Ab welcher Verschlusszeit "verzieht" ihr freihändig eine 135er Brennweite?

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    • Ab welcher Verschlusszeit "verzieht" ihr freihändig eine 135er Brennweite?

      Hintergrund meiner Frage ist der, dass ich auffallend viele Freihandaufnahmen, die mit dieser Brennweite gemacht wurden, verwackelt habe. Die /60 halte ich mit diesen Objektiven schon nicht mehr.
      Dass ich mit einem Tremor gesegnet bin, verschweige ich nicht. Aber gerade aus dem Grund wäre es interessant für mich zu wissen, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt, bzw. bis zu welcher Verschlusszeit ihr diese Brennweite verwackelungsfrei aus der Hand benutzen könnt.
      ernst-kluger.de

      Ich habe den Herrn um nichts gebeten und in seiner unendlichen Güte hat er mir auch nichts gegeben.
    • hi Ernst!
      Also 1/30 Sec sollte im Normalfall bei mir kein Problem sein....ich führe das aber auf die Größe von einem 135er zurück, es ist vom Durchmesser gut geeignet das ganze Objektiv mit der linken Hand zu umschließen und hat auch die ideale Länge dies zu tun, also meine Linke hält im Prinzip die Kamera + Objektiv und das ganze Gewicht, die rechte Hand hält sie nur in der Waage.fest.
      Wenn es dann von der Brennweite her etwas größer wird ist diese Vorgehensweise für mich nicht machbar, da ich doch eher mit "kleinen" Händen gesegnet bin.
      lg Hans
      Jeder Mensch macht Fehler. Das Kunststück liegt darin, sie dann zu machen, wenn keiner zuschaut. Peter Ustinov
    • Ernst,

      der alte Grundsatz lautet Belichtungszeit = Brennweite. Also 1/125 beim 135er, 1/250 beim 200er usw.
      Wenn diese nicht zu erreichen sind ist das Stativ sinnvoll, bei nem Tremor vielleicht auch.
      Vielleicht geht es auch mit Atemübungen. Breitbeinig, Aufrecht, Kamerarückseite an die Stirn und dann ein atmen, aus atmen, nicht mehr atmen und abdrücken.
      Gruß
      Michael
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      Mr. Adams, have you taken the perfect foto?
      No, it's around the corner. :D
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      Fotos auf Flickr
    • Kommt auch aufs Objektiv an.

      Das sehr schlanke und kurze Jupiter-37a macht sich bei mir an der kleinen Fujica und auch an der dicken Zenit kaum bemerkbar, da ist das Volna-9 (immerhin ein 50mm) schon kopflastiger. 1/30s ist kein Problem. Wobei eine schwerere Kamera hintendran die Sache wesentlich angenehmer macht, weil der Schwerpunkt in der Hand bleibt und nicht nach vorn rutscht.

      Das dicke und schwere 2.8er Orestor dagegen bekomme ich unterhalb 1/125s nur ganz selten ruhig gehalten, die Kamera wird vornerum einfach zu schwer und meine Handgelenke mögen das mittlerweile nicht mehr.
      "Wer oft genug ans Hohle klopft, der schenkt der Leere ein Geräusch."


    • Schließe mich da dem Michael an, die Kamera spielt in diesem Punkt durchaus eine wichtige Rolle. Mit meiner Leicaflex SL zum Beispiel bekomme ich mit dem 135er durchaus noch scharfe Aufnahmen bei einer 1/60s. Entsprechend gelingen mir mit meiner R9, ebenso vibrationsarm, und meinem 180 auch bei 1/125s noch verwacklungsfreie Aufnahmen. (In der Projektion keine bemerkbare Verwacklungsunschärfe) Natürlich ist eine fester Stand Vorraussetzung und zudem nutze ich jede Möglichkeit, mich irgendwo anzulehnen. Daß beide Kameras nicht zu den Leichtgewichten gehören, dürfte sich auch noch stabilisierend auswirken.
      Prinzipiell versuche ich allerdings auch, mich an den Grundsatz Brennweite=Belichtungszeit zu halten.

      Gruß,

      Torsten
    • Wenn man von der Faustformel Brennweite geteilt durch die Sekunde ausgeht, dann sollte alles was, na ja so ungefähr kürzer als 1/125sek mehr als verwackelungsgefährdet sein. Die 1/60sek halte ich als für sehr lang bemessen.
      Die Frage, welche Brennweite man mit welcher Verschlusszeit noch gehalten bekommt, hat ja schon seit Ewigkeiten einen eher sportlichen Charakter.
      Die o.g. Faustformel sollte man bei zunehmender Brennweite eher nach oben (zur kürzeren Verschlusszeit) korrigieren; so meine Erfahrung. Hängt natürlich auch damit zusammen, inwieweit ich mit einer gewissen Unschärfe leben kann.

      Gruß Oliver
      Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig seine Geschwindigkeit zu erhöhen.
    • 1/60 traue ich mir freihand mit einer gut ausbalancierten KB-Kamera und 135er noch zu - wohlwissend, dass die Aufnahme mit Stativ vermutlich noch schärfer wäre. Normalerweise halte ich mich (getreu dem Motto: "Keine Experimente!" ;) ) an die genannte Faustregel. Bei längeren Belichtungszeiten bemühe ich mich gleich um eine vernünftige Auflagemöglichkeit. Leichter ist es im Mittelformat - eine TLR (auch eine Mamiya mit Teleobjektiv) kann ich besser am Körper abstützen und dann auch mal 1/8 s in akzeptabler Qualität realisieren.
      Beste Grüße
      Jan
    • Hallo,
      schon vor Jahrzehnten haben große Fotolabors Ihre Kundenaufträge mal analysiert und dabei stellte sich heraus, daß unter den Aufnahmen, die "nichts geworden sind" Verwacklung noch vor falscher Fokussierung die Ursache war. Auch für "handliche" Kameras ist das Stativ die beste Garantie für scharfe Aufnahmen. Warum sind gute Scharfschützengewehre so schwer und haben ein Zweibein?
    • Bonjour Ernst,

      wenn deine Aufnahmen keine Schnappschüsse sind, kannst du doch einfach den Selbstauslöser benutzen. Ansonsten versuch es doch mal mit der sogenannten Schützenstellung bei der du die Kamera nicht auf die Hand auflegst, sondern auf die Oberseite der geballten Faust.

      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: Schützenstelleung? Üss düt wat unanstöndüges?)
      Markennamen??? - Egal, wenn wir nur damit photographieren können…

      Unsere Negativformate:

      6 x 9, 9 x 12, 13 x 18, 18 x 24, 24 x 30 cm
      4" x 5", 8" x 10", 16" x 16", 16" x 18", 24" x 26" - Inch
    • Hallo,

      die Normaleinstellung von 1/125" mal außen vor, die man nehmen sollte, konnte ich das bei einem 135mm früher mal mit 1/30", leicht abgestützt. Heute ist unter 1/125" nichts mehr drin, man wird nicht jünger....

      Gruß
      Winfried