten und temperiert werden muss und die getrennten Bäder mehr Zeit in Anspruch nehmen für die zusätzlichen Chemie-Wechsel und Wässerungen.
    • Marwan El-Mozayen schrieb:

      In fast 30 Jahren können unzählige andere Ursachen für so ein Problem verantwortlich sein. Das 3 Bad Kit ist nun auch zu lange auf dem Markt daher denke ich das man die Aussagen der Hersteller durchaus glauben kann.
      Marwan, ich beneide dich um diesen Glauben. Bei mir ist er durch Erfahrung ins Wanken geraten. Ich messe und wiege längst alle Produkte selbst, die ich in meinen Artikeln beschreibe, und staune über häufige Abweichungen von Herstellerangaben.

      Beispiel: Das Nikon AF-S Nikkor 300 mm F4 hat eine Frontlinse mit 72mm Durchmesser. Für F4 müssten es (mindestens) 75mm sein. Ob im Objektiv eine Blende (nicht die verstellbare) den Strahlengang noch etwas einengt, weiß ich nicht, aber 72mm reichen bei 300mm Brennweite nicht für F4.

      Haltbarkeitsangaben sind auch so eine Sache. Manches hält viel länger, beispielsweise habe ich noch reichlich 1 L Flaschen Neutol Konzentrat von Agfa, das einwandfrei ist. Zugleich habe ich noch kein Jahr alte Polaroid Original Fotos, deren Beständigkeit eher unter Ulk verbucht werden kann.
      http://www.photoinfos.com
    • Thomas Gade schrieb:

      Marwan, ich beneide dich um diesen Glauben. Bei mir ist er durch Erfahrung ins Wanken geraten. Ich messe und wiege längst alle Produkte selbst, die ich in meinen Artikeln beschreibe, und staune über häufige Abweichungen von Herstellerangaben.
      Das wir uns da richtig verstehen, ich glaube auch nicht Blind was mir da versprochen wird. Aber die Thematik ist eine etwas andere als das Gewicht eines Objektivs oder der Durchmesser einer Frontlinse die man mal auf die schnelle mit einer Küchenwage oder Schieblehre nachmessen kann.

      Thomas Gade schrieb:

      beispielsweise habe ich noch reichlich 1 L Flaschen Neutol Konzentrat von Agfa, das einwandfrei ist.
      Gerade Unternehmen in der Chemie und Arzneimittelbranche die grosse Mengen verarbeiten haben sehr genaue und zertifizierte Eingangskontrollen der Grundstoffe. Diese werden auch nur von ebenso zertifizierten Lieferanten beliefert. Gerade bei Tetenal stellt es sich so dar das diese eine Vielzahl von Labore beliefern und sicherstellen müssen das nur einwandfreie Ware das Werk verlässt. Auch die Kinofilmentwicklung im ECN2 Prozess wird bedient. Die Materiellen Werte die da durch so einer Entwicklungsmaschine laufen sind schon gewaltig. Im Schadensfalle ist der Teufel los. Daher ist die Material und Qualitätskontrolle auf einem enorm hohen Niveau.

      Ich haben 1986 zum ersten mal im 6 Bad Prozess E6 entwickelt. Damals noch mit Zwischenbelichtung. Keiner meiner verabeiteten Diafilme zeigt in diesen 32 Jahren signifikante Veränderungen, weder im 6 Bad noch im 3 Bad Prozess. Aus meinem Studium habe ich noch einige rudimentären Kenntnisse aus der Anorganischen und Organischen Chemie sowie Biochemie bewahren können. Wenn man dann im Gespräch mit einem Fachmann die Prozesse dargestellt bekommt und mit seinem eigenen Menschenverstand und den eigenen Erfahrungen kombiniert kann man Aussagen schon ein wenig bewerten. Ich denke nicht das Du in einem Eigentest zu Hause 30 oder mehr Jahre auf die schnelle simulieren kannst. Wir können gerne 2048 ja nochmal über die Ergebnisse sprechen ;)
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    • Ich hatte das Beispiel mit meinen stichigen Dias deshalb gebracht, weil für mich der Fehler eher im Filmmaterial als in der Chemie liegt.

      Im selben Zeitraum von mehreren Jahren habe ich auch Diafilme von anderen Herstellern verknipst, und die halten sich bis heute gut, in der gleichen Schublade bzw. den gleichen Kartons.

      Wie schon beschrieben: Dieser Farbstich betrifft nur die (damals) neue Agfa-Reihe (Namen vergessen), und alle Empfindllichkeiten. Ich habe sie von 50 - 400 ASA benutzt damals, und sie werden alle jetzt lila. Die älteren Emulsionen von Agfa (reicht zurück bis 1970) haben das nicht. Und von Kodak keine einzige Sorte.

      Sehr unterschiedlich haben sich auch die Farb-Papiere gehalten. Während z. T. die Abzüge von um 1980 schon deutlich orange werden (vor allem in den Schatten), habe ich Farbabzüge aus den 60ern, die noch aussehen wie am ersten Tag. Hier würde ich das dann wieder auf die Labore schieben, aber es kann natürlich auch an den Papieren liegen.

      Grüße
      Rolf
    • Agfa hat Anfang/Mitte der 80er die Chemie der Farbstoffe komplett umgestellt. Das alte Agfa-Verfahren stand in Tradition der ersten Farbfilme der 30er Jahre. Danach stellte Agfa auf das Kodak Farbverfahren um. Die beiden Filmgenerationen hatten nicht viel mehr gemein, als dass es beide Farbdiafilme sind und in Leverkusen hergestellt wurden. Gut möglich, dass sie zunächst die Chemie nicht so im Griff hatten. Orwo hat das alte Agfa-Verfahren noch bis zum Ende der DDR weitergeführt.
    • Hans Wöhl schrieb:

      Agfa hat Anfang/Mitte der 80er die Chemie der Farbstoffe komplett umgestellt.

      Das Agfa Farbverfahren (Agfa Prozess-41) unterschied sich vom heutigen E6 dadurch, daß Agfa Filme wasserlösliche diffusionsfeste Farbkuppler verwendeten während der Ektachrome und alle heute auf dem Markt befindlichen Umkehrfilme sogenannte ölgeschützte Farbkuppler verwenden.

      Der umstieg erfolgte nicht sofort sondern in langsamen Schritten und war ca. 1985 abgeschlossen als Agfa auch auf E6 kompatiblen Agfa Prozess-44 umstieg. In der damaligen Fachpresse wurde auch oft Mutmassungen geäussert das nicht alle AGFA Diafilme wirklich von AGFA stammten. (Kann ich nix zu sagen Alexander Borell und andere damaligen Größen sprachen immer wieder davon)

      Hans Wöhl schrieb:

      Orwo hat das alte Agfa-Verfahren noch bis zum Ende der DDR weitergeführt.
      Bei ORWO nannte sich der Prozess C 9165.

      Man kann wohl alle alten Filme in E6 Entwicklen und erhält soger im Idealfall farbige Aufnahmen, aber das fällt dann ehr in den Bereich starke Experimente.

      Wie hier zum Beispiel, vermute mal sowas sieht man wenn man LSD nimmt :D


      Prozess C 9165 Kits werden immer wieder mal bei ebay angeboten und erstaunlicherweise funktionieren diese auch noch oft nach Jahrzehnten. Teilweise bieten bzw. boten bis vor Kurzem Händler aus den Staaten der ehemaligen UdSSR noch fabrikneue Kits über Ebay an. Es gibt wohl noch in Gefrierschränken Weltweit grössere Mengen des alten Agfa kompatiblen Materials.

      Eine Kernkomponente ist das nicht mehr oder nur noch sehr schwer erhältliche (und doch recht giftiges) CD1. Wenn man dieses noch auftreiben kann ist es relativ einfach möglich sich selber einen alten AP-41/C9165 Prozess zu basteln.
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
    • Das mit den Farbkupplern würde ja bei Farbstichen eine Erklärung sein.

      Ich meine jetzt allerdings die Filme aus der "neuen" Professional-Serie, die meines Wisses nach die letzte von Agfa war. Das muss so um 1985 gewesen sein. Ich glaube, ich war 86 in Chicago und 87 in Los Angeles. Wann war der Eisregen... auch 86? Das war so ziemlich das erste Mal, dass ich einen der neuen Filme genommen hab.

      Da werden die doch E-6 genommen haben, oder?

      Grüße
      Rolf
    • :D :D :D

      Jetzt wo du's sagst... ich glaube, sogar den hab ich mal irgendwann getestet. Ich fand ihn damals auch recht körnig und etwas weniger "bunt", insgesamt aber nett für Extremfälle. Ich hab ja fast nur MF gemacht damit, da geht das dann alles noch. Aber relativ häufig benutzt hab ich eher die geringempfindlichen, weil mir die Farben so gut gefielen.

      Ein 1000er wäre heutzutage auch mal was...

      Grüße
      Rolf
    • Marwan El-Mozayen schrieb:

      Man kann wohl alle alten Filme in E6 Entwicklen und erhält soger im Idealfall farbige Aufnahmen, aber das fällt dann ehr in den Bereich starke Experimente.
      Wie hier zum Beispiel, vermute mal sowas sieht man wenn man LSD nimmt :D


      Eine Kernkomponente ist das nicht mehr oder nur noch sehr schwer erhältliche (und doch recht giftiges) CD1. Wenn man dieses noch auftreiben kann ist es relativ einfach möglich sich selber einen alten AP-41/C9165 Prozess zu basteln.
      Das alte Agfa-Material hat die interesssante Eigenschaft meist blässer zu werden, aber es bekommt kaum einen Farbstich. Der Farbstich in deinem psychedelischen Beispiel kommt in erster Linie durch das Crossen in E6-Chemie. Bei Agfa/Orwo ist ganz besonders das Bleichbad auf Basis von rotem Blutlaugensalz wichtig. Erst im Bleichbad bilden sich entgültig die Farbstoffe insbesondere das Rot. Benutzt man in Orwo C9165 ein E6-Bleichbad, dann bekommt man ein blasses farbstichiges Ergebniss. Interessant wäre, wie es umgekehrt bei E6 plus Orwo Bleichbad aussähe.

      CD1 bekam/bekommt man bei Keten.com.pl. Als ich die Webseite zur Kontrolle gerade abrufen wollte, ist sie offline. Vor kurzem ging es noch. Sie boten/bieten sogar noch einen Entwicklungsservice für Orwo C9165 an. Sonst weiß ich aber auch von jemandem, der eine größere Menge CD1 besitzt, und davon abgeben würde.