Bilddatei als S/W-Negativ ausbelichten

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    • Bilddatei als S/W-Negativ ausbelichten

      Hallo zusammen!

      Ich fotografiere nicht nur auf Film und habe deswegen gelegentlich auch Digital-Bilder, die ich gerne als Film-Negativ ausbelichten lassen möchte, um vom Negativ selbst in der Dunkelkammer Abzüge zu machen. Google findet auch einige Foto-Labore, die sowas anbieten, aber die Preise haben mich bisher abgeschreckt. Preise bis 30€ oder mehr für ein Bild sind keine Seltenheit. Ich hatte aber zufällig jetzt einen günstigeren Anbieter gefunden und ausprobiert, bin aber von der Qualität sehr enttäuscht. Das Bild auf dem Negativ ist nicht viel mehr als eine matschige Korn-Wüste und schon 18x24-Abzüge davon sind so unscharf, dass sie meiner Meinung nach unbrauchbar sind. Ich möchte hier keinen Namen nennen, ich habe auch gerade die Arbeit reklamiert. Vielleicht ist wirklich bei der Auftragsbearbeitung ein Fehler passiert.

      Kann jemand aus Erfahrung ein Labor empfehlen, das solche Ausbelichtungen in guter Qualität anbietet, ohne dass ich arm werde? Eine Ausbelichtung auf MF wäre mir lieber, aber wenn die Qualität passt, könnte auch Ausbelichtungen auf KB reichen.
    • Deine Frage, welcher Anbieter solche Ausbelichtungen macht, kann ich dir leider nicht beantworten.
      Da ich selber ev.an einer solchen Technik interessiert bin, hierzu von mir einige Überlegungen, für deren Richtigkeit ich jedoch nicht die Hand in´s Feuer lege:

      Meine Digicam mit APS-C Format liefert auf der langen Kante 4928 Bildpunkte. Wenn ich diese auf Mittelformatfilm mit der Kantenlänge von 56 mm bringen will, dann müssen 88 Bildpunkt pro mm übertragen werden oder 2235/inch.

      Im Offset werden Schriften mit Belichterpunkten mit 2450 dpi gedruckt. Ein entsprechender Drucker wäre also in der Lage, z.B.auf Folie (oder Film ?) eine entsprechende Vorlage zu erstellen um sie im Fotolabor weiter zu bearbeiten.

      Was dabei an Schärfe, Tonwerten, Auflösung verloren geht, bleibt mir völlig unklar.

      Bei kleinerem Negativformat 24x36 mm erhöht sich die Anforderung an den Drucker auf 3477 dpi.
      Gruß aus München
    • Muenchhoff Peter schrieb:

      Deine Frage, welcher Anbieter solche Ausbelichtungen macht, kann ich dir leider nicht beantworten.
      Da ich selber ev.an einer solchen Technik interessiert bin, hierzu von mir einige Überlegungen, für deren Richtigkeit ich jedoch nicht die Hand in´s Feuer lege:
      Deine Überlegungen passen nicht besonders gut. Es wird hier nichts gedruckt, sondern belichtet und die dafür passende Hardware gibt es schon sehr lange. Ältere Geräte bilden das Bild mit einer Kathodenstrahlröhre ab, neuere Geräte arbeiten meist mit einem Laser als Lichtquelle. Sowohl mit der Röhre, als auch mit dem Laser kann die Helligkeit moduliert werden und damit Grautöne oder Farbabstufungen "nativ" belichtet werden. Eine Rasterung wie beim Drucken ist nicht notwendig.

      Die Auflösung von Filmbelichtern wird meist in "Nk" (z.B. 2k, 4k, 6k oder 8k) angegeben. Damit ist die an der Längsseite erreichte Auflösung in Pixel (2048, 4096, 6144 oder 8192) gemeint. Die Ausgabe wird optisch an die Größe des Ausgabemediums angepasst, so dass ein 4k-Belichter sowohl auf KB als auch auf MF in einer Richtung 4096 Pixel erreicht. Man kann also nicht von einer in DPI gemessenen Auflösung reden.

      Die vermutlich inzwischen üblichste Verwendung solcher Geräte ist digital aufgezeichnete Bewegtfilme auf Filmmaterial auszubelichten, so dass die Filme auch mit alten Projektoren vorgeführt werden können. Schon in den frühen Zeiten des Fernsehens wurden ähnliche Geräte verwendet, um elektronische Fernsehaufzeichnungen (Video) auf Film für die Archivierung zu belichten, aber natürlich mit einer viel niedrigeren Auflösung als heute.
    • Ich kenn' mich in der Sache nicht aus, erinnerte mich aber, mal einen (diggi) Leicafotografen gesehen zu haben, der mit "Internegativen" arbeitet. 2..3 Rechercheminuten später hatte ich ihn auch gefunden: In diesem kleinen Video, zeigt er z.B. auch so ein Negativ. Er printet das Digitale auf ein 4x5" Negativ. Hier findet man auch ein Interview zu Thema. Da verrät er auch das Labor, das er dazu nutzt. Da kannst du ja mal nachfragen.

      Mein Gefühl sagt mir, das solche Negative nicht "von der Stange" kommen können. Daher ist für "preisgünstig" sicher keine Qualität zu haben. Kannst ja mal überlegen, wieviel Arbeit du für 30€ verrichten würdest :D .
    • Michael Neumann schrieb:

      Ich kenn' mich in der Sache nicht aus, erinnerte mich aber, mal einen (diggi) Leicafotografen gesehen zu haben, der mit "Internegativen" arbeitet. 2..3 Rechercheminuten später hatte ich ihn auch gefunden: In diesem kleinen Video, zeigt er z.B. auch so ein Negativ. Er printet das Digitale auf ein 4x5" Negativ. Hier findet man auch ein Interview zu Thema. Da verrät er auch das Labor, das er dazu nutzt. Da kannst du ja mal nachfragen.

      Ja, genau sowas brauche ich, nur auf KB oder MF und nicht auf 4x5". Das erwähnte Labor liegt aber in Paris. So kompliziert muss man es ja nicht machen. Es gibt ja wie gesagt jedenfalls einige Dienstleister dafür in Deutschland, nur hätte ich gerne eine Empfehlung für einen, wo auch die Qualität stimmt.


      Mein Gefühl sagt mir, das solche Negative nicht "von der Stange" kommen können. Daher ist für "preisgünstig" sicher keine Qualität zu haben. Kannst ja mal überlegen, wieviel Arbeit du für 30€ verrichten würdest :D .

      Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es mit viel manueller Arbeit verbunden ist solche Negative herzustellen, aber man braucht halt die Hardware, die natürlich mit dem Umsatz bezahlt werden muss und die Qualität der Ausbelichtung wird vermutlich eher von der Hardware bestimmt als von der Menge der Arbeitszeit, die während der Auftragsbearbeitung anfällt. Das Labor "viertel vor 8" in Berlin hat z.B. Staffelpreise zwischen 15€ (ein Bild) und 1,50€ (ab 200 Bilder) und belichtet mit einem Gerät von Lasergraphics, das zuletzt auf eBay gebraucht für 350€ verkauft wurde. Man bräuchte dann vermutlich noch einen Uralt-Rechner worauf die passende Software läuft, aber wenn die Qualität der Hardware passt (was ich aber nicht weiß), sehe ich keinen Grund warum das Labor nicht gewinnbringend 200 Bilder für 300€ anbieten kann.

      Nur sind jedenfalls Einzelbilder bei den meisten Anbietern recht teuer, so dass ich unterm Strich doch einiges zahlen müsste, um alle auszuprobieren. Viele haben auch recht lange Lieferzeiten, so dass es zeitlich ungünstig wäre, wenn ich sie nacheinander ausprobieren sollte.

      Ich wollte jetzt aber eigentlich nicht über Sinn oder Unsinn der Preisgestaltung der Fachlabore diskutieren, sondern eher nur fragen ob jemand schon Erfahrungen mit irgendeinem Labor (bevorzugt in Deutschland) gemacht hat, wo jedenfalls die Qualität in Ordnung ist. Ob der Preis dann noch passt, ist natürlich auch nicht ganz unwichtig, aber eher zweitrangig.
    • Tor-Einar Jarnbjo schrieb:

      Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es mit viel manueller Arbeit verbunden ist solche Negative herzustellen, aber man braucht halt die Hardware, die natürlich mit dem Umsatz bezahlt werden muss und die Qualität der Ausbelichtung wird vermutlich eher von der Hardware bestimmt als von der Menge der Arbeitszeit, die während der Auftragsbearbeitung anfällt.
      Ich könnte mir vorstellen, dass hier jedes Foto individuell ist, um das Digitale mit möglichst optimaler Information aufs Negativ zu printen, was dann ein "günstiges batch processing" invalidiert. Oder man macht Batch, dann ist aber die Qualität suboptimal. Aber wie gesagt, ich habe keine Ahnung ;)

      Das Thema find ich aber interessant und könnte mir vorstellen, das auch mal zu probieren. 4x5" fände ich schon optimal, der Informationen wegen. MF auch, aber KB, da hätt' ich Zweifel.

      Kannst du deine Anbieter nennen? Würd' mich interessieren, da auch mal vorbei zu schauen :)
    • Hi,

      man braucht einen Dia- Filmbelichter. Die Dinger gibts immer mal wieder günstig, weil sie kommerziell nicht mehr gebraucht werden. Man braucht nur einen Computer mit SCSI - Schnittstelle.

      Ein anderer, sehr perfekter Weg führt über einen Filmbelichter für Druckvorlagenfilme. Die Geräte sind groß und teuer. Vielleicht sollte man Beziehungen zu einer Druckerei haben. Mit einem Filmbelichter kann man einfach Negative im Printformat erstellen, die dann einfach aufs Papier kontaktet werden. Auch gut für Alternative Papierprozesse.

      Gruß

      Stefan
    • Preislich äußerst attraktiv ist. 8K-Auflösung dürften für Negative gut ausreichen. diabelichtung.info/produkt/dia/

      Hat da jemand schon Erfahrungen gemacht?

      Tor-Einar Jarnbjo schrieb:

      Die vermutlich inzwischen üblichste Verwendung solcher Geräte ist digital aufgezeichnete Bewegtfilme auf Filmmaterial auszubelichten, so dass die Filme auch mit alten Projektoren vorgeführt werden können. Schon in den frühen Zeiten des Fernsehens wurden ähnliche Geräte verwendet, um elektronische Fernsehaufzeichnungen (Video) auf Film für die Archivierung zu belichten, aber natürlich mit einer viel niedrigeren Auflösung als heute.
      Die Geräte wurden früher für Dia-Belichtungen gebraucht. Vor der weiten Verbreitung hochwertiger Beamer wurden Vortragsfolien und Präsentationen auf Dias ausbelichtet. Dann kam der Medizinprofessor mit einem Diakasten in die Vorlesung.

      Großformat-SW-Belichter waren bis vor wenigen Jahren in der Medizin sehr verbreitet als Drucker für CT-Bilder und andere elektronische radiologische Bilder. In der Klinik, wo mein Bruder arbeitete, war der leider gerade verschrottet, als ich danach fragte ;( .
    • Hans Wöhl schrieb:

      Preislich äußerst attraktiv ist. 8K-Auflösung dürften für Negative gut ausreichen. diabelichtung.info/produkt/dia/
      Vielleicht eine dumme Frage, aber könnte ich denn überhaupt auf Farbdiafilm ausbelichtete S/W-Negative konventionell auf S/W-Papier, insbesondere Vario-Kontrast-Papier, vergrößern?

      Ich müsste ja sowieso den Kontrast mit irgendeiner angepassten Gamma-Kurve stark reduzieren und würde damit einiges an Dynamik im Grauverlauf verlieren, aber auch wenn das eigentliche Farb-Dia nachher wie ein S/W-Negativ aussieht: Ist die Spektralkurve der Durchlässigkeit der Farbstoffe im Farb-Dia-Film so "flach", dass Vario-Kontrast-Papiere "normal" benutzt werden können? Mein Bauchgefühl sagt nein.
    • Stefan Arend schrieb:

      Hi,

      man braucht einen Dia- Filmbelichter. Die Dinger gibts immer mal wieder günstig, weil sie kommerziell nicht mehr gebraucht werden. Man braucht nur einen Computer mit SCSI - Schnittstelle.

      Ein anderer, sehr perfekter Weg führt über einen Filmbelichter für Druckvorlagenfilme. Die Geräte sind groß und teuer. Vielleicht sollte man Beziehungen zu einer Druckerei haben. Mit einem Filmbelichter kann man einfach Negative im Printformat erstellen, die dann einfach aufs Papier kontaktet werden. Auch gut für Alternative Papierprozesse.

      Gruß

      Stefan
      Die Filmbelichter der Druckerei rastern aber dann. Der einfachste ist ein Autotypieraster.

      Meist handelt es sich ja um Offsetdruck und da muss die Vorlage für die Platte gerastert sein. Zudem wird heute in den meisten Druckereien kein Film mehr benötigt, da direkt von der digitalen Datei auf die Platte belichtet wird.
      Digitale Fotos auf gute Folien für Inkjet gedruckt, ergibt recht gute Resultate und das kann man auch selber machen, wenn man sich ein wenig einarbeitet. Bloss keine "Overheadfolie", sondern spezielle Folien wie Pictorio, Teco, oder die Siebdruckfolien. (Damit habe ich aber noch nie gearbeitet, sollen aber gut gehen)

      Toni
    • Neu

      So, nach ein Bisschen hin und her hat der Dienstleister, 24h-Fotoservice in Hannover, auf eine Zahlung zu verzichten, meint aber, dass sie die Qualität geliefert haben, die versprochen wurde.

      Falls jemand die Qualität beurteilen möchte, ist hier ein kleiner Ausschnitt meiner Vorlage in der vom Belichter vorgegebenen "nativen" Auflösung:

      Vorlage-Ausschnitt.png

      Der Scan vom gelieferten Negativ ist leider nicht viel mehr als eine matschige Kornwüste:

      Ausbelichtung-Ausschnitt.png

      Hier sollte eigentlich eine Auflösung von 4k (4096 x 2732 Pixel) erreicht werden. Wenn die Abweichung zwischen beworbener und erreichter Auflösung bei den Anbietern mit 8k-Belichter genau so groß ist, wird das auch nicht für eine sinnvolle Weiterverarbeitung der Negative reichen.

      Nur um zu zeigen, dass mein Scanner oder das Filmmaterial, Adox Silvermax, Schuld an die Unschärfe und Körung hat, hier ein Ausschnitt (in gleicher Auflösung gescannt wie das Bild oben) von einem normal aufgenommenen und selbst entwickelten Bild:

      Selbstentwicklung-Ausschnitt.png