Neuigkeiten von Film Ferrania

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    • Im Posting davor haben sie das erklärt. Es hängt wohl vor allem daran, dass sie gedacht haben, sie könnten die Renovierung des Gebäudes parallel zum Aufbau der Produktion stemmen. Und da sie die Leute nicht mehr mit immer neuen Prognosen nerven wollen, die dann doch nicht eintreffen, werden sie jetzt nur noch berichten, was sie geschafft haben.

      Es sind aber neue Leute dazugekommen, also es geht durchaus weiter, sie sind nach wie vor an dem Thema dran.

      Grüße
      Rolf
    • Jens Dörsam schrieb:

      Wenn man in diesem Fall mehr Rechte haben möchte, kann man die auch bekommen, man muss nur wesentlich mehr Geld mitbringen. Auf jeden Fall mehr als meine 40 EUR, die ich nun immerhin als Spende für einen guten Zweck sehen darf.

      Deine 40 € sind keine Spende.

      Ich glaube, die Film Ferrania Kickstarter-Kampagne wurde von vielen Leuten grundsätzlich missverstanden.

      Es ging primär darum, neben den vorhandenen Investoren sehr kurzfristig weiteres Geld zu aquirieren, weil der Abbruch der gigantischen alten Produktionsgebäude terminiert wurde und Teile der sich darin noch befindlichen Maschinen vor der Verschrottung gerettet werden sollten.
      Man schaute in die Rohstofflager, fand größere Mengen an Chemikalien und Ausgangsstoffen für die Farbfilmproduktion sowie ein paar Rollen Filmträger und entwickelte die Vorstellung, daraus die allererste Charge Film zu produzieren, sobald die Maschinen für Zukünftiges eingemottet und die kleine Filmfabrik wiederbelebt worden sei. Das ganze schön angerichtet und mit Emotionen angereichert, wurde ein großer Aufmerksamkeitserfolg für Film. Nebenbei erfuhr man auch, wie hoch das Interesse potentieller Kunden für zukünftige Produkte sein würde und was die Leute im Markt vermissen.

      Bereits in der Vorstellung des Projektes steht, was sie als Gegenwert für ein paar Euro zur Rettung der Maschinen angeboten haben:

      FILM Ferrania auf Kickstarter schrieb:

      Kickstarter was born for stuff like this - ambitious and far-reaching projects that can be directly supported by everyone out there who is most eager for their success.
      If you help us meet our goal, you get the first batch of film.
      It’s that simple.


      Kurz: Kickstarter wurde für solche Dinge erfunden. Ehrgeizige und sich hinziehende Projekte, die von jedem unterstützt werden können, der sich das Gelingen von solchen Verrücktheiten wünscht. Menschen, die sich ohne den vorherigen Genuss von ordentlichen Mengen Rotwein an solchen Traumschlössern beteiligen, waren also gar nicht die Zielgruppe. Wer Film Ferrania bei der Rettung der Maschinen unterstützt, bekommt aus der ersten selbst produzierten Charge Film sein hübsch verpacktes Erinnerungsstückchen als Dankeschön geliefert - so hieß das Versprechen.

      Die Rede war von Farbumkehrfilm in 135, 120 und Super 8. Das wurde nichts.
      Bereits bei der ersten Produktion von Schwarzweiß-Film, dessen Herstellungsrezept man in den unendlichen Tiefen der alten Gebäude fand (so die Legende), bekamen die Kickstarter "Baker" das Angebot, anstelle der vor Jahren angeklickten "Belohnung" diese in eine entsprechende Menge Kleinbildfilm P30 Alpha zu wandeln. Es soll Menschen gegeben haben, die das getan haben. Dabei handelte es sich vor allem um Menschen, die im Laufe der Zeit dem Rotwein abgeschworen hatten.

      Dann gab es noch die, die neben Rotwein ordentlich Grappa nachgetankt hatten und weiter warten wollten. Diesen Bäckern von Träumen wird nun wohl sehr bald angeboten, hübsch verpackte Schwarz-Weiß-Filme aus dem nächsten Produktionslauf als "Belohnung" anstelle der nüchtern betrachtet nicht realisierbaren Farbumkehrfilme zu bekommen. Oder soetwas wie Einkaufsgutscheine in irgend einem mit FilmFerrania verbandelten Online-Shop.

      Ich fand den Rotwein und den Grappa sehr lecker. Vielleicht muss man selbst im Leben schon solche Alles-auf-eine-Karte-Erfahrungen gemacht haben, um daran Gefallen zu haben, andere Menschen bei solchen Vorhaben zu unterstützen. Jedenfalls geht es bei diesem Projekt eindeutig nicht darum, Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen und sich selbst ein schönes Leben davon zu machen. Den lebensverkürzenden Stress, den die Mini-Truppe in den letzten Jahren durchlebt hat (allein die Kämpfe mit der italienischen Bürokratie!), kann man gar nicht mit Geld aufwiegen. Bewunderung für das Durchhaltevermögens. Respekt! Als Nebeneffekt gab und gibt es alle paar Monate schöne Einblicke für Liebhaber von Industrieromantik.

      Man bekommt also jede Menge für 40 €.
      Dauerausstellung über 35 Jahre mit der Olympus XA
    • Ralf Klossek schrieb:

      Jens Dörsam schrieb:

      Wenn man in diesem Fall mehr Rechte haben möchte, kann man die auch bekommen, man muss nur wesentlich mehr Geld mitbringen. Auf jeden Fall mehr als meine 40 EUR, die ich nun immerhin als Spende für einen guten Zweck sehen darf.
      Deine 40 € sind keine Spende.
      Mein Steuerberater hat das mit der Spende nochmal bestätigt, ich konnte kurzfristig Rücksprache halten.

      Kickstarter wurde übrigens primär deshalb erfunden, um ein oder zwei Handvoll Leute, die vorher noch nicht reich waren, reich zu machen. Und um ein oder zwei Handvoll Leute, die vorher schon total reich waren, noch ein bisschen reicher zu machen. Mit der Unterstützung von Enthusiasten oder Weltverbesserung im Allgemeinen hat das eigentlich nur am Rande zu tun. Das muss man durchaus mal so drastisch formulieren.

      Da hier jedes Mal das Gleiche passiert, wenn es eine neue Meldung zu Ferrania gibt: Ich bin der Meinung, wir sollten einen exemplarischen Ferrania-Thread nehmen und den jedesmal hier reinkopieren, wenn es wieder mal so weit ist. Dann müssten viele Teilnehmer nicht immer so viel tippen.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Ralf Klossek schrieb:

      Deine 40 € sind keine Spende.
      [ ... endlose Textwüste ... ]
      Man bekommt also jede Menge für 40 €.

      Jens Dörsam schrieb:

      Mein Steuerberater hat das mit der Spende nochmal bestätigt, ich konnte kurzfristig Rücksprache halten.

      So landet eine leicht ironisch gemeinte Textklammer beim Steuerberater. Die Welt ist voller Überraschungen. :)

      @Jens Dörsam
      Mein Anliegen war es, darauf hinzuweisen, dass Kickstarter (verkürzt dargestellt) kein Online-Shop ist, in dem Film verkauft wurde. Nüchtern (Achtung! Wortspiel!) betrachtet haben ein paar überoptimistische Idealisten alte Technik vor der Verschrottung bewahrt und zwischengelagert. Wer sich daran aus welchem Grund auch immer beteiligen wollte, dem wurde ein individueller Gegenwert zugesagt, nämlich ein paar Rollen Film, hübsch verpackt und per Post zugeschickt.

      Aus dieser Perspektive betrachtet ist die Geschichte damit längst zu Ende erzählt. Deshalb unterstütze ich Deinen Vorschlag, darüber nicht mehr zu lamentieren.

      @Dirk Münchgesang
      Wahrscheinlich hat Film Ferrania einen weitgehend kompletten (großteils eingelagerten) Maschinenpark, aber nur die finanziellen Mittel und die Personaldecke für die Rekonstruktion und Produktion "experimenteller" Farbfilme. So kann man die Aussage des Adox-Geschäftsführers @Mirko Böddecker in seinem Vortrag deuten, auf den in diesem Diskussionsverlauf bereits Bezug genommen wurde.
      -> Fotoimpexs Film Foto Fair Finland Fortrag
      Dauerausstellung über 35 Jahre mit der Olympus XA
    • Jens Dörsam schrieb:

      Kickstarter wurde übrigens primär deshalb erfunden, um ein oder zwei Handvoll Leute, die vorher noch nicht reich waren, reich zu machen.
      Auf Gründer bezogen gilt hier das gleiche wie bei den Gründern von Facebook, Whatsapp oder Ebay.
      Auf die Kampangnen bezogen sehe ich das aber nicht so.
      Kickstarter ist ein gutes Mittel, Kleinunternehmern (oder solchen die es werden wollen), unbürokratisch Kapital zu verschaffen.
      Seitens der Anleger ist das natürlich ein Glücksspiel. Denn die Hälfte der Kampagnen fahren an die Wand, nachdem das Geldeinsammeln erfolgreich war.

      Ich denke nicht, dass man den Initiatoren solcher Kampagnen pauschal schnelles Geld machen vorwerfen kann.
      Viele werden schlichtweg von der Nachfrage überrannt. Ohne die geringste geschäftliche Grundkenntnis sammeln sie Geld für hunderte oder tausende Produkte ein und haben nicht die blasseste Ahnung vom Ablauf in einem Produktionsbetrieb.
      Da fällt mir z.B. dieser "Handyvergrößerer" ein, der bei Indiegogo 35.000 Euro eingesammelt hat. Das Ding wurde in den Medien beworben, also ob man es in jedem Shop bestellen kann. Heute nach 5 Jahren warten die meisten Investoren immernoch auf ihr Gerät.
      Viele dieser Gründer rechnen in guter alter Bastlermanier "Wenn ich für 100 Euro Material brauche und es für 200 Euro verkaufe, habe ich 100 Euro verdient". Und gehen pleite, weil sie die Miete, Heizung und Telefonrechnung nicht berücksichtigt haben. Vom Finanzamt ganz zu schweigen.

      Besonders auffällig wird das bei Produkten, die längere Zeit am Markt bestehen. Auch unabhängig von Kickstarter und Co.
      Wie kommt es sonst dass ein "Filmomat" der anfangs für 2000 Euro angeboten wird, hinterher mal schlappe 75 Prozent mehr kostet?
      Komisch, sollte man doch annehmen, dass ein Produkt günstiger wird, nachdem sich die Serienproduktion eingelaufen hat und optimiert wurde.
      Solche Beispiele zeigen schön, dass die Leute die solche Dinge erfinden, kaum Kosten, Steuern und Händlermargen berücksichtigt hatten. Und später dann die Erkenntnis, dass man für den ursprünglichen Preis quasi umsonst schuftet, weil von dem anfänglichen Preis noch ein Trinkgeld übrig bleibt.
      (Filmomat habe ich nur als Beispiel genommen, weil es gut in den Bereich Foto passt. Natürlich gibt es unzählige andere).

      Bezogen auf Ferrania gilt für mich ähnliches. Die Leute sind sicher sehr gute Techniker. Ob es auch gute Unternehmer sind, wird sich vielleicht noch zeigen.
      Natürlich werden immer technische Probleme als Gründe für Verzögerungen vorgeschoben. Denn keiner mag sich gerne unternehmerische Mängel vorwerfen lassen. Da ist es leichter zu sagen, eine Maschine sei kaputt oder eine Stromleitung gekappt.

      Gerade bei Kickstarterkampagnen kann man das immer schön verfolgen. Keiner von den Leuten hat jemals zuvor einen Betrieb geführt.
      Denen kann man nicht einmal einen Vorwurf machen. Erst wenn sie das Drumherum neben dem eigentlichen Produkt überlebt haben, wird man sehen, ob es ein erfolgreiches Unternehmen wird. Die typische Gründerstory. Und dabei ist die Zeit immer der größte Feind. Was man dann noch unbedingt braucht, sind maulende Kunden, die auf die Lieferung warten. Klasse! ;(

      Trotzdem begrüße ich solche Möglichkeiten wie Kickstarter.
      Es wäre extrem schade, wenn unsere Regierung (wiedermal wie so üblich) einen Riegel vorschieben würde, indem sie versucht, die Anleger abzusichern und den Gründer dazu zwingt, im Nachhinein Haus und Hof zu versteigern und die Hand zu heben. Eigentlich warte ich aber nur darauf.
      Denn es würde unserem gründungsfeindlichen Deutschland oder Europa total widersprechen, wenn sie solche Dinge wie Kickstarter einfach auf Dauer durchgehen lassen würden :evil:


      Gruß

      Joachim
    • Als ein weiterer Backer möchte ich zumindest kund tun dass ich gerne weiter warte, und falls in 5-10 Jahre Farbdiafilm Marke Ferrania kömmt sehr zufrieden sein werde.

      Gruß Rolf
      Rolf Schmolling – Hamburg

      rlfsoso.tumblr.com/
      instagram.com/rolf.schmolling/

      Kleinbild (Nikon F2 Photomic) – Großformat (Sinar F1 – Chamonix C45 F-2 (4x5)) – Mittelformat (Zenza Bronica SQ-A 6x6 bzw. 645)

      Liesegang Rajah V (4x5), DIY Umbau auf LED, Ilford Filtern (unter der Linse), DUNCO 67VC; RH Design StopClock Pro, MAYA
    • Mit allem einverstanden, Joachim. Das Problem ist eigentlich, dass Crowdfunding der mit Abstand einfachste Weg ist, Geld zu bekommen. Text schreiben, ein paar Bilder dazu, das war's schon fast. Eine Prüfung durch Profis, die "TOLLE IDEEN!!!" vielleicht mehrere hundert Mal pro Monat anschauen, findet nicht statt. Das heisst ja nicht, dass sich bei Kickstarter am Ende nur die tummeln, die Umsatz und Gewinn nicht auseinanderhalten können. Das heisst nur, dass man sich halt nicht wundern darf, wenn mal wieder nichts rauskommt.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Ralph Tacke schrieb:

      So, alles wieder auf 0, es darf weiter dikutiert werden, aber bitte nicht wieder gegenseitig in die Pfanne hauen, nicht persönlich werden und bitte sachlich bleiben.
      Ralph, wie soll man Sachlichkeit erwarten, wenn die eine Fraktion in Ferrania keine und die andere eine tolle Zukunftsperspektive sieht?
      Im Grunde ist Ferrania gar kein Thema mehr, weil da nur noch Wischiswaschi kommt. Das kann einem nun gefallen oder auch nicht. Handfestes, Termine gar oder andere verbindliche Aussagen kommen da doch seit Jahren nicht.

      Aber des lieben Friedens willen werde ich mich zukünftig zu Ferrania gar nicht mehr äussern. Da ist es sinnvoller, über Aldis neues Toilettenpapier zu diskutieren :D
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • Es ist klar, dass Ferrania am Anfang zu viel versprochen hat, aber immerhin haben sie nach all den Rückschlägen nun die reguläre Produktion gestartet. Daher kann ich die Enttäuschung zwar etwas nachvollziehen, die Häme allerdings nicht. Auch bei anderen Firmen im Analog-Business wie Adox klappt nicht alles, auch wenn die Kommunikation nach aussen sicherlich professioneller ist.

      Obwohl solche niedrig empfindlichen Filme eher nicht mein bevorzugtes Material sind (wenn ich feines Korn will, dann eher Flachkristaller) würde ich den P30 schon mal gern probieren. Seltsamerweise gibt es ihn in Europa vorerst nicht, nur per Onlineshop in Nordamerika. Ich denke aber, dass die grossen Versender ihn wohl trotzdem bald im Programm haben werden. Bin jedenfalls gespannt darauf, ob sich der Film am Markt behaupten kann, wenn der Neuigkeitseffekt weg ist.
    • Also, ich habe ja mal jemanden gefragt, wie man eigentlich Traction nachweist, weil der das unbedingt nachgewiesen haben wollte. Der meinte dann: Echtes Geld auf einem echten Konto von einem existierenden Unternehmen, bezahlt für ein existierendes Produkt. Ganz easy. Insofern warte ich einfach auf ein existierendes Produkt, von dem es vielleicht auch mehr gibt als ein paar Kisten aus einem Testlauf. Das wäre ja schon der Beweis, dass es funktioniert. Ganz easy.
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Hallo,

      bin ja auch Bäcker bei den Italienern (und mache keinen Hehl daraus, ich würde es weider tun), aber als ich dieser Tage den erwähnten Newsletter erhielt und erfahren durfte, dass es jetzt jede Woche ein neues Video geben soll, dachte ich spontan:

      Ferannia, statt Film gibt es jetzt Filmchen ^^ !

      Gruß

      Volker
      Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)