Ist Lomografie am Ende?

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    • Toni Frank schrieb:

      Ich habe halt Mühe mit dem Begriff "ernsthafte Fotografie". Was bitte soll das denn überhaupt sein?
      .



      Gute Frage!
      Es dürfte eine Frage der deffinition sein.
      Ich definiere Ernsthafte Fotografie so: wenn ich ein bestimmte Motiv auf eine bestimmte Art und weise Fotografisch umsetzen will um ein bestimmtes von mir erwünschtes Ergenis zu erzielen.

      Demnach könnte auch Lomography zur Ernsthaften Fotografie gehören, auch wenns blödsinn ist denn wen ichauf Lomo mache mchte ich den Hobby streß nicht oder habe die Zeit fürs ernsthafte nicht.


      Gruß Achim
      Das Leben ist wie eine Klobrille
      Man macht viel durch
    • Obschon ich es in einem Nachbrathread infrage gestellt habe - ich glaube nicht, dass Lomographie am Ende ist.
      Auch dann nicht, wenn nach dieser Praxis (inkl. Präsentationsform) digital fotografiert würde.

      Bedauerlicherweise erhielt Lomographie massive Konkurrenz von Smartphones und den dazugehörigen SocialMedia Plattformen wie Instagram, facebook und in "direkter" Kommunikation auch Snapchat und WhatsApp. Beim eher textlastigen Twitter sehe ich da weniger Konkurenz.
      Diese Plattformen und die Geräte selber verleiten derart zur spontanen, bebilderten Kommunikation, dass damit ein esentieller Bestandteil des lomographischen Credo's erfüllt. wird.
      Zwar werden solche Plattformen auch gerne werbeträchtig, hochprofessionell zur pseudo-spontanen "Inhalts-Vermittlung" genutzt bzw missbraucht. Was besonders Instagram und facebook betrifft.

      Ich denke, man kann heute leider nicht mehr über Lomography sprechen, ohne diese missliche Entwicklung miteinzubeziehen.
      Die Frage ist viel eher, ab welchem Punkt spaltet sich solcher Art "fotografieren" von Lomographie ab.

      In diesem Kontext darf man gerne sagen "Aus Spass wird ernst".
      Eine spassige Art der Fotografie, mit eigener Coleur - aber besonders im Kontext zur heutigen Entwicklung dann doch eine klare Tendenz (und vlt auch Forderung/Anspruch) an künstlerische Eigenheit.
      Anders ausgedrückt - Lomographie ist dann eben doch mehr als rein spontane, quasi unüberlegte, unachtsame Fotografie.

      Das Farbe auf Leinwnad auch geworfen (statt gestrichen/gedrückt) werden kann, war in der Malerei irgendwann eine neue Erkenntnis. Dies, obschon sicherlich schon jahrhunderte zuvor der eine oder andere Maler sich ab den Klecksen neben der Staffelei erquickte . . . .Irgendwo da sehe ich die Lomographie- im übertragenen Sinne. Und behält somit unabhängig allmöglicher Entwicklungen ihre Eigenständigkeit.
    • Mein Resumee zu diesem Link:
      Da wird eine alte Sau durch das Dorf gejagt und aus verschiedener Sicht springen Fotografen auf oder kritisien es.
      So weit ist es für dieses fast ausschließlich technisch orientierte Forum typisch.

      Nur, was Mangels elementarer Kenntnis menschicher Wahrnehmung fehlt, ist die Kern- Frage "warum"?.
      Wie scannen wir mit heutigem Wissen mit Auge, Hirn und individueller Vorprogrammierung ein Bild und bewerten es dann natürlich individuell?
      Warum kommt dabei bei einigen Betrachtern von reduzierter Bild-Information (z.B. Schärfe, Farbe) ein positives Ergebnis heraus?
      "Weniger ist mehr!" lautet eine altbekannte Weisheit. Sie stimmt bzw. macht Sinn, wenn die wesentliche Information ungestört von unwichtigem Beiwerk hervorgehoben werden soll. Hier geschieht es durch die physikalische Eigenschaft "unvollkommener" Optiken. Nix für Dermatologen, Kataloge, Broschüren für Architekten usw. aber ein probates Mittel für Photographen, die sich als Licht-Maler betätigen möchten.

      Allerdings macht allein die Verwendung dieser Technik noch kein sehenswertes Gemälde!!

      HG, Rainer
      Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Jetzt soll es wenigstens eine anständige Erziehung haben.(Abraham Lincoln ?)
    • EAK - Kremer schrieb:

      In der Bilder- und Filmwelt ist mittlerweile ein Grad der Übersättigung erreicht, den vor 10 Jahren noch niemand vorher sehen konnte. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich gute Bilder wegklicke - es sind zu viele!


      Was ist gut? "Schöne Schärfe, guter Schnitt? (Beliebte Anmerkung in der FC).
      Aber im Gegensatz zur "liberalen" FC gibt es hier in dem fundamentalistisch-technisch orientierten Analog- Forum seltenst beeindruckende Bildbeiträge außerhalb des gigantischen Bilderbergs von Reproduktion bzw. Dokumentation der Realität. Oder allein der Technik wegen das X-te Aufwärmen primär alter Labor-Akrobatik . Wem es Spaß macht, bitte!
      Zudem haben wir alle einmal angefangen, die Materie zu erkunden. Aber genau diese heute präsentierten
      belanglosen Ergebnisse machen den analogen Teil der allgemeinen Foto-Übersättigung aus.

      Was aus meiner langjährigen Sicht fehlt, sind kreative INTERPRETATION der reinen Dokumentation.
      "Ich möchte nicht bloß Nachäffer und Anstreicher der Natur werden, ich möchte gerne Seele, Poesie haben" . ( Anselm Feuerbach Maler 1829-1880).
      Das Ansinnen ist also nicht neu aber noch nie gab es in der Fotografie so zahlreiche Möglichkeiten wie durch die Digitalisierung.
      Übrigens profilieren sich schon lange manche erfolgreiche Foto-Künstler über gigantische Bild-Formate. Sicher ein (1) Weg aufzufallen aber auch das Allheil-Mittel für jedes Bild?

      Sollte sich jetzt jemand "angepinkelt" fühlen und fragen, warum ich hier noch mitlese: Z.B. hilft mir das Forum meinen maroden Balgen optimal ab zudichten :thumbup:

      HG, Rainer
      Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Jetzt soll es wenigstens eine anständige Erziehung haben.(Abraham Lincoln ?)
    • Thomas Gerber schrieb:

      Bernd_Hutschenreuther schrieb:

      Lomografie ist ein Perspektivwechsel.
      Meiner Meinung nach ist die sogenannte "Lomografie" ein potemkinsches Dorf: Leere wird einfach mit billigen Effekten überstülpt, bevorzugt von Fotografen, die eigentlich überhaupt nichts zu sagen haben. Es ist nur gut, dass diese Mode nun ausklingt.
      Beim Film nennt man solche Potemkinschen Dörfer "Kulissen". Und diese sind sehr gut geplant.
      Und ja, Preis und Aufwand spielen eine Rolle.

      Es dauert sehr lange, ehe geplante Aufnahmen spontan und natürlich aussehen.

      [Blockierte Grafik: https://c7.staticflickr.com/6/5731/30357061694_df8b2a3af9.jpg]Herbstlaub by Bernd Hutschenreuther, auf Flickr
      Die Blätter könnte man auch künstlich anlegen ...