Tönen von Cyanotypien - oder wozu Waschsoda und Tee noch so alles gut sind

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    • Servus Leute!

      Wieder einmal könnte man auf die tlw. seit über 150 Jahren vorhandene Literatur zur Thematik hinweisen, die einen der Notwendigkeit enthebt, das Rad wieder einmal neu zu erfinden. Recht informativ und vor allem mit vielen Rezepten, deren Wirkung ausnahmslos durch Bildbeispiele verdeutlicht wird, ist das sehr neue Buch von Peter Mrhar: Cyanotype, Historical and Alternative Photography, ISBN 9781492844594 aus 2013.

      Tonen mit (grünem!!!!) Tee kannst du übrigens natürlich auch, wenn er noch sehr(!) warm ist, dann dauert die Prozedur höchstens ein paar Minuten, erst beim Trocknen entsteht die endgültige Schwärze oder Bräune (so wie auch das Blau erst durch die Oxidation beim Trocknen seine Tiefe entwickelt hat). Dass man sich mit all diesen Tonungen die Lichter im Bild ruiniert, hat nichts (bzw. nicht nur) mit der Farbe des Tees zu tun, das passiert auch, wenn du z.B. bleichst und dann mit Gallussäure (farblos!) tonst: überall, wo die Cyanolösung einmal aufgetragen wurde, entsteht ein Pastellton, egal, wie lang du vorher gewässert hast - und die Gallussäurelösung beginnt sich zu verfärben.

      Grüße, Karl
    • Hallo, Karl, vielen Dank für den Beitrag.
      Neu erfunden habe ich es nicht und mit grünem Tee habe ich das sehr dunkle Bild (Löwenzahn) getönt. Das Buch kannte ich noch nicht, vielen Dank für den Hinweis.
      Schwarzer Tee färbt jedenfalls auch von sich aus.
      Ich habe jetzt erst angefangen, praktische Erfahrungen zu sammeln. Zwischenzeitlich bin ich auf Anthotypien übergegangen, die für mich auch sehr interessant sind.
      Das einzige, was ich (vielleicht) erfunden habe, sind Milkotypien (Milch als Emulsion + Infrarot-Wärmestrahlung. Das Verfahren an sich war ja bekannt, es wurde schon für Geheimtinten verwendet.)
      Jedenfalls ist es interessant, dass man fast jeden Tee nehmen kann.
      Gibt es auch Stoffe, die anders färben?

      PS:
      Ich habe es gerade wiedergefunden. Ich habe es als Kindle-Version, aber den Tonungsteil habe ich damals gelesen aber wieder vergessen, man wird älter.
      Jedenfalls weiß ich jetzt wieder, wo ich es gelesen habe. Danke schön für den Hinweis.

      Grün erhält man mit Essig.


    • Partielles Bleichen, anschließend Behandlung abwechselnd mit Kaffee und Essiglösung.

      [IMG:https://farm2.staticflickr.com/1534/25942057840_bf83d78531_c.jpg]
      Zwei Pflanzen gebleicht by Bernd Hutschenreuther, auf Flickr

      Der untere Teil war fast weiß nach dem Bleichen. Ich tauchte es abwechselnd in Essigwasser und Kaffee, nach dem Trocknen erschien die Farbe wieder, in leicht anderem Farbton, vor dem Trocknen war sie fast verschwunden. Der Kaffee schien nicht zu wirken, wirkte aber doch.

      Das Rezept habe ich aus der angegebenen Literatur, Peter Mrhar: Cyanotype, Historical and Alternative Photography

      Es hat tatsächlich einen grünlichen Schimmer im behandelten Teil, beim Scannen sieht man das nicht mehr so deutlich.

      PS: Ich habe das Papier schrittweise immer tiefer eingetaucht. So entstand die Abstufung im unteren Bereich.