Luftbildaufnahmen SW digitalisieren

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    • Luftbildaufnahmen SW digitalisieren

      Hallo, am Sonntag habe ich Luftbildaufnahmen als Dateien gekauft. Gleich für den ganzen Ort mit Mengenrabatt.
      Die Aufnahmen sind von 1956. Der Verkäufer hat mir die Bilder auf dem Flachbett gezeigt und dabei betont ,dass sie mit einem Nikon 5000 entstanden sind.
      Ok, ich habe bei der ersten Ansicht in den Eigenschaften gesehen, dass sie statt mit dem Nikon Coolscan, mit der Nikon D800 und einem Objektiv 1,4/50mm bei F1,4 enstanden sind.
      Ich frag mich jetzt, wie gut die Auflösung gegenüber dem Nikon 5000 ist und ob da nicht viel Potential verschenkt worden ist.
      Mir ist ja klar, dass die Digitalisierung mit der Kamera schneller geht, aber warum Offenblende?? Dateien sind TIFF

      Es gibt hier ja Spezialisten, die mit Kamera digitalisieren, was könnt ihr dazu sagen?
    • Heino Cordes schrieb:


      Ok, ich habe bei der ersten Ansicht in den Eigenschaften gesehen, dass sie statt mit dem Nikon Coolscan, mit der Nikon D800 und einem Objektiv 1,4/50mm bei F1,4 enstanden sind.
      [...] Mir ist ja klar, dass die Digitalisierung mit der Kamera schneller geht, aber warum Offenblende?? Dateien sind TIFF
      Ich weiss nicht wie es bei den Nikons ist - aber ich meine mich dunkel zu erinnern, dass wenn man z.B. an einer Canon DSLR per M42-Adapter eine Altglas-Festbrennweite benutzt, dann immer ein Standardobjektiv mit Offenblende in die Exifs geschrieben wird... vielleicht sind deine Bilder ja ähnlich entstanden?
    • Moin,
      meine ersten Digitalisierversuche fanden an einer Nikon D5500 auch mit einem 1.4/50 AI statt. Die Naheinstellgrenze ist so weit, dass ein formatfüllendes Abfotografieren nicht möglich war (Stichwort Abbildungsmaßstab). Und die Bilder waren einigermaßen matschig, zumindest so, dass sie oberhalb von 18x13 am Bildschirm nicht zu ertragen waren. Für mich war das der Grund, in ein 60mm Makro zu investieren. Was für ein Unterschied! Formatfüllend, jedes Korn sichtbar. Das Objektiv wird auch sauber in den Exifdaten vermerkt. Meiner langen Rede kurzer Sinn: ich behaupte, Du bist übern Tisch gezogen worden.

      VG
      Carsten.
      Gott grüß die Kunst!
    • Danke für die Einschätzungen und wertvollen Hinweise!

      Werde den Verkäufer mal ausfragen und hören was er dazu sagt. Er wird sicher behaupten, dass der Film nicht mehr hergibt.
      Ist natürlich leicht verdientes Geld mit der Kamera alles zu digitalisieren - aber bitte auch mit höchstem Anspruch!
      Dazu scheint mir ein Makro aus genannten Gründen das einzig geeignete Verfahren zu sein.
      Gerne hätte ich mal den Unterschied zwischen Kamera und Nikon 5000 gesehen.
      Die Dateien sind TIFF und matschig - kann man mit PS ansehenlicher machen.
      Auf den Bildern sind ne Menge Personen zu sehen auf Straßen und bei der Arbeit. Die würde ich gerne erkennen und z.B mich selber. :)
      Die Dateien möchte ich gerne auf 20x30 drucken und auch mal auf 30x45 cm.

      Jetzt mal ein verkleinertes Beispiel, dass unglücklicherweise direkt mit der Sonne aufgenommen wurde.
      Die Einzeldateien wurden für 70 €/St angeboten!
      Dateien
      • Luftbild-b.jpg

        (164,29 kB, 55 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Ein zusätzlich ein Ausschnitt in originaler Auflösung wäre zur Beurteilung hilfreich. Bei 70Euro pro Bild kann man bestimmt einen hochwertigen Scan erwarten. Ist die Bildschärfe gleichmäßig über das Bild verteilt? War das Negativ wirklich plan bei der Digitalisierung?
      Die Qualität des gezeigten Bildes reicht zur Auswahl beim Kauf. Aber was in den Bildern steckt oder nicht lässt sich so nicht beurteilen.
    • Hallo,

      es ist schon etliche Jahre her da habe ich wegen einer umfangreichen Reproduktions-Geschichte
      verschiedenen Möglichkeiten und damit einhergehend Objektive "getestet".
      Als Film kam der Agfa Copex samt Spur-Entwickler zum Einsatz..

      Wie nicht anders zu erwarten erzielte ich sowohl mit einem Zeiss-Planar als auch mit einem
      Apo-Vergrößerungsobjektiv die eindeutig besten Ergebnisse.
      Für Positiv-Vorlagen im Format ca. DIN A4 verwendete ich das Apo-Vergrößerungsobjektiv
      und für kleinere bis hinunter zum Abbildungsmaßstab 1:1 das Zeiss-Planar.

      Angesichts der Material-Fülle der damaligen Aufgabe sagte ich mir, einmal (analog) reproduzieren
      aber dann mit der (seinerzeit) besten Qualität.

      Heute würde ich die Sache gleich in digitaler Form angehen, mit einem Macro-Objektiv von Leitz.
      Das richtet sich nicht gegen das Zeiss-Planar, nur fehlte mir schon länger die passende Kamera dazu.

      Die oben genannten Objektive habe ich schließlich verkauft um mir endlich nach Jahrzehnten den kleinen
      Traum einer eigenen, analogen Leica erfüllen zu können.
      Aber das ist eine andere Geschichte.

      Noch was zur Digitalisierung mit Offenblende 1:1,4 an einer Nikon D 800:

      Auch schon vor vielen Jahren zeigte mir ein Berufsphotograph die Farb-Abzüge von historischen Bauten, die er
      im Auftrag eines Landratsamtes mit der Großbildkamera angefertigt hatte.
      Mir fiel gleich auf, daß die Farbabzüge eines damals renommierten Photolabors nur im Zentrum scharf waren.
      Dem Berufsphotograph war das auch schon aufgefallen aber er wollte noch meine Meinung hören.
      Ich sagte ihm dann, daß die im Labor wohl Zeit sparen wollten und die großen Negative mit Offenblende
      ausbelichtet hätten.
      Das stellte sich auch nach der fälligen Reklamation als so geschehen heraus.

      Wenn also mit der Kamera reproduzieren dann mit der jeweils optimalen Blende und das ist sicher selten
      die Offenblende.

      Herzliche Grüße

      Karl Heinz
    • @Heino Cordes
      hattest Du die Negative oder Positive gesehen?
      Wenn die Dateien von den Negativen entstanden sind und Du das Format (vermutlich 6x9cm) kennst , brauchst Du ja nur Pixelanzahl an der langen Kante/8,8*2,54 nehmen und Du kennst ~ die "dpi" des Scans.
      Da Du nur die Dateien hast, sollte Dir bewust sein, dass der Verkäufer das Geschäft noch etliche Male durchziehen kann. X/

      Dein verkleinertes Bild hat doch die Größe von ~ 6x9 cm bei 300 dpi oder eben 1000 x 667 Pixel. Wenn die Langekante in der Datei > 3500 Pixel hat, sollte 30x45 cm drin sein.

      Heino Cordes schrieb:

      Jetzt mal ein verkleinertes Beispiel, dass unglücklicherweise direkt mit der Sonne aufgenommen wurde
      Da muss man doch nur den Schwarzpunkt etwas verschieben und schon stimmt das Bild, verstehe Deinen Ansatz nicht.

      Gruß Volker
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      Meine Meinung ist objektiv absolut subjektiv und/oder/aber subjektiv absolut objektiv

      und am besten macht es jeder so, wie er denkt und es mit seinem Gewissen vereinbaren kann
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      wer Bilder gucken möchte

    • Volker Warbende schrieb:

      Heino Cordes schrieb:

      Jetzt mal ein verkleinertes Beispiel, dass unglücklicherweise direkt mit der Sonne aufgenommen wurde
      Da muss man doch nur den Schwarzpunkt etwas verschieben und schon stimmt das Bild, verstehe Deinen Ansatz nicht.
      Gruß Volker

      Luftbildaufnahmen bei hochstehender Mittagssonne oder bei Sonne im Rücken sind meist nicht sonderlich attraktiv. Gegen die Sonne kommt man wegen Staub und Dunst leicht in Schwierigkeiten, folglich ist eine seitliche Beleuchtung jenseits der Mittagszeit nicht verkehrt. Morgens hat man am wenigsten mit Staub zu tun, was klare Aufnahmen fördert. Des Abends ist meist weniger Dunst in der Luft dafür an trockenen Sommertagen mehr Staub. Ideale Beleuchtungsverhältnisse hat man abends 2 Stunden vor Sonnenuntergang nach einem Sommerregen. Dann seitlich streifende Beleuchtung auf das Objekt und bei einer Cessna mit kurzzeitig im Leerlauf drehendem Prop nicht die Maschine mit der Kamera berühren, dann reichen u.U. 1/250stel bis 500stel in Verbindung mit einem 85er aus um nicht nur an gestochen scharfe, sondern auch stimmungsvolle Aufnahmen zu kommen. Kürzere Belichtungen sind auf jeden Fall vorzuziehen weil sicherer.

      Digitalisierung von Mittelformat Dias/Negativen mit der Vollformat-Digitalkamera sollten unbedingt mit einem sehr guten Macro-Objektiv oder noch besser mit einem Spitzen-Vergrößerungsobjektiv (beispielsweise Apo-Rodagon oder auch ein S-Planar) erfolgen. Verwendet man für diese Art der "Reproduktion" die nötige Sorgfalt, so erzielt man ausgezeichnete Ergebnisse, die einem Scan in einem Nikon-Scanner nicht nachstehen - allerdings nur dann.

      Freundliche Grüße

      Wolfgang
    • Wie gesagt ich habe durch den Mengenrabatt bei 70 Bildern nur einen Bruchteil vom vollen Preis bezahlen müssen.
      Mir wurden die Bilder auf dem Bildschirm als Datei gezeigt. Es waren TIFFs.
      Mein Anruf beim Verkäufer ergab heute folgendes Ergebnis:
      Bei der Digitalisierung wurde mit einem Balgengerät an der D800 gearbeitet, die Blende war 16 weil es angeblich die besten Bilder ergab.
      Ich kann das nicht einordnen weil keine Erfahrungen mit Balgen vorhanden sind.
      Meine Objektive haben von F4 bis F8 ihr Optimum, danach wird es unschärfer durch Beugung.
      Ganz wichtig es waren KB Filme ADOX die wahrscheinlich in einer Leica saßen.
      Laut Verkäfer wurde schon öfter versucht die Auflösung zu erhöhen aber die Filme geben nicht mehr her.
      Mein Vorschlag, noch mal eine Probe mit dem Nikon 5000 zu probieren wurde abgelehnt, da der Scanner lage nicht mehr benutzt worden ist.

      Die Bilder, die prall mit der Sonne aufgenommen wurden und auch die ohne Sonne haben wenig Kontrast.
      Mit Bearbeitung kann man sie etwas verbessern. Die Bilder, wo die Sonne von der Seite kam, sehen viel besser und kontrastreicher aus.

      Ein Bild das wenig Kontrast hat bringt bis 13x18 cm einen guten Ausdruck.
      Die Bilder mit gutem Kontrast sind bis 20x30 cm noch passabel.
      Bei einem Ausdruck von 30x45 ist die Qualität dann noch ok, wenn der Betrachtungsabstand auf 1 erhöht wird.

      Die Negative werde ich nie zu sehen bekommen und somit kann man nicht abschätzen, ob alles aus den Negativen herausgeholt worden ist.

      Danke für die Beteiligung und Hinweise. :)

      Heino