Alter Orwo A 300 Fixierer

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    • Alter Orwo A 300 Fixierer

      Guten Tag in die Runde,
      Ich habe eine Frage an die Chemiker hier. Ich habe eine größere Menge alten Orwo A300 Fixierer bekommen der zum großen Teil auch schon Hart geworden ist. Ich habe in aufgelöst in Wasser, erst Teil A und dann Teil B, ganz nach Vorschrift. Er hat sich auch aufgelößt, abgesehen von einigen bröseligen und leich krümseligen weißen Resten. War insgesamt ein weissliche Brühe mit ca 2% unlöslichen Anteilen. Ich habe das Ganze dann gefiltert, und danach mit einem Film den Klätrtest gemacht, sah alles ganz prima aus.
      Frage: habe ich jetzt noch mit späterem Problemen zu rechnen oder ist Fixiert, fixiert ?
      weiß da jemand mehr zu oder hat einschlägige Erfahrungen ?

      schöne Grüße Jochen
    • Hallo Jochen,
      der Fixierer muß sich ohne Filtration vollständig und klar lösen. Entweder du hast nicht lange genug gewartet oder nicht ausreichend gerührt, oder er hat sich unter Schwefelabscheidung zersetzt. Das Ansatzwasser kann ruhig 40 - 50° C warm sein. Ganz chic wäre ein Magnetrührer. Der abgeschieden Schwefel ist allerdings meistens so fein verteilt, daß er sich kaum abfiltrieren läßt und er ist gelblich. Mit so einem Fixierer würde ich nicht mehr arbeiten.
      Viele Grüße, Jochen
    • Für PE-Papier hätte ich keine Probleme damit. Bei Film wäre die Frage, ob du Partikel hinterher auf dem Film hast. Lass den Fixierer nach Filtrierung und vor Benutzung mehrere Tage stehen. Er sollte klar werden. Bleibt er trüb besser weg damit.
      Wenn er fxiert und nicht auffällig nach faulen Eiern riecht, kannst du ihn benutzen. Du musst aufpassen, Orwo A300 ist kein Expressfixierer wie heute üblich. Die Fixierzeiten sind wesentlich länger.
    • Jochen Rohner schrieb:

      Es geht mir mehr ums Prinzip, ob die Chemie nach so langer Zeit noch OK ist oder nicht; außer dem reden wir hier über ca. 100 Liter Fixer und da lohnt es sich alleine schon aus Umweltgründen, sonst müsste der Fixer ja ohne Benutzung entsorgt werden. wär doch schade drum.!
      Es wäre nur schade drum - die Umweltgründe sind kein Argument, weil die hat man auch mit gebrauchten Fixierer, weil auch der fachgerecht entsorgt werden muss!

      Den A300 würde ich, selbst wenn er frisch wäre, ausschließlich zum Fixieren von Filmen verwenden und nicht für Papier verwenden, da er von Hause aus schon kein Schnellfixierer ist.

      Für Film kann nicht viel schief gehen, wenn Klärzeit noch im Rahmen ist und man nach der typischen Formel Fixierzeit = doppelte Klärzeit für klassische Filme bzw. dreifache Klärzeit für Flachkistaller vorgeht. Die Klärzeit dann aber jedes mal vor Verwendung testen und ggf. etwas ausgedehnterer Ilford Kipp für die Wässerung (3/6/12/24).
    • Jochen Schmitt schrieb:

      Na ja, man kann sich die Negative durch Schwefelniederschlag so richtig schön versauen ..
      Würde wahrscheinlich schon bei der Bestimmung der Klärzeit auffallen.

      Ich ganz persönlich würde bei Fixierer keine Experimente wagen. Bei irgendwelcher Unsicherheit an der Verwendbarkeit der Suppe würde ich den in die Entsorgung schicken. Das würde ich mit jeder alten Chemie machen, deren Tauglichkeit ich nicht zweifelsfrei testen kann.
    • Guido Franke schrieb:

      Ha, jetzt fällt mir noch ein - unbenutzt kann der Fixierer einfach weggekippt werden. Erst benutzer Fixierer muß fachgerecht entsorgt werden wegen den Silbersalz darin.
      Also rein vom Entsorgungsaufwand lieber nicht benutzen ;)
      A 300 besteht aus Natriumthiosulfat (Teil A) und Kaliummetabisulfit (Teil B). Wenn sich das Zecuh weitgehend auflöst die Lösung nach dem Filtrieren klar ist, dann kann sie benutzt werden. Die einzigen denkbaren Reaktionsprodukte sind Sulfit und Schwefel.

      Filme kann man nicht versauen, sofern die Lösung klar ist

      Ich würde eine solche Menge Chemikalien nicht einfach wegwerfen.

      Die Fixierzeiten sind länger als beim Ammoniumthiosulfat (Schnellfixierer), etwa verdoppeln.
    • Generationen von Fotografen haben ihre Platten, Filme und Papiere mit saurem Fixierbad fixiert. Das funktioniert heute noch genauso, wie vor über 100 Jahren. Für Filme wird er etwas konzentrierter angesetzt (auf 800 statt auf 1000 ml).
      Die Fixierzeiten sind eben länger, daher der gute Rat mit dem Klärtest.
      Viele Grüße, Jochen.
    • Uwe Pilz schrieb:

      Filme kann man nicht versauen, sofern die Lösung klar ist

      Ich würde eine solche Menge Chemikalien nicht einfach wegwerfen.

      Die Fixierzeiten sind länger als beim Ammoniumthiosulfat (Schnellfixierer), etwa verdoppeln.
      Die Lösung ist wohl nicht klar, wie der OP schreibt. Oh, das hatte sich erst anders dargestellt - wurde wärend ich schrieb vom OP klargestellt.


      Ich würde gerade eine so große Menge alten A300 wegwerfen oder verschenken.
      Alleine wegen dem höheren Zeitaufwand, wäre es mir nicht wert den zu benutzen.
      ca. 100l Stammlösung, manuell verarbeitet, mit doppelter Fixierzeit gegenüber Schnellfixierer, vielleicht sogar noch mit Flachkristall Filmen benutzt - das ergibt einen zeitlichen Mehraufwand von Tagen bis die 100l aufgebraucht sind! Und das Ganze ist dann noch mit einer Unsicherheit bezüglich der Qualität durch die trübe Soße gepaart.
      Bei der Verarbeitung von Papier (Baryt) wären noch der hohe Wasserverbrauch durch die deutlich längeren Wässerungszeiten weitere Faktoren. Daraus folgen dann wieder längere Trocknung, höhere Empfindlichkeit der aufgequollenen Abzüge usw. . So eine Zweibad-Fixage mit aktuellen Schnellfixierern hat in den Bereich schon große Vorteile.