Atomal und seine Nachkommen: Wehner-Entwickler

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    • Aus meiner Erfahrung ist es ziemlich schwierig, mehr als 1000 ASA an der Kamera einzustellen und etwas zu erhalten, was den Namen Grauwert verdient.

      Mit Wehner-Entwickler bin ich bei 400er Filmen schon bis 800 ASA gekommen, ziemlich nahe dran an 1000 ASA: Wenn man da noch zwei Blenden drunter bleibt, geht natürlich etwas von der Schattenzeichnung flöten. Aber die Lichter brennen nicht aus! Das ist ein großer Gewinn.
    • Wie ich endlich damit fertig war, weilte er längst wieder mit mir unbekannter Adresse in Amerika. Aber grundsätzlich sollte ich mir das mal überlegen.
      Lustig ist ja auch die Situation vor der Bühne. Links und rechts die Kollegen mit den riesenhaften Zooms von CaNikon, dazwischen ich mit Olympus OM4, 50/1.4 und 135/2.8.
    • Der Einwand von Uwe ist berechtigt.
      Natürlich leidet die Bildqualität bei einer so extremen Empfindlichkeit.

      Man wird im Bild dann dunkele Bereiche finden, die keinerlei Zeichnung mehr aufweisen.
      Für ein "Fineart- Foto" wäre das natürlich nicht zu akzeptieren.

      Auch in diesem Bild findet man große Bereiche ohne jegliche Zeichnung.
      Aber zum Glück verhindert die Lichtführung es, daß sich diese Bereiche zu einer einzigen schwarzen, strukturlosen Fläche vereinigen.
      So macht das Gegenlicht die räumliche Situation im Bild für den Betrachter nachvollziehbar.

      Das Fehlen von Zeichnung in den Schatten ist so nicht mehr ein so großes Problem.
      Die Schärfe und das dezente Korn lassen fast nicht vermuten, daß es sich hier um eine Kleinbildaufnahme mit 3200 ASA handelt.

      Etwas Glück mit der Lichtsituation war hier mit im Spiel.

      Ich wiederhole mich: ein ganz starkes Foto!

      Noch eine Frage an Ralph:
      kannst Du sagen welche Brennweite Du benutzt hast?
      Welche Belichtungszeit?
      Wie hast Du die Belichtung gemessen?

      Danke und herzliche Grüße
      Klaus
    • Bei dieser Aufnahme war es das 135/2.8, aufgrund der Lichtsituation recht weit offen. Die Belichtung habe ich mit dem einfach großartigen Spot-System der Olympus OM4 gemessen, ich habe mich dabei auf das Gesicht fokussiert.
      Daß dabei andere Bereiche des Bildes auf der Strecke bleiben, ist natürlich auch der Bühnenbeleuchtung geschuldet, die für hohe Kontraste sorgt.
      Letztlich geht es darum, sich wohl überlegt zu positionieren, um das Beste aus der Situation rauszuholen - irgendeinen Tod stirbt man dabei immer.
    • Aufgrund der Perspektive hatte ich angenommen, daß das Foto mit dem 135 mm Objektiv entstanden ist.
      Aber wegen der guten Schärfe habe ich eher das 50 mm Objektiv für plausibel gehalten.
      Die Schärfe im Bild finde ich unter diesen extremen Umständen für bemerkenswert.

      Ich vermute mal, daß Du schon häufiger den HP-5 mit dem Wehner-Entwickler gepusht hast?
      Meine Frage dazu: mit welcher Gradation hast Du diese Negative im Schnitt vergrößern können?

      Herzliche Grüße
      Klaus
    • Allzu viele Filme waren es nicht, etwa 10 in den letzten beiden Jahren. Davon haben es ebenfalls etwa 10 Bilder bis zum Abzug geschafft. Die Gradation war 3-4, also doch etwas härter. Wobei das aber sicher auch eine Geschmackssache ist, ich kann bei diesen Motiven gerne zugunsten von mehr "Punch" auf ein wenig Zeichnung und paar Grautöne verzichten.
    • Es klang vielleicht so, dass ich an den Schatten rumgemäkelt hätte: Das ist nicht so. Ich habe eben nur die photochemischen Gesetze verdeutlichen wollen. Das Bild ist ein großes, kann man in jede Ausstellung hängen.

      Es ist bei unterbelichteten Szenen meist sinnvoll, hart abzuziehen. Damit wenigstens etwas Zeichnung in die Schatten kommt. Wenn die fast schwarz mit wenig Struktur sind, dann ist das bildmäßig keine Katastrophe. Matschig-grau sieht meist nicht schön aus.
      Unter dieser harten Gradation können dann die Lichter und auch die Mitten leiden: Wenn diese zu harsch werden. Ist hier nicht der Fall. Da die Lichter im negativ durch das Pushen ohnehin etwas zu stark gedeckt sind, muss man diese ohnehin nachbelichten. Dazu kann man die Gradation wechseln, wenn man sich getraut, während des Belichtungsprozesses am Filterrad zu drehen. So ganz auszuschließen ist es ja nicht, dass alles noch Zehntelmillimetergenau auf dieselbe Stelle zeigt, wenn sich der Vergrößerer ausgewackelt hat.
    • Ja, da hast Du Recht, Uwe. Zum Glück ist das bei meinem 139er weniger Problem, ich bin ein großer Filter-Wechsler vor dem Herrn. Trotz Farbkopf benutze ich Ilford Filter in der Lade, auch drei verschiedene pro Belichtung kommen durchaus vor.
      Obwohl, dieses hier war von Kleinbild, da kam der Magnifax zum Einsatz. Da wechsle ich auch nicht.
    • Danke, Volker, daß Du über Deine Langzeiterfahrung mit dem Entwickler berichtet hast.

      Ich habe auch noch eine Probe aus dem Jahr 2016 im Labor stehen.
      Mit der Chemie gibt es auch noch keine Probleme.

      Als vorsichtiger Mensch gebe ich die Haltbarkeit des Wehner-Entwicklers (vorerst) weiterhin mit 12 Monaten an.
      Die Haltbarkeit wird aber in fast allen Fällen 12 Monate überschreiten.

      Die Lagerungsbedingungen sind wichtig für die Haltbarkeit und darauf habe ich keinen Einfluß.
      Mir ist es wichtig, daß jeder ohne irgendwelche Unsicherheiten zuverlässig und problemlos zu guten Ergebnissen kommt.
      Ich will nichts versprechen, was ich nicht halten kann.

      Danke und herzliche Grüße
      Klaus
    • zu #1373

      Ralph, nochmals danke für Deine Erfahrungen.

      Auf dem Gebiet der Push-Entwicklungen habe ich selbst wenig praktische Erfahrungen.
      Aus dem Grund sind für mich solche Berichte aus der Praxis sehr wertvoll.

      Aus meinen Testbelichtungen und Messungen weiß ich, daß der Entwickler bei einer Push-Entwicklung nur wenig aufsteilt.
      Deshalb bleiben die Lichter immer noch gut zu nutzen und fressen kaum aus.

      Positiv überrascht hat es mich, daß Du sogar eine etwas härtere Gradation für das Bild von #1363 verwenden konntest.
      Das bedeutet, daß die Entwicklung so wie Du sie durchgeführt hast sehr gut gepasst hat.

      Mit einer genutzten Empfindlichkeit von 3200 ASA bewegst Du Dich natürlich im absoluten Grenzbereich.
      Daß Dir unter solchen Umständen so hervorragende Aufnahmen gelungen sind zeigt, daß Du fotografisch und handwerklich alles richtig gemacht hast.

      Respekt!

      Danke und herzliche Grüße
      Klaus
    • Mein Erfahrungen na Push/Pull Entwicklung mit WE nach Duka arbeit mit Ilford MGIV RC.
      1. HP5+ @ 800, Zettelzeit mal 1,3
      2. Delta 3200 @ 800, Zettelzeit.

      HP5 geht super mit filter 1,5. Fast Kornfrei (6x9 cm Film). Ich habe ein Abzug mit 3 gekopelte
      30x40 cm Papiere gemacht. Zusammen 90x40 cm aus 6x9 Negativ. Fast Kornfrei.

      Sedina tył (1 of 1).jpg

      Delta mit grosseres Korn, aber mit viel Details im Schatten. Filter 2,5 bis 3. Hier habe ich nur Test gemacht.
      Abzug kommt nach Wochenende.