Einstieg in GF, wie?

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    • Einstieg in GF, wie?

      Analoge Photographie, ich liebe sie.

      Mittlerweile ziehe ich mich aus der KB-Photographie zurück. Wenn ich einen Film einlege, dann erst ins MF und auch nur s/w.

      Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken ins GF einzusteigen.

      Ich möchte möglichst große Negative, gerne 13x18, gerne möchte ich einfach nur Kontaktkopien, bzw. Cyanothpien herstellen. Scannen auf einem Durchlichscanner werde ich auch machen.

      Ich brauche eine gut funktionierende, wertige und gute Kamera, aber welche? Der Einstiegspreis sollte der Qualität angemessen aber nicht höchstpreisig sein.

      Sie soll nicht im Schrank zum anschauen stehen, sondern ich möchte sie regelmäßig und auch komfortabel bedienen können.

      Ich werde nicht kilometerweit damit wandern, aber transportabel soll sie auch zu Fuß noch sein. Stativ muß sein, ich weiß.

      Von den alten Hasen bitte ich um Ratschläge, ich bedanke mich für jede Info.
    • Moin Peter,
      die meisten Großformatler die ich kenne, fotografieren im 4x5 Format : hier ist der Gebrauchtmarkt schier unerschöpflich ( Field- u. Bankkameras)
      Einige meiner Bekannten nutzen auch das 8x10 Format , auch hier gibt es in der Bucht Angebote .
      13x18 ist irgendwie dazwischen ( als Fieldk. fällt mir spontan nur Linhof ein), aber auch Bankk. sind ziemlich selten.
      Das Filmangebot hällt sich im Rahmen ( wobei es wohl immer mehr Probleme für das 13x18 Format gibt, das 5x7 Format läuft da etwas besser.
      Wenn es also 13x18 ( bzw. 5x7 , die Kassetten sind von den Massen außen gleich) sein soll , mein Vorschlag : Linhof 5x7 , diese aber mit einem intern. Rückteil.
      Objektive mußt Du selbst überlegen, was so Deine bevorzugten Motive sind.
      Und denke an das Gewicht.
      Grüße !
      Peter
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      6x6 und 6x7
    • Hallo Peter,

      da gibt es sehr viele Möglichkeiten. Die hängen von dem ab, was Du fotografieren möchtest.
      Fangen wir mal an:
      Landschaften, Portraits: Linhof Technika oder eine andere Klappkamera. Vorteil: Leicht, paßt auch mal in einen Rucksack. Nachteil: weniger Verstellmöglichkeiten
      Stills, Architektur: Fachkamera (Optische Bank). Vorteil: Verstellmöglichkeiten werden nur durch die Optik begrenzt, die Kamera ist das universellste, was es gibt, unendlich ausbaufähig von 6x9 bis 20x25cm. Nachteil: Schwer, unhandlich, nicht für Reisefotografie gedacht.

      Die Klappkamera wäre so ein kleines Universalgerät, aber in 13/18 auch nicht mehr unbedingt winzig. Es gibt einige neue aus den Staaten und aus China, meist aus Holz. Wird gerne genommen, ist für mich als Präzisionsfotograf aber nicht das Wahre, sie leiern mit der Zeit aus. Nicht jedoch die Technika von Linhof, die hält ewig, kostet aber auch. Gibt es aber in 13/18 nur noch gebraucht und selten. Wir haben eine in Gebrauch.

      Die optische Bank-Kamera ist für mich das A&O der Fachkamera. Es gibt sie massenhaft in den verschiedensten Ausführungen. Meine Empfehlung hier: Plaubel Peco Profia N oder Z. N= normale Verstellung aller Achsen durch verschieben. Z= alle Einstellungen gehen über feintriebe, so auch die berühmte Linhof Kardan Bi.
      Die Profia N ist das Arbeitstier in vielen Ateliers, so auch bei uns. Relativ leicht, extrem ausbaufähig, rubust und doch noch filigran genug. Sie ist einfach ohne Schnickschnack zu bedienen.

      Teurer, aber nur für das Atelier geeignet sind Horseman mit der L-Standarte und Linhof Master TL sowie die GTL.
      Weniger komportabel in der Bedienung, aber das "muß" der Profis wäre die Sinar P. Sie ist, wie die Linhof Master GTL torkelfrei, dies sind die beiden einzigen auf dem Markt. Beide teuer. Die Sinar mag ich garnicht, die Zahnräder sind z.T. aus Kunststoff, das findet man bei Linhof nicht.

      So, nun werden mich die Sinaristen steinigen, aber jeder hat halt seine Meinung.
      Unsere Kameras im GB-Bereich: Plaubel Peco Junior 9/12 (sehe selten angeboten), Plaubel Universal 2 und 3 (beide schwer und etwas wackelig), Linhof Kardan Bi und Linhof Master GTL sowie eine Linhof Technika, alles außer der Junior in 13/18cm. Das nur zur Info, so arbeiten die meisten Profis (oft eben mit Sinar).

      Nun ist es an Dir, aber bedenke, Du brauchst noch mindestens 3 Optiken, Einstelltuch, Beli und Kasetten. Achte darauf, daß die Kamera komplett ist = Korpus, optische Bank, beide Standarten, WW- und Normalbalgen, Objektivbleche und Stativanschluß. Gerade der WW-Balgen wäre wichtig. Nachgekauft sehr selten zu finden, neu verdammt teuer.

      Besten Gruß und ein schönes Weihnachtsfest wünscht
      Winfried
    • Dazu kann man sehr viel schreiben. Richtig verständlich werden die zahlreichen Probleme, die es hier gibt (oder auch nicht), aber erst dann, wenn man sich so ein Ding mal eine halbe Stunde lang live anschaut und versucht, damit Bilder zu machen. Vielleicht ergibt sich ja in deinem Umfeld die Möglichkeit.

      Wir hatten zu dieser Frage auch schon mehrere Threads, einer hiess sogar irgendwas mit "Grossformat Einstieg". Leider finde ich mit der Suchfunktion dazu nichts (?).
      Wissenschaftlichkeit: Das heißt zu wissen, was man weiß und was man nicht weiß. Unwissenschaftlich ist alles totale Wissen, als ob man im Ganzen Bescheid wüsste. (Karl Jaspers)
    • Bonjour Peter,

      Gewicht, Geldbeutel, Format und fotografische Vorlieben musst du selbst abwägen…

      Wir haben uns auf alte Holzkameras spezialisiert.

      Aus welchem Teil der Republik bist du?

      Bei uns kannst du gern mal was ausprobieren…

      Formate findest du unten.

      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: Fomaat üss durch nüx zu assetzen - aussa durch mööööööhr Foooomat!)
      Markennamen??? - Egal, wenn wir nur damit photographieren können…

      Unsere Negativformate:

      6 x 9, 9 x 12, 13 x 18, 18 x 24, 24 x 30 cm
      4" x 5", 8" x 10", 16" x 16", 16" x 18", 24" x 26" - Inch
    • Danke für die Antworten.

      GF scheint sehr vielfällig zu sein. Ich denke ich sollte mich erst auf das Filmformat festlegen.

      Bezüglich den Filmgrößen bin noch unwissend, da manche Angaben in Zentimetern oder auch in Zoll gemacht werden.

      Eine MF Hassi 6x6 habe ich. Bei GF sollte der Unterschied zur MF deutlich sein, die Größe 6x9 cm fällt daher aus.

      Filme sollten problemos beschaffbar sein. Mit welchen Formaten hat man im S/W-Bereich die wenigsten Probleme.

      2. Schritt ist dann die Kamera. Solide, möglichst modern, auf dem Gebrauchtmarkt incl. Zubehör gut beschaffbar. Ich möchte aktiv photographieren.

      Mir ist bewußt, daß man gute hochwertige Sachen kaum für einen Apfel und Ei bekommt, ich würde meine Ausgaben für den ersten Versuch gerne im Bereich von 500 - 1000 EUR sehen, komplett einsatzbereit.

      Wer kann mir unter den Vorgaben ein konkretten Vorschlag machen, was ich benötige.

      Zwei Brennweiten sind ausreichend, bezogen auf MF 50 - 160 mm

      Was brauche ich für die Negativentwicklung an Geräten?

      Im Vorraus bereits besten Dank.
    • Moin,
      die Zoll-Formate sind in Regel leichter zu bekommen.
      Der gelbe Riese bietet nur noch Zoll-Formate an , Ilford zwar auch CM-Formate , diese sind aber teurer.
      Foma und etliche andere bieten allerdings auch noch 13x18 an ( alles bezogen auf SW )
      Generell wäre für Dich 5x7 richtiger.
      Filme in der Schale entwickeln .
      Welche Optiken bei 5x7 weiß ich nicht.
      Zu den Kameras hat ja Winfried etliches Geschrieben. Aber 1000,. ( einschl. Optiken ) könnte knapp werden.
      Schau doch mal ins Großformatforum, obwohl viele von uns in beiden Foren angemeldet sind.
      Grüße !
      Peter
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      6x6 und 6x7
    • Mit der Kamera hat das Format 9x12/4x5 und 13x18/5x7 nichts zu tun du kannst dir Kassetten von beiden Formaten kaufen und in die Kamera einlegen. Im Format 9x12/4x5 gibt es von Forma frischen Film 50 Stück ca. 30€. Da kostet dich ein Bild nicht mehr wie im MF. Die größte Auswahl an Filmen hast du bei 4x5. Bei allen andern Formaten musst du dich mit 1 höchstens 3 Filmsorten begnügen die du dir laufend bestellen kannst. Ilford schneidet einmal im Jahr Filme auf jedes gewünschte Format und da kannst du dich dann eindecken. Wenn du aber laufend eine Auswahl an Filmen verfügbar haben willst solltest du bei 4x5 einsteigen.
      LG
      Adi
    • Filmverfügbarkeit der gängigsten Marken:

      Kodak
      aus dem Regal SW und Farbe (Ektar 100, Portra 160 und 400) ausschließlich in 4x5" und 8x10" verfügbar, bei allen anderen Formaten musst du dich auf eingeschränkte Auswahl und/oder Verfügbarkeit nur über Sonderbestellungen mit langen Wartezeiten einstellen.

      Fuji
      Velvia 50, 100 und Provia 100F, Pro 160NS, Acros 100 ausschließlich in 4x5" und 8x10"

      Ilford
      standardmäßig verfügbar sind FP4+ und HP5+ in den Formaten 9x12 cm, 4x5", 5x7", 13x18 cm und 8x10"; alle anderen Formate sind "special order items", d.h. nur im Rahmen der jährlichen Sonderbestellungsaktion (ULF) verfügbar; Auswahl bei Delta-Filmen noch stärker eingeschränkt

      Foma
      die meisten ehemals gängigen europäischen und zölligen Formate sind noch als Fomapan 100 verfügbar

      Adox CHS100 II
      in großer Formatauswahl verfügbar

      Es gibt noch einige andere Marken mit Planfilm im Angebot (Berger?, Rollei), aber da fehlt mir der Überblick
    • 4x5 oder 8x10 sind wohl die gängisten Lösungen.

      Vergrößerer sind für 4x5 leichter zu bekommen, Kontakte machen aber find ich erst ab 8x10 richtig Freude. Scannen kann man alles sehr gut mit einem v700+.

      Ich schätze das zum reinkommen 4x5 eine sehr gute Wahl ist.

      Zum Entwickeln gibts bei 4x5 z.B. den Patterson Tank mit MOD54 (empfehlung) oder den Jobo mit 2509n (empfehlung) beides noch neu am Markt. 8x10 würde ich probieren einfach in einer Papiertrommel zu entwickeln.

      Eine Wista Field 45 SP 4x5" mit nem 150er, was womöglich sogar in die Kamera passt und du bist sehr kompakt unterwegs. Könnte auch unter den 1000Euro bleiben. (Dunkeltuch, Tank, Lupe, Stativ?, Kabelauslöser..)

      Hier eine Liste mit Linsen. Wichtig ist vorallem der minimale Bildkreis:

      154mm für 4x5
      209mm für 5x7
      310mm für 8x10

      Mein 135er hat an der 4x5 etwa 209mm, was noch angenehm aber nicht wirklich viel ist.

      130-180mm sind "Normalbrennweiten" bei 4x5
      250-360mm sind "Normalbrennweiten" bei 8x10
      largeformatphotography.info/lenses/LF4x5in.html
    • Alles richtig!

      Nur zur Komplettierung meiner obigen Aussagen:
      4x5" sollte ausreichen, 13/18 oder 5x7" Filme sind schwieriger zu beschaffen, speziell in Farbe (Dia).
      Vergrößerer gibt es bis 13/18 (5x7") en masse, und zwar derzeit noch recht günstig. Bis 4/5" sind die Vergrößerer auch in der Amateur-Dunkelkammer noch gut einsetzbar. Bei 13/18cm und größer sind auch diese Geräte EXTREM groß und sperrig. - Sollte man ggf. auch bedenken. Beim Scanner wohl bis 18/24cm problemlos, da gibt es (gebraucht) günstige Durchlichtscanner.

      weihnachtlichen Gruß
      Winfried