Atomal und seine Nachkommen: Wehner-Entwickler

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    • Hallo Dariusz,

      Dir ist wieder eine handwerklich hervorragend Arbeit gelungen!
      Ein Negativ so genau auf 3 Fotopapiere zu vergrößern, daß diese pass-genau zusammenpassen erfordert schon sehr präzises Arbeiten.

      Für die Wirkung Deines Bildes sind die hohen Kontraste sehr wichtig.
      Du hast das feine Korn erwähnt. Das ist tatsächlich eine Stärke des Entwicklers.

      Denkbar wäre ja auch, daß man den Film für solche Zwecke mit einem Feinstkorn -Entwickler entwickelt.
      Feinstkorn-Entwickler erzeugen das feine Korn, indem silberlösende Substanzen eingesetzt werden.
      So wird das Korn verringert, aber gleichzeitig muß man Verluste an Schärfe und Empfindlichkeit in Kauf nehmen.

      Der Wehner-Entwickler enthält keine silberlösende Substanzen.
      Das feine Korn ensteht durch die sehr hohe Aktivität des Entwicklers.
      Unmittelbar nach dem ersten Kontakt von Emulsion und Entwickler werden alle Silberhalegenid Kristalle schlagartig an-entwickelt.
      So wird vermieden, daß durch eine langsame Entwicklung große Silber-Konglomeraten entstehen.

      So bleibt das Korn beim Wehner-Entwickler sehr fein aber immer sichtbar. Es wirkt nicht verwaschen.
      Das ist für eine große Vergrößerungsmaßstäbe besonders wichtig.
      Es gibt keinen Verlust am Empfindlichkeit und keinen Verlust an Schärfe.

      Zusätzlich gibt es noch einen Zusammenhang zwischen Negativkontrast und Körnigkeit:
      wenn Das Negativ einen höheren Kontrast aufweist, tritt das Korn beim Vergrößern nicht mehr so stark in Erscheinung.

      Danke, daß Du uns das Bild gezeigt hast!

      Mir fällt auf, daß Du mit Deinen Fotos Dich in extremen Bereichen bewegst.
      Das letzte Bild war mit einem Technical Pan Film mit 25 ASA fotografiert.
      Jetzt hast Du uns ein Bild vorgestellt, daß mit 800 ASA entstanden ist.

      Beide Extreme hast Du gut gemeistert.

      Herzliche Grüße
      Klaus
    • Es sind keine schädlichen Inhaltsstoffe, das Bewußtsein war Ende der 70er bei Weitem nicht so hoch wie heute.

      Atomal und das ganz alte, dreiteilige A49 beruhten auf Hydroxyäthyl-ortho-Aminophenol (HEAP) . Dieser Stoff wurde für einen technischen Zweck produziert, wahrscheinlich für die Kunststoffindustrie. Nachdem er dort nicht mehr benötigt wurde, stand er auch für die Fotoindustrie nicht mehr zur Verfügung.
    • Moin,
      ich habe noch etliche Meter von gnadenlos (ca. 30 Jahre) überlagerten Agfa scopic RP1C Film, der sich jetzt durch extrem unsauberes Korn und geringere Empfindlichkeit bemerkbar macht. Uwe gab mir den Tip, den Wehner-Entwickler zu testen. Ich lade mal 2 Vergleichsbilder hoch und diese Bilder sprechen für sich. Das Bild „Wehner-Entwickler“ wurde ohne Restrainer, 10 Min bei 20 Grad C, mit Dauer-Kipprhythmus entwickelt, das Vergleichsbild mit Adox APH 09 Entwickler, 7,5 min bei 20 Grad C, die ersten 30 sec Dauer-Kipp danach alle 30 sec 1x kippen. Die Aufnahmen wurden mit Olympus OM 40 mit 200 ASA aufgenommen. Das Ergebnis ist m. E. beeindruckend und ich werde das Filmmaterial weiter nutzen können.
      Schöne Grüße aus Ostfriesland
      Günther
      Dateien
    • Moin Erhard,
      danke für die Rückmeldung. Die Aufnahmesituation war bei allen Situationen ( es waren 3 Serien a 10 Aufnahmen) und dicht hintereinander, im Freien, gleich. Stativ, Programmautomatik von OM 40 und Scharfeinstellung mit Schnittbild auf das Kreuz der Graukarte. Die 3. Serie war mit Restrainer, den ich wahrscheinlich zu stark dosiert hatte. Es kam zu keiner Entwicklung.
      Digitalisiert habe ich vom Negativ mit CrystalScan 7200 mit 4300 dpi. Die Bilddateien sind 5 – 6 MB groß und wurden von mir für die HP entsprechend verkleinert. Die Unschärfe führe ich auf die Kombination von (überlagerten) Film und Entwickler zurück. Dieser Effekt - Unschärfe meiner Ansicht nach bedingt durch die Veränderung im Korn - war für mich der Grund im Forum um Rat zu fragen. Auf Wunsch lasse ich Dir gerne die Orginaldateien 5,1 und 4,9 MB zukommen.
      Schöne Grüße aus Ostfriesland
      Günther
    • Gunther Escher schrieb:

      Ich lade mal 2 Vergleichsbilder hoch und diese Bilder sprechen für sich.
      Hallo Gunther,

      wie gesagt, ist das Rodinal-Bild aus irgendeinem Grund unscharf. Das Wehner-Bild ist dunkler und hat einen niedrigeren Kontrast, weswegen das Korn vielleicht unauffälliger erscheint.

      Wenn ich Kontrast und Helligkeit angleiche, sehen die Bilder fast gleich aus. Hier Ausschnitte aus der großen, gleichmäßigen Fläche:

      vergleich.png
    • Moin Tor-Einar,
      ich stimme Dir zu, dass das Bild APH09_Entwickler unscharf ist im Vergleich zu dem Bild Wehner_Entwickler. Das ist der Grund für meine Freude, das Filmmaterial nicht gleich weg zu werfen. Die Unterschiede in der Helligkeit liegen sicherlich in dem Entwicklungsprozess, denn der Film ist der gleiche, Das Aufnahmegerät war das Selbe, Die Aufnahmebedingungen identisch und der Scann Prozess ebenfalls identisch. Der einzige Unterschied war in der Entwicklung der Filme.
      Wie bereits erwähnt, wurden die Negative direkt eingescannt. In wie weit der Kontrast sich unterscheidet ist mir unklar. Die Dateien wurden nicht bearbeitet, außer dass sie mit TinyPic verkleinert wurden, um sie in der HP hoch zu laden. Auf Wunsch lasse ich Dir gerne die Orginaldateien mit 5,1 und 4,9 MB zukommen.
      Um die Frage der Unschärfe bei dem Bild APH09_Entwickler wenigstens etwas zu klären, habe ich mir Bilder mit Unendlich-Einstellung betrachtet und hochgeladen. Die Bilder wurden mit der selben Kamera fast zeitgleich – bei gleichen Lichtverhältnissen – aufgenommen. Die Ausschnitte wurden mit MS OneDrive erstellt. Also sie wurden nie mit einem Bildbearbeitungsprogramm konfrontiert.
      Schöne Grüße aus Ostfriesland
      Günther
      Dateien
    • Guten Abend, Gunther;

      ich staune wirklich über diese Unterschiede mit den Entwicklern. - Den Wehner-Entwickler hatte ich auch mal für eini paar gängige SW-Filme verwendet - und zwar sehr gern. - Er hatte mit einem Delta 100 oder TMax 100 (mindestens) die gleich guten Eigenschaften wie mit den werksseitig empfohlenen Feinkorn-Entweicklern Perceptol oder Microdol.

      DEr große Vorteil beim Wehner-Entwickler war/ist aus meiner "privaten" Sicht, dass er instantan ansetzbar ist - und man sofort mit dem Entwickeln loslegen kann. - Das geht mit den beiden genannten Pulver-Entwicklern so nicht - wobei ich diese immer als Direkt-Ansätzer vorm Entwickeln erst auflöse, also keine Stammlösungen bilde.


      Dir weiterhin viel Spaß mit diesen Versuchen und dem "alten Film".


      Jan-Peter
    • Hallo Günther,

      falls die ersten zwei Bilder keine Ausschnitte sind, sondern die ganze Bildfläche darstellen (KB) kann die Unschärfe unmöglich vom APH09-Entwickler verursacht worden sein. So schlecht arbeitet kein gängiger kommerziell verfügbarer Entwickler. Irgendwas anderes muss bei der Aufnahme oder beim Scannen schief gelaufen sein.

      An der Körnung lässt sich jedenfalls bei diesen Scans kein Unterschied feststellen.

      Gruß, Tor
    • Das Korn ist in beiden Bildern scharf, nur das Kreuz ist verwackelt. Insofern sind die Aufnahmen durchaus für den Zweck geeignet.

      Ich habe mal einen Ausschnitt in voller Auflösung hergestellt. Ich sehe schon einen Unterschied zum Rodinal. Durch das Rodinal-Korn ziehen sich so eine Art dunkle Fäden, welche die Homogenität der Graufläche stören. Das ist subtil, aber wer dafür ein Gespür hat, der merkt es.
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      • r09W.jpg

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