Große Papierformate entwickeln

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    • Mario, ich vergrößere nur so groß oder gar nicht. Für Din-A4 etc. ist mir der Aufwand zu hoch.
      Ich habe ja leider kein richtiges Labor und muss immer alles aufbauen. Das dauert.
      Ich habe mir die Linhof u.a. zum Entschleunigen geholt, was auch gut funktioniert. Ich versuche, nur da abzudrücken, wo es sich auch wirklich lohnt. Zum Knipsen habe ich ja noch das Handy : )

      Ich war gerade mit einem Kumpel 14 Tage in Dänemark. Ich analog, er digital.
      Ich habe in der Zeit insgesamt 7 Rollfilme durchgezogen, pro Film max 2 Motive, weil ich die Filme noch nicht richtig eingetestet habe und Belichtungsreihen gemacht habe und auch so noch ein paar Sachen probiert habe. Unterm Strich hatte ich vor dem Entwickeln das Gefühl, dass drei gute Bilder dabei sein werden. Im Endeffekt waren es dann zwei, also pro Woche ein gutes Bild. Mir persönlich reicht das vollkommen. Die Qualität dieser beiden Bilder ist technisch wie inhaltlich so gut, das sie in 120 cm Kantenlänge an der Wand bestehen können.

      Mein Kumpel hat in der gleichen Zeit mit der Digitalen 800 Bilder gemacht. Kein Scherz.
    • Da habe ich doch das Glück, einen eigenen Raum für mein Fotohobby zu haben. Von Kleinbild bis 4x5 Inch kann ich alles entwickeln und vergrößern. Das hört sich jetzt großartig an, leider fehlt mir aber immer wieder die Zeit, um auch wirklich alles zu machen, was mir so vorschwebt.

      In deiner Situation aber, Wolff, würde ich es vermutlich genauso handhaben. Wenn erst immer alles aufgebaut werden muß, lohnt es wirklich nicht, sich mit "Kleinkram" abzugeben.

      Um meine Situation zu verdeutlichen: digital verwende ich aktuell nur eine kleine Kompaktknipse für Internetbilder (Angebote für die Bucht, Bilder fürs Forum)
      Analog bin ich abwechselnd mit 7 verschiedenen Kameras unterwegs: dreimal AF für s/w, s/w-Dia und Farbe, Minolta X-700 für s/w, eine Pentax Spotmatic, immer dabei im Auto, ein Mittelformat-Falter und eine Laufboden-Vorkriegskamera für 9x12. Für letztere habe ich grad keinen guten Film (der Fomapan 100 hat Pinholes).
      Leider entsteht trotzdem nicht so viel, wie ich gerne hätte.

      Wie viele der 800 Digitalbilder deines Kumpels wären es denn Wert, so groß wie deine beiden Aufnahmen gezeigt zu werden?

      LG, Mario.
      If nothings goes right - go left!
    • Leider hat der gute Mann mit mir zusammen Kunst studiert und dementsprechend sind einge echt gute Bilder dabei. Unterm Strich bleibt aber maximal eine Hand voll richtig gute.

      Allerdings kann er die alle nicht ansatzweise so groß vergrößern wie ich, weil ihm dazu noch ein paar Megapixel fehlen : )
      Ich hatte den Adox Cms 20 II in 6x7 und das Apo-Grandagon dabei : )
    • Das ist die Krux der Digitalfotografie.

      Bei einem analogen Bild dauert es, je nach verwendetem Film, viel länger, bis Korn zu sehen ist.
      Und das kann dann immer noch künstlerisch eingesetzt werden - im Gegensatz zur Pixeligkeit
      einer zu sehr vergrößerten Digi-Aufnahme.
      :thumbsup:
      If nothings goes right - go left!
    • Mario,

      bei meinen Vergrößerungen und meinen Plänen für noch größere Vergrößerungen handelt es sich um eine Art von Steigerung des alten, seit drei Generationen bestehenden Familien-hobbys; und sicherlich auch eine Art Versuch, Grenzen systematisch zu überschreiten - oder solche auszuloten.

      Mit einem Laborator 138 kann man dazu neigen, mal "richtig groß" zu vergrößern.

      Ferner ist für mich auch immer wieder der Prozess ganz wichtig; inhäriert mir gewisserweise - wie Heidegger sagen würde - ontisch. - Bei jeder Vergrößerung, ob groß oder klein, denke ich an die glücklichen Momente der Aufnahme, des Entwickelns der Filme - dann die Auswahl, und dann - nach ein paar Probestreifen - das immer wieder sagenhafte Wieder-Erscheinen der Aufnahme im Entwicklerbad - und irgendwann dann im Rahmen daheim oder im Büro.

      Will heißen: Vergrößern ist für mich immer auch eine Art von hermeneutischem Lebensprozess, wie Gadamers "hermeneutischer Zirkel" - und den genieße ich, wie einen guten Wein. - Und der steht außerhalb irgendwelcher simpler Nutzwert-Betrachtungen.



      Vielleicht mal ein kleines Bisserl Philosophie zur Photographie

      Euer
      Jan-Peter
    • Nun, lieber Jan-Peter, deine philosophischen Betrachtungen sind sicher richtig und unterstreichen auch die Vorgehensweise von Wolff.

      Ich selbst sehe für mich den Prozess des Fotografierens und Entwickelns nicht ganz so verklärt.
      Vor dreissig Jahren war ich in einem anderen Teil unseres Ländles sehr stark in einem Fotoclub eingebunden, in dem das Schaffen von
      Bildern immer auch ein freundschaftlicher Wettstreit war. Nach zwanzig Jahren beruflich erzwungener Pause und damit verbundener
      Verpflanzung meines Lebensmittelpunktes habe ich vor eineinhalb Jahren wieder zur Fotografie zurückgefunden. Dabei habe ich gemerkt,
      daß ich immer noch gern in den analogen Schuhen stehe. Was fehlt, ist jetzt für mich der Wettstreit.
      Vielleicht komme ich deshalb (noch) nicht aus den "kleinen" Bildern (s.o.) heraus.
      :rolleyes:
      LG, Mario.
      If nothings goes right - go left!
    • Hi,

      nach meiner Erfahrung ist es eigentlich gar nicht schwer große Bilder mittels Vergrößerer zu erstellen. Die gezeigten Bilder sind im Format 90x90cm auf eine Bahn Fotopapier belichtet worden. Die Bahnbreite beträgt 127cm, die Länge der Bahn 200cm. Der Vergrößerer war ein L138 in Horizontalprojektion, das Objektiv ein 90er A-Cpn. Das Papier habe ich mit Magneten an der Projektionswand befestigt. Zur Verarbeitung habe ich das PE - Papier in Wannen von 130x 30cm umgerollt. Das geht recht gut wenn man das Papier von aussen in die Entwicklerwanne reinrollt. Die Bilder waren Teil einer Ausstellung zum Thema "Heimat". In meinem Fall ist das Leverkusen, dort gibt es eine große Firma bei der Kunststoffschlosser beschäftigt sind, die man wegen der Wannen mal beim Bier ansprechen kann.

      Gruß

      Stefan
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    • Hi,

      erst fand ich das gerollte nicht schlecht, für die Ausstellung habe ich dann aber unten Filmklammern mit Gewichten aus einer alten Hängermaschine drangehängt. Die Fotos habe ich mit einer 203FE geknipst. Das Objektiv war meistens ein Distagon 2,8 / 50 . Die Magnete waren Magnetleisten mit Griff in der Mitte.

      Gruß Stefan
    • Stefan Arend schrieb:

      Zur Verarbeitung habe ich das PE - Papier ...
      Sooo groß und dann "nur" PE :/

      Mein Tooling reicht nur bis 50x60 :( [watch this]. Wie trocknet und glättet ihr eure großen Baryt Prints? Selbst beim "kleinen" 50x60 ist Aufziehen schon fast ein MUSS für die Größe. Wenn ich mir Meter x Meterfünfzig (oder noch größer) im Passepartout vorstelle, dazu noch Baryt, was sich je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit mal so oder so verzieht, da braucht es schon einen satten Karton.
    • Für solche Riesenbilder sollte man überlegen, PE zu nehmen. Das läßt sich viel besser handhaben. Baryt hat ja eher diesen Museums/Sammler-Anspruch. Damit übertreiben wir unsere eigenen Fähigkeiten ja meist ^^, aber vielleicht ... Jedenfalls werden solche riesigen Bilder nur selten gesammelt.

      Ich kenne welche von Newton (Vorführdamen in Lebensgröße). Könnte aber auch PE sein.
      • Das ist sogar Baryt. Gut, man weiss es nicht für alle Abzüge, aber zumindest für die, deren Entstehung man in einer Dokumentation über Helmut Newton bewundern kann, wo man das recht deutlich erkennt. Ansonsten ist PE wirklich praktischer, bei Abzügen dieser Grösse bekommt man noch eine Reihe anderer Probleme.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Hi,
      gibts überhaupt Barytpapier in 1,27cm Bahnbreite zu kaufen? Zu welchem Preis? Und dann auf eine Holzplatte mit Nassklebeband kleben? Dann müsste man die Ränder wiederum abschneiden. Finde ich nicht praktikabel. Ganz abgesehen von der Knickempfindlichkeit. Warum sollte es unbedingt Barytpapier sein? Ist das der heilige Gral bei S/W? Für mich ist mit Barytpapier bei 50x60 Schluss. Mein Trommeltrockner hat nur 60cm Einlaufbreite, und so ganz bis zum Rand gehe ich damit auch nur ungern. Überhaupt ist es preislich viel günstiger S/W - Negative auf (PE-) Farbpapier zu belichten und das in der Maschine zu verarbeiten, vorausgesetzt man kommt mit der Gradation hin.

      Gruß Stefan