Vergleich Adox FX-39 zu Rodinal

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    • Moin Bastian,

      Bastian Schramm schrieb:


      Genauso sehe ich das auch, mir war es irgendwann zu viel, mehrere Entwickler vorzuhalten. (Für KB/MF) Gerade teste ich Fomadon Excel, der zwar angesetzt nicht lange hält, aber ein Liter ist ja auch schnell wieder weg.


      das kann ich grundsätzlich zwar verstehen, was das Vorhalten mehrerer Entwickler anbelangt. Aber beim FX-39 sehe ich das nicht als Problem. Die Haltbarkeit ist in der neuen gasdiffusionsdichten Flasche bzw. in einer Glasflasche - mit Protectan geschützt - sehr gut. Und innerhalb von 18 Monaten (wahrscheinlich sogar noch länger, nur ich hatte meinen Langzeittest halt nach dem Zeitraum beendet) sollten die 500ml eigentlich aufgebraucht sein, auch wenn man nicht so häufig fotografiert.

      Beste Grüße,
      Henning
    • Moin Thomas,

      Thomas Huber schrieb:

      Weil es gerade dazu passt, nutze ich diesen Thread auch gleich für eine Frage an Henning, der diesen Entwickler wohl sehr gut kennt.

      Irgendwo habe ich mal gelesen (vielleicht war es auch ein Kommentar von dir), dass der FX 39 beim T-MAX 400 in der Normalverdünnung von 1+9 nur ein geringes Ausgleichsvermögen besitzt.


      das ist korrekt. Der TMY-2 hat generell die Eigenschaft, in den meisten Entwicklern eine lineare Schwärzungskurve aufzuweisen. Deswegen mögen ihn eben auch viele Fotografen, die nach dem Zonensystem arbeiten.

      Thomas Huber schrieb:


      Im aktuellen Fall habe ich einen T-MAX 400 in kontrastreichen Szenen verwendet und möchte daher das Ausgleichsvermögen verstärken indem ich eine höhere Verdünnung wähle. Die Frage ist nur: Reicht 1+14 oder sollte ich lieber gleich 1+19 nehmen?


      Also hast Du ihn schon verschossen. Wie hast Du ihn belichtet? Mit Nennempfindlichkeit, oder etwas reichlicher?
      Denn davon hängt die dann passende Verdünnung und Zeit ab.

      Thomas Huber schrieb:


      Bei 1+19 gibt Adox eine Entwicklungsverlängerung von 75% an, wie wäre dies bei 1+14? Die Empfindlichkeitsausnutzung sinkt mit höherer Verdünnung, liest man.


      Ja, prinzipiell schon. Aber beim TMY-2 ist beispielsweise der Unterschied zwischen 1+9 und 1+14 sehr gering. Erst bei 1+19 wird es stärker.

      Thomas Huber schrieb:


      Wie verhält es sich mit Körnigkeit und Schärfe? Wird die Körnigkeit stärker oder feiner mit höherer Verdünnung?
      Wird die Schärfe besser oder schlechter mit höherer Verdünnung?


      Also grundsätzlich wird die Körnigkeit etwas stärker bei stärkerer Verdünnung, und die Schärfe steigt leicht. Aber die Unterschiede sind - speziell beim TMY-2 - so gering, dass Du in der fertigen Vergrößerung höchstwahrscheinlich nicht im Stande sein wirst, die 1+9 von einer 1+14 oder 1+19 Entwicklung unterscheiden zu können.

      Thomas Huber schrieb:


      Welche Zeit wählst du für einen T-MAX 400 1+9 in FX 39?


      Also meine Zeiten sind eben genau auf meine Verarbeitungskette abgestimmt. Es wäre eher Zufall, wenn die bei Dir genau passen würden.
      Bei 1+9, 9:30 Min. bei Belichtung auf ISO 250/25°.
      Ich bevorzuge für mich aber als Standard 1+14 bei 15 Min. und ISO 250/25°. Ich kippe 2x nach dem Einfüllen, und dann 1x pro Minute.

      Beste Grüße,
      Henning
    • Danke Bastian und Henning für eure Antworten!

      Den Film habe ich mit EI 400 belichtet. Wie viel verliert man denn ungefähr an Empfindlichkeit , wenn man mit 1+19 entwickelt?

      Wenn das jetzt nicht schon zu weit in diesem Thread führt, dann hätte ich noch eine allgemeine Frage bezüglich Entwickler, die die Schwärzungskurve beugen:

      Nehmen wir an ich vergrößere einen Film mit einer linearen Schwärzungskurve in der Dunkelkammer. Damit mir die Lichter nicht ausreißen, verwende ich eine weiche Gradation. Nun empfinde ich allerdings das gesamte BIld zu flau, daher nehme ich wieder die ursprüngliche härtere Gradation. Um nun die Lichter doch noch auf den Print zu bekommen wedle ich ab. Sehr vereinfacht gesagt: Könnte ich mir nun das Abwedeln ersparen, wenn ich ein Negativ mit einer gebeugten Schwärzungskurve vor mir hätte, auch wenn dann möglicherweise die Lichter nicht mehr ganz so differenziert wiedergegeben werden?
    • Thomas Huber schrieb:

      Könnte ich mir nun das Abwedeln ersparen, wenn ich ein Negativ mit einer gebeugten Schwärzungskurve vor mir hätte, auch wenn dann möglicherweise die Lichter nicht mehr ganz so differenziert wiedergegeben werden?


      Hallo Thomas,

      ja, das geht. Und wenn du alles richtig machst, sieht man der Vergrößerung gar nicht an, dass die Lichter leicht komprimiert worden sind. Allerdings kannst du dir die ISO 400 abschminken; beim TMAX 400 ist z.B. ein E.I. von nur 100 drin*, und dein Fotolabor muss auch passend ausgestattet sein. Als Gegenwert erhältst du hierbei eine zonenmäßige N-1 - Entwicklung für Kleinbild- bzw. Rollfilme.

      Beste Grüße
      Jürgen

      *außerdem:
      Ilford Delta 100: E.I. 32
      Ilford Delta 3200: E.I. 500, dieser ausschließlich als 120er Rollfilm!
    • Moin Thomas,

      Thomas Huber schrieb:

      Danke Bastian und Henning für eure Antworten!

      Den Film habe ich mit EI 400 belichtet. Wie viel verliert man denn ungefähr an Empfindlichkeit , wenn man mit 1+19 entwickelt?


      Beim TMY-2 ca. 1° DIN.
      Aber:
      1. Die ISO 400/27° sind schon unter Normalbedingungen (normaler Motivkontrast) etwas zu hoch angesetzt. Nach ISO Norm bei Nennempfindlichkeit belichtet und entwickelt entspricht bei fast allen Film- und Entwicklerkombinationen gemäß Zonensystem nicht einer N, sondern einer N+1 Entwicklung. Also schon leicht gepusht und für normalen Kontrast schon etwas zu kontrastreich.
      Zu dem Thema empfehle ich Dir das sehr gute Buch unseres Mitforenten Otto Beyer: Belichtung und Filmentwicklung in der Schwarz-Weiß-Fotografie.
      2. Du hast den Film jetzt de facto unterbelichtet: In Deiner Aufnahmesituation mit hohem Motivkontrast bedeutet das jetzt prinzipiell, dass Du an Schattenzeichnung verlierst, dem Ausfressen der Lichter aber zumindest etwas entgegengewirkt wird durch die knappe Belichtung.
      Ob jetzt 1+14 oder 1+19 Verdünnung hängt vom Kontrastumfang des Motivs ab: Normalerweise misst man bei kontrastreichen Motiven den Kontrastumfang aus (per Spotmessung).

      Für die Zukunft, kleine Empfehlung für die Vorgehensweise bei höheren / hohen Motivkontrasten:
      1. Motivkontrast ausmessen um zu sehen, ob und wenn ja in wieweit der Motivkontrast den max. Kontrastumfang des Films übersteigt.
      2. Die eleganste und oft beste Möglichkeit des Kontrastmanagements ist, den Motivkontrast an sich zu reduzieren: Z.B. durch Aufhellblitz (kann ganz vorzügliche Ergebnisse liefern), Aufhellreflektoren, Grauverlaufsfilter.
      3. Falls 2. nicht möglich sein sollte, erfolgt die Kontrastbewältigung über diffuse Vorbelichtung oder (und) die Filmentwicklung: Der Film wird reichlicher belichtet (dadurch gewinnt man die notwendige Schattenzeichnung), aber verkürzt entwickelt (das begrenzt die Dichte in den Lichtern, ein "Ausfressen" wird verhindert). In der Systematik des Zonensystems: N-1, N-2 bzw N-3 Entwicklung, je nach Motivkontrast.
      Man verliert dadurch natürlich deutlich an Filmempfindlichkeit.

      Thomas Huber schrieb:


      Wenn das jetzt nicht schon zu weit in diesem Thread führt, dann hätte ich noch eine allgemeine Frage bezüglich Entwickler, die die Schwärzungskurve beugen:

      Nehmen wir an ich vergrößere einen Film mit einer linearen Schwärzungskurve in der Dunkelkammer. Damit mir die Lichter nicht ausreißen, verwende ich eine weiche Gradation. Nun empfinde ich allerdings das gesamte BIld zu flau, daher nehme ich wieder die ursprüngliche härtere Gradation. Um nun die Lichter doch noch auf den Print zu bekommen wedle ich ab. Sehr vereinfacht gesagt: Könnte ich mir nun das Abwedeln ersparen, wenn ich ein Negativ mit einer gebeugten Schwärzungskurve vor mir hätte, auch wenn dann möglicherweise die Lichter nicht mehr ganz so differenziert wiedergegeben werden?


      Die Vorgehensweise wäre ja eine andere: Eine Film-Entwicklerkombination mit einer linearen Schwärzungskurve erzeugt ja von Zone zu Zone bis in die Lichter einen gleichmäßigen, proportionalen Dichteanstieg. Man hat also also auch in den Lichterzonen VII - X eine sehr gute, gleichmäßige Abstufung. Allerdings in Zone IX und X auch eine sehr hohe Dichte = hohe Schwärzung auf dem Negativ = sehr geringe (bzw. gar keine) Schwärzung auf dem Positiv / Abzug. Die Gefahr besteht, dass auf dem Abzug nur noch brillantes Weiß ist, die berühmten "ausgefressenen Lichter".
      Wenn man dort nun mehr Zeichnung haben möchte, würde man also nicht Abwedeln (das würde das Problem ja noch verstärken), sondern partiell nachbelichten, gegebenenfalls mit einer weicheren Gradation als beim überwiegenden Teil des Motivs (bei Gradationswandelpapieren).

      Bei einer Ausgleichsentwicklung wäre die Schwärzungskurve in den Lichtern nicht mehr linear, sondern etwas gebeugt, die Kurve fängt ab Zone VII / VIII an abzuflachen. Das begrenzt den Dichteanstieg in den Lichtern, die Gefahr des "Ausfressens" nimmt ab. Man muss in der Positivvergrößerung gar nicht oder weniger nachbelichten, um noch gewünschte Zeichnung zu bekommen. Hat allerdings im Gegenzug etwas "komprimierte" Lichter, die Tonwertrennung in den Lichterzonen ist etwas schlechter als bei einer linearen Schwärzungskurve (was aber bei sehr vielen Motiven nicht negativ auffällt).

      Beste Grüße,
      Henning
    • Vielen Dank für eure Erklärungen.

      Der FX-39 soll doch die Filmempfindlichkeit sehr gut ausnutzen. Erreicht nicht mal er die Nennempfindlichkeit eines Films?

      Henning Serger schrieb:

      Beim TMY-2 ca. 1° DIN.


      1/3 Blende im Vergleich zur Normalentwicklung mit 1+9 hört sich zumindest für mich jetzt nicht so viel an. Wenn mir die Schatten bisschen zulaufen sollten stört mich das nicht so. Jedenfalls weniger als wenn mir etwas ausreißt. Abgesehen davon habe ich glaube ich bei manchen Motiven ohnehin unterschiedliche Belichtungen durchgeführt.

      Henning Serger schrieb:

      Wenn man dort nun mehr Zeichnung haben möchte, würde man also nicht Abwedeln


      Henning, da hast du natürlich recht! Da habe ich wohl geschrieben, bevor ich gedacht habe. ;) Selbstverständlich meinte ich nachbelichten.

      Henning Serger schrieb:

      Man muss in der Positivvergrößerung gar nicht oder weniger nachbelichten, um noch gewünschte Zeichnung zu bekommen. Hat allerdings im Gegenzug etwas "komprimierte" Lichter, die Tonwertrennung in den Lichterzonen ist etwas schlechter als bei einer linearen Schwärzungskurve (was aber bei sehr vielen Motiven nicht negativ auffällt).


      Genau das wäre mein Wunsch! Ich würde mich zwar als kein Dunkelkammerneuling mehr bezeichnen, jedoch ist die Dunkelkammer noch alles andere als Routine für mich. Ein zügiges Arbeiten ist also noch nicht möglich. Wenn man dann einzelne Bilder noch abwedeln und nachbelichten muss (und das muss ja auch erst einigermaßen geübt sein) stellt sich schnell etwas Frust ein, wenn nichts weitergeht. Von daher wäre das eine echte Arbeitserleichterung.
    • Moin Thomas,

      Thomas Huber schrieb:

      Vielen Dank für eure Erklärungen.

      Der FX-39 soll doch die Filmempfindlichkeit sehr gut ausnutzen. Erreicht nicht mal er die Nennempfindlichkeit eines Films?


      der FX-39 hat eine gute Empfindlichkeitsausnutzung.
      Aber wie ich oben schon schrieb, die ISO Norm ist etwas "optimistisch" ;) bezüglich der Filmempfindlichkeit.
      Kaum ein Entwickler schafft nach Zonensystem wirklich die Nennempfindlichkeit.
      Das ist aber nicht primär den Entwicklern anzulasten, sondern eher der ISO-Norm, die in gewisser Weise einen Kompromiss darstellt.
      Möchte man gute Schattenzeichnung, sollte man sich von der offiziellen Empfindlichkeit nach ISO-Norm etwas distanzieren, und sich keinesfalls verkrampft daran festklammern und "auf Teufel komm raus" versuchen, diesen Nennwert zu erreichen.
      Du wirst sehen, wenn Du diesbezüglich etwas "entspannter" an die Sache herangehst, und nach Zonensystem arbeitest (dann stimmen die Schatten, Mitteltöne und Lichter), bekommst Du Negative, die sich wunderbar einfach vergrößern lassen. Und bei denen Du oftmals überhaupt nicht mehr abwedeln oder nachbelichten musst: Einfach weil es passt, weil das Negativ optimal ist von seinen Tonwerten her.

      Beste Grüße,
      Henning