Leica M3 mit defektem Sucher - Reparatur?

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    • Leica M3 mit defektem Sucher - Reparatur?

      Hallo zusammen,

      ich konnte nicht widerstehen und habe mir eine prinzipiell gut erhaltene (äußerlich und was die Verschlusszeiten etc angeht) Leica M3 zugelegt.

      Der Sucher allerdings ist durch einen Sturz ins Jenseits befördert worden - das hintere Glas ist zersplittert und die Innereien haben wohl auch was abbekommen. Scheint so auszusehen, wie das, was man allgemein als "separation" des Prismas bezeichnet:

      Der Sucher ist komplett schwarz, Framelines und Rangefinder-Patch sind jedoch da und wechseln bzw bewegen sich auch wie sie sollen. Ich habe mal ein paar Bilder angehängt. Von Vorne sieht sonst beim Sucher und den Rangefinder-Fenstern alles gut aus.

      Hat jemand ne Werkstatt, die sich so einem Problem annehmen würde? Mein lokaler Fotomann will da nicht ran und bevor sie zu Alan Starkie ins UK geht, dachte ich, ich frag hier mal um Rat.

      Dankeschön!
      Max.

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      KB: diverses Canon FD und ein bisschen M39 Russenkrams
      MF: Mamiya C330 und Fuji.

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    • Hallo Max,
      leider habe ich nicht viel zu bieten, was Dich fröhlich stimmen könnte. Der Leica Customer Service repariert keine M 3 Sucher mehr, weil es keine Ersatzteile mehr gibt. Der Meßsucher der M-Leica ist eine äußerst komplexes feinmechanisches Gebilde, aber derjenige der M 3 unterscheidet sich von den nachfolgenden Modellen grundlegend, so daß keine Ersatzteile austauschbar sind, er ist noch komplexer aufgebaut. Manche Werkstätten fassen den M 3 Meßsucher, vor allem das teilverspiegelte Prisma, gar nicht erst an, weil sie Angst haben, es könnte sich separieren und dann sind sie dafür verantwortlich und können es mangels Ersatzteilen nicht mehr reparieren.
      Du hast, außer evtl. der britischen Werkstatt, nur eine Chance, ein zweites Gehäuse zum Ausschlachten zu suchen, z.B. mit einem defekten Verschluß, vorausgesetzt, Du findest eine Werkstatt, die sich den Tausch zutraut.
      Leider ist es für einem Amateur ohne die erforderlichen Spezialwerkzeuge auch nicht so einfach möglich, mal eben die Deckkappe abzunehmen um nachzuschauen, was wirklich kaputt ist. Manche Schrauben und Ringe sitzen nämlich so fest, daß man damit rechnen muß, sie zu beschädigen und dann braucht man Ersatzteile. Dieses Gehäuse war vermutlich noch nie beim Service, die obere Schraube am Bajonett ist nämlich noch original versiegelt.
      Viel Grüße, Jochen.
    • @Jochen Mühlemeier Herzlichen Dnak für deine ausführliche Antwort - auch wenn es nicht sonderlich ermutigend klingt. Aber sowas in der Art hatte ich schon fast befürchtet - ist halt keine Zorki, die man eben mal mit zwei linken Händen wieder zum Laufen bekommt.

      Naja, dann warte ich mal ab, was der Engländer sagt und/oder suche nach einem Ersatzteilspänder. Notfalls (auch wenn das natürlich gegen die Natur dieser tollen Kamera wäre) endet sie als Rückdeckel für die Voigtländer Weitwinkel mit Aufstecksucher.

      Schönen Gruß
      Max.
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    • Jochen hat die Problematik gut skizziert. Man könnte noch hinzufügen, dass es drei verschiedene Versionen des M3-Suchers gab, was die Sache weiter verkompliziert. Der Leica Customer Service "repariert" einen M3-Sucher, indem er ihn gegen einen M6-Sucher tauscht. Aktuelle Kosten kenne ich nicht, schätze irgendwas knapp vierstellig. Ist aber nicht erstrebenswert, denn der Grund, wieso man eine M3 besitzen möchte, ist natürlich der fantastische Original-Sucher.

      Schick sie zu Camera Works und lass dir einen KVA machen. Falls du die Kamera umsonst oder für sehr kleines Geld bekommen hast, könnte eine Reparatur wirtschaftlich sein. Garantieren kann dir das aber niemand, denn wir können ja nicht ins Innere blicken, was da beim Sturz möglicherweise noch so alles kaputt gegangen ist, das kann die Kosten schnell in unwirtschaftliche Höhen treiben. In Deutschland könntest du mal bei Kameratechnik Langer in Karlsruhe anfragen. Die sind recht preiswert und liefern gute Arbeit ab. Ob sie separierte Prismen reparieren, weiß ich nicht.

      Bei unklarer Vorgeschichte solltest du neben der Reparatur auf jeden Fall auch die Kosten für einen anständigen Service einplanen (ca. 200 Euro), um dann mit der Kamera auch unbeschwert fotografieren zu können.
    • @Jochen Schmitt Auch dir dankeschön für dein Feedback und den Tipp mit Kameratechnik Langer - werde die mal kontaktieren und fragen, ob sie sich da ranwagen.

      Und einen regulären Service werd ich defininitv einplanen, falls das mit der Reparatur des Suchers klappen sollte - dann hätte man ja eine quasi frische M3 mit der man dann ein paar Jahrzehnte seine Freude hat.
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    • Aufstecksucher wäre evtl ne Option.

      Foto Langer in Karlsruhe will da auch nicht ran, Will van Maanen in Holland würde es machen, aber wie du schon sagtest, @Axel Thomas: Wirklich rentieren tut es sich wohl nicht wirtschaftlich betrachtet.

      Jetzt warte ich mal die Einschätzung von Camera Works ab und schaue dann weiter.

      Danke an euch alle für euer Feedback.
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    • Axel Thomas schrieb:

      Ganz nüchtern betrachtet ist das, allein was die Ersatzteile betrifft, ein wirtschaftlicher Totalschaden.
      Beispiel

      Ich würde die M3 entweder so lassen und in die Vitrine stellen, mit Aufstecksucher verwenden oder wieder verkaufen.
      Hm ... wirtschaftlicher Totalschaden war ehrlich gesagt auch mein erster Reflex. Andererseits ... wir wissen ja nicht, was Max für seine Kamera bezahlt hat. Wenn der Einstandspreis überschaubar war (unter 100 Euro), können sich 300-350 Euro für die Reparatur des Suchers lohnen, wenn die Kamera sonst einen guten Eindruck macht (saubere Verschlusstücher) und nicht runtergeritten ist.

      Zu deinem Gegenbeispiel: Auf die 540 Euro für die M3 mit zerkratzter Deckkappe und Zeitenrad kommen ja auch noch mal 200 für eine Überholung drauf. Dass der Papa des Verkäufers sie vor xx Jahren hat bei "Leitz" überholen lassen und sie anschließend in den Schrank gelegt hat, macht sie nicht "wie neu", auch wenn der Verkäufer das zu glauben scheint. Was an der Kamera sonst noch so an Mängeln dran ist, wird sich vielleicht auch erst bei der Überholung rausstellen. Die Schmierstoffe werden in der Zwischenzeit verharzt sein, wenn man Pech hat, war es im Schrank immer etwas feucht, die Verschlusstücher sind welllig und und und ... Insofern sehe ich es nicht ganz so pessimistisch wie du. Einen KVA wäre mir die Kamera von Max auf jeden Fall wert!
    • Ja, so werde ich es auch halten - optisch steht sie noch sehr gut da und zumindest dem ersten Eindruck nach ist sie was Zeiten, Verschlusstücher, Filmtransport etc angeht, auch in Ordnung.

      Mal schauen, was der Kostenvoranschlag aus England sagt. Hätte jemand alternativ noch ne Adresse in D parat? Allein das Hin- und Herschicken nach England ist ja auch schon recht kostenintensiv und das GBP macht es auch nicht besser ;)
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    • Peter Eerenstein schrieb:

      Ich habe mit meiner Leica 3G sehr gute Erfahrungen mit arluewa.de/cms/ in Köln gemacht.
      Bei Herrn Szens hatte ich gerade erst meine Fujica G617 zur Durchsicht. Er hat gute Arbeit abgeliefert, der Kontakt war sehr freundlich. Auch hört man sonst nur Gutes über seine Arbeit. Ich denke Du bist da in guten Händen. Da die dort aber gut mit Arbeit eingedeckt sind wirst Du auf die Kamera so einige Woche verzichten müssen.
      Grüße, der Thomas.

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