Was ist hier schief gegangen ?

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    • Was ist hier schief gegangen ?

      Hallo,

      vielleicht kann mir jemand verraten, was mir hier passiert ist.

      Der Scann zeigt einen Bildausschnitt.

      Das Bild hing ca. 2 Jahre gerahmt an der Wand, direkte Sonneneinstrahlung gab es nicht.
      Daneben hing ein anderes Bild, das am selben Tag unter gleichen Bedingungen entstanden ist und diese weißen Punkte nicht aufweist.

      Das Papier ist Fomatone mit einer leichten Selentonung.

      Hat jemand eine Idee?


      Weiße Punkte.jpg


      Schönen Abend noch

      Ralf
    • Hallo Toni,

      ich kann mir das mit den Spritzern auch nicht wirklich vorstellen.
      Anscheinend haben die Punkte aber mit dem Fixierer zu tun.

      Ich denke eher, das beim Wässern etwas schief gegangen ist. Vielleicht war das Blatt an einem anderen angeklebt und konnte so nicht richtig auswässern. Und die Punkte sind jetzt die ersten Fehlstellen.

      Ich weiß es auch nicht, zumal die anderen Abzüge aus der selben Dunkelkammersitzung alle ok sind.

      Gruß

      Ralf
    • Das sind keine Fixierbadspritzer. Das Fixierbad wurde bei diesem Bild nicht ausreichend ausgewaschen. Der für die Oxidationsvorgänge notwendige Sauerstoff kommt aus dem Papier. Foma hat in der PE-Schicht Titanoxid eingelagert und das zerfällt mit der Zeit. Am Ende entsteht kolloidales Silber, das sich zu den Flecken zusammen findet.

      Man kann den Vorgang simulieren. Man nimmt Film oder Papier, dass unterschiedlich lange gewässert wurde und hängt es sie in ein Glas mit Deckel. Am Boden stellt man eine Schale mit etwas Wasserstoffsuperoxid. Nach ein paar Tagen bilden sich die Flecken.

      Viele Grüße

      Runhild
    • > Fixierbadspritzer, wirklich? In dieser Dichte und von kleinst bis gross?

      Mit der Schicht nach unten auf einen Tisch gelegt, wo immer mal Fix hinkommt. Es gibt da schon Möglichkeiten.

      > Foma hat in der PE-Schicht Titanoxid eingelagert und das zerfällt mit der Zeit. Am Ende entsteht kolloidales Silber, das sich zu den Flecken zusammen findet.

      Das sieht ganz anders aus, das gibt Aussilberungen an Hell-Dunkel-Kanten.

      Übrigens haben alle Firmen Titandioxid im PE-Papier. Es müssen aber für S/W noch Radikalfänger hinzu.
    • Hallo Jochen,

      du hast es geschafft, mich für eine kurze Zeit völlig zu verunsichern, so dass ich meine Papierbestände durchgesehen habe, mir das Foto nochmal aus der Papiertonne gesucht habe, und siehe da - es handelt sich um Fomaspeed.

      Ich habe in letzter Zeit viel mit Fomatone gearbeitet, vielleicht rührt da mein Fehler her.
      Es tut mir sehr leid euch erst falsche Informationen gegeben zu haben . . .


      Hallo Uwe,

      wegen der Möglichkeiten der Kontaminierung mit Fixierer, ich glaube auch, manchmal kann man garnicht so dumm denken . . .
      Wobei ich immer noch eine unzureichende Wässerung als Ursache favorisiere.

      Letzten Endes heißt es für mich - noch mehr Achtsamkeit.

      Danke Euch.

      Gruß

      Ralf
    • Hallo,
      die Sache mit dem Titandioxid und die mit der schlechten Auswässerung sind m.E. absolut auszuschließen. Diese Fehler hinterlassen keine so scharf begrenzte, kreisrunde weiße Flecken. Fixierbadtröpfchen hätten schon als sehr feines Aerosol aufgebracht werden müssen (es ist ja eine starke Ausschnittvergrößerung).
      In einem der Standardwerke "Verarbeitungsfehler in Schwarzweiß-Prozessen" der AGFA-Gevaert AG, 3. Aufl. August 1975, wird ein ähnlicher Fehler im Positivprozeß beschrieben: Helle, scharf begrenzte runde Flecken unterschiedlicher Größe. In den größeren Flecken sind noch Bildspuren zu erkennen.
      Ursache: "Beim Eintauchen des Belichteten Fotopapiers in den Entwickler haben sich an der Papieroberfläche Luftblasen gebildet... Vermutlich wurde die Vergrößerung mit der Schichtseite nach unten in nden Entwickler gebracht und nicht sofort bewegt."
      Dafür spricht auch der schwarze Kern des weißen Flecks ganz oben rechts (Totalreflexion).
      Gruß, Jochen.
    • Hallo Jochen,

      das was Du da schreibst, finde ich ja hoch interessant. Das passt auch total zu meiner üblichen Arbeitsweise.

      Ich bade die Papiere generell kopfüber im Entwickler, um so wenig wie möglich an Rotlicht auf den Print kommen zu lassen.

      Ich glaube, jetzt weiß ich, auf was ich in Zukunft mehr achten muss.

      Danke und schönen Abend

      Ralf
    • Finde ich insgesamt bemerkenswert,
      bislang drehte ich immer die Schichtseite nach oben,
      um Kratzer und ungleichmäßige Entwicklung zu vermeiden .

      Manchmal wunderte ich mich über "Vergrauungen".
      Schleier konnte es nicht sein!
      Schließlich hatte ich einen "Schleiertest" gemacht!

      Wenn ich jetzt die Abläufe resümiere,
      dann fällt mir auf,
      dass immer nur die Zeiten in den Bädern gemessen und notiert wurden.

      Notiert jemand die Zeiten unter "Rotlicht"?



      PS:
      Worauf ich hinaus will:
      Ralf und meine Arbeits- und Denkweisen laufen konträr,
      könnten aber eine ähnliche Ursache haben.
      Ein Leben ohne Film ist möglich, aber sinnlos.