CPE2 C41 Streifen bei Entwicklung

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    • CPE2 C41 Streifen bei Entwicklung

      Hallo allerseits,

      seit einiger Zeit bin ich glücklicher Besitzer eines Jobs CPE2 um C41 zu entwickeln. Dazu hab ich mir die Chemie von Bellini aus Italien bestellt. 35mm funktioniert mit meiner 1520er Dose wundervoll und die Ergebnisse gefallen mir.

      Mit 120er bin ich aber auf ein Problem gestossen. Bei bisher zwei Filmen befindet sich ein durchgehender Streifen etwas unterhalb der Mitte. Ich vermute, dass die Füllmenge der Grund ist.
      Laut Jobo beträgt bei Rationsentwicklung im 1520er die Füllmenge 240ml sowohl für 135 als auch für 120. Nun decken aber 240ml einen 120er Film bei stehender Dose nur ca. zur Hälfte ab und erst in der Waagrechten und durch Rotation verteilt sich die Chemie gleichmäßig. Beim Befallen versuche ich den Entwickler so schnell wie möglich in die Dose zu kippen, aber natürlich dauert es einige Sekunden bis ich den Tank an den Magneten gekoppelt habe und die Rotation beginnt. Ich nehme an, dass dadurch der Streifen entsteht, weil der Film wenige Sekunden bereits zu einem Teil entwickelt wird. Vielleicht liegt es aber auch am Bleichbad, da ist es ja das gleiche Problem.
      Was meint ihr dazu? Ist das eine mögliche Erklärung?

      Wie könnte ich das verhindern? Kann ich die Rotationsentwicklung auch mit den angegebenen 485ml machen? Schafft das der Motor? Schwappt mir dann die Chemie raus oder fetzt es mir den Deckel auf Grund von Gasentwicklung runter?

      Würde der 2520 Multitank mehr Sinn machen? Aber die Füllmenge beläuft sich hier ja auch bei geringen 270ml.

      Wie macht ihr das?

      Vielen Dank und freundliche Grüße aus Wien, Christian
    • Hallo Christian,

      das Kritische ist in der Tat das Befüllen im Stand und dass es einige Sekunden dauert, bis die Rotation beginnt und der Entwickler verteilt wird. Ich selbst hatte ähnliche (und andere) Probleme mit der CPE-2 und auch der CPA-2 mit C-41. Und zwar sowohl in den kleinen (1520 mit weißen Spiralen) als auch in den großen Dosen (25er mit scharzen Spiralen). Am Ende bin ich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass es wohl nur mit einem Lift vernünftig funktioniert. Die Investition habe ich gescheut, stattdessen habe ich ein Großteil meines Jobo-Geraffels verkauft. Ich hatte einfach kein Glück damit. Mittlerweile kippe ich C41 von Hand in Edelstahldosen und die Ergebnisse sind ... perfekt.

      Was du jetzt probieren könntest: Vorwässern, 480 Milliliter Entwickler verwenden, ein Stoppbad zwischenschalten (480 ml) oder zumindest beim Bleichbad die Dose mit den kompletten 480ml füllen und kippen oder auch rotieren. 500 Milliliter schafft der Motor. Ich würde das einzeln der Reihe nach durchprobieren und schauen, wie es sich auswirkt. Wenn du gute Ergebnisse bekommst, nichts weiter ändern.

      Bei mir haben die erwähnten Maßnahmen Verbesserung hinsichtlich der Entwicklungsartefakte gebracht, allerdings leider keine vollständige Heilung, deshalb bin ich schließlich beim Kippen gelandet.

      VG,
      Jochen
    • Vielen Dank Jochen,

      Danke für deine Tipps. Verwässern mache ich schon, bringt aber offensichtlich nichts. Mit 135mm gibt es keine Probleme, weil 240ml offensichtlich ausreichen um den Film beim Befüllen so weit zu bedecken, dass kein Streifen entsteht.

      Mit 120 werde ich deine Schritte probieren und sehen was passiert. Falls alles nichts hilft habe ich immerhin einen CPE2 für 135 und als etwas großes Wasserbad um die Chemie für 120 vorzuwärmen. Wie machst du das mit dem vorwärmen?

      Vielen Dank noch mal und alle Liebe.
    • Der Mensuren-/Flaschenhalter der CPE-2 ist abmontiert und ich nutze die Maschine als Wasserbad um die Dose vorzuwärmen bzw. während der Entwicklung die Temperatur zu halten. Ich stelle die Dose (Edelstahl) einfach zwischen den "Rippen" im Boden ab, da wo der Temperaturfühler montiert ist. Die Chemie wärme ich in einem separaten Eimer auf über 40 Grad vor und warte dann einfach, bis der Entwickler auf Zieltemperatur abgekühlt ist. So kann ich den Entwickler unabhängig von der Temperatur des Wasserbades temperieren. Die restliche Chemie kühlt dann weiter ab, aber die muss ja nicht so exakt temperiert sein.
    • Noch eine kleine Frage hätte ich. Du sprichst von Entwicklungsartefakten. Meinst Du damit Unregelmäßigkeiten, wie teilweisere hellere Artefakt, vor allem in den Schatten?. So etwas ist mir, als ich noch per Hand mit dem Compact all in one gearbeitet habe auch sehr stark passiert. Mit dem Bellini Kit sind sie schon viel weniger, aber noch nicht ganz weg. Sind sie bei deiner jetzigen Methode ganz verschwunden?

      Vielen Dank noch mal!
    • Christian Holemy schrieb:

      Ich nehme an, dass dadurch der Streifen entsteht, weil der Film wenige Sekunden bereits zu einem Teil entwickelt wird. Vielleicht liegt es aber auch am Bleichbad, da ist es ja das gleiche Problem.
      Nein das ist ehr unwahscheinlich. Denn Du kippst ja später auch die Dose wieder beim Badwechsel um. Die Effekte (wenn sie überhaupt eine Rolle spielen) kompensieren sich dabei

      Ich hab die CPE 2 (ohne Lift) fast 2 Jahrzehnte verwendet und hatte dieses Problem so nie. Ich habe wohl bis heute immer die Tetenal Chemie verwendet. Die Zeiten sollten schon genau eingehalten werden aber damit ist kein wirklich sekundengenauer Ablauf gemeint. Mit ein wenig Routine ist das alles auch kein Problem.
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
    • Marwan El-Mozayen schrieb:

      Christian Holemy schrieb:

      Ich nehme an, dass dadurch der Streifen entsteht, weil der Film wenige Sekunden bereits zu einem Teil entwickelt wird. Vielleicht liegt es aber auch am Bleichbad, da ist es ja das gleiche Problem.
      Nein das ist ehr unwahscheinlich. Denn Du kippst ja später auch die Dose wieder beim Badwechsel um. Die Effekte (wenn sie überhaupt eine Rolle spielen) kompensieren sich dabei

      Der Vorgang des Ausleerens ist mit dem des Befüllens überhaupt nicht vergleichbar. Beim Auskippen wird die Dose schräg gehalten (oder entleerst du sie auf dem Kopf stehend?), beim Befüllen steht sie senkrecht. Beim Befüllen ist der Film außerdem trocken bzw. das Wasser in der Schicht muss verdrängt werden. Beim Entleeren läuft der Entwickler über eine mit Entwickler gesättigte Schicht ab. Die Vorgänge sind komplette unterschiedlich. Von daher kann mich das Argument nicht wirklich überzeugen.

      Wenn die Dose mit Film und Entwickler ein paar Sekunden rumsteht, kann das nach meiner Erfahrung einen Unterschied machen, da die Entwicklung bei 37,8 Grad nun mal sehr schnell geht. 30 Sekunden sind schon ein +1-Push. Und um eine vor gleichförmigen Hintergrund sichtbare Kante zu bilden, braucht es garantiert keinen +1-Push.

      Andererseits hast du recht, dass das alles eine Frage der Routine ist. Wer es hinkriegt, die Dose zackig innerhalb weniger Sekunden zu befüllen und auf dem Prozessor zu haben, wird sehr wahrscheinlich keine Probleme haben. Und natürlich hilft es, wenn man bei niedrigeren Temperaturen arbeitet.
    • Christian Holemy schrieb:

      Noch eine kleine Frage hätte ich. Du sprichst von Entwicklungsartefakten. Meinst Du damit Unregelmäßigkeiten, wie teilweisere hellere Artefakt, vor allem in den Schatten?. So etwas ist mir, als ich noch per Hand mit dem Compact all in one gearbeitet habe auch sehr stark passiert. Mit dem Bellini Kit sind sie schon viel weniger, aber noch nicht ganz weg. Sind sie bei deiner jetzigen Methode ganz verschwunden?

      Vielen Dank noch mal!
      U.a. unregelmäßige, grob kreisförmige Bereiche erhöhter Dichte unterschiedlicher Größe, auffällig vor gleichförmigen Hintergrund. Das habe ich als die Auswirkung von Spritzern beim Befüllen interpretiert. Ebenfalls bei Rotation (aber nur Rollfilm) hatte ich immer wieder mal Kantenbildung in Rotationsrichtung, vermutlich durch mangelnde Durchmischung (zu langsame Rotation?), aber im Unterschied zu den "Befüllungsartefakten" eher undeutlich und nicht so scharf abgegrenzt. Außerdem gelegentlich ungleichmäßige Dichten an den Rändern.

      Ich sage nicht, dass Rotation mit C41 nicht funktioniert, ich sage nur, es hat bei mir nicht funktioniert bzw. ich hab nach einem halben Jahr aufgegeben, weil ich die Geduld verloren habe. Also schau, dass du systematisch ein paar Dinge änderst, wenn es dann klappt, bleib dabei. Was ich noch erwähnen sollte, ist das immer mit der höchsten Geschwindigkeit rotiert werden sollte. Ältere CPE-2 haben noch zwei Geschwindigkeiten und Jobo hat glaube ich eine Weile erzählt, man soll die langsamere für Film nehmen. Das ist inzwischen überholt (und die neueren Geräte habe auch nur noch eine "schnelle" Geschwindigkeitsstufe).
    • Jochen Schmitt schrieb:

      Der Vorgang des Ausleerens ist mit dem des Befüllens überhaupt nicht vergleichbar. Beim Auskippen wird die Dose schräg gehalten (oder entleerst du sie auf dem Kopf stehend?), beim Befüllen steht sie senkrecht. Beim Befüllen ist der Film außerdem trocken bzw. das Wasser in der Schicht muss verdrängt werden. Beim Entleeren läuft der Entwickler über eine mit Entwickler gesättigte Schicht ab. Die Vorgänge sind komplette unterschiedlich. Von daher kann mich das Argument nicht wirklich überzeugend.
      Nein mit Akrobatik hab ich es nicht so im Fotolabor, ich halte die Dose jedoch nie Schräg sonder kippe diese Kopfüber in das Auffanggefäß. Auch wenn Du Die Dose Schräg hälst kommt es zum Rückstau. Darüber hinaus verbleibt etwas Chemie immer auf dem Film. Das ist in der Regel kein Problem. Die Chemiebewegung in der JOBO Dose ist mehr als ausreichend auch beim ein- bzw. Ausgießen. Diese minimalen Verzögerungen spielen eine untergeordnete Rolle solange die gesamte Agitation über die Entwicklungszeit einigermassen gleichmäßig verläuft, was bei einer CPE 2 durchaus der Fall ist.

      Ich habe sehr wohl aber schon bei einigen Workshopteilnehmern feststellen könne, dass gerade bei der 1500er Spirale die Filme nicht sauber eingefädelt wurden. Dies betraf gerade Rollfilm. Dieser war dann etwas wellig und führte zu Problemen.
      "Das dumme an Zitaten aus dem Internet ist, dass man nie weiß, ob sie stimmen" (Leonardo Da Vinci 1442-1519)
    • Christian Holemy schrieb:

      Hallo allerseits,

      seit einiger Zeit bin ich glücklicher Besitzer eines Jobs CPE2 um C41 zu entwickeln. Dazu hab ich mir die Chemie von Bellini aus Italien bestellt. 35mm funktioniert mit meiner 1520er Dose wundervoll und die Ergebnisse gefallen mir.

      Mit 120er bin ich aber auf ein Problem gestossen. Bei bisher zwei Filmen befindet sich ein durchgehender Streifen etwas unterhalb der Mitte. Ich vermute, dass die Füllmenge der Grund ist.
      Laut Jobo beträgt bei Rationsentwicklung im 1520er die Füllmenge 240ml sowohl für 135 als auch für 120. Nun decken aber 240ml einen 120er Film bei stehender Dose nur ca. zur Hälfte ab und erst in der Waagrechten und durch Rotation verteilt sich die Chemie gleichmäßig. Beim Befallen versuche ich den Entwickler so schnell wie möglich in die Dose zu kippen, aber natürlich dauert es einige Sekunden bis ich den Tank an den Magneten gekoppelt habe und die Rotation beginnt. Ich nehme an, dass dadurch der Streifen entsteht, weil der Film wenige Sekunden bereits zu einem Teil entwickelt wird. Vielleicht liegt es aber auch am Bleichbad, da ist es ja das gleiche Problem.
      Was meint ihr dazu? Ist das eine mögliche Erklärung?

      Wie könnte ich das verhindern? Kann ich die Rotationsentwicklung auch mit den angegebenen 485ml machen? Schafft das der Motor? Schwappt mir dann die Chemie raus oder fetzt es mir den Deckel auf Grund von Gasentwicklung runter?

      Würde der 2520 Multitank mehr Sinn machen? Aber die Füllmenge beläuft sich hier ja auch bei geringen 270ml.

      Wie macht ihr das?

      Vielen Dank und freundliche Grüße aus Wien, Christian
      Ich entwickel Farbfilme mit C41 im 2520 Tank. Einfüllen der Chemie in die stehende Dose (270 ml vorbereitet) und dann die Dose zügig, aber ohne Hektik, an die sich bereits drehende Transportachse ankuppeln. Streifen hatte ich dabei noch
      nie!!
      L.G.
      Horst
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      Die logarithmische Dichte eines Films
      ist der dekadische Logarithmus des
      reziproken Wertes des Transmissionsgrades

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