Dunkelkammer Einrichten

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    • Dunkelkammer Einrichten

      Hallo Zusammen,

      langsam nimmt die Dunkelkammer (und das Haus drumherum) gestalt an. Meine Frage an euch: Wie würdet ihr eure Dunkelkammer in einem Neubau einrichten?

      Der Raum ist 2,75m auf 1,75m groß und 2,65 hoch.
      Bevor die Dunkelkammereinrichtung kommt werden eine Wärmepumpe (maximal ca 180x60x60), eine Waschmaschine und unter der Decke ein Rekuperator (ca 60x80x60) eingebaut.
      Ich denke mal der Rekuperator passt über die Wärmepumpe, d.h. außer dem Platz für die Waschmaschine und für die kühlschrankgroßen Pumpe steht die ganze Fläche zur Verfügung.

      Was würdet ihr wohin stellen? Wie würdet den Arbeitsablauf einrichten? Was fehlt euch in eurer Duka? Wie würdet ihr eine neues Labor aufbauen?

      Bisher fotografiere ich nur auf KB, in Zukunft möchte ich auf jeden Fall Mittelformat und evtl. auch Großformat probieren.
      Ich habe 40x60 große Schalen die sollten alle 4 in die Wanne passen.
      Das Laborlicht wird über den Lichtschalter gesteuert, die Tür wird mit einem Drehriegel verschlossen.
      Das Fenster würde ich mit einer Klappe/kleinen Tür von innen Lichtdicht verschließen. Das habe ich mir noch nicht detailiert überlegt. Ich will aber eine dauerhafte Lösung.

      Die einzig sinnvolle Aufteilung auf die ich gekommen bin ist folgende:
      - Die Haustechnik oben rechts in die Ecke, Waschmaschine daneben.
      - Neben der Waschmaschine ein Schrank darauf den Vergrößerer.
      - An der unteren Wand eine Laborwanne mit Wasseranschluss (die lasse ich mir vom Metallbauer anfertigen).

      Konkrete Fragen, die ich habe sind:
      - Wie den Türspalt abdichten? Einen "Besen" unter/an der Tür montieren; evtl. von zwei Seiten? Die Tür Öffnet nach außen. Man könnte also den Fußboden etwas anheben.
      - Wie könnte die Konstruktion für die Klapppe am Fenster aussehen?
      - Wie hoch sollte sollte der Tisch auf dem der Vergößerer steht, in hinblick auf MF/GF sein?
      - Macht es einen Unterschied ob der Raum hell oder dunkel gestrichen wird?

      Und vor allem: Was habe ich übersehen?

      Vielen Dank für eure Anregungen
      Dateien
      • Duka ohne.png

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      • Duka wanne unten.png

        (23,3 kB, 30 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      • parter.pdf

        (189,99 kB, 24 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Mehr Licht.
      -Goethe
    • Hallo Gernot,

      nur ein paar Fragen:
      - Wie willst Du wässern?
      - Warum endet die Arbeitsrichtung beim Vergrößerer? Bei mir steht das erste Bad neben dem Vergrößerer, so dass sich der Abzug im Laufe der Bäder immer weiter von dort wegbewegt.
      - Rumpelt die Wärmepumpe, so dass Du sie gut vom Vergrößerer entkoppeln musst?

      Viele Grüße

      Henning
    • Gernot Orgler schrieb:

      Macht es einen Unterschied ob der Raum hell oder dunkel gestrichen wird?
      Hallo, dunkle oder gar schwarze Wände haben den Vorteil, dass (weißes) Fremdlicht absorbiert wird. Der Nachteil: Das Licht der Dunkelkammerleuchte wird ebenfalls absorbiert. Man wird kaum etwas erkennen können bzw. muss mit starkem und gerichtetem Dunkelkammerlicht arbeiten. Wenn man Fremdlicht aussperren kann, sind weiße Wände wesentlich besser für eine Dunkelkammer geeignet. Hier kann dann das gedimmte Dunkelkammerlicht schön reflektieren und sorgt für eine gleichmäßig ausgeleuchtete Dunkelkammer. Außer um den Vergrößerer herum: Hier würde ich schwarz streichen, damit das Licht aus den Ritzen des Kopfes genügend absorbiert werden kann.
    • Vielen Dank für Antworten.

      @ Sandra Voelcker
      Über weiße Wände freut sich meine Frau bestimmt...

      @ Henning Hagedorn
      Wässern werde ich in einer Schale.

      Wenn ich von links nach rechts arbeite, steht die Schale mit dem Entwickler in der Ecke. Da kommt man schlechter dran.

      Ob die Wärmepumpe vibriert ist eine gute Frage. Da aber die Waschmaschine zwischen ihr und dem Vergößerer steht machen ich mir deswegen keine Sorgen.
      Mehr Licht.
      -Goethe
    • Um auf deine konkreten Fragen einzugehen:

      Den Türspalt kannst du am effektivsten mit einem Schaumstoff-Unterteil abdichten. Dieser ist meist dunkelgrau, sieht im Schnitt aus, wie ein 8, wobei der Steg zwischen den beiden 0 flach und etwas breiter ist. Man kann diesen dann unter der geöffneten Tür einschieben, sodass sowohl auf der Innen- als auch auf der Aussenseite der Tür eine dicke Schaumstoffwurst über die Breite des Türblattes liegt . Das stoppt nicht beim öffnen oder schließen und dichtet zuverlässig gegen Lichteinfall ab. Die Bürsten stoppen häufig, lassen punktuell Licht durch und stauben auch gerne.

      Vor das Schlüsselloch einfach ein Handtuch hängen oder mit Klebeband abkleben.

      Je nach Beschaffenheit des Fensters kannst du dir mit im Baumarkt erhältlichen Scharnieren oder Klavierband eine einfache Klappe bauen, die mit Schaumstoff zur Wand hin abdichtet. Ist meist ein wenig Fummelei, bis man sie wirklich lichtdicht bekommen hat. Eine andere Möglichkeit wäre das ganzflächige Bekleben mit schwarzer Folie. Aber dabei Achtung, Baumarktfolie, so schwarz sie auch wirken mag, wird bei Tageslicht graues Licht durchlassen. Also in dem Falle selbstklebende Folie bei einem Schaufenster-Werbefritzen einkaufen. Ist zwar etwas teurer als die aus dem Baumarkt, ist dafür aber auch 100%l lichtdicht.

      Schwarze Farbe um den Vergrößerer herum wurde bereits angeraten. Rest kann und sollte weiß gestrichen sein. Die Dunkelkammerausleuchtung wird es dir danken.

      Mein Vergrößerertisch hat Schreibtischhöhe. Also Plattenhöhe vom Boden an ca.74 cm. Allerdings vergrößere ich KB und max. 6x6.

      Ob du nun von links nach rechts oder umgekehrt im Nassbereich arbeitest, spielt solange keine Rolle, wie du nicht durcheinander kommst. Also wenn der Arbeitsablauf "sitzt", ist es völlig wurscht.
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Michael Laun schrieb:

      Duka-Sitzungen aber dann selbstredend nicht am Waschtag, denn die Waschmaschine sorgt garantiert für good Vibrations!
      Wieso sollte sie das?
      Wenn die Waschküche/Dunkelkammer nicht grad einen Holzdielenboden aufweist sondern auf einer soliden Betondecke, ggf. sogar noch mit Estrich und Fliesen versehen, die Waschmaschine noch dazu ordnungsgemäß ausgerichtet ist, wird es keine Vibrationen geben, die auch nur im Ansatz dem vernünftigen Betrieb eines Vergrößereres entgegenstehen. Wollen mal die Kirche im Dorf lassen. Und dass der Vergrößerer keinen direkten Kontakt mit der Waschmaschine haben wird, kann man dem Sachverstand des TO wohl zutrauen.
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Bonjour Gernot,

      • Dauerhafte Lösung Fenster: Brett mit Silikon in den Rahmen kleben oder gleich die Scheibe weglassen und Brett mit Rohrlüfter einsetzen. Sowas in der Art, wie du auch an der Küchenabzugshauben haben wirst.
      • Kellerhöhe ist super, da passt auch später ein GF-Vergrößerer rein.
      • Türdichtung: einen Vorhang innen vorhängen. Gibt auch noch eine Lichtschleuse wenn man mal rein oder raushuschen möchte
      • Tischhöhe: so dass du gut arbeiten kannst - überlege dir, ob du das lieber im stehen oder sitzen machst.
      • Wände und Decke hell, hinter Vergrößerer dunkel (haben wir aber auch nicht). Nimm eine gute scheuerbeständige Farbe - Latex oder Fassadenfarbe, wenn du es dir aussuchen kannst.
      • Wenn du kannst, fliese den Boden. Wenns mit dem Geld nicht kneift: auch den Rest vom Raum oder auch halbe Höhe.
      • Bodeneinlauf wäre natürlich der Hit.
      • Eine Wasserarmatur, an der du die Wassertemperatur in °C vorwählen kannst ebenso.
      • Genügend Steckdosen an die Wände, ringsrum - auf mehrere Stromkreise verteilen mit Waschmaschine mindesten 3x16A, mehr kann auch nicht schaden. RCDs für Feuchträume können das Leben verlängern.
      • Platz wo du auch mal eine Entwickungsmaschine, Trockenpresse usw. hinstellen oder was ablegen kannst.
      • Eine gute allgemeine Raumbeleuchtung, keine Leuchtstofflampen, wegen des Nachleuchtens, gern aber mit Normlicht.
      • Stromanschlüsse für die Duka-Lampen.
      • Wenn möglich den Nass- vom Trockenarbeitsplatz trennen.
      • Ausreichend Ablagefläche neben dem Vergrößerer.
      • Für größere Großvergrößerungen muss oft der Vergrößerer auf dem Grundbrett gedreht und auf den Boden vergrößert werden oder der Kopf vom Vergößerer gekippt und an die Wand vergrößert werden oder der Vergrößerer läuft auf Schienen. Dafür genug Platz vorsehen.
      • Stauraum für alles was du sonst noch unterbringen möchtest…
      • Platz für fünf Wannen, falls du mit zwei Fixierbädern arbeiten möchtest.
      • Netzwerkzugang…, Kühlschrank, Kaffeemaschine, Musik…

      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: platz üss ünne kleinste Hütte!)
      Markennamen??? - Egal, wenn wir nur damit photographieren können…

      Unsere Negativformate:

      6 x 9, 9 x 12, 13 x 18, 18 x 24, 24 x 30 cm
      4" x 5", 8" x 10", 16" x 16", 16" x 18", 24" x 26" - Inch
    • Ulf Clark schrieb:

      • Wenn möglich den Nass- vom Trockenarbeitsplatz trennen.

      Das finde ich wichtig. So vermeidet man Spritzer und Verunreinigungen beim Vergrößerer bzw. auf der Arbeitsfläche wo man Messgeräte, Papier oder Negative hinlegt. Ich finde unglücklich im Eck neben dem Vergrößerer Nassbereich zu haben. So kommt man nicht so richtig an die Schale, die im Eck steht und bewegt vielleicht sogar nasses Papier schräg über die Grundplatte des Verrgößerers. Falls möglich würde ich die Wärmepumpe in dieser Ecke aufstellen. Wo jetzt Nassbereich ist bliebe über ein Meter für den Trockenbereich. Wo jetzt die Wärmepumpe und Waschmaschine eingezeichnet sind, käme der Nassbereich hin. Die Waschmaschine kommt da hin, wo der Vergrößerer eingezeichnet ist oder unter den Vergrößerer. Unter dem Arbeitsbereich kann eine Waschmaschine stehen. Wegen der hellen Leuchten (oft in blau) moderner Wamas kann man eh nicht Duka und Wama gleichzeitig nutzen. Bei der Einrichtung muss man beachten, dass man den Vergrößerertisch relativ leicht umstellen kann, damit man für Wartungsarbeiten an die Wärmepumpe kommt.
      Eigentlich wäre die Waschmaschine besser unter der Laborwanne untergebracht. Waschmittel stauben ganz gerne, oder Weichspühler und Co. tropfen.
      Mir fehlt ein kleines Waschbecken, damit man mal eben Hände waschen kann oder Dosen und Trichter spülen kann.


      Den Schalter für das Rotlicht kann man auf normale Höhe machen. Es sollte auch einer beim Vergrößerer sein, damit man für Einstell- und Messarbeiten ganz im Dunkeln arbeiten kann. Schalter für Weißlicht kann ungefähr auf Schulter- oder Augenhöhe neben der Tür vorsehen, damit man ihn nicht versehentlich benutzt. Es sollte auch einen im Nassbereich geben, damit man das Licht einschalten kann, sobald das Papier im Fixierer ist. Schnurdeckenschalter sind dafür geschickt und auch mit nassen Händen elektrisch sicher.

      Bei der Türe kann man unten eine Schwelle mit Dichtung machen. Behelfsmäßig kann man im Baumarkt ein L-Profil nehmen, einen Schenkel am Boden festkleben und auf den anderen dunkles Tesamoll so aufkleben, dass es den Restspalt abdichtet. Ggf. macht man noch nach unten oder oben versetzt einen zweiten Streifen an die Tür. Das kann man im Neubau vielleicht professioneller lösen.

      Ich habe bei meinem Kellerfenster Alufolie als Lichtschutz genommen. Sie ist garantiert 100% lichtdicht. Ich habe mit der Folie Pappe kaschiert und mit schwarzem Klebeband an den Fensterrahmen geklebt. Da am Klebeband noch Licht durch kam, habe ich eine zweite etwas größere Abdeckung angebracht. Obwohl es provisorisch wirkt, hält das schon viele Jahre. Das Fenster ist ansonsten normal benutzbar.
    • Ohh, ganz schön viele Tipps. Vielen Dank dafür.



      Ernst Kluger schrieb:

      Den Türspalt kannst du am effektivsten mit einem Schaumstoff-Unterteil abdichten.
      Das hört sich gut an. Eventuell in Verbindung mit einem leicht erhöhten Fußboden. Mal schauen ob und wie sich das realisieren lässt,

      Nick Berger schrieb:

      Be+Entlüftung nicht vergessen.

      Evtl noch einen Ablauf in den Fußboden?
      Die Lüftung ist Mechanisch.
      Der Ablauf im Boden ist eine gute Idee.


      Michael Laun schrieb:

      good Vibrations!

      Hans Wöhl schrieb:

      Die Waschmaschine kommt da hin, wo der Vergrößerer eingezeichnet ist oder unter den Vergrößerer
      Der Boden wird gefließt. Ich meine es sollten so wenig Vibrationen wie möglich übertragen werden. Während des Waschens keine Bilder zu Entwickeln ist kein Problem. Aber ich glaube nicht das regelmäßige Erschütterungen dem Vergrößerer gut tun.
      Wenn der Vergrößerer über die Waschmaschine kommt, werde ich eine "entkoppelte" Platte konstruieren. Oder so ähnlich...




      Das Fenster möchte ich noch benutzen. Ich werde an der Wand neben der Öffnung eine Klappe anbringen, die in der Fensteröffnung mit einem Rahmen abschließt. ...Soweit mein Plan.

      Armatur mit Temperaturwahl ist leider nicht drin. Aber Lichtschalter und Steckdosen rundherum sind eingeplant.
      An einem extra Waschbecken würde ich sparen. Die Wanne muss reichen.
      Die Waschmaschine unter die Wanne zu stellen ist keine schlechte Idee, evtl endet über der Wanne ein Wäscheschacht :)

      Ich möchte noch eine Plastikplatte neben oder über der Wanne anbringen, um die gewässerten Bilder zum abtropfen an die Wand zu hängen.
      Und im Dunkelkammer Thread habe ich einen Trockenständer aus dem Kindergartenbedarf gesehen.


      Vielen dank für die Hilfe
      Mehr Licht.
      -Goethe
    • Gernot Orgler schrieb:


      Die Waschmaschine unter die Wanne zu stellen ist keine schlechte Idee, evtl endet über der Wanne ein Wäscheschacht :)

      Bei einem Wäscheschacht solltest du die Staubproblematik im Blick halten. Fallende Wäsche kann eine extreme Staubquelle sein. Für die Wanne könntest du eine teilweise Abdeckmöglichkeit in Betracht ziehen. Wenn man nur 13x18 oder 18x24-Abzüge macht, braucht man für die kleinen Schalen nur einen kleinen Teil der Wanne und ist vielleicht über mehr trockene Arbeitsfläche froh.
    • Hans Wöhl schrieb:

      Fallende Wäsche kann eine extreme Staubquelle sein.
      Vieleicht ist dir ja nicht bewußt, wie sehr bei Vergrößerungen schon einzelne Staubpartikel auf Negativen nerven können.
      Bei einem Wäscheschacht, würde die Schmutzwäsche in dem Raum mit dem Vergrößerer sortiert werden: maximaler Staubeintrag. Das wird nix....
      Vorsortierte Schmutzwäsche in einem geeigneten Behälter kurz durch den Raum, und ab in die Maschine, ist wohl grade noch machbar.