Übebelichtung von Farbfilm (Negativ)

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    • Übebelichtung von Farbfilm (Negativ)

      Hallo,

      möchte mal in die Runde fragen, was an dem Mythos Farbnegativfilm 1 - 2 Blenden überzubelichten ?

      Manchmal liest man "Blödsinn" - manchmal wird es gerne bei Portrait/Hochzeitsfotografie angewendet.

      Ich habe mal eine Negativ gescannt, dass ich (mehr oder weniger) absichtlich überbelichtet habe. Es ist zwar ein Landschaftsfoto, aber es fällt auf, dass die Wirkung speziell ist.
      Ein zweites Bild "normal" belichtet.

      Nach meiner Wahrnehmung, sind die dunklen Bereiche sehr kräftig und satt da, während die Mittel- und hellen Bereiche sehr diffus und weich kommen (fast ein wenig wie bei der Lithentwicklung in SW).

      Das "normal" belichtet Foto im Vergleich dazu, wirkt fast ein wenig langweilig :|
      Dateien
      • web_ueber.jpg

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      • web_normal.jpg

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    • Hallo Toni,

      das fällt für mich unter das Rubrum "künstlerische Freiheit" und ist, im wahrsten Sinne des Wortes, Ansichtssache.
      Mir persönlich gefällt der ausgebrannte Hintergrund der überbelichteten Aufnahme weniger und ich ziehe das zweite Foto eindeutig vor, weil man dort in die Tiefe schauen kann. Da du die Überbelichtung in Bild 1 durch die Wahl einer größeren Blende realisiert hast, fehlt es mir hier auch an Schärfe. Aber, wie gesagt, das ist mein persönliches Geschmacksurteil.

      (Im Übrigen wäre es natürlich hilfreich gewesen, wenn beide Bilder vom gleichen Aufnahmestandpunkt aus geschossen worden wären.)

      Gruß
      Michael
      "The one with the most stuff when he dies wins" (Felinik, APUG English Forum)
    • Ich exposiere meine Farbnegativefilme immer eine Blende über :). Allein schon, um die Tiefen aufzuhellen, welche bei Standardbelichtung gern mal in einen Farbstich laufen. Ich hab' auch das Gefühl, dass die Empfindlichkeit, z.B. eines 400ers, eher bei 200 liegt. Und kommen die Lichter im Zweifelsfall zu hell, muss man sie im Positivprozess ja auch nicht so lassen :)

    • Farb-Negativfilm lässt sich ziemlich triezen.

      Mein krassestes Beispiel bisher ist eine Aufnahme von der Klippe in den Sonnenuntergang, die Sonne scheint von vorn hinter die Gräser, die da oben wachsen. Belichtet hatte ich auf das Gras, also die Sonne, den Himmel, das Meer total überbelichtet. Auf dem Negativ ist dieser Teil kaffebraun, kaum was zu erkennen. Analog abgezogen ergab sich für den Vordergrund mit dem Gras 5 oder 6 Sekunden Belichtung auf dem Papier, für die Meer-und-Himmelpartie aber 35 oder mehr, wenn ich mich richtig erinnere.

      Also ein klassischer Fall von Abwedeln. Doch dann hat man auch im Himmel volle Durchzeichnung, kann die Sonne erkennen, die Spiegelungen auf dem Meer, alles da.

      Ach so, der Film war ein Ektar.

      Ich habe noch keine Unterschiede feststellen können bei den Farben zum Bleistift, wenn man eine oder zwei Blenden überbelichtet. Eigentlich belichtet man immer irgendwo über, wenn man auf die Schatten misst. Lässt man eher die Lichter gelten oder einen Durchschnittswert, dann kommt es in den Schattenpartien meist zu Farbrauschen, so wie beim digitalen Sensor, also man hat diese kleinen bunten Pünktchen. Das vermeide ich dadurch.

      Grüße
      Rolf