VueScan: In welchen Formaten Scans speichern?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Thyrrel Schendzielorz schrieb:

      Hallo,

      da ich mir möglichst ersparen will, meine Negative mehr als einmal zu scannen, möchte ich hier mal in die Runde fragen, ob VueScan überhaupt empfehlenswert ist (momentan nutze ich die Testversion) und wenn ja, in welchen Dateiformaten am besten gespeichert werden sollte, damit eine spätere Nachbearbeitung ohne erneutes Scannen möglich ist.

      Momentan speichere ich als JPEG mit 90%, TIFF und RAW (DNG). Die DNG-FIles sind mit 120MB allerdings echt groß bei 4000dpi.

      Vielen Dank für Eure Antworten.

      vG Thyrrel
      Wenn es dir um die Archivierung geht, vergiss nicht, an das Dateisystem zu denken, das du verwendest.

      Unter Windows werden die meisten Platten wohl mit einer Variante des alten FAT oder mit NTFS formatiert, aber wenn Miniweich mal stirbt oder sich für was neues entscheidet, kannst du davon ausgehen, dass in späteren Versionen diese Dateisysteme nur noch mit Umständen oder gar nicht mehr gelesen werden können.

      Daher bin ich bei den Linux-Dateisystemen gelandet, benutze also ext3 bzw. ext4, weil die abwärtskompatibel sind bis runter zu ext2. Da ich sowieso fast nur Linux benutze, hab ich es da natürlich leichter, aber Treiber für Windoof gibt es auch.

      Man kann natürlich auch argumentieren, dass man die Daten sowieso auf mehreren Datenträgern parallel ablegt (Stichwort Redundanz, ein echtes Backup ist nur eins auf mindestens zwei Datenträgern, die an unterschiedlichen Orten gelagert werden) und wenn die Datenträger ein gewisses Alter erreicht haben, alles umkopiert auf neue. Dann hat man das Dateisystem-Problem nur innerhalb dieser Zeitspanne.

      Was die Dateiformate angeht: RAW ist doch auch bei einem Scanner abhängig vom Gerät, also jemand, der ein DNG-File liest, muss eine passende Übersetzungstabelle haben, wie bei den Kameras. Oder liege ich da falsch? Daher würde ich vielleicht zur Sicherheit ein TIFF mit speichern, das vielleicht nicht die volle Auflösung des Scanners bietet, aber wenigstens definierte Daten (eigentlich auch nicht, weil TIFF nur ein Container ist, aber da hat sich mittlerweile auch ein Standard etabliert, der sich wohl ein paar Jahrzehnte halten wird).

      Alles nich so einfach mit die Datens! :)

      Grüße
      Rolf
    • Rolf Eilert schrieb:

      Was die Dateiformate angeht: RAW ist doch auch bei einem Scanner abhängig vom Gerät, also jemand, der ein DNG-File liest, muss eine passende Übersetzungstabelle haben, wie bei den Kameras. Oder liege ich da falsch? Daher würde ich vielleicht zur Sicherheit ein TIFF mit speichern, das vielleicht nicht die volle Auflösung des Scanners bietet, aber wenigstens definierte Daten (eigentlich auch nicht, weil TIFF nur ein Container ist, aber da hat sich mittlerweile auch ein Standard etabliert, der sich wohl ein paar Jahrzehnte halten wird).
      Diese Aussagen treffen nicht zu. Tatsächlich hat das VueScan-RAW nichts mit einem herstellerspezifischen Kamera-RAW gemein.

      In VueScan und in Silverfast wurde der Begriff RAW-Scan mit einem eigenen Datei-Format eingeführt, um den Arbeitsablauf in 2 Schritte aufteilen zu können. Zuerst das reine Scannen (auch im Stapel) und anschließend die Weiterverarbeitung der von Scanner gelieferten Daten zum fertigen Bild, wahlweise mit verschiedenen Parametern, ohne jedes Mal neu scannen zu müssen. Man kann also sogenannte RAW-TIFF-Dateien erzeugen und diese wieder in VueScan bzw. dem Silverfast JobManager laden und so die Weiterverarbeitung der RAW-Scans beschleunigt und am Stück durchfühen (Stapelbetrieb). Beim Raw-Scan muss die Belichtung stimmen und die höchste Auflösung des Scanners gewählt sein, ansonsten erhielte man nicht das gewünschte Datenmaximum zur Weiterverarbeitung.

      Aus technischer Sicht ist sowohl das sogenannte RAW-Format von VueScan als auch das von Silverfast eine TIFF-Datei, die einen weiteren Kanal für die Infrarotdaten besitzt. Es entstehen aus den vom Scanner gelieferten Daten 64-bit Grafik-Dateien nach der immer gleichen Spezifikation. 48 bit für die drei Farbkanäle RGB und 16 bit für den Infrarotkanal. Eine Abhängigkeit des RAW-TIFF-Datenformats vom Scannermodell ergibt sich also nicht.
      Wenn man so eine RAW-TIFF-Datei mit einem Grafikeditor oder in einem Bildbetrachter öffnet, dann erscheint das Bild deutlich zu dunkel, was daran liegt, dass die Daten mit Gamma = 1 abgelegt werden und die Editoren und Viewer bei TIFF ein Gamma von 2,2 erwarten.
      Der Unterschied zwischen RAW-TIFF und RAW-DNG bei VueScan besteht darin, dass im zweiten Fall das TIFF in DNG einbettet ist. Diese Datei kann von allen RAW-Konvertern, die das DNG-Format unterstützen, geöffnet und mit der korrekten Helligkeit angezeigt werden, da DNG standardmäßig Gamma = 1 verwendet, was alle RAW-Konverter üblicherweise auch erwarten und die Anzeigehelligkeit deshalb richtig interpretieren.

      Hintergrundinformationen zu Dateiformaten:
      Die TIFF-Spezifikation ist ein Standard, der in der ISO 12234-2 beschrieben ist.
      Digital Negative (DNG) ist eine Erweiterung der TIFF 6.0 Spezifikation. Das Format wurde von Adobe erdacht, um beliebige Kamera-RAW-Daten in ein vom Hersteller unabhängiges Format zu überführen. DNG ist vollständig dokumentiert, kann von jedem Softwarehersteller verwendet werden und dient auch zur Langzeitarchivierung von Kamera-RAW-Daten. Diese proprietären Formate sind selten über mehrere Jahre hinweg stabil.
      Beispiel eines Anwendungsfalls: Um auch in einigen Jahren noch Fotos aus veralteten, nicht mehr vom Hersteller unterstützten Kamera-RAW-Daten zu entwickeln, kann man beim Import in Adobe Lightroom die herstellerspezifischen RAW-Dateien in DNG umwandeln lassen. Auf diese Weise schafft man in Archiven eine einheitliche Datenbasis aus verschiedensten Kamera-RAW-Daten.

      Gedanke zur Langzeitspeicherung:
      Die Wahl eines Dateisystems ist eher sekundär, da man davon ausgehen muss, dass digitale Daten sowieso nur dann längere Zeiträume überleben, wenn sie regelmäßig auf neue Datenträger umkopiert werden. Bei diesem regelmäßig notwendigen Vorgang kann man jeweils ein aktuelles, zeitgemäßes Dateisystem wählen und auch notwendige Datenkonvertierungen durchführen, falls die verwendeten Datenformate zu veralten drohen. In meiner "Foto-Hobby-Praxis" hat sich ein Zyklus von drei Jahren für neue gespiegelte Datenspeicher ergeben. "Digital" ist also ganz sicher kein Synonym für "billig" oder gar "kostenlos".
      Dauerausstellung über 30 Jahre mit der Olympus XA
    • Freut mich, wenn das Verwirrungspotential beim RAW-Scannen etwas gesunken sein sollte. Mich haben die Zusammenhänge am Anfang meiner Scan-Erfahrungen häufiger zum Biss in die Tischplatte genötigt. Es hat einige Zeit gebraucht das einigermaßen zu verinnerlichen. Das Thema ist wegen der drei Buchstaben "RAW" wie geschaffen für Missverständnisse aufgrund falscher Annahmen und unzutreffender Analogien zur Digitalfotografie.
      Dauerausstellung über 30 Jahre mit der Olympus XA