Gamma eines Negativs bestimmen ... aber wie?

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    • Gamma eines Negativs bestimmen ... aber wie?

      Herstellerinformationen geben an, wie ich Negative auf ein Gamma von z.B. 0,65 entwickeln kann, gelegentlich stoße ich auf Informationen, die für eine bestimme Anwendung ein Gamma des Negativs von z.B. 1,8 bis 2,00 empfehlen (in diesem Fall geht es um Vorlagen für Abzüge in alternativen Prozessen). Aber wie kriege ich überhaupt mit einfachen Mitteln heraus, welches Gamma ein bestimmtes Negativ hat?

      Ich stelle mit vor, dass ich ein eingescanntes Negativ in Photoshop öffne und bestimmte Bereiche ausmesse, sagen wir auf einer Skala von 0-255 oder 1-100. Wie berechne ich aus solchen Werten den Gamma-Wert? Geht das überhaupt?

      Ratlose Grüße, Jens
    • Ich würde stark abkürzen und empfehlen, ein paar Testentwicklungen mit deutlich längerer Entwicklungszeit zumachen, mit denen du das alternative Verfahren ausprobierst. Hinterher wird es sowieso darum gehen, dass das Negativ zum Motiv und zum Verfahren passt, weniger darum, den numerischen Wert aus einer allgemeinen Empfehlung exakt zu treffen.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • So habe ich es auch bislang gemacht (zu versuchen, das Neg dem Druckverfahren anzupassen), aber ich erhoffte mir eine etwas zuverlässigere Arbeitsweise beim elektronischen Erstellen der Negative, bzw eine bessere Möglichkeit abzuschätzen, ob meine Negative OK sind - das ewige Pröbeln bin ich ziemlich leid ...
    • Hallo Jens,
      das was Du Dir vorstellst, geht nicht. An einem existierenden Negativ kann man das Gamma nicht bestimmen. Das funktioniert nur, wenn man eine Meßreihe von Belichtung gegen Schwärzung aufnimmt und das natürlich unter kontrollierten Bedingungen, das heißt auch bei gleicher Enttwicklung. Das Ganze ist materialabhängig und gilt dann nur genau für diese eine Film/Empfindlichkeit/Entwickler-Kombination. Einen Stufengraukeil braucht man dazu nicht unbedingt, eine strukturierte hell verputzte Wand, ein Tag mit diffuser Bewölkung, ein Belichtungsmesser, eine Belichtungsreihe und ein ein Densitometer oder ein guter Belichtungsmesser mit Spotfunktion tuns auch. Wie das geht, ist zig-fach bis zum Exzess beschrieben worden.
      Viele Grüße, Jochen.
    • > OK, und wie läuft das verfahren dann ab? Ich habe also meinen Stufenkeil mit sagen wir den klassischen 10 Zonen von St. Ansel. Wie berechne ich aus den ermittelten Werten das Gamma?

      Es gibt drei einigermaßen einfache Möglichkeiten. Für beide solltest du die Dichten messen, welche die Stufen haben.

      Im ersten (genaueren) Fall legst du durch die Dichten über die Stufen eine Ausgleichsgerade. Mein Taschenrechner kann das und Excel auch. Diese Gerade hat einen Anstieg in der Einheit Dichte je Stufe. Das gamma ist dieser Anstieg, geteilt durch 0.301.
      Beispiel aus dem wahren Leben:

      Quellcode

      1. Stufe Dichte
      2. 1 0.06
      3. 2 0.1
      4. 3 0.2
      5. 4 0.36
      6. 5 0.6
      7. 6 0.78
      8. 7 0.96
      9. 8 1.14
      10. 9 1.32

      Anstieg = 0.168, Dichte = 0.56

      Methode 2: den Näherungswert ß berechnen: (Dichte von Stufe 6 -0.1)/1.5
      Das muss aber die wahre Stufe 6 sein und nicht die anfänglich geschätzte. Referenz ist: Stufe 1 = Dichte 0.1. In unserem Beispiel war die geschätzte Stufe 2 die eigentliche Stufe 1, so dass wir die Dichte der geschätzten Stufe 7 einsetzen müssen. Es ergibt sich ß=(0.96-0.1)/1.5 = 0.57

      Methode 3 gibt direkt an, auf welchem "N" laut St. Ansel du liegts. N=0 ist Normalentwicklung:
      N=8.5-(Stufe, die Dichte 1.37 hat)
      In unserem Beispiel ist das fast genau Stufe 9. N=8,5-9 = -0.5 (also N-0.5, leicht unterentwickelt).