Alte KB-Negativ-Filme scannen - Negative stark eingerollt

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    • Alte KB-Negativ-Filme scannen - Negative stark eingerollt

      Hallo,

      dank Elternzeit habe ich gerade etwas freie Zeit und mir daher ein kleines Projekt vorgenommen: ich möchte alte Familienbilder scannen. Zunächst wollte ich mich auf zig Kleinbildfilme stürzen; ein Nikon Coolscan V ED steht bereit. Die Filme liegen allerdings im ungeschnittenen Zustand vor und sind (wie das früher wohl so üblich war) in Blech- und Papp-Dosen zusammengerollt. Und das seit bis zu 70 Jahre. Die Filme sind daher derb eingerollt, und ich gehe stark davon aus dass diese Eigenschaft beim Scannen nicht wirklich hilft. Daher die Frage: wie bekomme ich die Filme etwas geglättet?

      Außerdem: wenn ich meinen Scanner nutzen möchte, muss ich die Filme zerschneiden. Ich würde 6er-Streifen nutzen und die dann in A4-Hüllen archivieren. Alles doch recht zeitaufwändig, aber günstig weil ich alles da habe. Allerdings lassen sich ungeschnitte Filme sehr zeitunaufwändig scannen, vom Noritsu oder Frontier bzw. einem entsprechenden Filmscanner zu Hause (den ich mir noch anschaffen müsste). Ich bin unsicher ob ich die Filme schneiden soll - einmal zerschnitten bleibt zerschnitten. Wie würdet Ihr das halten?

      P.S: Danach sind dann die gut 30 Holzkisten mit blechgerahmten Farbdias aus den 40ern bis 60ern dran ||
      Grüße, der Thomas.

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    • Ich würde die Filme zuschneiden, so kannst Du Dir einen schnelleren Überblick verschaffen was lohnt gescannt zu werden und was nicht.
      Adox empfiehlt stark eingerollte Filme umgekehrt in eine Filmspule zu fädeln und dort 24 Std. zu belassen.
      Ich zerschneide meine Filme allerdings gleich und kommen in eine Negativhülle und rolle die dann entgegengesetzt auf und fixiere die Rolle mit einem Gummiband, dann auch 24 Std. oder ggf. länger warten bis der Drang des Aufrollens nachgelassen hat.
    • Was das automatische Scannen an begeht solltest du erst mal prüfen, ob die Filme überhaupt nach maßhaltig sind. Bei 70 Jahre alten Filmen kann es zu Schrumpfungsprozessen kommen, die dafür sorgen, dass die Filme gar nicht mehr durch einen automatischen Einzug laufen würden, bzw. wenn doch dabei beschädigt würden.
      Bei so vielen Bildern könnte abfotografieren eine Option sein. So werden die Negative schnell digital zugänglich. Besonders gute und wichtige Bilder könntest du anschließend mit deinem Nikon scannen. Die 30 Dia-Kisten verlieren auch bei der Erfassung durch Abfotografieren ihren Schrecken. Am besten stattet man einen Diaprojektor (reversibel) mit einer LED-Lichtquelle aus und entfernt das Objektiv. Dann kann man die Bilder mit einer hochwertigen Digitalkamera mit Makroobjektiv direkt von der Bildbühne abfotografieren. So kann man Dias fast im Sekundenrhythmus durchjagen. Wenn nötig hast du deinen Nikon für die besonders lohnenswerten Bilder.

    • Hallo,

      danke Euch für Eure Kommentare. Abfotografieren möchte ich die Bilder eigentlich nicht. Vor allem weil weder Projektor noch eine Digitalkamera vorhanden sind. Allerdings hätte ich hier einen Epson V800. Die Qualität würde m.E. ausreichen - ich will ja 99,9% der Bilder nicht groß ausbelichten sondern lediglich ins digitale Zeitalter retten. Mit den KB-Negativhaltern habe ich aber noch keine Erfahrungen gemacht, ich werde mal damit experimentieren.

      Der Gedanke des Zerschneidens ist wohl richtig - in der Negativhülle sind die Negative besser und vor allem praktikabler archiviert als aufgerollt in einer Papphülle.
      Grüße, der Thomas.

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    • Ich habe mit meinem Canon schon 50 Jahre alte Negative, die ebenfalls aufgerollt gelagert wurden, eingescannt.
      Dabei konnte ich einfach vor und hinter dem Scanner Teile der Rolle überstehen lassen, wenn ich bspw. den mittleren Bereich gescannt habe.
      Hat einwandfrei funktioniert. :)
      An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter.
    • Hi,
      ich würde alte Filme auf keinen Fall neu wässern. Die Rolltendenz der Unterlage wird dadurch nicht unbedingt besser und es besteht die Gefahr der Schichtablösung oder Verletzung. Sie zu zerschneiden und in Negativhüllen zu packen würde ich auch lieber lassen. Durch die Rolltendenz gehen die Streifen schlecht in die Hülle hinein und wieder heraus.

      Es gibt für den Nikonscanner LS 5000 auch einen Filmstreifenadapter für ungeschnittene Filme am Stück. Dem Ding ist es egal wie stark der Film eingerollt ist und die Bildstege werden recht zuverlässig erkannt. Das wäre für mich die erste Wahl. Das Schöne daran ist das man den Filmstreifen einlegen kann und dann werkelt der Scanner alleine daran herum bis der ganze Film durch ist.

      Genau so macht das ein kommerzieller Minilab - Scanner wie Noritzu oder Fuji Frontier. Ob es sich wirklich lohnt so etwas anzuschaffen weiss ich nicht, aber auf jeden Fall gehts damit sehr flott. Die Auflösung ist damit natürlich begrenzt. Aber vielleicht gibt es einen Dienstleister der das günstig machen kann.

      Gruß
      Stefan
    • Stefan Arend schrieb:

      Genau so macht das ein kommerzieller Minilab - Scanner wie Noritzu oder Fuji Frontier. Ob es sich wirklich lohnt so etwas anzuschaffen weiss ich nicht, aber auf jeden Fall gehts damit sehr flott. Die Auflösung ist damit natürlich begrenzt. Aber vielleicht gibt es einen Dienstleister der das günstig machen kann.
      Bei z. B. NimmFilm in Leipzig kostet das Scannen mit so einem Frontier 9 € für einen ganzen, bereits entwickelten und unbeschnittenen KB-Film in der Medium-Auflösung. Da würde ich tatsächlich überlegen, ob ich das nicht besser mit so einer Maschine machen lasse. Wichtig ist halt, dass die Filme hierfür nicht beschnitten sind. Vielleicht kann man ja auch Mengenrabatt für viele Filme vereinbaren?
    • Sandra Voelcker schrieb:

      Bei z. B. NimmFilm in Leipzig kostet das Scannen mit so einem Frontier 9 € für einen ganzen, bereits entwickelten und unbeschnittenen KB-Film in der Medium-Auflösung. Da würde ich tatsächlich überlegen, ob ich das nicht besser mit so einer Maschine machen lasse. Wichtig ist halt, dass die Filme hierfür nicht beschnitten sind. Vielleicht kann man ja auch Mengenrabatt für viele Filme vereinbaren?
      Diesen Gedanken hatte ich auch. Aber wenn wir von 30..50 Filmen reden wird schnell klar welche Kosten da in der Summe entstehen. Insofern wollte ich gern versuchen das mir zur Verfügung stehende Equipment zu nutzen.
      Grüße, der Thomas.

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    • Stefan Arend schrieb:

      Es gibt für den Nikonscanner LS 5000 auch einen Filmstreifenadapter für ungeschnittene Filme am Stück. Dem Ding ist es egal wie stark der Film eingerollt ist und die Bildstege werden recht zuverlässig erkannt. Das wäre für mich die erste Wahl. Das Schöne daran ist das man den Filmstreifen einlegen kann und dann werkelt der Scanner alleine daran herum bis der ganze Film durch ist.
      Vermutlich ist der 6er Streifen-Einzug vorhanden. Den kann ein geschickter Bastler in den Filmrolleneizug umbauen, so dass er komplette Filme auf einmal scannt.
      Umbauanleitung: helmut-stoepfgeshoff.de/sa21-sa30d.html

      Edit: Sehe gerade der Umbau funktioniert nicht mit dem Coolscan V ED
    • Bei meinen alten Dias habe ich viele dreimal gescannt.

      1. Scannen mit Reflecta iScan 1800 (das ist ein Film- und Dia-Scanner mit manuellem Einzug, alles sehr langsam. Staub scannte er besonders gut. Das war der erste Streich, damit konnte ich dann auch Ausdrucke anfertigen und an die Verwandtschaft verteilen. Bilder der Familie aus den 1930er und 1940er Jahren. (Meine Großeltern waren junge Eltern und meine Onkel waren Babys.)

      2.Scannen mit Canoscan 9950F mit automatischer Staubentfernung.
      3. Besonders verschmutzte und wichtige Dias aus der Halterung herausgenommen und mit Spiritus gereinigt. (Ob das auf Dauer gut war, weiß ich nicht. Wasser wollte ich nicht nehmen.) - Scannen mit Canoscan 9950F mit automatischer Staubentfernung, aber eine Stufe schwächer eingestellt. Man sagt zwar, dass glaslos besser sei, aber bei glaslosen dias waren alle Kratzer und jedes Staubkorn direkt auf dem Film. Unter Glas waren die meisten Filme sauber. Nassreinigen betraf nur ca, 5 oder 6 Bilder.

      Die Infrarot-Staub- und -Kratzerentfernung lief ziemlich gut.

      Kritisch waren die Kratzer, die gingen auch weg.

      Bei Filmen habe ich die Filme eingelegt und vorn und hinten überstehen lassen.
      Die Filmhalterung hat bei mir die Biegung genügend ausgeglichen. Ich hatte aber nur einen Diafilm, das andere war ein DEFA-Heimfilm, den ich nicht zerschneiden wollte.

      Zerschnittene Filme habe ich immer in die Filmhüllen zu je sechs (oder weniger) eingeschoben. Unabhängig, wie gebogen sie waren, alle glätteten sich.

      Direktes Abfotografieren habe ich noch nicht erprobt.

      Staubentfernung rein mit Software - ohne Infrarot - geht praktisch nicht gut.

      Damit schied bei mir Abfotografieren aus. Die Dias hatte ich als Kind geschenkt bekommen und sehr oft angesehen.

      Am schlechtesten waren SW-Umkehr-Filme in Diarahmen. Die wenigen Bilder, die ich da hatte, hatten alle Lochfraß. Damit muss man dann leben.
    • Hallo,

      ich nehme an, daß es sich bei den Filmen um S/W-Filme handelt.
      Da wäre "Abfotographieren" tatsächlich sogar sehr sinnvoll und auch schnell.

      Bei mir käme der meinetwegen eingerollte Film in den KB-Filmhalter meines
      DURST 605 Vergrößererkopfes.
      Dieser Kopf liegt unten und durchleuchtet das Negativ von unten nach oben
      in Richtung Macro-Objektiv der Digitalkamera.
      Auf diese Weise bin ich auch schon mit alten und sehr dichten S/W-Negativen
      klargekommen die mein Reflecta 10T trotz Mehrfachscan nicht wirklich gut
      bewältigen konnte.

      Ich war in der Vergangenheit immer wieder erstaunt, was in so manchen alten
      Negativen an "Botschaften" enthalten war wenn man sie als großes Positiv
      auf dem Bilddschirm sehen konnte.

      Auf alle Fälle würde ich die eingerollten Negative nicht unnötigen mechanischen
      Belastungen aussetzen, also trocken putzen etc.
      Andererseits würde eine schonende Naßreinigung Details auf den Negativen
      sichtbar machen was einen oft verwundert.
      Wer weiß was die im Lauf der Jahrzehnte schon alles mitgemacht haben?
      Gute Anbieter bei der Film-Digitalisierung von S-8 bis 35mm-Filmen machen
      vorher eine Naßreinigung um den durch elektrostatische Aufladung auf dem Film
      befindlichen Dreck weitgehend zu entfernen.

      Als Ergänzung und eigentlich nur spaßeshalber:

      Ich habe schon vor längerer Zeit mal eine Reihe recht zerkratzter S/W-Negative auf
      einen C-41-tauglichen S/W-Film reproduziert.
      Bei diesen Farbstoff-Filmen funktioniert ja die Kratzerbeseitigung von Silverfast recht gut
      und hat mir viel Ausfleckarbeit erspart.
      Aber es braucht ein Macro-Objektiv welches auch für den Abbildungsmaßstab 1:1
      sehr gute Ergebnisse liefert.

      Aber das nur als Ergänzung was man so machen kann....wenn man Zeit hat oder diese sich nimmt.

      Herzliche Grüße

      Karl Heinz
    • Oben wurde geschrieben, dass sich rollende Negative nicht leicht in die üblichen Taschen einsortieren lassen.

      Es gibt oben längs komplett geschlitzte Taschen, die dazu noch sehr steif sind, da wäre das Problem gelöst, die sind ideal.
      Die verwende ich auch und habe ich hier auch schon einmal im Forum beschrieben.
      Sind von REGIS, die Museums- und Archivbedarf herstellen.

      Allerdings sind diese nicht ganz billig, und ich habe auch herausgelesen, dass der Themenersteller ja selbst schon genug Taschen hat und bestimmt nicht noch welche kaufen will.
      Reject the digital. Go analog.
    • Solche Kandidaten schicke ich durch meinen Nikon Sanner. Die Filmstreifenzufuhr SA-21 habe ich von max 6 Bilder auf 40 aufgebohrt. Das ist einfach.

      photoinfos.com/Scanner/Nikon-S…kon-SA-21-SA-30-umbau.htm

      Alternativ lege ich die alten Filme mit Drall in teure und steife Secol Hüllen und scanne sie mit einem Flachbettscanner. Die alten Filme sind oft gar nicht detailreich genug, als dass sich der Nikon lohnt. Der Epson Expression 1680 reicht dann schon.

      Tom
      http://www.photoinfos.com