Junior-Verschluss - hat jemand Hinweise zur Reparatur?

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    • Junior-Verschluss - hat jemand Hinweise zur Reparatur?

      Kennt jemand den Junior-Verschluss? (Zum Beispiel an Belfoca II).
      Bei mir klemmt er fest, in einer ersteigerten Kamera, die sonst sehr gut aussieht.

      Im Inneren hat er eine Art Verschlussblende, die linsenförmig aus zwei Gliedern besteht.
      Wenn ich mal Zeit habe, will ich einen Reparaturversuch starten. Es soll ja einer der einfachsten Verschlüsse sein. Wahrscheinlich ist er verharzt. Gekauft habe ich es wegen des Meritars, deshalb nur einen niedrigen Preis geboten, und es doch bekommen. Die Kamera sieht sonst von allen Faltern, die ich habe, optisch am besten erhalten aus.
      Nur gerade hierzu habe ich nichts im Netz gefunden. (Es gab ältere Junior-Verschlüsse von vor dem ersten Weltkrieg, dafür gibt es Beschreibungen.)

      Hat jemand schon mal hier eine Reparatur versucht?

      Blende funktioniert, Optik ist sauber, alles sehr gepflegt, es war wahrscheinlich lange nicht in Betrieb.
    • Deine Frage ist zwar schon eine Weile her, aber vielleicht kann der eine oder andere noch einen Tipp brauchen. Habe heute zwei dieser Verschlüsse geöffnet und repariert. Verharzt dürften die wenigsten sein, in beiden befand sich kein Schmiermittel. Meist hängen sich vermutlich die Verschlusslamellen aus oder das Gestänge verhakt sich. Hier mal ein paar Bilder:

      IMG_1522.jpg

      So sollte es im funktionierenden Zustand aussehen. Und so müssen die beiden Verschlusslamellen montiert werden:

      IMG_1521.jpg

      Ganz wichtig beim Zusammenbau, sonst funktioniert der Verschluss nicht!!! Zeit auf B stellen und den Verschluss mit dem Auslösehebel offen halten. Dann den Rückdeckel ansetzen und festschrauben. Der Grund: Die beiden Verschlusslamellen stützen sich mit den beiden haifischflossenartigen Zähnen an dem rot markierten Stift ab.

      IMG_1523.jpg

      Ich hoffe das hilft.
    • Hallo, nochmals Danke.
      Ich habe heute wieder so einen Verschluss repariert.

      Von den Linsen ist nur noch die mittlere da, wahrscheinlich werde ich mal wieder ein Objektiv basteln.
      Ich habe das aus der Bucht, zum Basteln üben.
      Ein Hebel war verbogen, sodass nicht mehr ausgelöst wurde, das Teil, das die Blendenblätter betätigt, hing völlig in der Luft.

      3 mm nach unten biegen half.

      Die Blendenblätter waren völlig verölt und die beiden vorderen Schrauben fehlten.

      Aber ich habe es hinbekommen. Ich hatte die Anleitung hier sogar noch im Kopf.

      Eine Frage habe ich aber:

      Die Blätter der Blende sind teilweise verrostet. Sollte man die ölen oder gar nichts machen? Kann man sie entrosten?
      Die beiden Auslöserblätter sind dagegen völlig sauber.
    • Nach dem Üben habe ich jetzt eine Belca Belfoca weitgehend repariert.
      Das Objektiv ist ein Bonar 6,3/105 mit Binor-Verschluss.

      Das Bonar ist ein Dreilinser (Triplet) und er ist eine vereinfachte Form des Bonotar. (Blende 6,3 statt 4,5)

      Interessant ist dabei die Gehäusestandardisierung.
      So hat das Bonar eine aufgebrachte Begrenzung, die bei der Blende verhindert, dass sie sich ganz öffnet. Sie wird also auf Blende 6,3 begrenzt, obwohl der eigentliche Mechanismus 4,5 erlauben würde.

      Wieso hier und nicht in einem extra Beitrag?
      Das Binor ist eine Marken-Variante des Junior-Verschlusses. Es hat keine "T"-Auslösung, die bei einigen Junior-Verschlüssen neben "B" vorhanden ist.

      Ansonsten sind sie identisch. Deshalb habe ich das Bild nicht nochmals fotografiert. Timo hat sehr gute Fotos in 2.

      Eigentlich wollte ich nur das Objektiv reinigen. Dazu entfernte ich zunächst die Vorderlinse. Sie lässt sich einfach herausdrehen und hat eine kleine Schnappsicherung gegen Herausfallen.
      Die Vorderlinse hat einen Ring aus Plaste, der sehr empfindlich ist. Die Linse ist mit einem kleinen Wulst aus schwarzem KLebstoff im Aufnahmering befestigt. Ich wusste erst nicht, wie das funktioniert - so versuchte ich, das Teil mit einem Gummi zu öffnen. Das funktionierte anders als erwartet. Ich drückte die Linse ein. Dann sah ich, wie das Teil geöffnet wird.

      Ich klebte die Linse wieder ein, was anderes blieb mir erstmal nicht übrig.

      Die mittlere Linse saß fest, der Linsenring ist sehr lawede aufgebaut. Die Linse wird durch umgebogene Aluminiumstreifen gehalten. Kein Ansatzpunkt für Werkzeug. Auch die Hinterlinse ließ sich nicht herausschrauben.


      Ich konnte weder Mittellinse noch die Hinterlinse entfernen.

      Somit konnte ich nur vier Linsenflächen reinigen. Die nebligen zwischen Mittel- und Hinterlinse blieben ungereinigt.
      Dann war es erstmal erledigt.

      Ein paar Wochen später nach Konsultation im Aphog-Forum (siehe weiter oben) und nachdem ich ein Linsenentfernungstool hatte, ging ich heute an die Arbeit, um den Rest zu erledigen.


      PS: Die Hilfe hier im Forum funktioniert tatsächlich gut. Nochmals Danke.
      Ich gab etwas Petroleum auf den Befestigungsring. Dann legte ich die Kamera in die Sonne, davon gab es genug.

      Nunmehr ließ sich der Befestigungsring lösen und ich konnte das ganze Objektiv aus der Kamera herausnehmen.

      Im Gegensatz zu vielen anderen Kameras lässt sich sowohl der Junior- als auch der Binor-Verschluss von hinten öffnen. Dazu öffnet man drei kleine Schräubchen und das Objektiv ist geöffnet.

      Man hat jetzt das Vorderteil mit Verschluss und Mittellinse und das Hinterteil mit Blende und Hinterlinse.

      Ich reinigte die verbliebenen Linsenflächen mit Isopropanol.
      Dazu nahm ich Wattestäbchen. Die waren nach dem ersten Durchlauf ziemlich schmutzig, nach dem zweiten waren sie sauber.

      Mir fiel ein winziges zylindrisches Teilchen von ca. 1 mm Durchmesser und 1,5 mm Länge entgegen. Zum Glück auf die Arbeitsfläche.

      Es gehörte zu einer Blendenlamelle.

      Also musste ich den Teil auch auseinanderbauen.
      Dann fielen mir 10 Blendenlamellen auseinander.
      Ich fand die, bei der das Teil fehlte.
      Ich klebte es mit einer Pur Sekundenkleber fest und hoffe, es hält einigermaßen. Es war auch klar, warum der Blendenverschluss leicht ungleichmäßig war.

      Ich brauchte zwei stunden, um eine Technik zu finden, bei der die Lamellen auf ihrem Platz blieben.
      1. Anfeuchten mit Isopropanol.
      2. Zunächst so einlegen, dass die Spitzen weit nach außen zeigen.

      Beim Zusammenbauen fielen mir die Lamellen auseinander, weil ich an das Gehäuse stieß, ich brauchte aber dann nur noch zwei Minuten zur Montage.

      Jetzt funktioniert alles wieder und die Linsen sehen beim Durchblicken nicht mehr trüb aus.


      PS: Die rotgezeichnete Stütze aus den Bildern war bei meinem Binor nicht vorhanden.
    • Ich habe noch einen Junior-Verschluss repariert, der blieb immer offen, obwohl es klickte.
      Es war die Rückholfeder ausgehakt, die sich unter den Führungsstiften für die Blendenlamellen befindet.
      Im mittleren Bild sorgt sie dafür, dass unten der mittlere Stift in seine Ausgangslage gedrückt wird.

      Die Rückholfeder habe ich wieder eingehakt, dann klappte es. Es war ein wenig pipselig, klappte aber, besonders dank der Bilder und Hinweise gut. Nochmal Danke.

      Den Tipp mit Zusammenbau im geöffneten Zustand habe ich beherzigt.