"Moderne" Dunkelkammerleuchte mit Ipad o.ä.

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    • "Moderne" Dunkelkammerleuchte mit Ipad o.ä.

      Liebe Forenten,
      neu im Forum und als Fotolabor-Wiedereinsteiger (zunächst mal mit einer selbstgebauten Illy-Lochkamera), versuche ich mit knappem Equipment auszukommen (da die Duka transportabel sein soll).
      Da habe ich mich gefragt, ob man nicht eine Dunkelkammerleuchte mit einem Smartphone- oder Tabletdisplay simulieren kann.
      Leider habe ich in den Weiten des Netzes nichts dazu gefunden.
      Daher meine Hoffnung: hat hier jemand so etwas schon mal probiert oder eine Idee, wie das funktionieren könnte?
      Danke für alle Ideen und viele Grüße,
      Peter
    • Guten Abend,
      wenn es Dir nur um Beleuchtung geht, denk mal in Richtung Fahrrad-LED-Rücklicht. Ich hab das in der Duka immer in der Hosentasche und mache das bei Bedarf für einen kleinen Moment an.

      Entscheidend ist ja die spektrale Zusammensetzung des roten Lichts; je reiner das Rot (je weniger Grün/Gelb/Blauanteile), und je größer die Wellenlänge, desto besser. Wie man das mit einem Smartphone-Display erreichen kann, weiß ich allerdings nicht. Hab mir aber eine tiefrote Filterfolie übers Display geklebt, auch um den weiß hinterleucheten Homebutton einzufärben.

      Beste Grüße
      Gott grüß die Kunst!
    • > Dann muss eben doch eine extra Dunkelkammerlampe her.
      > Fahrrad-Rücklicht ist auch keine Lösung, da ich schon gerne sehen will, was im Entwickler passiert

      Also, ich denke, das kannst Du problemlos auch mit dem LED-Rücklicht. Machst das an, legst das aufs Regal oder zur Seite, Leuchtrichtung zur Decke. Mein Schleiertest: Münzentest mit Abstand zum vorbelichteten Papier 30cm bei direkter Beleuchtung = Schleierzeit 3min. Die Zeit lässt sich mit steigendem Abstand quadratisch verlängern.

      Ich habe mein Fahrrad-Rücklicht dann sicherheitshalber noch zusätzlich mit einer Tiefrot-Filterfolie (Lee 787 Marius Red) ausgestattet, da das Fahrrad-Licht sichtlich noch Gelb hatte (durch Grünanteil). – In der Schublade, aber noch nicht ausprobiert, habe ich noch eine Folie Lee 707 Ultimate Violet, die ein noch schmaleres Rot hat und in Kombination mit dem 787-Filter den Grünanteil dann restlos rauslöschen müsste. Wenn Du Interesse hast, kann ich Dir ein Stück von den Filterfolien zusenden.

      Oben schrieb ich zwar, ich mache das Licht „für einen kurzen Moment“ an. Nicht, weil mir das Papier sofort verschleiert, sondern weil der kurze Moment ausreicht. Papier in die Schale, kurz anschalten: Papier komplett „unter Wasser“? Ja? Licht wieder aus. Nach 30 Sekunden mal gucken. Läuft. OK, Licht wieder aus…

      VG
      Carsten.
      Gott grüß die Kunst!
    • Alle LEDs besitzen einen deutlichen blauen Lichtanteil. Das ist das fast immer unerwünschte Nebenprodukt von
      LEDs und es macht uns am Meisten bei LED-Displays zu schaffen. Nicht besonders gesund und immer da.

      Deshalb ist es so wichtig LED-Licht in der Dunkelkammer zu filtern wenn es als Rotlicht verwendet
      werden soll.
      In Wirklichkeit passiert die ganze Zeit gar nichts - Jim Rakete 2007

      Bilder
    • Axel Thomas schrieb:

      Alle LEDs besitzen einen deutlichen blauen Lichtanteil. Das ist das fast immer unerwünschte Nebenprodukt von
      LEDs und es macht uns am Meisten bei LED-Displays zu schaffen. Nicht besonders gesund und immer da.
      Das gilt für die weißen LEDs (Led-Raumbeleuchtung, Display Hintergrundbeleuchtungen).
      Das Spektrum von echten roten Leds endet im Gelb/Grünbereich ohne Blau-Anteile. Je nach spektraler Empfindlichkeit des Papiers führt dieser Rest im gelben Bereich zu einer Verschleierung auf die Dauer.

      spektrum-led-rot.jpgDas Bild zeigt das Spektrum einer roten 6800mcd Led (hier Nichia NSPR510GS) wie sie in Fahrradrücklichtern eingesetzt wird. 575nm, wo das Spektrum gegen Null geht, entspricht dem Übergang von Gelb zu Grün.

      Im Idealfall filtert das rote Plastik vom Rücklicht das Spektrum der Led.
    • Hans Wöhl schrieb:

      Das gilt für die weißen LEDs (Led-Raumbeleuchtung, Display Hintergrundbeleuchtungen).
      Nicht ganz. Die Wellenlänge hängt von den verwendeten Materialien in der Diode ab.
      Die NSPR510GS ist eine Spezialdiode für rotes Licht. Für Selberlöter klar ein Tip.

      Die Farbe einer Leuchtdiode hängt wesentlich vom Bandabstand des eingesetzten Halbleitermaterials ab. Die Farbe entspricht direkt einer bestimmten Wellenlänge λ, d. h. dem Kehrwert der Frequenz der emittierten elektromagnetischen Strahlung, multipliziert mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit.

      Da nicht in allem was rot leuchtet auch nur rot drin ist und nur selten erkennbar ist um welchen Typ LED
      es sich handelt - lieber erstmal testen oder gleich filtern.
      In Wirklichkeit passiert die ganze Zeit gar nichts - Jim Rakete 2007

      Bilder
    • Peter Beier schrieb:

      (möchte das Harman Direktpositiv-Papier verwenden).
      Mit dem Direktpositivpapier musst du bezüglich rot aufpassen. Das verlangt dunkles Rot. Ich bin da anfänglich ziemlich reingefallen...sonst hast du Schleier oder schlimmer.
      Hatte mir zu Beginn aus einer LED Taschenlampe und 2 oder 3 Lagen von dieser roten Sperrfolie für Lithfilm (seinerzeit) genommen. Das ging nicht. Nun habe ich eine kleine Leuchte mit austauschbaren Filterscheiben. Da war eine ganz dunkelrote dabei. Damit geht es nun problemlos.

      Toni
    • Hans Wöhl schrieb:

      Das Spektrum von echten roten Leds endet im Gelb/Grünbereich ohne Blau-Anteile. Je nach spektraler Empfindlichkeit des Papiers führt dieser Rest im gelben Bereich zu einer Verschleierung auf die Dauer.

      Es gibt durchaus rote Leuchtdioden mit spektralen Spitzen bei 660nm oder 700nm, die für Dunkelkammer besser geeignet sind und "sicher" sind. Man kann sogar fertige Dunkelkammerleuchten damit kaufen, die aber sehr teuer sind. Diese Leuchtdioden sind nicht besonders effizient, haben oft nur Lichtstärken unter 10mcd und man braucht viele davon, um eine ausreichende Helligkeit zu erreichen.

      Hocheffiziente rote Leuchtdioden oft mit Lichtstärken über 10cd, wie sie in Fahrradleuchten und Signallampen eingesetzt werden, haben spektrale Spitzen meist bei 620-630nm und können im unteren Bereich mit der Empfindlichkeit von Fotopapieren mit variabler Gradation überlappen.
    • Tor-Einar Jarnbjo schrieb:

      Es gibt durchaus rote Leuchtdioden mit spektralen Spitzen bei 660nm oder 700nm, die für Dunkelkammer besser geeignet sind und "sicher" sind. Man kann sogar fertige Dunkelkammerleuchten damit kaufen, die aber sehr teuer sind. Diese Leuchtdioden sind nicht besonders effizient, haben oft nur Lichtstärken unter 10mcd und man braucht viele davon, um eine ausreichende Helligkeit zu erreichen.
      Die geringe Effizienz kommt daher, dass das Auge für den Wellenlängenbereich dieser Leds ziemlich unempfindlich ist. In die Leuchtstärke-Einheiten mcd oder lumen geht die Empfindlichkeit des Auges mit ein. Wenn eine Led kaum sichtbares Licht abstrahlt, dann kann sie keine hohen mcd-Werte erreichen, obwohl sie eigentlich sehr viel Licht abstrahlt. Eine Hochleistungs-Infrarot-Led hat automatisch 0mcd, da ihr Licht unsichtbar ist, auch wenn sie für eine passende Kamera den Raum taghell macht.

      Sehr gut ist man mit roten Lampen aus Röntgen-Entwicklungskammern bedient. Die haben ein tief-rotes Spektrum, was gut mit orthochromatischen Filmen und Papieren harmoniert.

      Ich habe schon mit 720nm-Leds plus 720nm IR-Filter experimentiert. Ein normaler panchromatischer 400ASA-Film war bei direkter Bestrahlung aus ca. 80cm für 20-30s. sicher. Allerdings reicht so ein Licht wegen der fehlenden Empfindlichkeit des Auges allenfalls als grobes Orientierungslicht.