Beratung Rollei 6x6 2,8GX mit HFT Planar 80mm

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    • Beratung Rollei 6x6 2,8GX mit HFT Planar 80mm

      Hallo zusammen.

      Ich überlege mir im Spaß der analogen Fotografie neben meiner Leica M noch eine Kamera zu zulegen.
      Da mir die M Serie sehr gut gefällt und ich an sich auch keine anderen Modelle im Visier habe, dachte ich an eine M-A.
      Sie soll den Spaß an der puristisch entschleunigten Fotografie anheben.

      Gut, ich kann auch die Batterien aus meiner M nehmen und dann wäre es dem gleich zu setzen.
      Dennoch, die M-A als rein mechanische M aus einer aktuellen Produktion, sie hat was.

      Aber auch die Leica 0-Serien Kopie, jene könnte mir auch gefallen.

      ABER: So eine Rollei, die schwebte mir schon immer vor und seitens daher, obwohl ich mich mit diesem Typ Kamera nie näher habe beschäftigt, wenngleich auch Erfahrungen aus 6x6 mit Yashica Mat vorliegen,
      frage ich in die Runde:

      - welche nutzt ihr?
      - welches Modell wäre ratsam (Preis vollkommen unabhängig-sorry, spielt in diesem meinem Fall gar keine Rolle)?
      - worauf müsste ich in technischer Hinsicht achten?
      - wo liegen welche technischen Schwächen?
      - gibt es noch Service für den Fall der Fälle?
      - welche seriöse Bezugsquelle könntet ihr mir für ein annähernd neues-neuwertiges und einwandfreies Modell nennen?
      - wäre dieses Angebot, dieses Rollei Modell (unabhängig der Quelle) ebay.de/itm/371879164415?_trks…geName=STRK%3AMEBIDX%3AIT aus den letzten Modelljahren und auch ratsam?

      etc. etc. ......

      Für eure Hilfe meinen besten Dank vorab.
      Gruß Dominique
      24mmx36mm
    • Hallo,

      ich habe neben diversen anderen Rolleis (ich sammele TLRs) auch eine GX. Gereizt hat mich daran vor allem der moderne Belichtungsmesser; das ist ein Vorzug gegenüber den älteren Modellen. Die ganz große Begeisterung hat sich anfangs nicht eingestellt, ich habe zwischendurch sogar geplant, sie wieder zu verkaufen. Verglichen mit den 'alten' 2,8er Modellen (2,8 F bzw. die belilose Variante 2,8 E.2) unterscheidet sie sich in folgenden Punkten:

      - neues Planar mit besserer Vergütung
      - elektronischer Belichtungsmesser
      - Blitzmessung

      Dafür sind andere Ausstattungsmerkmale weggefallen, u.a.

      - Tastwerk (autom. Filmanfangserkennung)
      - Selbstauslöser
      - automat. Schärfentiefenanzeige
      - Doppelbelichtungsmöglichkeit
      - Möglichkeit, Roileikin/Plattenadapter zu montieren

      Wie wichtig diese Features sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Insgesamt sind die alten Rolleis mechanisch aufwendiger (man könnte einwenden: anfälliger), und im direkten Vergleich fühlen sie sich für mich 'wertiger' an (obwohl meine GX im Zustand A ist). Natürlich ist die GX nicht 'schlecht', aber das haptische Vergnügen ist bei den alten Modellen größer, es sind Details der Verarbeitung wie der Rückwandverschluss usw.

      Was mich an der GX wirklich stört, ist der vergleichweise schwergängige Auslöser. Genauer ausgedrückt: Der Widerstand ist recht hoch. Ich habe mein Expl. daraufhin bei W. Bruer überprüfen lassen; Ergebnis: Das ist normal so, weil der Auslöser auch als Schalter für den Belichtungsmesser fungiert. Ich habe jetzt einen Softauslöser eingeschraubt, damit komme ich besser zurecht.
      Der Belichtungsmesser ist recht anfällig für Fremdlicht. Das ist bei TTL-Messung in Verbindung mit einem Lichtschachtsucher wohl auch nicht anders möglich, aber man muss es eben einkalkulieren. Dafür ist er, wenn man mit dem Auge an der Sucherlupe misst, eben auch genauer als die Selenbelis der alten Modelle.

      Was den Service betrifft: Der ist auf jeden Fall gegeben; spezialisiert auf Rollei ist beispielsweise Paepke in Düsseldorf. Ich habe einige alte Rolleis aus den 50er/60er Jahren in Betrieb, die in den letzten Jahren dort oder anderswo generalüberholt wurden. Insofern hätte ich keine Bedenken, auch ein 'altes' Modell zu kaufen, sofern der Service eingeplant wird. Wenn das in Frage kommt, würde ich folgende Überlegungen anstellen (ich konzentriere mich auf die späten Modelle mit abnehmbarem Faltlichtschacht und Wechselmattscheibe):

      Lichtstärke 3,5 (75 mm)oder 2,8 (80 mm)?
      Planar oder Xenotar?
      mit oder ohne Belichtungsmesser?

      Es gibt:
      3,5F (in verschiedenen Varianten, Details muss ich nachsehen) mit gekuppeltem Selen-Beli mit Planar oder Xenotar 75 mm
      3,5 E2/E3 (das gleiche Modell ohne Belichtungsmesser, manchmal mit ungekuppeltem Beli nachgerüstet)

      analog 2,8F und 2,8E2

      Ob das neue Planar der GX-Modelle besser ist? Ich weiß es nicht....

      Dies nur ein paar erste Überlegungen zur Orientierung.

      Nachtrag zum dem verlinkten Angebot: Das ist eine frühe GX (erkennbar am Tragriemenhalter und der Belederung), gebaut 1987-1994. Es ist das gleiche Modell, das ich auch habe.
      Beste Grüße
      Jan
    • Gaanz genau hingucken, ob das Objektiv nicht verpilzt ist (schwarzer Hintergrund dort, wohin man durch die Glaslinsen guckt, und diese von schräg mit einer guten Taschenlampe anleuchten).
      Es ist schon viele Jahre her, dass ich meine Rolleicord zur Fabrik zurückschickte, um das Objektiv teuer reinigen zu lassen, und ein halbes Jahr später ist es wieder zugewachsen. Ich war laut Foren nicht der einzige, dem das passiert ist. Ich habe dann die Fabrik großräumig für verseucht gehalten.
      Für mich heisst die beste Rolleiflex aller Zeiten immer noch Yashicamat 124G ;) . Produziert bis 1986 und somit in noch ziemlich "jugendlichem" Alter erhältlich, aber "nur" mit einem Objektiv vom Tessar-Typ und folgerichtig Lichtstärke 3,5. Der hier schreibt eine Menge über ihre Schwachpunkte: schnittbildindikator.de/Kamera…Mat/Yashica_Mat_124.shtml.
    • Wieso sollten Rolleiflexe anfälliger für Glaspilz sein als andere Kameras? Nicht nur die Rolleifabrik ist verseucht mit Pilzsporen, die ganze Welt ist es, denn Pilzsporen sind allgegenwärtig in der Luft. Aber Pilze brauchen ganz bestimmte Umweltbedingungen, um zu wachsen. Wenn die erfüllt sind, dann kann es relativ schnell gehen. Wenn du also deine Rolleicord nach der Reinigung wieder genauso gelagert hast wie vorher, dann ist es auch kein Wunder, wenn sie danach wieder Fungus entwickelt hat. Wer seine Kamera an einem luftigen, trockenen Ort lagert (niemals über längere Zeit in Bereitschafts- oder sonstigen Taschen) und sie regelmäßig dem Tageslicht aussetzt, wird in unseren Breiten auch keine Probleme mit Glaspilz bekommen.
    • Er soll nur ganz genau hingucken, und die Methode, soweit ich sie aus meinem laienhaften Verständnis kenne und selber praktiziert habe, habe ich genannt.
      Vom Rollei-Service habe ich eine Kamera teuer "entpilzt" bekommen, die dann wieder zuwuchs. Keine andere Kamera (und ich hatte viele, es dürften auch jetzt noch 40-50 sein) hat das bei mir und Aufbewahrung in trockenen Wohnräumen entwickelt, ausser meinem Jena S 135mm. Und das hab' ich an wen billig verkauft, der es zu reinigen wusste und dann an seiner Canon DSLR betrieb :) .
    • Da Du bei der Leica schon auf die M-A schaust weil du keinen Belichtungsmesser möchtest brauchst du auch eigentlich die GX nicht. Ich empfehle eine E. Planar oder Xenotar ist meiner Meinung nach irrelevant.

      75mm und f/3.5 oder 80mm und f/2.8 muss jeder selber wissen, ich liebe meine 3.5 Xenotar. Sehr viel günstiger als eine GX. Ich würde bei eBay bei einem online Händler eine kaufen, sie sollte grundsätzlich funktionieren und die Klingen müssen perfekt sein. Dann würde ich sie zu Paepke schicken und komplett warten lassen. Du wirst eine hervorragende Kamera erhalten, die abgesehen vom Belichtungsmesser einer GX in nichts nachstehen und die dennoch deutlich günstiger sein müsste.
      _____________________________________________________________________
      Nikon F2 mit DE-1, DP-3 und DP-12, Olympus OM-1 und OM-2, Hasselblad 501CM, Rolleiflex 3.5E, Linhof Technikardan 45
      (und ein paar andere alte Kameras, die nur im Schrank rumliegen)
    • Da Du bei der Leica schon auf die M-A schaust weil du keinen Belichtungsmesser möchtest brauchst du auch eigentlich die GX nicht. Ich empfehle eine E. Planar oder Xenotar ist meiner Meinung nach irrelevant.

      75mm und f/3.5 oder 80mm und f/2.8 muss jeder selber wissen, ich liebe meine 3.5 Xenotar. Sehr viel günstiger als eine GX. Ich würde bei eBay bei einem online Händler eine kaufen, sie sollte grundsätzlich funktionieren und die Klingen müssen perfekt sein. Dann würde ich sie zu Paepke schicken und komplett warten lassen. Du wirst eine hervorragende Kamera erhalten, die abgesehen vom Belichtungsmesser einer GX in nichts nachstehen und die dennoch deutlich günstiger sein müsste.
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      Nikon F2 mit DE-1, DP-3 und DP-12, Olympus OM-1 und OM-2, Hasselblad 501CM, Rolleiflex 3.5E, Linhof Technikardan 45
      (und ein paar andere alte Kameras, die nur im Schrank rumliegen)
    • Also vorerst einmal meinen besten Dank für die Unterstützung und Beratung.

      Die Wahl würde meinerseits schon auf eine Optik mit der Lichtstärke 2,8 fallen, ein BeLi muss nicht zwingend sein.
      Wichtig wäre mir schon die mechanische Ausführung der Kamera, wertige schöne Mechanik macht einfach mehr Spaß, als jene, die in den Modifizierungsphasen haptisch/klanglich wenig anmutende Bauteile neuzeitlicher Materialien in und ans sich haben.

      Die letzte nach meinen Kriterien also im Horizont stehende Ausführung wäre also?
      Gruß Dominique
      24mmx36mm
    • Dominique Blach schrieb:


      Die Wahl würde meinerseits schon auf eine Optik mit der Lichtstärke 2,8 fallen




      Die letzte nach meinen Kriterien also im Horizont stehende Ausführung wäre also?
      Hallo Dominique.
      Ich benutze noch regemäßig eine 2,8F mit dem Schneider Xenotar,Baujahr 1973.
      Für mich eine der schönsten Kameras überhaupt.
      Eine Kamera die sicherlich ,in Sachen Haptik,einer Leica in nichts nachsteht.
      Glückauf.
    • Hallo Dominique,

      da Du Dich für eine 2,8er entschieden hast, kommt also nur eine Rollei in Frage. Die anderen Hersteller (Yashica, Minolta etc.) boten so viel ich weiß nur Objektve mit einer Öffnung von 3,5 an. Ich würde ich Dir zu einer Rolleiflex 2,8E oder F ab ca. 1960 raten. Die 2,8GX ist mechanisch schon nicht mehr das, was die Vorgänger waren, aber darauf ist Jan Peter weiter oben eingegangen.

      Ab ca. 1960 deshalb, weil diese Modelle alle den letzten Entwicklungsstand darstellen und schon die sogen. Helleinstellscheibe und den abnehmbaren Faltlichtschacht besitzen. Letzteren kann man bei Bedarf ggf. durch ein Pentaprisma austauschen. Die älteren Modelle haben noch den fest montierten Tauchlichtschacht und eine dunklere Glas-Mattscheibe.

      Die F hat immer einen gekuppelten Selen-Belichtungsmesser. Die E-Modelle (also E2 und E3) sind ohne Beli ausgeliefert worden, waren aber mit dem einfacheren, ungekuppelten Selen-Beli, die es z.B. auch an der T oder an der Tele gab, nachrüstbar. Beiden Beli-Typen ist gemeinsam,dass sie nach all den Jahren aber unreparierbar kaputt sein können (nicht müssen). Von der 2,8F sind zwischen 1960 und 1981 ca. 83000 Exemplare gebaut worden,von den verschiedenen 2,8E2/E3-Modellen bis 1965 ca. 9000 Stück. Du wirst also eher auf eine F als auf eine E2/E3 stoßen.

      Noch ein Wort zu den Aufnahmeobjektiven: alle erwähnten Modelle gab es sowohl mit dem Zeiss Planar oder alternativ mit Schneider Xenotar. Nach meinem Dafürhalten sind sich beide qualitativ ebenbürtig, auch wenn man hie und da wasanderes liest. Ich selbst habe und benutze eine 2,8F (1973) mit Planar und eine 3,5F (1964) mit Xenotar.

      Wichtig ist, dass Du ein Exemplar kaufen kannst, das nachweislich eine Wartung bei einer anerkannten Rollei-Fachwerkstatt (nicht bei irgend einem Schrauber) hinter sich hat, oder Du kaufst bei einem Geschäft, das Dir Gewährleistung oder Umtausch anbietet. Ansonsten solltest Du gleich nochmal 100-200€ für eine Wartung einplanen. Dann hast Du aber auch eine Kamera fürs Leben. Solltest Du was an der Angel haben, weitere Beratung, z.B. zu Kameranummern, gerne hier oder per PN.

      Nachsatz: zu aktuell gehandelten Preisen kann ich leider nichts beitragen.

      Viele Erfolg wünscht Dir

      Volker
      Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
    • Volker Trinler schrieb:

      . . . Die 2,8GX ist mechanisch schon nicht mehr das, was die Vorgänger waren, aber darauf ist Jan Peter weiter oben eingegangen. . . .
      Ich kann mich über die Mechanik meiner GX nicht beklagen, sie funktioniert seit 1989 fehlerfrei. Da knarzt nichts, läuft alles spielfrei und sauber. Die Metallteile haben die Jahre ohne farbliche Veränderungen überstanden, lediglich das braune Leder ist teilweise abgeschabt (ich nutze das Sondermodell 60 Jahre Rolleiflex).

      Für mich sind statt des Filmtastwerkes die TTL-Messung und -Blitzautomatik die Bauteile, die der Kamera gegenüber den Vorgängern einen sehr hohen Nutzwert geben. Meine GX begleitet mich oft auf Radreisen.
      Mit Gruß

      Jochen