Agfa Isolette III Belichtungszeiten

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    • Agfa Isolette III Belichtungszeiten

      Hallo liebe Falter-Freunde,
      ich habe ein spezielles Problem mit einer kürzlich erstandenen Agfa Isolette III mit dem recht komplizierten Compur-Synchro Verschluss. Wie so oft bei diesem Verschluss sind die langen Belichtungszeiten nicht ok. Der Verschluss verzögert extrem, was sicher an dem berühmten grünen Schmiermittel von Agfa liegt, das da über die Jahrzehnte schön ausgehärtet ist. Nach der online-Anleitung von 'RolandandCaroline' bin ich bis zum letzten Schritt des Auseinanderbastelns vorgedrungen und dann war Feierabend: Das zweite Linsenelement sitzt so fest im Verschlussgehäuse, dass ich es nicht herausbekomme. Damit kann ich die Abdeckung der Shutter-Mechanik nicht entfernen und komme nicht an die Teile ran, die ich reinigen muss, damit die ganze Mimik wieder läuft. Hat irgendjemand das Problem auch schon gehabt, oder eine Idee? Petroleumbenzin ('lighter fluid') habe ich schon reichlich genutzt - ohne irgendeinen Effekt :( . Backofen traue ich mich nicht :/ .

      Danke für etwaige Vorschläge aus dem Forum

      Carsten
    • Es hilft nach meiner Erfahrung am besten HItze und Geduld. Du kannst einen Fön nehmen. Erwärmen, abkühlen lassen, erwärmen, abkühlen lassen. Irgendwann geht es dann. Wenn ich mich nicht irre, hat die Fassung des zweiten Elements zwei Kerben für einen Objektivschlüssel. So ein Teil hast du? Sonst wird es schwierig.

      PS
      Das grüne Zeug ist nicht schuld, das sitzt in dem Gewinde, mit dem du das Frontelement verstellst (Entfernungseinstellung) und führt dazu, dass die Entfernungseinstellung nicht mehr geht. Das hast du ja schon raus. Dass die alten Schmiermittel in Verschlüssen mit der Zeit verharzen und die langen Verschlusszeiten dann spinnen ist relativ normal und nichts Agfa-Spezifisches. Ist bei jedem Großformat-Zentralverschluss, bei jeder Rollei oder jeder Hasselbladlinse auch nicht anders. Ich drück dir die Daumen bei der Radikalkur, würde mir aber in Hinblick auf den Verschluss nicht zu viel erwarten. Ob du die langen Verschlusszeiten in der Praxis brauchst?
    • Nach meinen Erfahrungen, sind die kurzen Verschlusszeiten bei den Synchro-Compur-Verschlussen meist okay (im Rahmen der für diese Art von Verschluss und das Alter des Bauteils zu erwartenden Genauigkeit), auch wenn die langen Zeiten verharzt sind. Wenn die Kamera ansonsten gängig ist, würde ich erst mal ein paar Testfilme durchziehen und schauen, ob ich mich damit anfreunden kann.
      Mir persönlich wäre jedenfalls der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach. Also eine Kamera mit funktionierenden kurzen Zeiten lieber als das Risiko, den Verschluss mit einer "Vorschlaghammer-Reparatur" (als solche würde ich das komplette Auswaschen des Verschlusses mit Lösungsmittel einordnen) komplett zu himmeln. Bei den Verschlusszeiten kommt es natürlich auf die eigenen fotografischen Gewohnheiten an. Ich würde aber Folgendes bedenken:
      Aufgrund der geringen Masse und der komplizierten und relativ kruden Auslösemechanismus über drei Ecken ist es schwer, bei dieser Kamera längere Belichtungszeiten aus der Hand zu halten. Unter 1/100s würde ich damit nicht gehen, wenn die Bilder vergrößert werden sollen. Wenn ich damit Dias fotografieren gehe ich nach Mögilchkeit nie unter 1/250s. Das Solinar-Objektiv (falls du eines hast) ist schon wenig abgeblendet sehr scharf. Wenn du ein Stativ mitschleppen würdest, widerspräche das irgendwie dem ganzen Daseinssinn einer Klappkamera = leicht, kompakt, transportabel + großes Negativ
      Viel Erfolg!